Wöchentliche Marktberichte

Mai 18, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schwerpunkte am Vortag

Schwere Einbußen beim USD, da die Anleger fürchten, dass die politischen Schwierigkeiten, vor denen der US-Präsident steht, den wirtschaftlichen Reformdrang des Weißen Hauses behindern könnten. Es wurde beim US-Dollar-Index seit letzten Donnerstag ein Rückgang von 2,1% verzeichnet.

Aufgrund der Schwäche des USD mit 1,1162 USD erreichte EUR/USD einen neuen Höchstwert seit den US-Wahlen.

Die politischen Tumulte in den USA führten auch dazu, dass die Risikofreudigkeit auf allen Märkten zurückging, weshalb es zu einem neuen Höhenflug des japanischen Yen kam (+2% gegenüber USD und +1,4% gegenüber EUR). Auf der anderen Seite kamen die EM-Währungen durch diese geringe Risikoneigung unter Druck.

Die Löhne gingen im Vereinigten Königreich zum 4. Mal in Folge zurück und erreichten ein 9-Monatstief (2,1% J/J). Diese entgegenlaufenden Entwicklungen mit zurückgehenden Löhnen und einem Anstieg der Inflation könnten zu einem Rückgang der Kaufkraft der britischen Haushalte führen. Überraschenderweise ging die Arbeitslosenrate im März auf den tiefsten Stand seit August 1975 zurück.

Der Präsident der polnischen Zentralbank unterstrich noch einmal, dass die Zinssätze bis Ende 2018 beibehalten werden könnten.

Die Inflation in der Eurozone stieg im April von 1,5 auf 1,9% an und ist somit nicht weit vom Zielwert der EZB von 2,0% entfernt.

Themen Heute

Donald Trump im Zentrum des politischen Wirbelsturms; britische Beschäftigungszahlen um 10:30 Uhr mit aufmerksamem Blick auf die Löhne und Gehälter;  Korrektur der Inflationsrate der Eurozone um 11:00 Uhr; neue französische Regierungsmannschaft wird um 15:00 vorgestellt

USA: Nachdem die Washington Post am Montag berichtete, Donald Trump habe dem russischen Außenminister als geheim eingestufte Informationen offenbart, sieht sich der Präsident mit einer neuen politischen Affäre konfrontiert. Die New York Times deckte gestern auf, Trump habe den Leiter des FBI James Comey vor dessen Entlassung aufgefordert, die Ermittlungen einzustellen, die zu diesem Zeitpunkt im Hinblick auf die engen Verbindungen des ehemaligen nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn (im Februar kaltgestellt) zu Russland durchgeführt wurden. Sollten sich diese Mutmaßungen als Tatsachen erweisen, könnte das ein Grund für ein Amtsenthebungsverfahren sein.

Vereinigtes Königreich: Nach den gestrigen Inflationsdaten, wird sich heute die Aufmerksamkeit auf den Beschäftigungsbericht (März) richten, vor allem auf die darin enthaltene Statistik über die Anstiege der Löhne und Gehälter. Wenn diese weiterhin stagnieren oder sogar rückläufig sind, würde damit untermauert, dass die Kaufkraft der britischen Haushalte zurückgeht und dass die BoE ihre expansive Geldpolitik noch länger beibehalten wird.

Eurozone: Um 11:00 Uhr veröffentlicht die Eurozone die Korrektur der 1. Schätzung der Inflationsrate im April. Diese könnte bestätigen, dass die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum insgesamt von 1,5% auf 1,9% gestiegen sind.

Frankreich: Heute um 15:00 Uhr stellt Emmanuel Macron die neue Regierungsmannschaft unter seiner Präsidentschaft vor, die eigentlich bereits gestern hätte bekanntgegeben werden sollen.

Wichtige Kursentwicklungen

EUR/USD: Leichte Korrektur des Kurses heute Morgen, nachdem die politischen Tumulte in den USA sich abschwächten. Mit Spannung werden das EZB-Protokoll, das heute Nachmittag veröffentlicht wird, und potenzielle Signale der Zentralbank vor der Juni-Sitzung (8. Juni) erwartet. Sollten zurückhaltende Töne angeschlagen werden, könnte dies die Erwartungen enttäuschen. 

EUR/GBP: Der Kurs geht zurück, nachdem gestern der Schwellenwert von 0,86 GBP zum ersten Mal seit Ende März durchbrochen wurde. Starke Einzelhandelsumsätze im April (die erwartet werden) könnten dem GBP Auftrieb verleihen. 

EUR/CHF: Der Kurs testet heute Morgen das Unterstützungsniveau von 1,09 GBP, da die geringe Risikoneigung der Märkte noch nicht ganz überwunden wurde. 

EUR/JPY: Ausgehend von soliden BIP-Zahlen und angesichts der geringen Risikoneigung verzeichnet dieses Währungspaar heute Morgen Verluste. EUR/JPY ging auf unter ¥123,5 zurück, nachdem zu Beginn der Woche noch ¥125 verzeichnet worden waren. 

EUR/PLN: Der Kurs legte heute Morgen stark zu (0,7%), da die derzeitige geringe Risikoneigung die EM-Währungen drückt. EUR/PLN stieg auf das höchste Niveau der Woche an (4,22 PLN)


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