Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Apr 26, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Der AUD gab heute Morgen um 0,5% nach, da die Inflationsdaten des 1. Quartals 2017 etwas niedriger ausgefallen sind als erwartet.
  • Der Eurokurs sinkt heute Morgen geringfügig, nachdem im Anschluss an den ersten Wahldurchgang in Frankreich zwei Tage eine gewisse Euphorie herrschte – EUR/USD büßt heute Morgen 0,1% ein, während man darauf wartet, dass Donald Trump Einzelheiten über die geplante US-Steuerreform bekanntgibt (im Laufe des Abends/der Nacht).
  • Rohölpreis heute Morgen leicht im Abwärtstrend – WTI-Index notiert unterhalb der Marke von 50 USD und die Marktteilnehmer stellen nach wie vor in Frage, wie effizient die Förderquotenbeschränkung der OPEC zur Reduktion der weltweiten Lagerbestände tatsächlich sein wird.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Australien (03:30 Uhr) – Gesamtinflation J/J (1. Quartal 2017) – Konsensprognose 2,2% gegenüber 1,5% im Vormonat

Frankreich (08:45 Uhr) – Verbrauchervertrauensindex (April) – Konsensprognose 100 gegenüber 100 im Vormonat

Schweiz (10:00 Uhr) – Konjunkturbarometer (April) – keine Konsensprognose gegenüber 29,6 im Vormonat

Kanada (14:30 Uhr) – Einzelhandelsumsätze M/M (Februar) – Konsensprognose -0,1% gegenüber 2,2% im Vormonat

Frankreich (18:00 Uhr) – Arbeitssuchende M/M (März) – keine Konsensprognose gegenüber -3.500 im Vormonat

Schwerpunkte am Vortag

Optimismus der französischen Unternehmen; EZB zur Anpassung ihre verbalen Ausrichtung im Juni bereit; CAD aufgrund der Gefahr des wiedererstarkenden US-Protektionismus unter Druck; Yen-Performance durch nachlassende politische Sorgen in Europa beeinträchtigt

Frankreich: Nachdem am Montag in Deutschland der Verbrauchervertrauensindex erschienen ist, wurde in Frankreich am Dienstag der Geschäftsklimaindex veröffentlicht, der im April deutlich positiver ausfiel als erwartet. Man war davon ausgegangen, dass er ähnlich ausfallen würde wie im März, doch zeigte der Index, der den Optimismus der französischen Unternehmer widerspiegelt, letztendlich einen Anstieg um 4 Punkte und stieg damit auf ein 6-Jahreshoch. Der Optimismus ist in die Eurozone zurückgekehrt – nun muss sich die positive Stimmung nur noch in Fakten manifestieren.

EZB: Laut der Nachrichtenagentur Reuters deuteten mehrere dem EZB-Rat nahestehende Quellen an, die Zentralbanker seien darüber erleichtert, dass sich im zweiten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahlen nicht zwei als euroskeptisch geltende Kandidaten (Le Pen und Mélenchon) gegenüberstehen. Man könnte ab Juni angesichts der geringeren Sorge in politischen Fragen und zunehmender wirtschaftlicher Fortschritte in der Eurozone die bisherigen geldpolitisch expansiven Töne ein wenig abmildern. Der Bericht untermauert die Wahrscheinlichkeit, dass man sich langsam bzw. schrittweise auf eine Reduzierung der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen in Europa zubewegt. Der Euro reagierte deutlich auf die Veröffentlichung dieses Berichts: EUR/USD stieg mit 1,0950 USD erneut auf ein 5,5-Monatshoch.

Gestrige Performance EUR/USD: +0,53%; Höchstkurs: 1,0950 USD (höchster Kurs seit dem 9. November 2016); Schlusskurs: 1,0925 USD

Kanada: Der neue Ausgleichszoll auf kanadische Nutzhölzer in Höhe von 20% (2016 betrug das Importvolumen 5,6 Mrd. USD), der am Montagabend von der US-Regierung angekündigt wurde, ließ erneut die Befürchtung einer protektionistischen Haltung der USA gegenüber den Grenznachbarn aufflammen und warf die Frage auf, ob das NAFTA-Abkommen (nordamerikanische Freihandelszone) letztendlich doch in Frage gestellt werden könnte. Ein Ende des Freihandelsabkommens würde die kanadische Wirtschaft mit Gewissheit beeinträchtigen, da sie nach wie vor sehr stark von den Exporten in die USA abhängt (75% der kanadischen Exporte gingen 2015 in die USA). Der Kanadische Dollar brach gestern gegenüber dem Euro um über 1% ein und wies somit seit Wochenbeginn gegenüber dem Euro eine Gesamtperformance von -2,4% auf. Der Kurs des Währungspaars EUR/CAD erreichte gestern zeitweise die Marke von 1,49 CAD – das erste Mal seit dem 9. November 2016 bzw. der Veröffentlichung des Ergebnisses der US-Wahlen.

Gestrige Performance EUR/CAD: +1,06%; Höchstkurs: 1,4907 CAD (höchster Kurs seit dem 9. November 2016); Schlusskurs: 1,4827 CAD

Yen: Obwohl gestern in Nordkorea anlässlich des 85. Jubiläums der Koreanischen Volksarmee erneut militärische Übungen durchgeführt wurden, findet beim japanischen Yen gegenüber dem Euro nach wie vor eine Normalisierung bzw. Kurskorrektur à la baisse statt, da sich die mit den französischen Präsidentschaftswahlen verbundenen politischen Risikofaktoren nach dem ersten Wahldurchgang deutlich reduziert haben. Laut einer gestern vom Meinungsforschungsinstitut Ifop veröffentlichten Studie, dürfte Emmanuel Macron die Stichwahl am 7. Mai mit einem Vorsprung von über 20% der Stimmen (61% zu 39%) gegenüber seiner Rivalen Marine Le Pen gewinnen. Auch wenn derzeit ein überraschender Sieg der Kandidatin des Front National nicht vollkommen ausgeschlossen werden kann, scheinen die Marktteilnehmer ein derartiges Szenario nicht in Betracht zu ziehen. Der Yen brach gegenüber dem Euro gestern erneut um 1,8% ein, sodass er seit Wochenbeginn insgesamt 3,7% eingebüßt hat. Er notiert derzeit wieder im Bereich der Marke von 121 JPY.

Gestrige Performance EUR/JPY: +1,75%; Höchstkurs: 121,63 JPY (1-Monatshoch/Schlusskurs: 121,36 JPY

Themen Heute

Donald Trump enthüllt Steuerreformpläne und setzt Treffen mit Senatoren für Beratungen über Nordkorea an; Einzelhandelsumsätze in Kanada um 14:30 Uhr; Inflation in Australien etwas geringer als vermutet

USA (1): Heute enthüllt Donald Trump (endlich) die grobe Struktur seiner Steuerreformpläne, die vor allem eine deutliche Reduzierung der Steuerlast der Haushalte und US-Unternehmen vorsieht. Laut ersten Reaktionen der Presse am Montag habe der US-Präsident dahingehend Druck auf seine Berater ausgeübt, dass die Besteuerung von Unternehmen von 35% auf 15% gesenkt wird, was einem der niedrigsten Steuersätze der Welt entsprechen würde. Da die Steuerreform eines der Leitthemen seines Wahlkampfs war, plant Trump mit dieser Reform, die Gemüter zu bewegen. Der Wertpapierhandel reagierte positiv auf die ersten Gerüchte im Zusammenhang mit der Reform. Der US-Dollar blieb im Vergleich jedoch recht unberührt.

USA (2): Der US-Präsident wird heute die gesamten 100 US-Senatoren ins Weiße Haus bitten, um das Thema Nordkorea und die Bedrohung, die von Nordkorea auf die Welt ausgeht, zu besprechen. Eine solche Zusammenkunft ist äußerst selten und somit wert, erwähnt zu werden. Die Regierung in Pjöngjang hat in den letzten Wochen ihre Provokationen und Kriegsdrohungen gegenüber den USA verstärkt.

Kanada: Heute erscheinen in Kanada die Einzelhandelsumsätze für Februar. Die befragten Experten gehen von einem leichten Rückgang der Umsätze für diesen Zeitraum aus, nachdem die Umsatzzahlen im Januar besonders hoch ausgefallen sind (Konsensprognose: -0,1% M/M gegenüber +2,2% im Januar).

Australien: Im 1. Quartal 2017 ist die Gesamtinflation in Australien um 0,5% gestiegen, was im Jahresvergleich einem Wachstum von 2,1% entspricht. Es handelt sich dabei um den stärksten Wachstumsschub der letzten zehn Quartale, wobei die Marktteilnehmer sogar noch von einem etwas höheren Zuwachs ausgegangen waren (Konsensprognose: 2,2% J/J), was erklärt, dass heute Morgen eine gewisse Enttäuschung spürbar war, die dazu führte, dass der Australische Dollar gegenüber dem Euro erneut um 0,4 % nachgegeben hat. EUR/AUD überschritt heute Morgen die Schwelle von 1,45 AUD und bewegt sich im Bereich der bisherigen Jahreshöchstkurse.

CHF:

Die Verflüchtigung der politischen Unsicherheitsfaktoren in der Eurozone (die Meinungsumfragen bestätigen, dass der europhile Kandidat Emmanuel Macron deutlich vor seiner euroskeptischen Rivalin Marine Le Pen rangiert) und die Aussichten auf einen geldpolitischen Kurswechsel der EZB haben den Euro zuungunsten des Schweizer Franken beflügelt (Zinsunterschied zwischen der Eurozone und der Schweiz wirkt sich positiv auf Euro aus). EUR/CHF hat die wichtige Marke von 1,0850 CHF durchbrochen und steuert nun auf 1,09 CHF zu. Dieses Niveau hat das Währungspaar zuletzt vor sechs Monaten erreicht.

EUR:

Dank der Tatsache, dass die Meinungsumfragen ergeben, dass Emmanuel Macron in der Stichwahl über einen Vorsprung von mehr als 20% gegenüber seiner Rivalin Marine Le Pen verfügt, und die Marktteilnehmer beginnen, eine künftige Änderung des geldpolitischen Kurses der EZB einzupreisen (siehe auch Schwerpunkte des Vortags), befindet sich der Euro nach wie vor im Aufwärtstrend. Zwar kann man noch nicht davon sprechen, dass die EZB ihre geldpolitischen Lockerungen gänzlich einstellen wird – der Tenor wird am Donnerstag sicherlich sehr neutral sein – doch haben die jüngsten Reaktionen der Medien gezeigt, dass die Zentralbanker untereinander seit einigen Wochen darüber debattieren, wie und wann man am besten eine schrittweise Reduzierung der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen und Erhöhung der Negativzinsen vornimmt, ohne der Wirtschaft zu schaden. Zwar handelt es sich hierbei lediglich um Debatten und Szenarien, die Tatsache jedoch, dass derzeit verstärkt eine Exitstrategie aus dem geldpolitischen Lockerungszyklus und nicht eine weitere Expansion in Betracht gezogen wird, werten die Börsianer bereits als Signal zur verstärkten Nachfrage von Euro. EUR/USD stieg gestern mit 1,0950 USD auf ein 5,5-Monatshoch. Die Euphorie könnte noch anhalten, sofern die am Donnerstag in Deutschland und am Freitag in der Eurozone erscheinenden Inflationsdaten tatsächlich wie erwartet einen Anstieg aufweisen sollten und die EZB ihre geldpolitisch expansiven Töne am Donnerstag früher als erwartet dämpfen sollte. Angesichts der aktuellen Entwicklung wäre es in dem Fall nicht überraschend, wenn EUR/USD auch wieder die Marke von 1,10 USD überschreiten würde.

USD:

Im Laufe des heutigen Tages könnten diejenigen, die US-Dollar nachfragen, wieder aus der derzeit herrschenden Lethargie erwachen, da man am Abend erste Einzelheiten über die von Trump geplante Steuerreform erwartet, deren Vorteile für die US-Wirtschaft er nicht müde wird zu betonen. Bisher waren die Marktteilnehmer vorsichtig und taub bezüglich der ersten Reaktionen auf dieser Ankündigung, da sich die Aufmerksamkeit in den letzten Tagen vor allem auf Frankreich und den ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen konzentriert hat. Infolge der ersten Äußerungen zur Steuerreform könnte es zu Spekulationen darüber kommen, welche Auswirkungen sie auf die US-Wirtschaft und die von der Federal Reserve (Fed) betriebene Normalisierung der Zinssätze haben könnte. Ein weiterer wichtiger Punkt wird heute das Zusammentreffen Donald Trumps mit den Senatoren im Weißen Haus sein, da hier der Fall Nordkoreas verhandelt wird. Nach dem einseitigen Eingreifen in Syrien scheint es, als strebe der US-Präsident bei der Handhabung dieses komplexen Falls eine andere Strategie an – und zwar eine, die stärker auf Konsultationen beruht. Die jüngsten Informationen scheinen darauf hinzudeuten, dass Präsident Trump geneigt ist, in Nordkorea zu intervenieren, wobei ein solcher Schritt möglicherweise einen weltweiten Konflikt auslösen könnte. Informationen zu dieser Besprechung sollte man aufmerksam verfolgen.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.