Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Apr 13, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Nach dem deutlichen Anstieg, der gestern gegen Ende des US-amerikanischen Handelstages zu beobachten war, nachdem Donald Trump dem Wall Street Journal gegenüber geäußert hat, er bevorzuge einen schwächeren US-Dollar und niedrigere Zinssätze, gibt der Euro heute Morgen wieder nach.
  • EUR/USD ist heute Morgen um 0,2% gesunken und wieder unter die Marke von 1,0650 USD gerutscht, nachdem der gestrige Höchstkurs bei 1,0675 USD lag.
  • Die bevorstehenden französischen Präsidentschaftswahlen werfen ihre Schatten weiter auf den europäischen Börsenhandel voraus. Der Index der impliziten 1-Monats-Volatilität befindet sich für EUR/USD auf einem 10-Monatshoch.
  • Da die chinesische Handelsbilanz besser ausgefallen ist als erwartet, konnten rohstofflastige Währungen wie der Australische und Kanadische Dollar deutlich zulegen: AUD (+1,1%) und CAD (+0,4%). Die chinesischen Exporte sind um 16% gestiegen und lagen damit 5-mal so hoch wie die Konsensprognose.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Australien (03:30 Uhr) – Arbeitslosenrate (März) – keine Konsensprognose gegenüber 5,9% im Vormonat

China (04:00 Uhr) – Handelsbilanz (März) – Konsensprognose 10,0 Mrd. USD gegenüber -9,2 Mrd. USD im Vormonat

Deutschland (08:00 Uhr) – endgültige Gesamtinflation J/J (März) – Konsensprognose 1,6% gegenüber 1,6% im Vormonat 

Frankreich (08:45 Uhr) – endgültige Gesamtinflation J/J (März) – Konsensprognose 1,4% gegenüber 1,4% im Vormonat

USA (16:00 Uhr) – Michigan-Stimmungsindex der privaten Haushalte, 1. Schätzung (April) – Konsensprognose 96,5 und 96,9 im Vormonat

Schwerpunkte am Vortag

Trump bevorzugt laut eigenen Aussagen einen schwächeren US-Dollar; die BoC behält ihren Leitzins unverändert bei und gibt sich noch nicht allzu optimistisch; Anstieg der britischen Löhne und Gehälter weniger stark gesunken als erwartet; implizite 1-Monats-Volatilität liegt bei EUR/USD auf 10-Monatshoch; Beruhigungsversuche der Börsianer durch neuen südafrikanischen Finanzminister führen zu Normalisierung des Rand 

Trump über USD: In einem gestern veröffentlichten Interview mit dem Wall Street Journal machte US-Präsident Donald Trump deutlich, dass er einen schwächeren US-Dollar und niedrigere Zinssätze bevorzugt, da er der Ansicht ist, der derzeit hohe Wechselkurs des Greenbacks beeinträchtige die Wettbewerbsfähigkeit des US-Exportsektors. Ausgehend von dieser Aussage stellt sich die Frage, auf welche Art Donald Trump für Kursrückgänge des US-Dollar sorgen möchte, da der auf eine Normalisierung der Zinssätze ausgerichtete aktuelle geldpolitische Kurs der Federal Reserve (Fed) und die vom Präsidenten versprochen Steuerreformen zwei Elemente sind, die dem US-Dollar eher Rückenwind verleihen dürften. Der Kurs des US-Dollar zeigte eine deutliche Reaktion auf die Aussagen des US-Präsidenten: der US-Dollar-Index fiel innerhalb 1 Stunde nach Erscheinen dieses Interviews um 0,6% und damit auf den bisherigen Tiefstkurs dieses Monats.

Bank of Canada (BoC): Wenig überraschend hat die kanadische Zentralbank (BoC) gestern ihren Leitzins unverändert beibehalten und erklärt, die jüngsten positiven Wirtschaftsdaten ließen zumindest derzeit noch keine Rückschlüsse auf ein nachhaltiges Wachstum im Land zu. Auch wenn man mittelfristig eine Leitzinssenkung nicht ausschließen kann, haben die aktuellen makroökonomischen Daten derzeit keine Priorität. Somit könnten die kanadischen Währungshüter ihre neutrale Haltung gegenüber dem Leitzins noch über einen längeren Zeitraum hinweg beibehalten.

Gestrige Performance von EUR/CAD: +0,03%; Tiefstkurs: CAD 1,4059 (niedrigster Kurs seit dem 3. März); Schlusskurs: 1,4132 CAD

Vereinigtes Königreich: Der Anstieg der Löhne und Gehälter war im Februar leicht rückläufig, aber in wesentlich geringerem Maße als von den Marktteilnehmern erwartet. Die Löhne und Gehälter ohne Boni stiegen um 2,2% gegenüber erwarteten 2,1% und 2,3% im Januar. Das Britische Pfund stieg gegenüber dem Euro zunächst unmittelbar nach Erscheinen dieser Zahlen, die weniger enttäuschend ausfielen als erwartet, an: EUR/GBP fiel während des europäischen Handelstages auf ein 6-Wochentief. Dennoch war es der schwächste Anstieg der letzten Monate. Davon abgesehen lag zwar die britische Arbeitslosenrate im Februar wie bereits in den drei vorherigen Monaten unverändert bei 4,7%, doch stieg im gleichen Zeitraum die Anzahl der Arbeitssuchenden auf den höchsten Stand seit Juli 2011 (+25.500).

Gestrige Performance von EUR/GBP: +0,16%; Tiefstkurs: 0,8474 GBP (niedrigster Kurs seit dem 27. Februar); Schlusskurs: 0,8503 GBP

Risiken bezüglich EUR/USD: Angesichts der Risiken, die den französischen Wahlen ausgehen, deren erster Wahldurchgang in weniger als zwei Wochen stattfindet, lässt sich im Optionshandel beobachten, dass die Anleger verstärkt Positionierungen zum Schutz vor möglichen Schwankungen des Kurses des Währungspaars EUR/USD im Laufe eines Monats vornehmen. Die Mehrheit befürchtet einen massiven Kursrückgang im Fall eines Wahlsiegs der euroskeptischen Kandidatin Marine Le Pen. Aus diesem Grund stieg die implizite 1-Monats-Volatilität bei EUR/USD gestern auf ein 10-Monatshoch (auf den Höchststand seit dem 14. Juni 2016, um ganz genau zu sein).

Gestrige Performance von EUR/USD: +0,58%; Tiefstkurs: 1,0675 USD (bisheriger Wochenhöchstkurs); Schlusskurs: 1,0664 USD

Südafrika: Der Rand konnte gestern gegenüber dem Euro um 2% zulegen, da der neue südafrikanische Finanzminister sich bemühte, die Anleger zu beruhigen, indem er erklärte, den politischen Kurs seines Vorgängers Pravin Gordhan fortsetzen zu wollen.

Gestrige Performance von EUR/ZAR: -2,05%; Tiefstkurs: 14,3434 ZAR (niedrigster Kurs der Woche); Schlusskurs: 14,3511 ZAR

Themen Heute

Korrektur der deutschen und französischen Inflationsdaten; überraschender Anstieg der chinesischen Exporte um 16,4% (2-Jahreshoch); Michigan-Index erscheint um 16:00 Uhr in den USA

Inflationsrate der Eurozone: Der Anstieg der endgültigen Gesamtinflation entsprach in Deutschland und Frankreich für März im Jahresvergleich den vorherigen Schätzungen, die vor einigen Wochen erschienen: 1,6% J/J gegenüber 2,2% im Februar in Deutschland und 1,4% J/J gegenüber 1,6% im Februar in Frankreich). Die Zahlen belegten für diesen Zeitraum einen Rückgang des Wachstums der Preissteigerungsraten in den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone. Dieser ist vor allem auf den deutlichen Rückgang der Energiepreise zurückzuführen. Somit dürfte sich die EZB weiterhin vorsichtig verhalten und ihre expansive Geldpolitik noch eine Weile beibehalten. Es lässt sich wohl ausschließen, dass anlässlich der Sitzung am 27. April eine geldpolitische Kursänderung vorgenommen wird.

China: Die chinesischen Exporte haben im März deutlich zugenommen und betrugen für diesen Zeitraum 16,4% J/J. Damit waren sie 5-mal höher als die Medianprognose der von Reuters befragten Wirtschaftsexperten (Konsensprognose +3,2%). Der Anstieg folgt auf einen im Vormonat beobachteten Rückgang (-1,3 % J/J) und scheint einen Anstieg der weltweiten Nachfrage zu bestätigen. Die Statistiken erschienen nach Veröffentlichung detaillierter Aussagen des US-Präsidenten in Bezug auf seinen chinesischen Amtskollegen. Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte Donald Trump, China manipuliere nicht seine Währung, was einen völligen Bruch mit vorherigen Äußerungen des Präsidenten und seiner Regierung gegenüber China und dessen hohem Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA darstellt. Im 1. Quartal 2017 entspricht somit der Handelsbilanzüberschuss Chinas gegenüber den USA fast dem des Vorjahres (49,6 Mrd. USD gegenüber 50,6 Mrd. USD im 1. Quartal 2016).

USA: Der vorläufige Michigan-Index für April könnte bestätigen, dass das Vertrauen der US-Privathaushalte nach wie vor hoch ist (Konsensprognose: 96,5 gegenüber 97,6 im März).

CHF:

Nachdem EUR/CHF im Laufe des europäischen Handelstages aufgrund der anhaltenden Risikoaversion seitens der Börsianer auf ein 6-Wochentief (Tiefstkurs: 1,0663 CHF) gefallen ist, konnte sich der Kurs im Laufe des US-amerikanischen Handelstages wieder etwas erholen. Diese Entwicklung war auf den deutlichen Anstieg des Kurses des Währungspaars EUR/USD zurückzuführen, der durch die Äußerungen Donald Trumps gegenüber dem Wall Street Journal bezüglich der Bewertung des US-Dollar ausgelöst wurde. EUR/CHF schloss letztlich im Bereich von 1,07 CHF.

Der Anstieg dürfte jedoch nicht von langer Dauer sein, da die hohen Risiken, die nach wie vor mit den französischen Präsidentschaftswahlen verbunden sind, den Euro belasten. Der implizite 1-Monats-Volatilitätsindex befindet sich bei EUR/CHF derzeit auf einem 9-Monatshoch.

EUR:

Der gestern verzeichnete Kursanstieg das Währungspaars EUR/USD dürfte nur vorübergehender Natur sein, da es sich dabei nur um eine oberflächliche Reaktion der Anleger auf die Stellungnahme Donald Trumps hinsichtlich des derzeitigen Dollarkurses handelt. Wie bereits in den letzten Tagen ausgeführt ist das Hausse-Potenzial des Euro eher gering bzw. inexistent, da die Anleger nicht bereit zu sein scheinen, Euro zu kaufen, solange im Hinblick auf den Ausgang der französischen Wahlen Ungewissheit herrscht. Der gestrige Anstieg des Indexes der impliziten 1-Monats-Volatilität spiegelt diese Stimmung recht deutlich wider. Nach wie vor ist der Ausgang der Wahlen völlig unsicher. Zudem hat sich in den letzten Tagen ein neues „Katastrophen“-Szenario herauskristallisiert, da die Popularität des Kandidaten des äußeren linken Flügels Jean-Luc Mélenchon laut den Umfragewerten deutlich gestiegen ist. Denn in der Stichwahl im Mai könnten sich nun zwei Kandidaten gegenüberstehen, die für ihre Skepsis gegenüber der EU und deren Institutionen bekannt sind: Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon. Somit dürften die heute Nacht erzielten Anstiege des Euro gegenüber dem US-Dollar nicht von längerer Dauer sein und ein schrittweises Absinken des Wechselkurses auf das Niveau von 1,06 USD bis zum Ende der Woche wäre kaum überraschend.

Neben den französischen Wahlen und der damit verbundenen Gefahr des Frexit sind gestern an den Börsen neue Unsicherheitsfaktoren aufgetreten: 1. äußerte sich die Vorsitzende des IWF deutlich zur Teilnahme an einem neuen Hilfspaket für Griechenland und 2. erklärte der Präsident der Europäischen Kommission in einem Interview mit der italienischen Zeitung La Repubblica, er schließe einen Austritt Italiens aus der Eurozone nicht aus, da diese Möglichkeit von der 5-Sterne Bewegung (Protestbewegung movimento 5 stelle) im Vorfeld der italienischen Parlamentswahlen Anfang 2018 propagiert wird.

USD:

Die anhaltende Risikoaversion an den Börsen, die auf die jüngsten geopolitischen Spannungen zurückzuführen ist, die in dieser Woche auftraten und bei denen die USA eine wichtige Rolle spielen, sowie die gestrigen Aussagen Donald Trumps bezüglich des hohen Wechselkurses des US-Dollar (siehe auch Schwerpunkte des Tages), ließen den US-Dollar heute Morgen auf den niedrigsten Kurs fallen, den er im April bisher verzeichnet hat. Zwar scheinen sich die Beziehungen zwischen den USA und China schrittweise zu normalisieren (Donald Trump korrigierte seine Aussage, China manipuliere mutmußlich seine Währung, um der Exportwirtschaft Vorteile zu verschaffen), doch die Beziehungen zu Russland in der Syrien-Frage sind nach wie vor angespannt, obwohl die gestrigen Gespräche zwischen dem US-Außenminister und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zeigten, dass man um eine Verbesserung bemüht ist. Russland legte gestern sein Veto ein, als es um die Entscheidung des UN-Sicherheitsrats ging, eine Untersuchung im Umfeld der syrischen Regierung bezüglich des jüngsten mutmaßlichen Giftgasangriffs durchzuführen, von dem Zivilisten betroffen waren. Die Spannungen im Zusammenhang mit Syrien und Nordkorea könnten sich auf die Volatilität des Dollarkurses auswirken (derzeit allerdings eher à la baisse).


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.