Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Mrz 31, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Schwerpunkte am Vortag

Eurozone: Obgleich Marktbeobachter bei der Gesamtinflation durchaus von leicht schwächeren Daten als im Vormonat ausgegangen waren, lösten die Daten aus Deutschland und Spanien im März bei den Anlegern dennoch Bestürzung aus. Die Inflationsrate ging in Deutschland von 2,2% auf 1,6% (Konsensprognose 1,9%) und in Spanien von 3,0% auf 2,1% (Konsensprognose 2,7%) zurück. Dies scheint zu bestätigen, dass die jüngsten Preisanstiege, die von der EZB bei ihren letzten Sitzungen thematisiert worden waren, in Wirklichkeit nicht nachhaltig sind. Mehrere Vertreter der EZB meldeten gestern Zweifel an der mittelfristigen Erreichung des Inflationsziels von 2% an. Die Stimmungsdaten enttäuschten ebenfalls: Sie gingen leicht zurück, während eigentlich ein Anstieg erwartet worden war.

Unter dem Druck der niedrigeren Renditen der Staatsanleihen, die auf langfristigen europäischen Zinssätzen basieren, brach der Euro gestern ein. Die europäische Währung büßte 1,1% gegenüber dem britischen Pfund und 0,9% gegenüber dem US-Dollar ein.

USA: Das BIP-Wachstum für das 4. Quartal 2016 wurde von 1,9% auf 2,1% revidiert, d.h. es übertraf die Konsensprognose von 2,0%. Eine derartige Aufwärtskorrektur geht auf die starke Steigerung der Verbraucherausgaben im genannten Zeitraum zurück (+3,5%). Die starken Wirtschaftsdaten aus den USA könnten zu Spekulationen in Bezug auf eine Beschleunigung der Zinsanstiege durch die Fed im Jahr 2017 führen. Ein derartiges Szenario fasst bei einigen Zentralbankvertretern inzwischen Fuß.

Trump: Einige Medien ließen gestern verlauten, dass die US-Regierung an Maßnahmen arbeite, mit denen Länder bestraft werden sollen, deren Währung als unterbewertet betrachtet wird. Es könnten Vergeltungsmaßnahmen gegenüber Ländern mit einem hohen Handelsüberschuss gegenüber den USA, beispielsweise China oder Deutschland, beschlossen werden. 

Tschechische Republik: Die tschechische Zentralbank behielt am Donnerstag ihre derzeitige Währungspolitik bei, korrigierte jedoch die zuvor gemachte Aussage, wonach eine Beendigung der derzeitigen Situation für Mitte 2017 erwartet werde, und erklärte, dass eine Änderung näher rücke. Die tschechische Krone erreichte auf dem Spotmarkt ein 18-Monatstief gegenüber dem Euro.

Themen Heute

Eurozone: Um 11.00 Uhr wird der vorläufige Verbraucherpreisindex der Eurozone veröffentlicht. Angesichts der schwachen Teuerungsrate in Deutschland und Spanien könnten diese Zahlen unter den Erwartungen liegen (Konsensprognose: 1,8% gegenüber 2,0% im Februar). 

USA: US-Zentralbankern und Marktbeobachter erwarten mit Spannung den neuesten Preisindex für private Konsumausgaben. Sollte das Jahreswachstum bei über 2,0% liegen, was zuletzt im April 2012 der Fall war, könnte es erneut zu Spekulationen über eine raschere Normalisierung der Zinssätze in den USA kommen.

EU: Es wird erwartet, dass der EU-Ratspräsident den Mitgliedern des Rates einen Entwurf der Leitlinien übermitteln wird, die bei den anstehenden Gesprächen mit Vertretern des Vereinigten Königreichs zu befolgen sind. Diese Leitlinien werden Gegenstand von Verhandlungen sein, bevor sie dann am 29. April beim Gipfeltreffen endgültig angenommen warden.

UK: Die Analysten gehen nicht davon aus, dass die BIP-Schätzung für das 4. Quartal 2016 geändert wird (Konsensprognose: 0,7% Q/Q und 2,0% J/J).

Südafrika: Schon seit Anfang der Woche waren Gerüchte im Umlauf, die sich nun als begründet erwiesen haben: Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma entließ seinen Finanzminister Pravin Gordhan im Rahmen einer großen Kabinettsumbildung (von der 9 Minister und 6 stellvertretende Minister betroffen sind). Weitere politische Befürchtungen führten zu einer weiteren Abschwächung der südafrikanischen Währung heute Morgen.

China: Der offizielle PMI-Index für das verarbeitende Gewerbe verzeichnete im März völlig unerwartet ein 5-Jahreshoch.

Aktuelle Kurznachrichten

EUR/USD: Der Kurs erholt sich heute Morgen, nachdem er bei den letzten 3 Sitzungen 1,8% eingebüßt hatte. Die schwächere Inflation in der Eurozone scheint vom Markt gestern bereits berücksichtigt worden zu sein. Starke Daten aus den USA könnten dem Eurokurs jedoch heute Nachmittag einen weiteren Schlag versetzen. 

EUR/GBP:   Nach einem Rückgang auf unter 0,86 GBP (das niedrigste Niveau seit dem 2. März wurde gestern mit 0,8553 GBP erreicht) - hauptsächlich aufgrund des schwächelnden Euros - legte der Wechselkurs heute Morgen zu. Es sind auf dem Markt vor der ersten Reaktion der europäischen Seite auf den „Brexit“-Beschluss (siehe Schwerpunkte des heutigen Tages - D. Tusk wird die Leitlinien an die EU-Mitglieder übermitteln) erste Unruhen zu spüren.

EUR/CHF: Das Unterstützungsniveau von 1,0680 CHF verhinderte gestern einen weiteren Einbruch, als enttäuschende Wirtschaftsdaten den Euro unter Druck setzten. Auf den Fußspuren des EUR/USD-Kurses erholt sich der EUR/CHF-Kurs heute Morgen leicht und steht kurz davor, die Marke von 1,07 CHF zu durchbrechen.

EUR/PLN: Erwartungsgemäß wurde der Kurs gestern vom schwachen Eurokurs beeinflusst (-0,3% gestern bei 4,2108 PLN) und fiel auf ein 16-Monatstief zurück. Heute Morgen erholte sich der EUR/PLN-Kurs leicht, bevor um 14.00 Uhr der Verbraucherpreisindex veröffentlicht wird (Konsensprognose: 2,25% J/J gegenüber 2,2% im Februar).

EUR/CZK: Der Wechselkurs lässt aufgrund der Zuwächse von gestern heute nach (-0,2% heute Vormittag). Die tschechischen BIP-Zahlen für das 4. Quartal blieben im Vergleich zu den ersten Schätzungen unverändert (0,4% Q/Q und 1,9% J/J).


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.