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Wöchentliche Marktberichte

Apr 12, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Die Rohölpreise sind auf ihr bisheriges Jahreshoch gestiegen. Der Brent-Index bewegt sich im Moment im Bereich von 56,5 USD.
  • Der Yen hat heute nach dem gestrigen 1-prozentigen Anstieg etwas nachgegeben. EUR/JPY notiert im Bereich von 116,50 JPY.
  • Der Euro konnte heute Morgen gegenüber fast allen G10-Währungen (mit Ausnahme von NOK und SEK) zulegen. EUR/USD ist um 0,2% auf 1,0620 USD gestiegen.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

OPEC (ganztägig) – Monatsbericht der OPEC

China (03:30 Uhr) – Gesamtinflation J/J (März) – Konsensprognose 1,0% gegenüber 0,8% im Vormonat

Vereinigtes Königreich (10:30 Uhr) – Arbeitslosenrate (Februar) – Konsensprognose 4,7% gegenüber 4,7% im Vormonat

Vereinigtes Königreich (10:30 Uhr) – Anstieg der Löhne und Gehälter ohne Boni J/J (Februar) – Konsensprognose 2,1% gegenüber 2,3% im Vormonat

USA (12:00 Uhr) – NFIB-Vertrauensindex der KMU (März) – keine Konsensprognose gegenüber 105,3 im Vormonat

USA (14:30 Uhr) – Export-/Importpreise M/M (März) – Konsensprognose 0,1%/-0,2% und 0,3%/0,2 im Vormonat

Kanada (16:00 Uhr) – Geldpolitische Beschlüsse der Bank of Canada (BoC) – Beibehaltung des aktuellen Leitzinssatzes von 0,5%

Schwerpunkte am Vortag

Anstieg der geopolitischen Spannungen in der Welt; Yen gewinnt, während die Währungen der Schwellenländer unter Druck geraten; britische Inflationsrate bleibt auf 3,5-Jahreshoch; oberster südafrikanischer Gerichtshof erwägt Misstrauensvotum mit geheimer Abstimmung gegen Präsident Zuma 

Geopolitische Spannungen: Der gestrige Tag war von einem plötzlichen Anstieg der geopolitischen Spannungen in der Welt geprägt, wobei wieder einmal die USA im Zentrum der Debatten stand. Nordkorea verschärfte den Ton und erklärte seine Bereitschaft für einen bewaffneten Konflikt, als ein US-Flugzeugträger bemerkt wurde, der sich der koreanischen Halbinsel näherte. Diese Drohung scheint auf US-amerikanischer Seite keine Reaktionen hervorgerufen zu haben. Anstelle zu deeskalieren goss die Regierung Donald Trumps sogar noch Öl ins Feuer und erklärte, die USA schlösse ein militärisches Eingreifen wie in der Vorwoche in Syrien nicht aus. Aufgrund der aufeinanderfolgenden Drohungen beider Seiten kommt Sorge auf, dass es in der Region zu einem bewaffneten Konflikt kommen könnte. Ein weiterer Reibungspunkt, der sich gestern zeigt, besteht zwischen den USA und Russland. Während die Mitglieder der G7, die seit Anfang der Woche zu einem Gipfel in Italien waren, unterstrichen, dass Russland die Regierung von Baschar al-Assad nicht mehr länger unterstützen dürfe, beschuldigten die USA ihrerseits Russland, direkt mitverantwortlich an den jüngsten Giftgasangriffen der syrischen Regierung auf ihre Bevölkerung zu sein. In diesem Klima zunehmender Spannungen hat die Nervosität der Anleger zu einer positiven Performance von Fluchtwährungen wie Gold, US-Staatsanleihen und Yen geführt.

Gestrige Performance von EUR/JPY: -1,10%; Tiefstkurs: 116,19 JPY (niedrigster Kurs seit dem 15. November 2016); Schlusskurs: 116,23 JPY

Während der Anstieg der geopolitischen Spannungen in der Welt zu einer verstärkten Nachfrage der Anleger nach Fluchtwährungen geführt hat, ist ihr Interesse an Währungen aus Schwellenländern dagegen gesunken, da diese mit höheren Risiken behaftet sind.

Gestrige Performance EUR/PLN: +0,37%; Höchstkurs: 4,2509 PLN (1-Wochenhoch); Schlusskurs: 4,2454 PLN

Gestrige Performance EUR/HUF: +0,37%; Höchstkurs: 312,21 HUF (ca. 1-Monatshoch); Schlusskurs: 311,91 HUF

Vereinigtes Königreich: Wie erwartet ist die britische Inflationsrate im März nicht weiter gestiegen, d.h. die Verbraucherpreise lagen wie bereits im Vormonat bei 2,3% J/J. Obwohl die Energiepreise in diesem Zeitraum gefallen sind, konnte sich die Gesamtinflation auf einem 3-Jahreshoch halten (auf dem höchsten Stand seit September 2013, um genau zu sein) und liegt nach wie vor deutlich über der von der Bank of England (BoE) angestrebten Rate von 2%. Aufgrund dieser Entwicklung spekuliert man nach wie vor heftig auf eine möglicherweise bevorstehende britische Leitzinserhöhung (Ende 2017 oder im Laufe des Jahres 2018), was das Britische Pfund beflügelt, das zudem von einer gewissen Ruhe im Hinblick auf Nachrichten in Sachen Brexit profitiert.  

Gestrige Performance von EUR/GBP: -0,49%; Tiefstkurs: 0,8484 GBP (bisheriger Tiefststand im April); Schlusskurs: 0,8489 GBP

Südafrika: Gestrigen Medienberichten zufolge haben die Justizbehörden des Landes erwogen, ein Misstrauensvotum gegen Präsident Jacob Zuma einzuleiten. Sollte dieser Fall eintreten, ist es recht wahrscheinlich, dass der aktuelle Präsident, dessen Popularität aufgrund der Umbesetzung von Ministerposten seit einigen Wochen deutlich nachgelassen hat, abgesetzt wird.

Gestrige Performance von EUR/ZAR: -0,83%; Tiefstkurs: 14,5971 ZAR; Schlusskurs: 14,6521 ZAR 

Themen Heute

britische Arbeitslosenrate um 10:30; Leitzinsentscheid der Bank of Canada um 16:00 Uhr; Besuch des US-Außenministers in Russland

USA/Russland: In einer Phase, in der die Spannungen zwischen den USA und Russland in der Syrien-Frage zunehmend an Intensität gewinnen, reist US-Außenminister Rex Tillerson heute nach Moskau, wo er auf seinen russischen Amtskollegen und möglicherweise Wladimir Putin treffen wird. Im Rahmen dieses Treffens werden die USA versuchen, Russland davon zu überzeugen, der Regierung von Baschar al-Assad seine (derzeit noch unerschütterliche) Unterstützung zu entziehen. Angesichts der scharfen Kritik, die US-Vertreter gestern an Russland geübt haben – sie gaben dem Land eine gewisse Mitverantwortung an den jüngsten Gasangriffen der syrischen Regierung auf die Bevölkerung (die USA beschuldigen Russland, die Augen bezüglich dieses Gasangriffs verschlossen zu haben) – könnten die heutigen Gespräche recht kurz ausfallen. Sollte das der Fall sein, könnte sich die allgemein herrschende Nervosität auf den gesamten Börsenhandel ausweiten und so die Nachfrage nach Fluchtwährungen in die Höhe treiben.

Vereinigtes Königreich: Man geht davon aus, dass die heute anstehende britische Arbeitslosenrate, ergibt, dass die Arbeitslosigkeit im Februar mit 4,7% gegenüber 4,7% im Januar wohl stabil geblieben ist, während die Anstiege der Löhne und Gehälter rückläufig sein dürften. Es wird erwartet, dass die Anstiege der Löhne und Gehälter ohne Boni im Februar den dritten Monat in Folge einen Rückgang von 2,3% im Januar auf 2,1% J/J (Konsensprognose) aufweisen, was einem 7-Monatstief entspräche. Geringere Steigerungsraten der Löhne und Gehälter würde im aktuellen wirtschaftlichen Kontext, d.h. bei einer beständig hohen Inflationsrate, jedoch als Zeichen eines möglichen Rückgangs der Kaufkraft der privaten Haushalte und somit des Wirtschaftswachstums gewertet. In diesem Fall könnte das Britische Pfund einen Teil der im Laufe der letzten Handelstage erzielten Gewinne wieder abgeben, denn Spekulationen rund um die geldpolitische Strategie der Bank of England (BoE) scheinen derzeit der wichtigste Impulsgeber für Kursschwankungen der britischen Währung zu sein.

Kanada: Heute Nachmittag um 16:00 Uhr veröffentlicht die Bank of Canada die Beschlüsse ihrer letzten geldpolitischen Sitzung. Man erwartet heute zwar keine bahnbrechenden Neuigkeiten, aber dennoch werden die Marktteilnehmer genau den Tenor der Stellungnahmen der kanadischen Zentralbanker verfolgen. Möglicherweise wird sich die Zentralbank bezüglich einer möglichen Leitzinssenkung, die in den vorherigen geldpolitischen Sitzungen thematisiert worden war, ausweichend verhalten, da sich die Fundamentaldaten der kanadischen Wirtschaft verbessert haben und die Gefahr einer Außerkraftsetzung des NAFTA-Abkommens etwas verblasst ist.

CHF:

Für EUR/CHF gleicht ein Tag dem anderen. Seit Anfang der Woche kam es kaum zu Kursschwankungen. Der Anstieg der geopolitischen Spannungen in der Welt und die mangelnde Dynamik des Euro im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen, deren Ausgang äußerst unsicher ist, verhindert Kursanstiege des Währungspaars. Auf der anderen Seite vereitelt die starke Unterstützung der schweizerischen Zentralbanker und die abwartende Haltung der Anleger vor dem ersten Durchgang der französischen Wahlen, der an 23. April stattfindet, allerdings auch ein deutlicheres Absinken des Kurses unter den charttechnischen Stützungspunkt von 1,0680 CHF.

EUR:

Auch wenn die Vertrauensindizes der Eurozone nach wie vor steigen (die deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen im April auf das höchste Niveau seit August 2015) und auf eine Erholung der Wirtschaft der Eurozone hindeuten, schlägt sich das, wie die Industrieproduktion der Eurozone für Februar mit -0,3% M/M gestern erneut deutlich gezeigt hat, nicht in den Konjunkturdaten nieder. Dieser ständige Gegensatz stellt die tatsächlichen wirtschaftlichen Aussichten der Region infrage und schmälert so die Hoffnung der Anleger auf eine mögliche kurzfristige geldpolitische Kursänderung der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie Mario Draghi in der letzten Woche ausführte, steht ein geldpolitischer Kurswechsel derzeit wohl eher nicht auf der Tagesordnung. In einem politisch und geopolitisch derzeit äußerst unsicheren Klima ist die Attraktivität des Euro derzeit recht gering, was mögliche Kursanstiege beeinträchtigt. Die französischen Präsidentschaftswahlen stehen nach wie vor im Zentrum der Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer und die Unsicherheit bezüglich des Ausgangs dieser wichtigen Wahlen hält die Anleger derzeit vom Kauf von Euro ab. Die Tatsache, dass Marine Le Pen in den Umfragewerten für den ersten Wahldurchgang an der Spitze steht (Kopf-an-Kopf-Rennen mit Emmanuel Macron), und der jüngste Popularitätszuwachs für den Kandidaten des äußeren linken Flügels Jean-Luc Mélenchon, der Stand heute Chancen haben könnte, an der Stichwahl teilzunehmen, ist dem Vertrauen der Marktteilnehmer wenig zuträglich. Somit schwankt der Kurs des Währungspaars EUR/USD im Bereich von 1,06 USD derzeit nur minimal.

USD:

Nachdem der US-Dollar-Index in zwei Wochen über 2% zulegen konnte, hat sich seit Anfang der Woche ein geringfügiger Abwärtstrend beim US-Dollar eingestellt, da die USA derzeit im Zentrum aller geopolitischen Konflikte stehen, sei es mit Russland in der Syrien-Frage oder mit Nordkorea, dessen Raketentests eine wirkliche Bedrohung der Verbündeten, namentlich Südkoreas und Japans, darstellen. Die jüngsten Äußerungen Donald Trumps, vor allem über sein Twitter-Account, lassen den Ausbruch eines neuen weltweiten Konflikts befürchten, da der US-Präsident ein militärisches Eingreifen in Nordkorea nicht ausschließt. Aufgrund seines Status als Fluchtwährung ist das Baisse-Potenzial beim US-Dollar vor dem Hintergrund einer Verschlechterung des geopolitischen Klimas in der Welt jedoch wohl eher als gering einzuschätzen.


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