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Wöchentliche Marktberichte

Apr 10, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Der Australische Dollar ist heute Morgen durch den Rückgang der Eisenerzpreise um 0,3% gefallen. EUR/AUD notiert im Bereich von 1,4150 AUD.
  • EUR/GBP gab heute Morgen um über 0,2% nach (Tiefstkurs: 0,8530 GBP), während die Marktteilnehmer gespannt auf den Tenor der neuen Inflationsstatistiken am Dienstagmorgen warten (Konsensprognose  2,3% J/J gegenüber 2,3% im Februar).
  • Nachdem die Ratingagentur Fitch die Bonität der südafrikanischen Staatsanleihen am Freitag auf den Status „spekulative Anlage“ herabgesetzt hat, stieg EUR/ZAR um nahezu 1%. Der Höchstkurs von EUR/ZAR lag bei 14,71 ZAR.
  • Die implizite 1-Monats-Volatilität (die Kosten für einen Schutz gegen massive Kursverschiebungen innerhalb von einem Monat) liegt bei EUR/USD auf dem höchsten Stand seit dem Brexit. EUR/USD befindet sich in einem leichten Abwärtstrend unterhalb der Marke von 1,06 USD.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Welt (ganztägig) – G7-Gipfel (Außenminister) in Italien

Italien (10:00 Uhr) – Industrieproduktion M/M (Februar) – Konsensprognose 1,5% gegenüber -2,3% im Vormonat

Eurozone (10:30 Uhr) – Sentix-Index (April) – Konsensprognose 21,0 gegenüber 20,7 im Vormonat

USA (14:30 Uhr) – Trendindex Arbeitsmarkt – keine Konsensprognose gegenüber 131,4 bei der vorherigen Veröffentlichung

Schwerpunkte am Wochenende

Fortschritte – ohne konkrete Angaben – zwischen den USA und China; auf dem Weg zu einer Lösung der Griechenland-Frage; Arbeitslosigkeit in den USA auf 10-Jahrestief; auch Ratingagentur Fitch setzt Bonität südafrikanischer Anleihen herunter; Attentat in Schweden – SEK auf bisherigem Jahrestief

Treffen zwischen D. Trump und Xi Jinping: Das erste offizielle Treffen zwischen den Regierungschefs der beiden größten Volkswirtschaften der Welt ließ das Auftreten neuer Spannungen zwischen den beiden Ländern befürchten, vor allem da die Trump-Regierung in den letzten Wochen zahlreiche Streitpunkte angeführt hatte. Letztendlich war das Klima des Treffens jedoch herzlich und führte nach Aussagen Donald Trumps sogar zu „spektakulären Fortschritten“ in der Beziehung der beiden Länder. China scheint (zumindest momentan) spannungsfreie Beziehungen zu den USA und der neuen Regierung anzustreben, wie der 100-Tage-Plan zeigt, auf den man sich während des Treffens geeinigt hat, um zu klären, wie man die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China stärker ausgleichen (d.h. das US-Außenhandelsdefizit gegenüber China reduzieren) kann. Es gab also Fortschritte, aber bisher noch keine konkreten. Zahlreiche Brennpunkte sind weiterhin offen: die einseitige Intervention der USA in Syrien, die Nordkorea-Frage, die Spannungen im Südchinesischen Meer und die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Taiwan.

Performance von EUR/JPY am Freitag: -0,29%; Tiefstkurs: 117,30 JPY (4,5-Monatstief); 117,59 JPY

EU und Griechenland: Anlässlich des Treffens der 19 Finanzminister der Eurozone auf Malta kam es am Freitag zu einer prinzipiellen Einigung bezüglich der Reformen, die Griechenland 2019 und 2020 durchführen muss, um die weitere Tranche des Hilfspakets in Höhe von 86 Mrd. EUR zu erhalten, die im Juli 2015 zugesagt wurde. Die griechische Regierung erklärte sich bereit, 2019 die zusätzlichen Kürzungen der Renten durchzuführen und die Steuern 2020 zu erhöhen. Die von der griechischen Regierung unterbreiteten Vorschläge bedürfen noch der Zustimmung des Parlaments.

US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft: Zwar fiel die Anzahl der neuen Stellen im März sehr enttäuschend aus, da sie erstmals innerhalb der letzten zehn Monate unterhalb der Marke von 100.000 (98.000 im März) lag, doch bestätigte das überraschende Absinken der Arbeitslosenrate von 4,7% auf 4,5% – und damit auf einen absoluten Tiefststand in nahezu zehn Jahren – die Anleger in der Hoffnung, dass die Beschäftigungszahlen die Pläne der Fed nicht umwerfen werden. Tatsächlich könnte die Verminderung der verfügbaren Arbeitskräfte am Markt dafür sorgen, dass die Löhne und Gehälter in den nächsten Monaten steigen, was bedeuten würde, dass die Kaufkraft der US-Haushalte steigt. Die Gehälter weisen mit 2,7% (12-Monatsbasis) gegenüber 2,8% nach wie vor solider Anstiege auf. Laut dem FedWatch Tool der CME Group schätzen die Marktteilnehmer, dass die Wahrscheinlichkeit einer erneuten US-Leitzinserhöhung im Rahmen der geldpolitischen Sitzung am 13./14. Juni 2017 derzeit bei 70% liegt.

Performance von EUR/USD am Freitag: -0,51%; Tiefstkurs: 1,0578 USD (1-Monatstief); Schlusskurs: 1,0588 USD

Südafrika: Nach Standard & Poor’s hat nun am Freitag auch die Ratingagentur Fitch die südafrikanischen Staatsanleihen auf den Status „spekulative Anlage“ herabgesetzt. Die Nachricht war keine Überraschung, vielmehr hatten die Marktteilnehmer diese Herabsetzung bereits eingepreist. Dennoch wird man in den nächsten Wochen aufmerksam verfolgen, ob auch Moody’s, die dritte große Ratingagentur, dieser Bewertung folgt.

Performance von EUR/ZAR am Freitag: -0,38%; Höchstkurs: 14,72 ZAR; Schlusskurs: 14,58 ZAR 

Schweden: Am Freitag drängte sich ein Lastkraftwagen auf einer Hauptgeschäftsstraße in Stockholm in die Menge. Es kam zu vier Toten und wohl über einem Dutzend Verletzter. Zu dem Attentat hat sich bisher keine terroristische Vereinigung bekannt. Die Nachricht sorgte an den Börsen für Turbulenzen und die Schwedische Krone fiel gegenüber dem Euro mit 9,6367 SEK auf ihren bisherigen Jahrestiefstkurs.

Performance von EUR/SEK am Freitag: +0,09%%; Höchstkurs: 9,6367 SEK (bisheriger Jahreshöchstkurs); Schlusskurs: 9,6129 SEK

Themen Heute

G7-Gipfel in Italien; britische und US-Inflationsrate; Referendum in der Türkei; 14 Tage vor den Wahlen in Frankreich; Sitzung der Bank of Canada

In dieser Woche stehen nur wenige Konjunkturdaten und Stellungnahmen seitens der Währungshüter an, sodass die Kursschwankungen im Devisenhandel vor allem auf politische und geopolitische Ereignisse auf regionaler und internationaler Ebene zurückzuführen sein dürften. In dieser Woche bleiben am Karfreitag und den darauffolgenden Osterfeiertagen die Börsen geschlossen.

G7-Gipfel: Am Montag und Dienstag treffen in Italien die Außenminister der sieben führenden Industrienationen anlässlich ihres jährlichen Gipfels aufeinander. Bei dieser Gelegenheit werden die europäischen, britischen, kanadischen und japanischen Amtskollegen die Gelegenheit haben, über die einseitige amerikanische Intervention in Syrien zu sprechen und über eine mögliche gemeinsame Lösung nachzudenken. Der Fall Nordkoreas, das verstärkt Raketentests in den asiatischen Meeresgebieten durchführt und die Stabilität in der Region bedroht, könnte ebenfalls auf der Tagesordnung stehen. Das offizielle Kommuniqué wird am Dienstagmorgen erwartet.

Referendum in der Türkei: Am Sonntag sind die türkischen Bürger aufgefordert, ihre Stimme bezüglich einer von Präsident Erdogan geforderten Verfassungsänderung abzugeben. Diese Änderung würde dem Präsidenten mehr Macht einräumen und die Position des Premierministers abschaffen, sodass der Präsident die Minister nach seinem Gutdünken ernennen und entlassen sowie auch in rechtlichen Fragen Einfluss nehmen kann. Im Vorfeld dieses Referendums könnte eine gewisse Risikoaversion gegenüber der türkischen Lira und auch anderen Währungen aus Schwellenländern spürbar warden.

Frankreich: Nun beginnt die heiße Phase der französischen Präsidentschaftswahlen und die Kandidaten nähern sich in den Umfragen immer mehr an. Der Kandidat des äußeren linken Flügels konnte in den letzten drei Wochen deutlich zulegen und befindet sich laut der am Freitag veröffentlichten Umfrage von Kantar Sofres mittlerweile auf dem dritten Platz vor dem Mitte-rechts Kandidaten François Fillon (18% gegenüber 17%). Laut einer weiteren, ebenfalls am Freitag erschienenen Umfrage von BVA liegen die vier führenden Kandidaten Marine Le Pen, Emmanuel Macron, Jean-Luc Mélenchon und François Fillon nur noch fünf Punkte auseinander, wobei der Kandidat der Sozialisten Benoît Hamon mittlerweile im Rennen um das Amt im Élysée-Palast abgeschlagen scheint. Laut den jüngsten Umfragen liegen Emmanuel Macron und Marine Le Pen nach wie vor an der Spitze und liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen (laut BVA-Umfrage beide mit 23%, laut Kantar Sofres beide 24%). 14 Tage vor dem ersten Wahldurchgang scheinen noch alle Möglichkeiten offen.

Konjunkturdaten: Die beiden wichtigsten Konjunkturdaten, die in dieser Woche anstehen, dürften die britischen Inflationsdaten am Dienstagmorgen um 10:30 Uhr und die US-Inflationsdaten am Freitag um 14:30 Uhr sein. Sollte die britische Inflationsrate steigen, könnte das erneute Spekulationen um eine mögliche Leitzinserhöhung durch die Bank of England (BoE) zur Eindämmung der Preissteigerungen und ihrer negativen Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft auslösen. Debatten hierüber könnten dem Britischen Pfund erneut Rückenwind verschaffen. Positive US-Inflationsdaten würden den derzeitigen Optimismus der Marktteilnehmer in Bezug auf die US-Wirtschaft untermauern. In Europa wird man in dieser Woche vor allen die Industrieproduktion und den deutschen ZEW-Index verfolgen, die beide am Dienstag um 11:00 Uhr erscheinen, sowie die endgültige deutsche Inflationsrate (Donnerstag um 08:00 Uhr).

Bank of Canada (BoC): Am Mittwochnachmittag gibt die kanarische Zentralbank ihre anlässlich der jüngsten geldpolitischen Sitzung gefassten Beschlüsse bekannt. Das Hauptinteresse an der Sitzung dürfte darin bestehen herauszufinden, ob die Zentralbanker trotz der jüngsten positiven Fundamentaldaten nach wie vor eine Leitzinssenkung in Betracht ziehen. Aufgrund der im März verzeichneten Rückschläge bei den Rohölpreisen (nahezu 10%) und der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft der NAFTA könnte die Zentralbank eine vorsichtige Haltung einnehmen. Die Beschlüsse erscheinen um 16:00 Uhr.

CHF:

Der weltweite politische und geopolitische Kontext und die mangelnde Attraktivität des Euro begrenzen derzeit das Hausse-Potenzial von EUR/CHF. Das Währungspaar notiert weiter im Bereich des Stützungskurses von 1,0680 CHF. Diese Situation könnte diese Woche noch andauern bzw. zumindest noch bis zum ersten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahlen am 23. April anhalten. Sollte die Sorge in Europa wieder steigen, könnte EUR/CHF den Stützungskurs von 1,0680 CHF unterschreiten und sich auf die Marke von 1,0630 CHF zubewegen. Nach wie vor ist die Wahrscheinlichkeit von Kursverlusten bei diesem Währungspaar höher als die von Kursgewinnen. In dieser Woche stehen in der Schweiz keine wichtigen Konjunkturdaten an, sodass man sich in Europa vornehmlich auf die französischen Wahlen konzentrieren dürfte.

EUR:

Nachdem EUR/USD praktisch die gesamte letzte Woche innerhalb einer sehr engen Spanne im Bereich des bisherigen Jahresdurchschnittskurses fluktuierte, fiel der Kurs am Freitag mit 1,06 USD auf sein bisheriges Monatstief. Der Kurs des Währungspaars ist wieder in die niedrige Spanne der letzten drei Monate zwischen 1,0490 und 1,0600 USD zurückgekehrt, da die Zinsentwicklung im Obligationshandel keine neuen Impulse setzen kann (EZB nicht bereit, geldpolitischen Kurs in der nahen Zukunft zu ändern) und auch der politische und geopolitische Kontext derzeit eher gegen den Euro spricht (bevorstehende französische Wahlen, Referendum in der Türkei, Spannungen im Nahen Osten und in Asien, verschiedene terroristische Attentate). Da in der Eurozone in dieser Woche keine wichtigen Konjunkturdaten anstehen, dürfte EUR/USD aufgrund der aktuellen Lage weiterhin zwischen 1,05-1,07 USD notierten. Der Endspurt der französischen Präsidentschaftswahlen und die Unsicherheit über deren Ausgang dürften nach wie vor im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

USD:

Man wird bis Freitag warten müssen, bevor man neue Zahlen vorliegen hat, die Auskunft über die derzeitige Solidität der US-Wirtschaft geben (Inflationsdaten und Einzelhandelsumsätze am Freitagnachmittag). Was die politische Entwicklung angeht, könnten die Reformen noch eine Weile auf sich warten lassen, da die Abgeordneten in den nächsten zwei Wochen nicht zusammentreten. In der Zwischenzeit dürften für die Kursentwicklung des US-Dollar vor allem geopolitische Entwicklungen entscheidend sein, da der jüngste einseitige Eingriff der USA in Syrien die Sorge um neue internationale Spannungen – vor allem mit Russland – steigen lässt. Aufgrund seines Status als Fluchtwährung könnte der US-Dollar nach wie vor bei Anlegern mit moderater Risikobereitschaft beliebt sein. Das positive Echo auf das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping, sowohl seitens der USA als auch seitens Chinas, haben die Marktteilnehmer beruhigt und die Gefahr von neuen deutlichen Kurseinbrüchen des US-Dollar aufgrund zusätzlicher Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften deutlich vermindert. Da zu Beginn der Woche kaum wichtige Konjunkturdaten anstehen, könnte der US-Dollar durchaus sensibel auf die ab dieser Woche nach und nach erscheinenden Quartalsberichte der Unternehmen reagieren, vor allem auf die der Banken.


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