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Wöchentliche Marktberichte

Mai 05, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Die Rohölpreise sinken heute Morgen weiter, nachdem sie bereits gestern um 5% eingebrochen sind. Der WTI-Index notiert heute Morgen erstmals seit Abschluss des OPEC-Abkommens am 30. November 2016 unterhalb der Marke von 45 USD.
  • EUR/CAD schwankt unterhalb 1,51 CAD (Höchstkurs seit Februar 2016 – Schlusskurs).
  • EUR/USD notiert heute, bevor in den USA um 14:30 Uhr die Beschäftigungszahlen erscheinen, recht stabil (-0,1%).

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Kanada (14:30 Uhr) – Schaffung neuer Stellen (April) – Konsensprognose 10.000 gegenüber 19.400 im Vormonat

USA (14:30 Uhr) – US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft (April) – Konsensprognose 185.000 gegenüber 98.000 im Vormonat

USA (14:30 Uhr) – Anstieg der Durchschnittslöhne und -gehälter M/M (April) – Konsensprognose 0,3% gegenüber 0,2% im Vormonat

USA (17:30 Uhr) – Stellungnahme von Stanley Fischer (stellvertretender Fed-Chef)

USA (19:30 Uhr) – Stellungnahme Janet Yellens (Fed-Chefin)

Schwerpunkte am Vortag

Emmanuel Macron kann seinen Vorsprung nach TV-Debatte ausbauen und verhilft EUR/USD mit 1,0987 USD zu neuem Hoch; Repräsentantenhaus stimmt dem Gesetz zur Abschaffung der Obamacare zu; Rohölpreise fallen um 5%; norwegische Zentralbank gibt sich transparenter; überraschender Anstieg des EMI des britischen Dienstleistungsgewerbes 

Frankreich: Der als großer Gewinner der TV-Debatte am Mittwoch gehandelte ehemalige Wirtschaftsminister konnte seinen guten TV-Auftritt auch gleich in positive Umfragewerte umsetzen. Die Kluft zwischen den beiden Kandidaten ist laut den gestern Morgen erschienen Umfragewerten wieder auf über 20% gestiegen: 61% zu 39% laut OpinionWay; 62% zu 38% laut Elabe für BFM TV). In den Augen der Anleger ist damit der Ausgang der Wahl, die in wenigen Tagen bevorsteht, klar, was dem Euro gestern erneut zu einem Anstieg gegenüber seinen anderen Währungskollegen verhalf. EUR/USD konnte angesichts des Optimismus, der in Sachen Stichwahl herrscht, mit 1,0987 USD im Laufe des Handelstages auf ein neues 6-Monatshoch steigen.

Gestrige Performance EUR/USD: +0,94%; Höchstkurs: 1,0987 USD (6-Monatshoch); Schlusskurs: 1,0984 USD

USA: Die neue Gesetzesvorlage zur Abschaffung der Obamacare wurde gestern knapp vom Repräsentantenhaus angenommen (Stimmverhältnis: 217 zu 213). Auch wenn der Text, in dem die Verpflichtung der Amerikaner abgeschafft wird, eine Krankenversicherung zu haben, diese legislative Hürde genommen hat, ist er doch noch weit davon entfernt, auch Gesetz zu werden. Der Senat, in dem die Republikaner über eine knappe Mehrheit von 52 zu 100 Sitzen verfügen, scheint hinsichtlich dieses neuen Gesetzestextes recht geteilter Ansicht zu sein. Hier könnten noch Änderungen gefordert werden. Ein republikanischer Senator erklärte gestern, die Debatte könnte sich noch mindestens einen Monat hinziehen, da man mit ziemlicher Sicherheit Änderungen des Entwurfs fordern wird.

Rohöl: Die Rohölpreise sind gestern nahezu um 5% gefallen, da man am Markt insgesamt bezweifelt, dass die OPEC in der Lage sein wird, über die Förderquotenregelung das Überangebot am Markt auszugleichen, da man gleichzeitig sieht, dass die US-Lagervorräte weiter wachsen. Der Brent-Index schloss gestern auf einem 5-Monatstief unterhalb von 49,0 USD, während der WTI-Index einen Schlusskurs von 45,5 USD aufwies. Die rohöllastigen Währungen sind vom Rückgang des Barrel-Preises stark beeinträchtigt worden.

Norwegen: Wie erwartet hat die norwegische Zentralbank ihren Leitzinssatz unverändert beibehalten, da sie der Meinung ist, das Risikoumfeld habe sich seit der letzten Sitzung im März nicht verändert. Die wichtigsten Informationen, die man der Sitzung entnehmen konnte, waren, dass ab 2018 nicht mehr nur 6 sondern 8 geldpolitische Sitzungen im Jahr abgehalten werden und dass die Zentralbank ab Juni neben dem offiziellen Kommuniqué auch ein detailliertes Protokoll der Sitzung veröffentlichen wird, um mehr Transparenz bezüglich der geplanten Strategie zu gewährleisten.

Vereinigtes Königreich: Überraschend ist der Einkaufsmanagerindex des britischen Dienstleistungsgewerbe im April gestiegen und erreichte ein 4-Monatshoch. Die positiven Ergebnisse der EMI im April – alle drei britischen Sektoren (verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe und Dienstleistungsgewerbe) sind gestiegen – schwächt den Pessimismus ab, der im Zuge der Abkühlung im 1. Quartal (0,3% Q/Q im 1. Quartal 2017 gegenüber 0,7% im 4. Quartal 2016) zu spüren war.

Themen Heute

US-Beschäftigungszahlen um 14:30 Uhr im Zusammenhang mit der Fed-Sitzung im Juni; erste Stellungnahme Janet Yellens nach der Sitzung vom Mittwoch; Beschäftigungszahlen aus Kanada um 14:30 Uhr

USD (1): Nach der Enttäuschung im März (98.000 neue Stellen; 10-Monatstief) wird man aufmerksam die neuen Beschäftigungszahlen verfolgen. Die Fed hat die Möglichkeit im Raum stehen lassen, die Leitzinsen im Juni zu erhöhen, falls die Arbeitsmarktdaten dies rechtfertigen. Das Straucheln der US-Wirtschaft zu Beginn dieses Jahres dürfte laut Angaben der Fed nur vorübergehend sein, wie sie anlässlich der dieswöchigen Sitzung verlauten ließ. Die befragten Wirtschaftsexperten gehen für April von einer durchschnittlichen Stellenschaffung von 185.000 und einem Anstieg der Löhne und Gehälter von 0,3% aus. Sollte die offizielle Statistik dies bestätigen, könnten die Anleger verstärkt US-Dollar am Terminmarkt nachfragen.

USA (2): Am Nachmittag und Abend werden sich mehrere Zentralbankvertreter äußern, darunter auch die Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende der Fed, Janet Yellen und Stanley Fischer. Es handelt sich um die ersten offiziellen Stellungnahmen seitens der Fed nach der dieswöchigen Sitzung. Da die Stellungnahmen nach Erscheinen der Beschäftigungszahlen erfolgen, könnten die Fed-Vertreter möglicherweise auf eine potenzielle US-Leitzinserhöhung im Juni eingehen.

Rohöl: Die Ölpreis fallen heute Morgen weiter und haben bereits 1% eingebüßt. Der WTI-Index notiert erstmals seit dem am 30. November 2016 geschlossenen Abkommen der OPEC über die Drosslung der Fördermengen unterhalb von 45 USD. EUR/CAD bewegt sich heute Morgen im Bereich von 1,51 CAD. Dieses Niveau wurde zuletzt im Februar 2016 und noch ein Mal nach der Präsidentschaftswahl in den USA am 9. November 2016 verzeichnet.

Kanada: Wie die Kollegen in den USA veröffentlichen auch die Kanadier heute Nachmittag ihre aktuellen Beschäftigungszahlen für April. Die Analysten gehen davon aus, dass im April 10.000 neue Stellen geschaffen wurden und die Arbeitslosenrate nach wie vor bei 6,7% liegt. Falls sich die Prognosen bestätigen, wäre es der 5. Monat in Folge, in dem in Kanada neue Stellen geschaffen werden.

CHF:

Obwohl der Euro nach der TV-Debatte der französischen Präsidentschaftskandidaten Macron und Le Pen zulegen konnte, ist die Volatilität bei EUR/CHF recht gering geblieben und deutet darauf hin, dass die politischen Risiken in Frankreich nicht die einzigen Impulsgeber für dieses Währungspaar sind. Es scheint, als stehe ein Wahlsieg Macrons außer Frage und dieses Szenario scheinen die Anleger in ihrer Planung auch bereits berücksichtig zu haben. Die Anleger beunruhigt wohl stärker der deutliche Rückgang der Rohstoffpreise (insbesondere des Öls; seit gestern -6%) und die erneuten Spannungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich im Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen, als die Stichwahl der französischen Präsidentschaftskandidaten am Sonntag. Wie bereits seit über zwei Wochen notiert EUR/CHF innerhalb der Schwankungsbreite von 1,08 und 1,09 CHF. Ein Wahlsieg Emmanuel Macrons am Sonntag könnte den Kurs möglicherweise aus dieser Spanne ausbrechen lassen (oberhalb von 1,09 CHF), wobei das Hausse-Potenzial wohl eher moderat einzuschätzen ist.

EUR:

Die Marktteilnehmer haben die TV-Debatte zwischen den beiden Kandidaten, die um den Einzug in den Elysée Palast kämpfen, positiv aufgenommen. Im Zuge der Wortgefechte konnte der proeuropäische Kandidat Emmanuel Macron seinen Vorsprung in den Umfragewerten gegenüber der äußerst rechts angesiedelten Marine Le Pen noch etwas ausbauen. Das Kräfteverhältnis weist laut den jüngsten Umfragen einen Unterschied von über 20% auf. Somit konnte der Euro gestern gegenüber allen Majors zulegen, darunter nahezu 1% gegenüber dem US-Dollar. EUR/USD ist auf ein neues 6-Monatshoch gestiegen und nähert sich der Schwelle von 1,10 USD (Höchstkurs des Handelstages: 1,0987 USD). Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten untermauern zusätzlich diesen Anstieg des Euro und die 2. Schätzung der EMI der Eurozone für April bestätigen, dass das Wachstumstempo in der Privatwirtschaft in diesem Zeitraum auf ein 6-Jahreshoch gestiegen ist. 

Da in der Eurozone vor der Stichwahl in Frankreich am Sonntag keine wichtigen Konjunkturdaten anstehen, ist mit einigen Gewinnmitnahmen bei EUR/USD zu rechnen. Zwar scheinen sich die Anleger mittlerweile sicher zu sein, dass Macron der nächste französische Staatspräsident wird, doch ist man nie ganz sicher vor „das Gerücht kaufen, die Nachricht verkaufen“ ... Das wird sich zeigen, wenn am Montag die Ergebnisse der Stichwahl bekanntgegeben werden.

USD:

Die Marktakteure erwarten mit Ungeduld die aktuellen Beschäftigungszahlen, die heute Nachmittag in den USA erscheinen. Der Beschäftigungsbericht dürfte Antworten auf zwei wichtige Fragen der Anleger geben: 1) War die Abkühlung im März eine Ausnahme oder ein erstes Zeichen für eine Trendwende, nachdem die US-Wirtschaft im 1. Quartal ein wenig ins Stottern geriet? 2) Sind die Anstiege der Löhne und Gehälter groß genug, um eine erneute Leitzinserhöhung im Juni zu rechtfertigen, da die Fed sich diese Option offenhält? Im Zusammenhang mit dem aktuellen Bericht könnte es beim US-Dollar zu neuen Hausse-Spekulationen kommen, wenn die Zahlen die Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinserhöhung im Juni erhöhen. Die daraus resultierende Volatilität könnte von den Aussagen der Zentralbankvertreter heute Nachmittag/Abend entweder verstärkt oder abgemildert werden.


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