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Wöchentliche Marktberichte

Mai 10, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Der Euro erholt sich wieder, nachdem es seit Montag zu Gewinnmitnahmen kam.
  • EUR/USD nähert sich wieder der Schwelle von 1,09 USD.
  • EUR/GBP fällt bereits den 4. Handelstag in Folge, da alle Blicke auf die Bank of England (BoE) gerichtet sind, die heute zusammentritt und morgen ihre geldpolitischen Beschlüsse bekanntgibt. EUR/GBP hat die Grenze von 0,84 GBP unterschritten.
  • Die Risikobereitschaft der Anleger wirkt sich nach wie vor nachteilig auf Fluchtwährungen aus. EUR/JPY notiert unterhalb von 124 JPY und EUR/CHF im Bereich von 1,0960 CHF.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

China (03:30 Uhr) – Gesamtinflation J/J (April) – Konsensprognose 1,1% gegenüber 0,9% im Vormonat

Frankreich (08:45 Uhr) – Industrieproduktion M/M (März) – Konsensprognose 1,0% gegenüber -1,6% im Vormonat

Schweden (09:30 Uhr) – Protokoll der Zentralbanksitzung vom 27. April 

Italien (10:00 Uhr) – Industrieproduktion M/M (März) – Konsensprognose 0,3% gegenüber 1,0% im Vormonat

Eurozone (13:00 Uhr) – Stellungnahme von Fed-Chef Mario Draghi

Schwerpunkte am Vortag

US-Dollar steigt auf 2-Wochenhoch; EUR/CHF erreicht mit 1,0976 CHF ein 8-Monatshoch; Zweifel an der Weiterentwicklung der Inflation der Eurozone; Corbyn Vorstellungen vom Brexit unklar

USA: Der US-Dollar-Index konnte gestern um 0,6% zulegen und stieg auf ein 2-Wochenhoch, da die Zinssätze für US-Anleihen mit 10-jähriger Laufzeit gestern mit 2,41% auf ein 5-Wochenhoch stiegen, nachdem sich die Aufmerksamkeit der Anleger nach Abschluss der Präsidentschaftswahlen in Frankreich wieder der Fed und ihrer Geldpolitik zugewandt hat. Die Marktteilnehmer gehen eindeutig davon aus, dass die Fed im Anschluss an ihre geldpolitische Sitzung am 14. Juni eine erneute Anhebung der Leitzinsen bekanntgibt. Laut dem Fedwatch Tool der CME Gruppe liegt die Wahrscheinlichkeit dieser Entscheidung derzeit bei 80%. EUR/USD setzte seinen am Montag – nach dem Sieg des europhilen Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen – eingeleiteten Abwärtstrend fort. Seit Wochenbeginn verzeichnete das Währungspaar insgesamt einen Rückgang um 1,1%.

Gestrige Performance EUR/USD: -0,46%; Tiefstkurs: 1,0861 USD (bisheriges Monatstief); Schlusskurs: 1,0872 USD

Schweiz: Angesicht des durch den Abschluss der französischen Präsidentschaftswahlen verzeichneten allgemeinen Rückgangs der politischen Risiken in der Eurozone, werden zahlreiche Kaufpositionen in Schweizer Franken geschlossen, nachdem sich die Anleger in den letzten Monaten/Wochen strategisch positioniert hatten, um sich so vor möglichen Kurseinbrüchen des Euro zu schützen, falls es zu einem Wahlsieg der euroskeptischen Kandidatin in Frankreich gekommen wäre. EUR/CHF verzeichnete somit gestern einen Anstieg von 0,4% und stieg mit 1,0976 CHF auf das höchste Niveau in nahezu acht Monaten. Derzeit scheint sich 1,10 CHF als Widerstandspunkt bei diesem Währungspaar herauszukristallisieren. Seit Bekanntgabe des offiziellen Wahlausgangs des ersten Durchgangs der französischen Präsidentschaftswahlen am 23. April konnte der Euro gegenüber dem Schweizer Franken bereits 2,5% zulegen.

Gestrige Performance EUR/CHF: +0,39%; Höchstkurs: 1,0976 CHF (Höchstkurs seit 14. September 2016); Schlusskurs: 1,0951 CHF

Eurozone: Laut den ersten vom europäischen Statistikamt Eurostat veröffentlichten Schätzungen (April) sind die basierend auf 5-jährigen Inflationsswaps berechneten langfristigen Inflationserwartungen in der Eurozone erstmals seit 2012 unter das mit 1,9% prognostizierte Inflationsniveau gerutscht. Das scheint darauf hinzudeuten, dass der jüngste Anstieg der Verbraucherpreise in der Region nur vorübergehender Natur sein dürfte und dass diese in den nächsten Monaten wohl wieder sinken werden. Angesichts der mangelnden Dynamik in Sachen Preissteigerungen könnte die EZB vorsichtig bleiben und sich noch eine Weile abwartend verhalten. Eine derartige Haltung würde von den Marktteilnehmern positiv verbucht, da bereits mehrere Medien in der vergangenen Woche berichteten, die Zentralbank werde wohl im Juni die ersten Signale aussenden, dass mit einer baldigen Drosseldung der expansiven Geldpolitik zu rechnen sein dürfte.

Vereinigtes Königreich: Jeremy Corbyn, der Parteichef der britischen Labour Party, hat die Wahlkampagne für die am 8. Juni bevorstehenden Parlamentswahlen eingeleitet. Corbyn, dessen Partei derzeit laut den Umfragewerten mehrerer Meinungsforschungsinstitute etwa 20% hinter der Conservative Party liegt, schloss einen Rücktritt seinerseits vom Parteivorsitz im Falle einer Wahlniederlage im Juni kategorisch aus. Auf die Frage, welche Haltung er im Fall seiner Wahl bezüglich des Brexits einnehmen würde, blieb er, was seine Bereitschaft, den Austritt des Landes aus der EU voranzutreiben, äußerst vage.

Gestrige Performance EUR/GBP: -0,43%; Tiefstkurs: 0,8398 GBP (Tiefstkurs seit 21. April); Schlusskurs: 0,8404 GBP

Themen Heute

leichter Anstieg der Inflation in China; Protokoll der Sitzung der schwedischen Riksbank im April; Industrieproduktion in Frankreich und Italien; Stellungnahme von Mario Draghi

China: Die Verbraucherpreise fielen im April mit 1,2% im Jahresvergleich gegenüber erwarteten 1,1% und 0,9% im Vormonat etwas höher aus als erwartet. Im Gegensatz dazu ist der Herstellerpreisindex im April den zweiten Monat in Folge gesunken, vor allem durch den weltweiten Rückgang der Rohstoffpreise in diesem Zeitraum.

Schweden: Heute Morgen hat die schwedische Zentralbank das Protokoll der Sitzung vom 27. April veröffentlicht, anlässlich derer beschlossen wurde, die quantitativen Lockerungsmaßnahmen um weitere sechs Monate zu verlängern, eine Entscheidung, die an den Börsen für Überraschung gesorgt hat.

Frankreich/Italien: Vor der Veröffentlichung der Gesamtziffern für die Eurozone haben Frankreich und Italien heute Morgen ihre Industrieproduktionsdaten veröffentlicht. In beiden Ländern ist die Industrieproduktion gestiegen.

EZB: Am frühen Nachmittag wird Mario Draghi vor dem niederländischen Parlament eine Stellungnahme abgeben. Das wäre eine Gelegenheit (oder auch nicht), den Marktteilnehmern vor der geldpolitischen Sitzung am 8. Juni Aufschluss darüber zu geben, welche Pläne die EZB hat, d.h. die Börsianer darauf vorzubereiten, ob man plant, die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen bald schrittweise zurückzufahren oder diese vorsichtshalber weiter beizubehalten, um sicherzustellen, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise dauerhaft im Bereich von 2% einpendelt.

CHF:

Die Risikobereitschaft der europäischen Anleger ist infolge des Wahlsiegs des EU-freundlichen Kandidaten in den französischen Präsidentschaftswahlen wiederaufgeflammt, was die Anleger dazu ermutigt hat, schweizerische Vermögenswerte abzustoßen und sich von den Negativzinsen der Schweiz (eines der weltweit niedrigsten Zinsniveaus) abzuwenden. Der Aufwärtstrend des Kurses des Währungspaars EUR/CHF scheint allerdings derzeit bei 1,10 CHF an eine Glasdecke zu stoßen, die einen weiteren Kursanstieg zumindest kurzfristig einschränken dürfte. Im Vergleich zur Kurshistorie der jüngsten Zeit, ist die aktuelle Bewertung des Euro gegenüber dem Franken sehr hoch, da er sich oberhalb des Durchschnittskurses (1,0964 CHF) des 1. Halbjahrs 2016 (vor dem Brexit-Entscheid) befindet. 

EUR:

Wie bereits während des Handelstags am Montag wurde die Performance des Euro dadurch beeinträchtigt, dass die Euphorie, die in Bezug auf die europäische Einheitswährung herrschte, nachdem die Wahlergebnisse des ersten Durchgangs der französischen Präsidentschaftswahlen am 23. April bekanntgegeben wurden, allmählich nachlässt (EUR/USD stieg in den zwei Wochen zwischen den beiden Wahldurchgängen um 2,5%). Nachdem die mit den französischen Präsidentschaftswahlen verbundenen Risiken nun nicht mehr bestehen, haben viele Anleger ihre Positionen geschlossen und haben einen Teil der durch den starken Anstieg des Euro – dieser war Ende der vergangenen Woche gegenüber dem US-Dollar auf das höchste Niveau seit über fünf Monaten gestiegen – generierten Gewinne mitgenommen, bevor am 8. bzw. 14. Juni die beiden wichtigen Zentralbanksitzungen, die der Fed bzw. der EZB, stattfinden. Bei dem Rückgang des Kurses des Währungspaars EUR/USD um 1,1% handelt es sich mehr um eine charttechnische Anpassung als um einen tatsächlichen Baisse-Trend. Die Tatsache, dass die Kauf-/Verkaufs-Positionen zwischen dem Euro und dem US-Dollar bei Termingeschäften in den USA Ende der vergangenen Woche laut der mit der Regulierung des Futures- und Optionshandels betrauten Commodity Futures Trading Commission (CFTC) erstmals in drei Jahren fast einen Gleichstand erreicht hatten, zeigt, dass die Anleger wieder Zutrauen zur und Interesse an der europäischen Währung haben.

USD:

Die Tatsache, dass die Renditen für US-Anleihen im Zuge der allgemeinen Zunahme des Optimismus gegenüber den wirtschaftlichen Fundamentaldaten und der Gesundheit der US-Unternehmen gestiegen sind, hat dem US-Dollar kräftigen Rückenwind verliehen. Selbst wenn man seit Wochen damit rechnet, dass die Fed im Juni den Leitzins anhebt (die implizite Wahrscheinlichkeit liegt derzeit bei 83%), schien dies bisher praktisch keine Auswirkungen auf die US-Währung zu haben. Dieser Mangel an Dynamik lässt sich wohl durch das temporäre Desinteresse der Börsianer am Greenback erklären, da sich die Debatten im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich vor allem um die Zukunft der Eurozone und den Euro drehten. Da bis Freitag, wenn die Einzelhandelsumsätze und die Inflationsrate veröffentlicht werden, keine wichtigen Konjunkturdaten anstehen, dürfte der US-Dollar seine Impulse primär von Spekulationen über die geldpolitische Agenda der Fed und die Dynamik im Anleihehandel erhalten. Allerdings könnte sich der jüngste Aufwärtstrend des US-Dollar-Index, der ein 2-Wochenhoch erreicht hat, durchaus allmählich im Sande verlaufen, falls keine neuen Impulsgeber auftauchen.


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