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Wöchentliche Marktberichte

Apr 03, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Schwerpunkte am Vortag

Eurozone: Wie die Zahlen aus Deutschland schon vermuten ließen, ging die Gesamtinflation im März wesentlich zurück und sank von 2,0% auf 1,5%, womit sie weit unter der Konsensprognose von 1,8% liegt. Die Überraschung war jedoch der Rückgang der Kerninflation, die auf ein 2-Jahrestief zurückfiel (von 0,9% auf 0,7%). Angesichts dieses Rückgangs hat die EZB keine Eile mehr, ihre Mitteilung im April zu berichtigen und eine vorgezogene Exit-Strategie aus der Politik der quantitativen Lockerung öffentlich anzukündigen. Die Investoren haben ihre optimistischen Prognosen in Bezug auf einen bis Ende des Jahres oder Anfang 2018 zu erwartenden Zinsanstieg revidiert, was den Rückgang des Eurokurses letzten Freitag erklärt: -1,9% gegenüber GBP und CAD, -1,5% gegenüber AUD, -1,4% gegenüber USD und -1,3% gegenüber JPY und CNH.

Europäische Union gegen UK: Ausgehend vom ersten Entwurf der vom EU-Ratspräsidenten übermittelten Leitlinien an die 27 Mitgliedstaaten ist die EU bereit, dieses Jahr über den Gesamtrahmen eines künftigen Freihandelsabkommens mit dem Vereinigten Königreich zu diskutieren. Eine solche Partnerschaft mit dem Vereinigten Königreich könnte jedoch mit bestimmten Bedingungen verbunden werden, beispielsweise mit einer Verankerung der Verpflichtung zur Zahlung von 60 Mrd. und der Sicherstellung des Aufenthaltsrechts von 3 Mio. EU-Bürgern im Vereinigten Königreich. Trotz des eindeutig zum Ausdruck gebrachten Willens kein Tauziehen mit den britischen Vertretern zu veranstalten, erinnert die EU diese daran, dass ein Freihandelsabkommen keiner Rosinenpickerei gleichkommt.

Fed: Der Vorsitzende der Fed von New York William Dudley versetzte dem zunehmenden Enthusiasmus über die US-Wirtschaft einen Stoß. Der zweite Rückgang in Folge des Konsums der privaten Haushalte im Februar (-0,1% M/M gemäß den Daten vom letzten Freitag) deutet darauf hin, dass das hohe Vertrauen sich bislang nicht in harten Daten niederschlägt. Laut Dudley besteht keine Eile, die Zinsschraube anzudrehen, könnten die Quartalsdaten des BIP doch etwas schwächer als erwartet ausfallen. 

Südafrika: Die Ratingagentur Fitch unterstrich, dass die jüngste Kabinettsumbildung zu einem Anstieg der politischen Risiken geführt hat und den Weg zu einer Herabstufung der Schulden des Landes auf „Junk“-Status ebnen könnte. Der Rand brach letzte Woche um 6,5% gegenüber dem Euro ein und büßte heute Morgen schon mehr als 1,5% ein.

Themen Heute

US/China: Am Donnerstag und Freitag wird der chinesische Präsident XI Jinping seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump einen offiziellen Besuch abstatten. Der US-Präsident und seine Regierung haben gegenüber China eine sehr harte Linie eingeschlagen. China wird der Währungsmanipulation und des unlauteren Wettbewerbs beschuldigt. Dieses Treffen könnte auf den Währungsmärkten zu einer gewissen Volatilität führen, wenn die Gespräche die Ängste in Bezug auf den „Protektionismus“ und den „Handelskrieg“ wiederaufleben lassen sollten. Der USD und der JPY könnten starken Schwankungen ausgesetzt sein.

EZB/FED: Beide Zentralbanken werden diese Woche den detaillierten Bericht ihrer geldpolitischen Sitzung vom März veröffentlichen. Die Anleger könnten versuchen, zwischen den Zeilen mehr über die geldpolitische Strategie der europäischen und US-Zentralbanker herauszulesen. 

USA: Die neuesten statistischen Daten über die US-Beschäftigung (ohne Landwirtschaft) werden am Freitagnachmittag veröffentlicht und sind für die Marktbeobachter eine Art Schlüssel zur Messung der Solidität der US-Wirtschaft (Konsensprognose: +180.000 gegen +235.000). Ein Augenmerk der Investoren wird sicherlich den Lohnanstiegen gelten (Konsensprognose: +0,3% M/M gegenüber +0,2% im Februar). 

Frankreich: Am Dienstabend findet die zweite TV-Debatte der französischen Präsidentschaftskandidaten statt. Anders als bei der ersten Debatte werden dieses Mal alle 11 Kandidaten teilnehmen.

UK: Was die Wirtschaftsdaten angeht, steht eine arbeitsreiche Woche an. In der ersten Hälfte der Woche stehen die neuesten PMI-Indexe an, während die Zahlen über die Industrieproduktion am Freitag veröffentlicht werden sollen. Die Daten werden es uns erlauben, einzuschätzen, ob die ersten Anzeichen einer Schwächung, die in letzten Wochen verzeichnet wurden, ein Prämisse für einen anstehenden Wirtschaftsabschwung im Vereinigten Königreich sind. 

Aktuelle Kurznachrichten

EUR/USD: Der Kurs erholte sich heute Morgen leicht, liegt aber weiter bei unter 1,07 USD. Ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen in der Eurozone könnte dem Euro vor Beginn des US-Handelstages Aufschwung verleihen, dann aber gilt der Fokus dem neuen ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe und den Aussagen der beiden US-Zentralbanker mit Stimmrechten im FOMC dieses Jahres (Dudley von der New York Fed und Harker von der Philadelphia Fed).

EUR/GBP: Der Anstieg dieses Währungskreuzes geht auf die enttäuschenden Daten der PMI-Umfrage im verarbeitenden Gewerbe im Vereinigten Königreich im März zurück. Der allgemeine Index ging im 3. Monat in Folge zurück. Heute Morgen liegt der EUR/GBP-Kurs erneut bei über 0,85 GBP.

EUR/CHF: Die soliden Wirtschaftsdaten aus der Schweiz (das Wachstum der Einzelhandelsumsätze befindet sich erneut im positiven Bereich und der PMI-Index im verarbeitenden Gewerbe kletterte auf ein 6-Jahreshoch) verleihen dem Franken Auftrieb gegenüber dem Euro. Es ist eine starke Unterstützung bei 1,0680 CHF zu verzeichnen. Dieses technische Niveau könnte jedoch diese Woche aufgrund eines starken Anstiegs der politischen Bedenken gefährdet sein. 

EUR/PLN: Geringe Volatilität heute Morgen nach der Erholung um 0,5% am letzten Freitag, die auf den überraschenden Rückgang der Inflation in Polen im März zurückzuführen ist. Der PMI-Index des verarbeitenden Gewerbes in Polen ging im März zurück, was dafür sorgen dürfte, dass der EUR/PLN-Kurs weiter steigt. Der Wechselkurs pendelt sich bei 4,23 PLN ein. 

EUR/HUF: Der ungarische Forint musste Verluste gegenüber dem Euro hinnehmen, da der PMI-Index im verarbeitenden Gewerbe im März signifikant zurückging von 59,4 auf 56,0 und somit ein 6-Monatstief erreichte. Der EUR/HUF kletterte heute Morgen erneut auf 309 HUF.


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