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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 29, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Aufgrund der wiedererstarkten Nachfrage nach US-Dollar ist EUR/USD wieder unter die Marke von 1,08 USD gefallen, da mehrere Fed-Vertreter sich optimistisch äußersten und das Misstrauen gegenüber Donald Trump etwas nachgelassen hat.
  • EUR/GBP ist während des asiatischen Handelstages deutlich angestiegen (0,8736 GBP), da das Britische Pfund heute Morgen – nur wenige Stunden vor der offiziellen Einleitung des EU-Austritts unter Druck geraten ist.
  • Der Südafrikanische Rand ist durch massive Gerüchte, dass der südafrikanische Finanzminister seines Amtes enthoben werden soll, ebenfalls stark unter Druck geraten. EUR/ZAR fluktuiert heute Morgen oberhalb der Marke von 14,1 ZAR.
  • Rohstoffbasierte Währungen wie AUD, CAD und NOK konnten dank der gestiegenen Rohstoffpreise wieder zulegen. Der Brent-Index notiert heute morgen im Bereich von 51,5 USD.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Schweiz (08:00 Uhr) – UBS-Konsumindex – keine Konsensprognose gegenüber 1,43 bei vorheriger Veröffentlichung

Frankreich (08:45 Uhr) – Verbrauchervertrauensindex (März) – Konsensprognose 100 gegenüber 100 im Vormonat

Italien (11:00 Uhr) – Verbrauchervertrauensindex/Geschäftsklimaindex (März) – Konsensprognose -/106,0 gegenüber 106,6/106,3 im Vormonat

Vereinigtes Königreich (13:30 Uhr) – Offizielle Einleitung des britischen EU-Austritts gemäß Artikel 50 des Vertrages von Lissabon

USA (16:00 Uhr) – Anstehende Wohnimmobilienverkäufe M/M (Februar) – Konsensprognose 2,4% gegenüber -2,8% im Vormonat 

Schwerpunkte am Vortag

Überraschender Anstieg des US-Verbrauchervertrauensindexes auf 16-Jahreshoch; schottisches Parlament gibt Premierministerin Sturgeon grünes Licht für Verhandlungen mit London über erneutes Referendum; Donald Trump unterzeichnet Dekret zur Aufhebung mehrerer Klimaschutzgesetze; Gerüchte um Entlassung des südafrikanischen Finanzministers

USA: Der CBI-Verbrauchervertrauensindex übertraf im März deutlich die Prognosen der Wirtschaftsexperten (Konsensprognose 114) und stieg von 116,1 auf spektakuläre 125,6 – also den höchsten Stand seit Dezember 2000. In Kombination mit den optimistischen Aussagen mehrerer Fed-Vertreter, die 2017 stimmberechtigte Mitglieder des US-Offenmarktausschusses (FOMC) sind und laut denen es angesichts der aktuellen Lage durchaus angemessen scheint, in diesem Jahr zwei weitere Leitzinserhöhungen in den USA durchzuführen (C. Evans von der Fed in Chicago und S. Fischer, der stellvertretende Fed-Vorsitzende), aber auch nicht auszuschließen sei, dass man in den nächsten 9 Monaten sogar drei Leitzinserhöhungen vornimmt, falls sich die wirtschaftlichen Aussichten weiter verbessern, ist die Nachfrage nach US-Dollar wieder gestiegen. Nachdem er Anfang der Woche auf ein 4,5-Monatstief zurückgefallen war, konnte der US-Dollar-Index gestern wieder um nahezu 0,6% zulegen.

Schottland: Bei der Abstimmung darüber, ob Nicola Sturgeon schon bald mit den Verhandlungen über die Abhaltung eines Referendums über die Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich beginnen kann, gab ihr das schottische Parlament mit 69 Ja- gegenüber 59 Nein-Stimmen grünes Licht. Sturgeon, die das Referendum zunächst im Zeitraum zwischen Herbst 2018 und Frühling 2019 abhalten wollte, stieß auf die Ablehnung der britischen Premierministerin Theresa May, deren Zustimmung (neben der des britischen Parlaments) erforderlich ist. May hält den Zeitpunkt für unangebracht, da das Land gerade kurz davor steht, den EU-Austritt einzuleiten und dann einen Zeitraum von zwei Jahren hat, um die Austrittsbedingungen mit der EU zu verhandeln.

Donald Trump: Donald Trump unterzeichnete am Dienstag ein Dekret mittels dessen er eine Reihe von Klimaschutzgesetzen außer Kraft setzt, die Obama vor Ende seiner Amtszeit noch durchgesetzt hatte. Durch die teilweise Abschaffung dieser Gesetze, die den Kraftwerken eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes auferlegt, versucht der US-Präsident sicherzustellen, dass die Erzeugung von Energie aus fossilen Energieträgern – allem voran aus Kohle – wieder aufgenommen wird, wie während seiner Wahlkampagne versprochen. In einer kurzen Stellungnahme bekräftigte er, „den Kampf gegen die Kohle beenden zu wollen“.

Südafrika: Laut mehrerer südafrikanischer Medienberichte scheint es, als hätte die Führungsspitze des regierenden ANC der Entlassung des derzeitigen Finanzministers Pravin Gordhan zugestimmt. Diese Gerüchte kamen auf, nachdem Präsident Zuma gestern seine Missbilligung gegenüber dem Minister zum Ausdruck brachte, indem er Gordhan von einer Reise mit Anlegern mit der Begründung nach Hause zurückzitierte, die Reise, die im Vereinigten Königreich starten und in den USA enden sollte, sei nicht genehmigt gewesen.  Der Südafrikanische Rand brach gestern gegenüber dem Euro um 1,4% ein und verlor damit an den ersten beiden Tagen dieser Woche 4,8%. EUR/ZAR schloss erstmals seit über zwei Wochen wieder oberhalb der Schwelle von 14,0 ZAR (gestern 14,05 ZAR).

Themen Heute

Offizieller Beginn des Brexit um 13:30 Uhr

Vereinigtes Königreich: Punkt 13:30 Uhr wird Theresa May dem britischen Parlament mitteilen, dass das Schreiben des Vereinigten Königreichs, das dessen Austrittsgesuch aus der EU enthält, dem Präsidenten des Europäischen Rates Donald Tusk übermittelt wurde. In den darauffolgenden 48 Stunden, wird sich Tusk damit beschäftigen, ein Dokument zu erstellen, das die Richtlinien bezüglich der bevorstehenden Verhandlungen enthält und das am Freitag an die 27 EU-Mitgliedsstaaten geht. Dieses Dokument soll die Grundlage eines Handlungsrahmens bis zum 29. April, also bis zum nächsten EU-Gipfel, enthalten.

CHF:

Der Schweizer Franken ist gestern gegenüber dem Euro deutlich gesunken, nachdem die Befürchtungen der Anleger bezüglich der USA etwas nachgelassen haben. Man hat nach der Obamacare-Niederlage ein neues Kapitel aufgeschlagen und die Marktteilnehmer konzentrieren sich jetzt auch die nächsten Bekanntmachungen Washingtons in Bezug auf die geplanten Steuerreformen. Zwar konnte das Währungspaar gestern wieder auf 1,0730 USD steigen, doch könnten im Laufe des heutigen Tages erneut Baisse-Tendenzen auftreten, da das Thema Brexit den heutigen Tag beherrscht. Neben der allgemeinen in Europa herrschenden Volatilität könnte der Schweizer Franken auch durch positive Fundamentaldaten zusätzlichen Rückenwind bekommen, denn der KOF-Konsumindex ergab heute Morgen ein 2-Jahreshoch (1,50 gegenüber 1,44 im Januar).

EUR:

Da keine wichtigen Konjunkturdaten anstehen, bevor am Donnerstag die Inflationszahlen in Deutschland erscheinen, notiert der Euro unter dem Einfluss der Entwicklungen im Obligationshandel und der politischen Nachrichten aus Frankreich im Zusammenhang mit den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Die von den Marktteilnehmern gefürchtete Kandidatin des rechtspopulistischen Front National, die einen Austritt aus der Eurozone und eine Rückkehr zum Französischen Franc plant, erklärte gestern, dass eine Wiedereinführung des Franken nicht zwangläufig eine Entwertung der französischen Währung gegenüber dem Euro zur Folge hätte. Diese Behauptung wird von zahlreichen Wirtschaftsexperten und Anlegern bestritten, da diese damit rechnen, dass im Fall eines „Frexit“ viel Kapital aus Frankreich abfließen würde.

EUR/USD fiel von seinem Podest und verzeichnete einen Einbruch von 0,5%, da die Nachfrage nach US-Dollar wieder gestiegen ist. Das Währungspaar beschloss den gestrigen Handelstag oberhalb der Marke von 1,08 USD, doch ist diese Marke keinesfalls stabil, wie der Rückfall des Kurses unter die Schwelle 1,08 USD heute Morgen zeigt.

USD:

Nachdem der US-Dollar auf ein 4-Monatstief zurückgefallen ist, konnte er sich gestern wieder stabilisieren, da die Unsicherheit in Bezug auf die USA, die durch Trumps Niederlage im Zusammenhang mit der Obamacare-Reform ausgelöst wurde, wieder nachgelassen hat. Die Priorität liegt jetzt auf der Steuerreform und die offensichtliche Bereitschaft der US-Regierung, diesmal über das Thema mit den Demokraten verhandeln zu wollen. Das hat die Anleger etwas beruhigt oder zumindest den Baisse-Druck auf den US-Dollar abgemildert. Zudem haben gegen Ende des Handelstages die Aussagen der Fed-Vertreter bezüglich der schrittweisen Normalisierung des Zinsniveaus (zwei Leitzinserhöhungen von den meisten Fed-Vertretern unterstützt und Möglichkeit von drei Leitzinserhöhungen im Fall der Verbesserung der Fundamentaldaten nicht ausgeschlossen) die Nachfrage nach US-Dollar wieder aufflammen lassen und einen Anstieg des US-Dollar-Indexes um 0,6% begünstigt.


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