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Wöchentliche Marktberichte

Mai 02, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Der Yen ist heute Morgen gegenüber dem Euro auf ein 1,5-Monatstief gefallen. EUR/JPY notiert wieder unterhalb der Marke von 122 JPY, da die Vereinigten Staaten wohl eine nicht-militärische Lösung des Konflikts mit Nordkorea zu bevorzugen scheinen.
  • Der Australische Dollar notiert unverändert, nachdem die Reserve Bank of Australia (RBA) ihren bisherigen Leitzinssatz beibehielt.
  • Das Britische Pfund hat minimal nachgelassen. EUR/GBP befindet sich im Bereich von 0,85 GBP, da die Gespräche im Zusammenhang mit dem EU-Sondergipfel am Wochenende die Sorge aufkommen ließen, dass es zu einem „harten Brexit“ kommen könnte.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

China (03:45 Uhr) – Caixin-Einkaufsmanagerindex (EMI) des verarbeitenden Gewerbes (April) – Konsensprognose 51,2 gegenüber 51,2 im Vormonat

Australien (06:30 Uhr) – Leitzinsentscheid der RBA – Konsensprognose: Beibehaltung des aktuellen Leitzinssatzes von 1,5%

Schweiz (09:30 Uhr) – EMI des verarbeitenden Gewerbes (April) – Konsensprognose 58,3 gegenüber 58,6 im Vormonat

Eurozone (10:00 Uhr) – Korrektur des EMI des verarbeitenden Gewerbes (April) – Konsensprognose 56,8 gegenüber 56,8 im Vormonat

UK (10:30 Uhr) – EMI des verarbeitenden Gewerbes (April) – Konsensprognose 54,0 gegenüber 54,2 im Vormonat

Eurozone (11:00 Uhr) – Arbeitslosenrate (März) – Konsensprognose 9,4% gegenüber 9,5% im Vormonat

USA (15:00 Uhr) – ISM New York Index der Geschäftsaktivität (April) – keine Konsensprognose gegenüber 735,1 im Vormonat

Schwerpunkte des Wochenendes

Kongressabgeordnete einigen sich und wenden so Shutdown der US-Behörden ab; EU unterstreicht „unrealistische“ Vorstellungen Theresa Mays; Trump erklärt sich zu Gesprächen mit Nordkorea bereit; Rückkehr Matteo Renzis auf die politische Bühne; Hinweise auf eine Abkühlung in China

USA: Am Montag haben die republikanischen und demokratischen Kongressabgeordneten (US-Senat und US-Repräsentantenhaus) eine Einigung über den 1,1 Bio. USD schweren US-Haushalt gefunden, der ab jetzt bis zum Ende des Geschäftsjahres (Ende September 2017) gelten wird. Sobald per Abstimmung die Zustimmung zum Haushaltsgesetz (voraussichtlich am Mittwoch) erfolgt, wäre damit auch die Gefahr einer vorübergehenden Lähmung der US-Behörden gebannt. Wie bereits in der vergangenen Woche angedeutet, mussten Donald Trump und sein Team einige Kompromisse eingehen, um zu gewährleisten, dass das Haushaltsgesetz verabschiedet wird. Beispielsweise wurden die Kosten für den Bau einer Mauer entlang der mexikanischen Grenze abgelehnt und die Obamacare nun doch weiter finanziert.

EU: Nachdem die 27 EU-Mitgliedsstaaten am Wochenende offiziell die Leitlinien bezüglich der britischen EU-Austrittsverhandlungen festgelegt haben, bestätigen Medienberichte, dass das Echo der Gespräche die Einschätzung untermauert, dass die EU keine Entgegenkommen gegenüber den Briten zeigen wird. Die EU-Mitglieder zeigten sich auch überrascht, wie „betont lässig“ die britische Regierung und ihre Premierministerin Theresa May sich angesichts des Umfangs der vor ihnen liegenden Aufgabe geben. Ihrer Meinung nach ist es nicht realistisch, gleichzeitig einen administrativen und wirtschaftlichen Austritt aus dem Binnenmarkt verhandeln zu wollen und parallel über einen Freihandelsvertrag für die zugebilligte Frist von zwei Jahren zu sprechen. Für die EU ist klar, dass man mit dem Vereinigten Königreich keinen Handelsvertrag unterzeichnen kann, solange der Austritt nicht rechtskräftig ist. Diese Unterschiede in der Wahrnehmung, die zwischen den beiden Lagern angesichts des Brexit herrschen, legen die Vermutung nahe, dass die ersten Gespräche recht angespannt verlaufen dürften. Wenn die Europäer ihre Richtlinien festgelegt haben, dürften die Verhandlungen tatsächlich nicht vor dem 8. Juni – also nach den britischen Parlamentswahlen – stattfinden.

Trump und Nordkorea: Zwar schien es in den letzten Wochen, als drohe die Gefahr einer militärischen Intervention der US-Streitkräfte in Nordkorea, doch scheint es jetzt eher, als habe sich das Weiße Haus auf eine diplomatischere Strategie verlegt, um den Dialog mit der Regierung in Pjöngjang wieder aufzunehmen und die Gefahr zu bannen, ein Feuer in der Region zu entfachen. Die US-Regierung zählt einerseits sehr stark auf China als Vermittler und Schlichter der Spannungen, andererseits hat sich auch Donald Trump zu einem Treffen mit Kim Jong-Un bereiterklärt. Die Tatsache, dass Washington einen Schritt auf das nordkoreanische Regierungsoberhaupt zugeht, lässt die Anleger hoffen, dass man den Konflikt auch ohne militärische Mittel wird beilegen können.

Italien: Im Februar war Matteo Renzi zunächst in den Hintergrund getreten, als er als Parteichef der Demokratischen Partei (PD) zurücktrat, nachdem das Verfassungsreferendum im Dezember gescheitert war – ein Projekt, das er vorangetrieben hatte. Am Sonntag erfolgte anlässlich der Vorwahlen der PD nun seine große Rückkehr auf die politische Bühne. Er erhielt über 70% der Stimmen und wird erneut Parteichef der PD. Mit Unterstützung seines politischen Gefolges führt Renzi seine Partei nun bei den Parlamentswahlen, die in der ersten Jahreshälfte (vor Mai 2018) stattfinden sollen, im Wahlkampf an und bemüht sich um ein weiteres Mandat als Ministerpräsident des Staatsrates. Diese Aufgabe könnte sich allerdings als etwas schwierig erweisen, denn in Italien hat das euroskeptische MoVimento 5 Stelle (5-Sterne-Bewegung) in den letzten Monaten deutlich an Popularität gewonnen.

China: Die EMI des verarbeitenden Gewerbes sind in China im April deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sodass doch erneut Sorge über die tatsächliche Stabilität der chinesischen Wirtschaft aufgekommen ist, nachdem die Wirtschaft in China zuvor zwei Quartale in Folge gewachsen ist.

Schwerpunkt der Woche

Zielgerade vor der Stichwahl in Frankreich; Fed-Sitzung am Mittwochabend; US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft; britische EMI

Frankreich: Frankreich befindet sich auf der Zielgeraden, knapp vor der Stichwahl, in der Emmanuel Macron und Marine Le Pen im Kampf um das Präsidentenamt gegeneinander antreten. Auch wenn der Vorsprung Macrons in der vergangenen Woche gegenüber der euroskeptischen Kandidatin etwas geringer geworden ist, scheint die Kluft zwischen beiden eine Woche vor der Wahl doch noch immer sehr groß. Die jüngsten Umfragewerte ergaben ein Kräfteverhältnis von 59%:41% zugunsten Emmanuel Macrons. An den Börsen scheint man bereits seinen Wahlsieg am 7. Mai eingepreist zu haben, was bedeutet, dass es im Fall eines überraschenden Wahlsiegs der rechtspopulistischen Kandidatin zu kräftigen Kurssprüngen kommen dürfte. Letztere konnte in den letzten Tagen auf die Unterstützung des konservativen Politikers Nicolas Dupont-Aignan zählen, der beim ersten Wahldurchgang am 23. April 4,7% der Stimmen erhalten hatte. Am 3. Mai findet vor der Abstimmung am Sonntag noch eine letzte TV-Debatte zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten statt.

Fed: Am Mittwochabend gibt die Federal Reserve (Fed) ihre anlässlich der Sitzung gefassten geldpolitischen Beschlüsse bekannt. Nach der Leitzinserhöhung im März erwartet man keinen größeren Kurswechsel. Zwar war im Gespräch, die Normalisierung der Zinssätze in diesem Jahr möglicherweise zu beschleunigen – die US-Währungshüter hatten die Möglichkeit von vier Leitzinserhöhungen in diesem Jahr erörtert – doch könnte die Tatsache, dass die US-Wirtschaft im 1. Quartal laut der 1. Schätzung mit 0,7% Q/Q eine eher enttäuschende Performance abgab und dass die von der neuen US-Regierung geplanten Wirtschaftsreformen auf sich warten lassen, die Fed dazu veranlassen, sich vorsichtig zu verhalten und an ihrer Strategie einer schrittweisen Erhöhung der Leitzinssätze festzuhalten. Zu beachten ist, dass Fed-Chefin Janet Yellen diesmal keine Pressekonferenz nach der Sitzung abhält, was die Volatilität im Devisenhandel eventuell begrenzen könnten.

USA: Zwar dürfte die geldpolitische Sitzung am Mittwoch kaum neue Aufschlüsse bezüglich des künftigen geldpolitischen Kurses der Fed liefern und somit keine großen Kursschwankungen im Devisenhandel auslösen, doch könnte die Ereignisse am Freitag Anlass für neue Spekulationen bieten. Um 14:30 Uhr erscheinen die aktuellen US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft, gefolgt von den ersten Aussagen der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen um 17:30 Uhr – beides dürfte von den Anlegern mit Interesse verfolgt warden.

Vereinigtes Königreich: Die 1. Schätzung des BIP des 1. Quartals, die in der vergangenen Woche erschien, lieferte erste Hinweise auf eine Abkühlung der britischen Wirtschaft. Somit werden die Anleger die ersten Schätzungen der EMI des 2. Quartals besonders aufmerksam verfolgen, um zu analysieren, ob es sich bei der schwachen Performance zu Beginn des Jahres lediglich um eine Pause handelt oder ob es sich vielmehr um erste Hinweise auf eine Baisse-Tendenz handelt, die sich in den nächsten Quartalen beschleunigen könnte.

Themen Heute

RBA behält Leitzins unverändert bei; Arbeitslosenrate der Eurozone soll erneut sinken; Tag der europäischen EMI des verarbeitenden Gewerbes

RBA: Wie erwartet veränderte die australische Zentralbank den Leitzins (OCR) das neunte Mal in Folge nicht. Zudem schlossen die australischen Währungshüter eine mögliche Leitzinssenkung in der nächsten Zeit aus, da die Inflationsrate im 1. Quartal 2017 die Marke von 2%, überschritten hat und die Gefahr von Spekulationsblasen auf dem australischen Immobilienmarkt besteht.

Eurozone: Die von Reuters befragten Wirtschaftsexperten gehen größtenteils davon aus, dass die Arbeitslosenrate in der Eurozone im März von 9,5% auf 9,4% gefallen ist. Es wäre die niedrigste Arbeitslosenrate seit April 2009.

Europäische EMI: Heute Morgen werden in der Schweiz, der Eurozone, dem Vereinigten Königreich, Norwegen und Schweden die EMI des verarbeitenden Gewerbes für April veröffentlicht.

CHF:

EUR/CHF hat sich in der vergangenen Woche oberhalb der Marke von 1,08 CHF eingependelt, nachdem die mit den französischen Präsidentschaftswahlen verbundenen Sorgen deutlich nachgelassen haben und die positiven Konjunkturdaten aus Europa darauf hoffen lassen, dass die EZB in den nächsten Wochen einen verbalen Kurswechsel vornimmt. Dennoch dürfte das Potenzial für Kursanstiege des Euro recht gering bleiben, solange die Möglichkeit eines Wahlsiegs der euroskeptischen Kandidatin in Frankreich noch besteht und große geopolitische Spannungen herrschen. Die Tatsache, dass Trump zu Gesprächen mit Kim Jong-Un bereit ist, hat die Marktteilnehmer heute Morgen in der Hoffnung bestärkt, dass es durchaus auch eine nicht-militärische Lösung für den Konflikt geben könnte. EUR/CHF könnte sich in dieser Woche in schwierigem Fahrwasser befinden und zwischen 1,08 und 1,09 CHF notieren, bis der Ausgang der Stichwahl am Sonntag in Frankreich bekannt ist. Einerseits könnte ein Wahlsieg Emmanuel Macrons den Kurs des Währungspaars auf 1,09 CHF steigen lassen, andererseits würde er im Fall eines überraschenden Wahlsiegs von Marine Le Pen vermutlich in Richtung auf 1,06 CHF fallen, da die Anleger aus Angst vor einem möglichen Frexit gegebenenfalls in Panik verfallen würden.

EUR:

Der Euro schloss die vergangene Woche durchaus positiv ab, obwohl Mario Draghi sich im Rahmen der Pressekonferenz am Donnerstag recht vorsichtig äußerte. Die Tatsache, dass die Inflation in der Eurozone im April erneut angestiegen ist (vor allem, dass die Kerninflation im April auf ein 3,5-Jahreshoch anstieg), hat Hoffnungen geschürt, die EZB könne ab Juni doch öffentlich von einem geldpolitischen Kurswechsel sprechen – vorausgesetzt natürlich, dass es bei der Stichwahl am Sonntag in Frankreich nicht zu einem überraschenden Sieg der euroskeptischen Kandidaten Marine Le Pen kommen sollte. Ein derartiger verbaler Kurswechsel, würde auf die Einleitung eines (langen) Ausstiegsprozesses aus den aktuellen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen hindeuten. EUR/USD notiert derzeit oberhalb der Marke von 1,09 USD, trifft derzeit jedoch bei 1,0950 USD auf einen Widerstandspunkt.

In Erwartung des Ausgangs der am Sonntag in Frankreich stattfindenden Stichwahl dürften Kursschwankungen bei EUR/USD vornehmlich auf Nachrichten aus den USA zurückzuführen sein.

USD:

Zu Beginn dieser Woche scheinen sich die politischen und geopolitischen Unsicherheitsfaktoren der vergangenen Woche (Befürchtung eines Shutdowns der US-Behörden und Sorge um Spannungen mit Nordkorea) verflüchtigt zu haben, da sich die Kongressabgeordneten auf die bis September 2017 geltenden Haushaltsvorschriften einigen konnte und Donald Trump heute Morgen signalisierte, er sei zu einem Treffen mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen bereit. Da sich die Sorgen zumindest vorübergehend in Wohlgefallen aufgelöst zu haben scheinen, können sich die Marktteilnehmer jetzt völlig auf die Konjunkturdaten und die Geldpolitik der Fed konzentrieren. Zwar könnten im heutigen Kommuniqué der Fed präzise Hinweise auf geplante Leitzinserhöhungen in den nächsten Monaten fehlen (die Tatsache, dass Janet Yellen heute keine Pressekonferenz abhält, lässt ggf. eine Enttäuschung erwarten), doch ist es auch durchaus denkbar, dass die aktuellen Beschäftigungszahlen am Freitag und die Stellungnahmen der Fed-Vertreter, die am Abend erwartet werden (darunter auch von Janet Yellen) neue Spekulationen hervorrufen. Der US-Dollar-Index notiert nach wie vor im Bereich eines 5-Monatstiefs und die Marktteilnehmer lassen in Bezug auf die von Trump und seiner Regierungsmannschaft präsentierten Steuerreformvorschlägen bisher eine gewisse Skepsis walten. 


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