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Wöchentliche Marktberichte

Mai 03, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Die japanischen Börsen sind drei Tage aufgrund von Feiertagen im Rahmen der Goldenen Woche geschlossen.
  • Der Australische Dollar ist heute Morgen gegenüber dem Euro um 0,5% gesunden, da der Preis für Eisenerz heute in China um 2% nachgegeben hat und der Konzern BHP Billiton enttäuschende Daten vorlegte.
  • Der Schweizer Franken hat gegenüber dem Euro um nahezu 0,2% nachgegeben, während es zu neuen Spannungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich gekommen ist. Die Financial Times spricht von einer „Rechnung von über 100 Mrd.“, deren Begleichung von den Europäern gefordert wird.
  • Der Albtraum eines „harten Brexits“ steht erneut im Raum, doch bisher scheint das Britische Pfund keine Reaktionen auf diese Unsicherheitsfaktoren zu zeigen.
  • EUR/USD ist heute mit 1,0920 USD geringfügig um 0,1% gesunken, bevor heute Abend die Fed-Sitzung und die letzte TV-Debatte im Zusammenhang mit den französischen Präsidentschaftswahlen stattfindet.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Vereinigtes Königreich (10:30 Uhr) – Einkaufsmanagerindex (EMI) des Baugewerbes (April) – Konsensprognose 52,0 gegenüber 52,2 im Vormonat

Eurozone (11:00 Uhr) – 1. Schätzung des BIP des 1. Quartals Q/Q – Konsensprognose 0,5% gegenüber 0,4% im vorherigen Quartal

USA (14:15 Uhr) – ADP-Beschäftigungsbericht (April) – Konsensprognose 175.000 gegenüber 263.000 im Vormonat

USA (16:00 Uhr) – ISM-Index des nicht verarbeitenden Gewerbes – Konsensprognose 55,8 gegenüber 55,2 im Vormonat

USA (20:00 Uhr) – Leitzinsentscheid der Federal Reserve (Fed), keine nachfolgende Pressekonferenz – Konsensprognose Beibehaltung der bisherigen Zinssätze von 0,75-1,00%

Frankreich (21:00 Uhr) – TV-Debatte zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen

Schwerpunkte am Vortag

Griechenland kann wohl neue Krise im Sommer vermeiden; US-Dollar verzeichnet durch Apple und abwartende Haltung vor Fed-Sitzung Rückgänge; britisches verarbeitendes Gewerbe legt überraschend zu; überraschender Rücktritt des tschechischen Premierministers; Rohölpreise um 2% gesunken, Preis für Brent nun knapp über 50 US-Dollar

Griechenland: Am Dienstagmorgen ließ die griechische Regierung verlauten, sie habe sich in Bezug auf einige neue Haushaltseinsparungen, die für die Freigabe der nächsten Tranche des Hilfspakets, die das Land benötigt, um den Schuldendienst in Höhe von 7 Mrd. Euro begleichen zu können, der im Juli fällig wird, mit den Gläubigern einigen können. Die Maßnahmen umfassen eine erneute Senkung der Renten und eine Erhöhung der Steuer. Zwar hat sich damit die drohende Gefahr einer erneuten Krise in Griechenland in diesem Sommer ein wenig verflüchtigt, doch muss diese Lösung auch noch von den Finanzministern der EU, die am 22. Mai zusammenkommen, genehmigt warden.

USA: Die Veröffentlichung der recht schwachen Quartalszahlen des Elektronik-Giganten Apple hat den US-Dollar etwas geschwächt, denn die Umsätze und Verkaufszahlen des iPhones sind im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2017 hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer zurückgeblieben. Der US-Dollar litt zudem unter einer gewissen Zurückhaltung der Börsianer vor Bekanntgabe der geldpolitischen Beschlüsse der Fed am heutigen Abend. Das schwache Wachstum im 1. Quartal 2017 könnte die Fed davon überzeugen, den Prozess der Zinsnormalisierung zu verlangsamen und mit der nächsten US-Leitzinserhöhung bis Juni zu warten.

Gestrige Performance EUR/USD: +0,27%; Höchstkurs: 1,0933 USD; Schlusskurs: 1,0927 USD

Vereinigtes Königreich: Wie der heute Morgen veröffentlichte EMI zeigte hat das britische verarbeitende Gewerbe im April das stärkste Wachstum seit über 3,5 Jahren verzeichnet. Diese Zunahme, die von den Marktbeobachtern so nicht erwartet wurde, hat den Pessimismus wieder ein wenig abgedämpft, der durch die gegenüber dem 4. Quartal 2016 gesunkenen Wachstumszahlen des 1. Quartals 2017 entstandenen war. Den wichtigsten Prüfstein wird allerdings am Donnerstag die Veröffentlichung des EMI des Dienstleistungsgewerbes darstellen, also des Sektors, der für über 75% des BIPs des Landes verantwortlich ist.

Gestrige Performance EUR/GBP: -0,09%; Tiefstkurs à £0,8421; Schlusskurs:£0,8447

Tschechische Republik: Gestern trat überraschend der tschechische Premierminister zurück. Sein Verhältnis zum Finanzminister hatte sich in den letzten Tagen deutlich verschlechtert.

Gestrige Performance EUR/CZK: +0,15%; Höchstkurs: 26,95 CZK; Schlusskurs: 26,91 CZK 

Rohöl: Der Preis für Rohöl ist gestern um über 2% auf das niedrigste Niveau seit über einem Monat gesunken: Der Brent-Index hält sich nur noch knapp oberhalb der Marke von 50 US-Dollar, während der WTI-Index sogar unter 48 US-Dollar gefallen ist. Die Anleger reagierten negativ auf Hinweise, dass die Öl-Lagervorräte der USA weiter steigen, und darauf, dass Saudi Arabien gestern erklärte, besser als erwartet mit dem niedrigen Preisniveau zurechtzukommen. Die Spekulationen dürften in Schwung kommen, bevor am 25. Mai die halbjährliche OPEC-Sitzung stattfindet, in deren Rahmen die Mitgliedsstaaten über eine mögliche Fortsetzung der im Juni auslaufenden Förderquotenregelung und die Art und Weise der Umsetzung entscheiden werden. Der Kanadische Dollar liegt gegenüber dem Euro nach wie vor im Abwärtstrend. EUR/CAD stieg gestern erstmals seit Veröffentlichung der US-Wahlergebnisse im November 2016 wieder auf einen Höchstkurs von 1,50 CAD.

Gestrige Performance EUR/CAD: 0,50%; Höchstkurs: 1,5000 CAD; Schlusskurs: 1,4981 CAD

Themen Heute

Welche Hinweise gibt die Fed? Brüssel enthüllt Brexit-Pläne; letzte TV-Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten Macron und Le Pen; 1. Schätzung des BIP-Wachstums der Eurozone (1. Quartal)

Fed: Allem Anschein nach, wird die Fed in diesem Monat in Sachen Normalisierung des Zinsniveaus pausieren, nachdem sie im März den Leitzins erhöht hat. Der Schwerpunkt der heutigen geldpolitischen Sitzung, auf die keine Pressekonferenz mit Janet Yellen folgt, ist ein anderer: Den Anleger geht es vorrangig darum zu sehen, ob die wirtschaftliche Abkühlung, die in der 1. Schätzung des BIPs des 1. Quartals (0,7% Q/Q) zum Ausdruck kam, die Währungshüter dazu veranlassen könnte, langsamer vorzugehen und in den nächsten Monaten vorsichtiger zu agieren. Die Anleger erwarten derzeit, dass der Leitzins im Juni erneut erhöht wird. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt laut dem FedWatch Tool der SME Group bei 66%. Sollte die Fed heute Abend andere Signale aussenden, könnten sie ihre Prognose nach unten korrigieren.

EU und der Brexit: In der Person ihres Chefunterhändlers Michel Barnier hat die Brüsseler Behörde heute die Einzelheiten der Richtlinien enthüllt, die von den 27-Mitgliedsstaaten anlässlich des EU-Sondergipfels am vergangenen Wochenende verabschiedet wurden. Wie die Finanzzeitung Financial Times gestern berichtete, drängt das deutsche und französische Lager auf eine strikte Haltung gegenüber dem Vereinigten Königreich und befürwortete die Zahlung einer „Austrittsrechnung“ in Höhe von über 100 Mrd. Euro, was deutlich über dem Betrag von 60 Mrd. Euro liegt, der in den vergangen Wochen wiederholt in den Medien angeführt wurde. London erklärte gestern in der Person des britischen Unterhändlers David Davis, dass das Vereinigte Königreich keinesfalls bereit sei, eine solche Summe zu zahlen.

Frankreich: Heute Abend werden sich die Kandidaten Emmanuel Macron und Marine Le Pen das letzte Mal vor der Stichwahl am Sonntag in einer TV-Debatte gegenüberstehen. Diese letzte TV-Debatte, die um 21:00 Uhr ausgestrahlt wird, könnte eine Entscheidungshilfe für die letzten Unentschlossenen sein, auch wenn es so aussieht, als läge der proeuropäische Kandidat Emmanuel Macron in der Stichwahl laut den Meinungsumfragen um eine deutliche Länge vor seiner Rivalin (gestrige Umfrageergebnisse von Elabe ergaben ein Kräfteverhältnis von 59% zu 41%). Die Wähler der Partei La France Insoumise, deren Parteichef Jean-Luc Mélenchon das äußere linke Spektrum vertritt und mit 19,6% im ersten Wahldurchgang auf Rang 4 landete, erklärten gestern, sie würden ihren Wahlzettel ohne Kreuz abgeben oder aber nicht an der Wahl am Sonntag teilnehmen.

Eurozone: Heute Morgen erscheint in der Eurozone die 1. Schätzung des BIP des 1. Quartals 2017. Die befragten Wirtschaftsexperten gehen von einer Zunahme der Wirtschaftsaktivität um 0,5% Q/Q gegenüber 0,4% im 4. Quartal 2016 aus. Es wäre in diesem Wirtschaftsraum das höchste Wachstum, das seit einem Jahr verzeichnet wurde.

CHF:

Der Schweizer Franken konnte gestern gegenüber dem Euro etwas zulegen, wobei sich beim Währungspaar EUR/CHF bei 1,0870 CHF ein Stützungspunkt herausgebildet zu haben scheint, der weitere Anstiege des Franken vereitelt. Neben den charttechnischen Aspekten scheint auch das Auftreten neuer Spannungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich im Vorfeld der bevorstehenden Austrittsverhandlungen dem Franken einen gewissen Rückenwind verliehen zu haben. Der Stützungspunkt von 1,08 CHF könnte weitere Kursanstiege des Franken für eine Weile eindämmen, wobei auch ein Unterschreiten der Marke von 1,08 CHF nicht erstaunlich wäre, falls man bei Veröffentlichung der europäischen Brexit-Richtlinien erkennen kann, das diese zu strikt sind und den Weg für schmerzhafte, schwierige Verhandlungen bereiten.

EUR:

Der Euro kann sich nach wie vor auf solide Fundamentaldaten stützen, die eine Erholung der Wirtschaft in dieser Region bestätigen (die Produktivität des verarbeitenden Gewerbes befindet sich auf einem 6-Jahreshoch und die Arbeitslosenrate liegt mit 9,5% auf einem 8-Jahrestief), und auch die abwartende Haltung der Marktteilnehmer vor der heute Abend stattfindenden Fed-Sitzung und der Stichwahl in Frankreich am Sonntag haben ihm ein gewisses Maß an Rückenwind verliehen. Zwar ist der Kurs des Währungspaars im Verlauf des gestrigen Handelstages unter die Marke von 1,09 USD gerutscht, doch konnte er gegen Ende noch von einer gewissen Enttäuschung der US-Anleger profitieren, als sie Apples Quartalszahlen sahen. Die 1. Schätzung des BIPs der Eurozone im 1. Quartal könnte den Euro heute Morgen beflügeln. Das Währungspaar dürfte heute innerhalb der engen Spanne von 1,0850-1,0950 USD notierten, zumindest bis die geldpolitischen Beschlüsse der Fed um 20:00 Uhr bekanntgegeben werden.

USD:

Der US-Dollar bleibt nach wie vor auf dem niedrigen Niveau der vergangenen Wochen, da die Anleger sich vor der heutigen Fed-Sitzung abwartend verhalten. Erste Kursschwankungen könnten beim US-Dollar heute Nachmittag bereits auftreten, wenn nacheinander die Statistiken zur Beschäftigungslage in der Privatwirtschaft (ADP-Beschäftigungsbericht) und zur Produktivität des Dienstleistungsgewerbes (ISM-Index des nicht verarbeitenden Gewerbes) erscheinen. Seit die eher enttäuschenden Wachstumszahlen des 1. Quartals 2017 erschienen sind, haben sich erste Zeichen von Pessimismus gezeigt. Diese Stimmung könnte sich ebenso schnell verflüchtigen wie sie gekommen ist, wenn der ISM-Index heute Nachmittag wie erwartet einen Anstieg verzeichnet und die US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft am Freitag zeigen, dass die schwache Performance des vergangenen Monats eine Ausnahme war. Wichtig ist auch, dass die US-Kongressabgeordneten wohl dem Haushalt über 1,1 Bio. US-Dollar, der bis September 2017 gelten wird, zustimmen werden, sofern es in der letzten Minute nicht noch zu einem Kurswechsel kommen sollte.


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