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Wöchentliche Marktberichte

Apr 27, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Das Britische Pfund konnte gegenüber dem Euro wieder 0,3% zulegen. Bei EUR/GBP stellt sich nach der zu Beginn der Woche verzeichneten Euphorie nach dem ersten Wahldurchgang in Frankreich wieder eine Normalisierung ein. Das Währungspaar notiert unterhalb der Marke von 0,85 GBP.
  • EUR/USD und EUR/CHF notieren heute Morgen stabil, während man auf die geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Pressekonferenz mit Mario Draghi am heutigen Nachmittag wartet.
  • Der Kanadische Dollar konnte nach der Kehrtwende Trumps in Sachen NAFTA heute morgen wieder zulegen, denn der US-Präsident setzt jetzt anstelle einer Aufkündigung doch auf Neuverhandlungen des Freihandelsabkommens. EUR/CAD notiert wieder unterhalb der Marke von 1,48 CAD.
  • Die Schwedische Krone ist aufgrund der Entscheidung der Riksbank, ihr Programm zum Ankauf von Vermögenswerten um 15 Mrd. SEK zu erhöhen, um 0,4% eingebrochen. EUR/SEK notiert im Bereich von 9,60 SEK.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Japan (05:00 Uhr) – Leitzinsentscheid der japanischen Zentralbank (BoJ) – Konsensprognose: Beibehaltung des gegenwärtigen Leitzinssatzes von -0,1%

Deutschland (08:00 Uhr) – GfK-Verbrauchervertrauensindex (Mai) – Konsensprognose 9,9 gegenüber 9,8 im Vormonat

Schweiz (08:00 Uhr) – Handelsbilanz (März) – keine Konsensprognose gegenüber 3,1 Mrd. CHF im Vormonat

Schweden (09:30 Uhr) – Leitzinsentscheid der schwedischen Zentralbank (Riksbank) – Konsensprognose: Beibehaltung des gegenwärtigen Leitzinssatzes von -0,5%

Eurozone (11:00 Uhr) – Geschäftsklimaindex (April) – Konsensprognose 108,1 gegenüber 107,9 im Vormonat

Eurozone (13:45 Uhr) – Leitzinsentscheid der EZB – Konsensprognose: Beibehaltung des gegenwärtigen Zinssatzes für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte von 0,0%

Deutschland (14:00 Uhr) – vorläufige Inflationsrate J/J (April) – Konsensprognose 1,9% gegenüber 1,6% im Vormonat

Eurozone (14:30 Uhr) – Pressekonferenz mit Mario Draghi (EZB)

USA (14:30 Uhr) – Auftragseingang langlebige Güter M/M (März) – Konsensprognose 1,2% gegenüber 1,8% im Vormonat

USA (14:30 Uhr) – Noch ausstehende Wohnimmobilienverkäufe M/M (März) – Konsensprognose -1,0% gegenüber 5,5% im Vormonat

Schwerpunkte am Vortag

US-Regierung gibt ambitionierte Steuerreformpläne bekannt; Theresa May steht wohl vor einem Wahlsieg à la „Thatcher“; charttechnische Rückschläge des ZAR vor heutigem Feiertag

US-Steuerreform: Gestern veröffentlichte die US-Regierung erste Informationen über die von Donald Trump als „größte Reform in der Geschichte der USA“ bezeichnete Steuerreform. Wie von der Presse am Montag bereits angedeutet, wurde das Vorhaben, die Besteuerung von Unternehmen von 35% auf 15% herabzusetzen, bestätigt. Zudem sollen Gewinne, die Unternehmen aus dem Ausland wieder in die USA zurückbringen, mit 10% pauschalversteuert werden. Die Besteuerung von Privathaushalten wird von 7 auf 3 herabgesetzt, mit einer Obergrenze von 35%. Das Reformprojekt steckt noch in den Kinderschuhen und dürfte auf dem Weg durch den Kongress noch starken Veränderungen unterworfen sein, da von verschiedenen Seiten bereits die Finanzierbarkeit dieser Maßnahme angezweifelt wird.

Gestrige Performance EUR/USD: -0,20%; Tiefstkurs: 1,0855 USD; Schlusskurs: 1,0903 USD

Vereinigtes Königreich: Steht Theresa May im Juni ein Wahlsieg à la Thatcher bevor? Das zumindest lassen die Umfragewerte vermuten, die anhand der Berechnungen eine Differenz von 20% zwischen der Conservative und der Labour Party für die im Juni anstehenden vorgezogenen Parlamentswahlen ermittelt haben. Eine von Ipsos Mori durchgeführte Umfrage, deren Ergebnisse gestern veröffentlicht wurden, zeigte eine Differenz von 23% zwischen den Konservativen (49% der voraussichtlichen Wählerstimmen) und Labour (26%). Einige Beobachter gehen davon aus, dass es für die EU-Austrittsverhandlungen des Vereinigten Königreichs im Hinblick auf eine gewisse Stabilität von Vorteil sein könnte,  wenn die Partei Theresa Mays im Juni eine deutliche Mehrheit im House of Commons erlangen würde.

Gestrige Performance EUR/GBP: -0,27%; Tiefstkurs: 0,8456 GBP; Schlusskurs: 0,8483 GBP

Südafrika: Vor dem heutigen südafrikanischen Feiertag, haben viele Anleger ihre Positionen geschlossen und sich für Gewinnmitnahmen entschieden, da der Südafrikanische Rand in der vergangenen Woche gegenüber dem Euro und dem US-Dollar auf ein 2-Wochenhoch gestiegen war.

Gestrige Performance EUR/ZAR: +1,50%; Höchstkurs: 14,5448 ZAR; Schlusskurs: 14,4768 ZAR

Themen Heute

Abwärtskorrektur der Inflationsprognose durch die BoJ; Tenor der Pressekonferenz Mario Draghis um 14:30 Uhr im Zentrum der Aufmerksamkeit; schwedische Riskbank steht um 09:30 Uhr verbaler Balanceakt bevor; Trumps Aussagen zum NAFTA-Abkommen zeigen positive Wirkung auf CAD und MXN; Nordkorea einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte bei Gesprächen zwischen Abe und Putin

BoJ: Im Rahmen der zweitätigen geldpolitischen Sitzung der japanischen Notenbank hat die BoJ entschieden, ihren geldpolitischen Kurs unverändert beizubehalten (Leitzinssatz und Volumen der Ankäufe von Vermögenswerten). Zudem korrigierte sie die Inflationsprognose nach unten. Letzteres kam überraschend und bestätigt, dass man in Japan noch weit davon entfernt ist, die geldpolitischen Lockerungen zurückzufahren. Heute Morgen hat der Yen gegenüber dem Euro weiter an Boden verloren und bewegt sich im Bereich von 121 JPY.

EZB: Wenn man den Gerüchten der letzten Tage glauben schenken darf, wird man wohl erst im Juni damit rechnen können, dass sich der Tenor der EZB wirklich deutlicher ändert. Aufgrund der guten Vertrauensindizes der Eurozone und der Tatsache, dass die politischen Unsicherheitsfaktoren nach dem ersten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahlen deutlich zurückgegangen sind, könnte es dennoch sein, dass Mario Draghi geldpolitisch weniger vorsichtige Töne anschlägt als bisher. Die Anleger werden mit Argusaugen auf jedes Signal achten, das auf eine geplante Drosselung der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen ab den zweiten Halbjahr 2017 hindeuten könnte (Leitzinserhöhung und/oder Reduzierung des Volumens der monatlichen Ankäufe von Vermögenswerten). Da wir uns jedoch nach wie vor zwischen zwei Wahlgängen einer wichtigen Präsidentschaftswahl befinden und die Inflationsrate der Eurozone noch immer unter dem Zielwert von 2% liegt, den die EZB anstrebt, dürften die Aussagen von einer gewissen Zurückhaltung geprägt sein. Da die EZB Kritik an einer Überreaktion der Marktteilnehmer auf ihre vorherige Sitzung geäußert hat, ist durchaus davon auszugehen, dass man bei der heutigen Stellungnahme den Fokus stärker auf die noch zu erreichenden Fortschritte legt, als auf die bereits erzielten positiven Ergebnisse. Somit könnte der Euro am Nachmittag ein wenig nachgeben.

Riksbank: Auch in diesem Fall richtet sich das Interesse der Marktteilnehmer, wie auch bei der EZB, weniger auf die Bekanntgabe der geldpolitischen Beschlüsse als auf den Ton, den die schwedischen Zentralbanker anschlagen. Aufgrund der geringen Inflationsrate des Landes könnte die Zentralbank versucht sein, Zeit zu gewinnen, indem sie nicht sofort das ankündigt, was für viele Marktbeobachter durchaus offensichtlich zu sein scheint: Dass das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten nicht über das für Juni 2017 vorgesehene Ende hinaus verlängert wird. Man möchte damit einen zu sprunghaften Anstieg der Schwedischen Krone – vor allem gegenüber dem Euro – und das Risiko einer Abbremsung der Wirtschaft durch eine zu niedrige Inflationsrate vermeiden. Das offizielle Kommuniqué wird um 09:30 Uhr veröffentlicht, bevor der schwedische Zentralbankgouverneur im späteren Verlauf des Vormittags eine Stellungnahme abgibt.

Nordkorea: Der japanische Premierminister reist heute für ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Moskau. Bei dieser Gelegenheit werden sicherlich zahlreiche strittige Punkte zwischen den beiden Ländern verhandelt, allen voran Nordkorea, das derzeit für die Stabilität in der Region eine wirkliche Bedrohung darstellt.

NAFTA: Nachdem US-Präsident Trump mehreren Medienberichten zufolge seine Berater per Dekret dazu aufgefordert haben soll, die Teilnahme der USA am nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) aufzukündigen, erklärte Trump vielmehr, das Weiße Haus wünsche zwar Neuverhandlungen, nicht aber die Auflösung des Abkommens. Der Kanadische Dollar konnte heute Morgen gegenüber dem Euro 0,5% zulegen und notiert wieder unterhalb der Marke von 1,48 CAD. Gleichzeitig konnte der Mexikanische Peso gegenüber dem Euro 1% zulegen, sodass EUR/MXN nun im Bereich von 21,0 MXN notiert.

CHF:

Aufgrund von Gewinnmitnahmen auf Euro verzeichnete der Kurs des Währungspaars EUR/CHF gestern einen Rückgang um über 0,2%. Allerdings besteht nach wie vor ein Aufwärtstrend, da in Frankreich die politischen Risiken gesunken sind. Die Kursentwicklung dürfte bei diesem Währungspaar vorrangig davon abhängen, wie die Äußerungen Mario Draghis während der traditionellen Pressekonferenz nach der geldpolitischen EZB-Sitzung von den Marktteilnehmern aufgenommen werden. Sollte es Hinweise auf eine weniger expansive Geldpolitik in der Zukunft geben, dürfte das den Euro beflügeln und den Kurs des Währungspaars EUR/CHF wieder in Richtung der Marke von 1,09 CHF anschieben. Sollte man die Aussagen des Zentralbankchefs allerdings als zu zögerlich werten, könnte dies Rückschläge für den Euro bedeuten.

Es sei darauf hingewiesen, dass die SNB im 1. Quartal 2017 einen Gewinn von 7,9 Milliarden CHF erwirtschaftet hat, was vor allem auf Gewinne zurückzuführen ist, die über die Fremdwährungsreserven generiert werden konnten. Die Schweiz hat darüber hinaus im März gegenüber dem Vormonat einen Außenhandelsüberschuss von über 3,0 Mrd CHF erwirtschaftet.

EUR:

Die in Bezug auf den Euro herrschende gestrige Euphorie scheint noch nicht abzuebben, sondern vielmehr zuzunehmen, da er die gegenüber vielen Währungen der G10-Staaten erzielten Kursgewinne weiter ausbauen konnte. Die Aussichten auf einen potentiellen Wahlsieg Emmanuel Macros am 7. Mai scheinen die Nachfrage nach Euro deutlich erhöht zu haben, denn eine Wahlniederlage Macrons scheint bei einem Kräfteverhältnis von 60% zu 40%, das laut den aktuellen Umfragewerten derzeit herrscht, kaum wahrscheinlich. Abgesehen davon, dass die mit einem möglichen Frexit verbundenen Ängste gesunken sind, spekulieren die Anleger auch auf eine mögliche Kursänderung seitens der EZB. Zwar kommt die EZB-Sitzung am Donnerstag zwischen den beiden Wahlgängen etwas zu früh, um darauf hoffen zu lassen, dass bereits ein geldpolitischer Kurswandel angesprochen wird, doch könnten zumindest geldpolitisch etwas weniger expansive Töne angeschlagen werden, als man sie von Mario Draghi in seiner traditionellen Pressekonferenz nach der Sitzung bisher gewöhnt war.

USD:

Der US-Dollar-Index konnte gestern wieder ein wenig zulegen, da es scheint, als könnten einige Streitfragen, die Anfang der Woche auftauchten, nach und nach beigelegt werden. Endlich wurden auch die groben Eckpunkte der geplanten Steuerreform bekanntgegeben. Geplant ist eine Senkung der Unternehmenssteuer die im Land die Investitionsbereitschaft erhöhen soll. Es sind allerdings bereits kritische Stimmen laut geworden, die es für riskant halten, das Wachstum auf Kosten einer gefährlich hohen Staatsverschuldung anzukurbeln. Es scheint, als verhielten sich die Anleger vor Bekanntgabe aller Einzelheiten bezüglich der Reform und vor Abschluss aller Debatten im Kongress eher vorsichtig. Darüber hinaus scheint Donald Trump bereit, sein Vorhaben, eine Mauer entlang der mexikanischen Grenze zu bauen, aufzuschieben, und es wurde innerhalb des Kongresses wohl ein Konsens gefunden, sodass der vorgelegte Haushalt wohl noch fristgerecht vor Freitag um Mitternacht verabschiedet werden kann. Damit dürfte dann auch die Gefahr einer Lähmung der Behörden vom Tisch sein.

Die Aufmerksamkeit wird sich heute vermutlich hauptsächlich auf Europa und die EZB richten, wobei die aktuelle Debatte über die neue Steuerreform, die Zukunft der NAFTA und auch die Lage in Nordkorea den US-Dollar gegen Ende des Tages und über Nacht durchaus beeinflussen könnten.


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