Wöchentliche Marktberichte

Apr 05, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Schwerpunkte am Vortag

Eurozone: Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone machten einen Sprung um 0,7 M/M, d.h. mehr als die Konsensprognose von 0,5%. In seiner Rede zur offiziellen Ausgabe des neuen 50-Euro-Scheins ging Mario Draghi nicht auf die EZB-Geldpolitik ein.

Frankreich: Laut einer Umfrage war der extrem linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon der überzeugendste Teilnehmer der zweiten Fernsehdebatte gestern Abend und lag damit noch vor E. Macron and F. Fillon. Da Mélenchon ein EU-Kritiker ist, könnte die wachsende Popularität von Mélenchon als zusätzliches Risiko für den Euro betrachtet werden.  

USA: Das internationale Außenhandelsdefizit ging im Februar um 4,6 Mrd. USD auf 43,6 Mrd. USD zurück. Das Außenhandelsdefizit mit China war sehr viel geringer als noch im Januar (23,0 Mrd. USD im Vergleich zu 31,3 Mrd.). Dies kann mit dem chinesischen Neujahrsfest und der damit verbundenen Urlaubszeit zwischen Ende Januar und Anfang Februar erklärt warden.

UK: Theresa May lies in einem Interview mit der Financial Times verlauten, dass ein neues Freihandelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU unter Umständen nicht vor Ende der Brexit-Verhandlungen 2019 abgeschlossen werden könnte. Die Geschäftstätigkeit im Bausektor ließ im Vereinigten Königreich nach und erreichte den tiefsten Wert seit 7 Monaten. Die Anleger erwarten, dass die BoE vielleicht bald schon an den Zinssätzen drehen könnte, da die einheimische Wirtschaft Anzeichen eines Abschwungs zeigt.

Südafrika: Die Verluste der einheimischen Währung gegenüber dem Euro konnten eingedämmt werden, wohingegen die Labour-Partei des Landes den Rücktritt von Präsident Jacob Zuma forderte. Der EUR/ZAR-Kurs ging gestern um 0,4% zurück, nachdem während der letzten 6 Handelstage insgesamt ein Anstieg von 9% verzeichnet worden war.

Schweiz: Angesichts der geringen Risikofreudigkeit, die gestern auf den Finanzmärkten spürbar war, erreichte der Schweizer Franken fast ein 1-Monatshoch gegenüber dem Euro mit einem Kurs von 1,0666 CHF. 

Ungarn: Die Zentralbank kündigte das Ende der Finanzierung des Wachstumsprogramms an. Der Forint ging gestern um 0,42% gegenüber dem Euro zurück.

Themen Heute

Fed: Heute Abend um 20.00 Uhr wird die Fed weitere Einzelheiten zur geldpolitischen Sitzung vom März veröffentlichen, bei der die Bank die Zinssätze zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten erhöhte. Die Investoren warten mit Spannung auf weitere Informationen über den von der Fed geplanten Zeitplan und die etwaige Möglichkeit, dass der Zinsanstieg dieses Jahr weiter beschleunigt wird.

USA: Die heute Nachmittag (14.15 Uhr) anstehenden Arbeitsmarktdaten in allen Sektoren außer der Landwirtschaft werden Aufschluss über den Zustand des Arbeitsmarktes geben, bevor am Freitag dann der amtliche Bericht veröffentlicht wird. Konsensprognose: +187.000 gegenüber + 298.000 im Februar.

UK:  Nach den jüngsten enttäuschenden PMI-Umfragen im März warten die Investoren mit Spannung auf die Daten aus dem Dienstleistungssektor. Ein Rückgang der Geschäftstätigkeit könnte möglicherweise den Weg zu einem weiteren Einbruch des GBP ebnen.

Polen: Vertreter der Zentralbank werden heute über ihre letzte geldpolitische Sitzung berichten (Uhrzeit unbekannt). Die Konsensprognose geht von einer Beibehaltung des derzeitigen Zustands aus. 

Ungarn: Im Februar wurde ein Rückgang der Wachstumsrate der Industrieproduktion verzeichnet, nachdem letzten Monat ein 5-Monatshoch erreicht worden war (2,7% J/J gegenüber 6,5% im Januar).

Aktuelle Kurznachrichten

EUR/USD: Die Volatilität ist heute Morgen gering, da es der gestrigen Debatte der französischen Präsidentschaftskandidaten nicht gelungen ist, die Bedenken der Investoren vor der ersten Runde, die für den 23. April vorgesehen ist, auszuräumen. Auch die USD-Käufer werden erst einmal eine abwartende Haltung einnehmen und auf die Veröffentlichung des Fed-Protokolls heute Abend warten. Bislang steckt der Kurs bei knapp 1,07 USD fest.

EUR/GBP:  Im März nahm die Geschäftstätigkeit der britischen Dienstleistungsunternehmen spärlich zu. Der Index betrug 55,0 (3-Monatshoch) und damit mehr als die optimistischste Prognose der Fachleute ausgehend von einer Reuters-Umfrage (54,7). Das Pfund wird von diesen harten Daten beeinflusst und der EUR/GBP-Kurs fällt zurück in Richtung 0,8550 GBP.

EUR/CHF: Angesichts der schwachen Zugwirkung des Euro schwank der EUR/CHF-Kurs kaum. Wir sehen immer noch ein geringes Aufwärtspotenzial für das Währungspaar angesichts der derzeit geringen Risikobereitschaft der Investoren. 

EUR/PLN: Seit letztem Freitag verzeichnen wir einen Aufwärtstrend des Währungspaars, das in den letzten drei Tagen um 0,9% zugelegt hat. Diese positive Entwicklung wird heute in Frage gestellt, da die Schlussfolgerungen der letzten geldpolitischen Sitzung der polnischen Zentralbank erwartet werden. 

EUR/HUF: Die schwächeren Wirtschaftsdaten und globale Bedenken könnten den Forint heute unter Druck setzen. Zugleich ist zu berücksichtigen, dass die Zentralbank gestern erst das Ende der Finanzierung des Wachstumsprogramms angekündigt hat.


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