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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 03, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Bevor Janet Yellen heute Abend um 19:00 Uhr eine Stellungnahme abgibt, scheint es, als sei der Optimismus auf US-Seite etwas ins Stocken geraten. EUR/USD konnte sich ein wenig erholen und notiert nun im Bereich des Stützungspunkts von 1,0520 USD.
  • Der Baisse-Druck auf den Australischen Dollar und den Neuseeland-Dollar hat, aufgrund der rückläufigen Rohstoffpreise und des Rückgangs des chinesischen Einkaufsmanagerindexes (EMI) des verarbeitenden Gewerbes auf ein 4-Monatstief, zugenommen. EUR/AUD konnte erstmals in 3 Wochen wieder die Schwelle von 1,39 AUD überschreiten.
  • EUR/GBP nähert sich wieder der Marke von 0,86 USD, da die Wirtschaftsexperten damit rechnen, dass der EMI des Dienstleistungsgewerbes heute Morgen ein 5-Monatstief widerspiegelt.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Japan (00:30 Uhr) – Gesamtinflation/Kerninflation J/J (Februar) – Konsensprognose von --/0,0% gegenüber 0,3%/-0,2% im Vormonat

Eurozone (10:00 Uhr) – Korrektur des EMI des Dienstleistungsgewerbes (Februar) – Konsensprognose 55,6 gegenüber 55,6 im Vormonat

Italien (10:00 Uhr) – Wachstum des BIP Q/Q und J/J (4. Quartal), 2. Schätzung – Konsensprognose 0,2%/1,1% gegenüber 0,2%/1,1% im vorherigen Quartal 

Vereinigtes Königreich (10:30 Uhr) – EMI des Dienstleistungsgewerbes (Februar) – Konsensprognose 54,1 gegenüber 54,5 im Vormonat

Eurozone (11:00 Uhr) – Einzelhandelsumsätze (Januar) – Konsensprognose 0,4% gegenüber -0,3% im Vormonat

USA (16:00 Uhr) – ISM-Index des nicht verarbeitenden Gewerbes (Februar) – Konsensprognose 56,5 gegenüber 56,5 im Vormonat

USA (19:00 Uhr) – Stellungnahme von Janet Yellen

Schwerpunkte am Vortag

Inflation in der Eurozone auf 2% gestiegen; US-Dollar bekommt durch einen neuen Anstieg der Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinserhöhung im März Rückenwind; deutlicher Rückgang des Australischen Dollars; neue 12-Monats-Prognosen von Reuters

Inflation: Wie erwartet ist die Inflation in der Eurozone aufgrund des Anstiegs der Energiepreise im Februar auf 2% gestiegen und befindet sich somit auf einem 4-Jahreshoch. Was die Kerninflation angeht, also den Index, der die Energiepreise und die nicht verarbeiteten Lebensmittel ausschließt, liegt diese bereits den dritten Monat in Folge bei 0,9%. Das wird für Mario Draghi die Begründung dafür sein, keine vorzeitige Drosselung der aktuellen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen zu befürworten, denn die Anstiege der Inflationsraten in Europa sind noch immer moderat.

Fed: Gestern wurde der Dollar von der steigenden Hoffnung auf eine US-Leitzinserhöhung im März getragen. Ihre Wahrscheinlichkeit stieg mit 77,5 % zum Ende des Handelstages auf über 75%, nachdem sich Lael Brainard am Mittwochabend optimistisch äußerte, obwohl sie ein Mitglied des US-Offenmarktausschusses (FOMC) ist, das für seine Vorsicht bekannt ist. Wie zuvor bereits von ihren Kollegen angedeutet, erklärte auch sie, dass sich eine baldige Leitzinserhöhung ankündige. Der US-Dollar-Index stieg gestern um 0,4%, sodass seine Performance an den letzten beiden Handelstagen bei +1,1% lag. Die US-Währung befand sich gestern am Ende des Handelstages auf einem 2-Monatshoch.

AUD: Infolge der sinkenden Rohstoffpreise (vor allem Rohöl und Metalle) und eines Rückgangs der Exporte im Januar, verlor der Australische Dollar gegenüber dem Euro (-1,0%) und gegenüber dem US-Dollar (-1,3%) deutlich an Boden. EUR/AUD beschloss den gestrigen Handelstag mit 1,3873 AUD auf einem 3-Wochenhoch.

Reuters-Prognosen: Die Analysten bleiben bezüglich des Kurses des Währungspaares EUR/USD weiter pessimistisch und gehen nun von einem Rückgang des Kurses auf 1,03 USD im Verlauf der nächsten zwölf Monate aus (1,04 USD im Vormonat). Der Anteil derjenigen, die davon ausgehen, dass der Kurs von jetzt bis Anfang 2018 entweder auf ein 1:1-Verhältnis oder darunter fallen wird, liegt nach wie vor bei 30%. Was das Britische Pfund und den Schweizer Franken angeht haben sich die Prognosen gegenüber dem Vormonat nicht verändert: Die Medianprognosen für die nächsten zwölf Monate liegen nach wie vor bei 0,87 GBP und 1,10 CHF. Die Prognosen für EUR/JPY sehen etwas optimistischer aus, denn sie wurden mit 123,4 JPY bis 124,1 JPY nach oben korrigiert. Legt man die Prognosen für USD/CNY und EUR/USD übereinander, ergibt sich daraus für EUR/CNY über die nächsten 12 Monate eine Prognose von 7,33 CNY, was deutlich unter der Prognose des Vormonats von 7,47 CNY liegt.

Themen Heute

Stellungnahme Yellens um 19:00 Uhr; erster Anstieg der Kerninflation in Japan seit über einem Jahr; EMI des Dienstleistungsgewerbes in der Eurozone, im Vereinigten Königreich und in den USA

Yellen: Die Anleger erwarten mit Spannung die Stellungnahme von Fed-Chefin Janet Yellen zum Ende des heutigen Tages. Bei dieser Gelegenheit könnte sie bestätigen (oder auch nicht), dass im März erneut eine US-Leitzinserhöhung ansteht. Da Janet Yellen darum bemüht ist, die Marktteilnehmer nicht zu überraschen, um so Turbulenzen an den Börsen zu verhindern, die die Wirtschaft destabilisieren könnten, würde sich ihr hier eine ideale Plattform bieten, von der aus sie die Anleger auf die Pläne der Zentralbank im März vorbereiten und in die richtige Richtung weisen könnte. Neuerliche Hinweise darauf, dass eine Intervention vorstellbar ist oder zumindest ernsthaft während der geldpolitischen Sitzung in zwei Wochen debattiert werden könnte, dürften dem US-Dollar erneut Auftrieb verschaffen.

Japan: Im Januar 2017 hat die auf die letzten 12 Monate bezogene Kerninflation (der von der japanischen Zentralbank als Inflationsbarometer verwendete Index) erstmals seit über einem Jahr wieder einen Anstieg in den positiven Bereich verzeichnet (+0,1%). Auch wenn der Anstieg der Energiepreise seinen Teil dazu beigetragen hat, ist es dennoch für Zentralbanker eine positive Nachricht, da sie verzweifelt versuchen, dem deflationären Trend zu entrinnen, dem die Wirtschaft seit über einem Jahr ausgesetzt ist. Ein kleiner Anstieg der Inflation könnte die Zentralbanker dazu ermutigen, ihre Bemühungen und ihren aktuellen geldpolitischen Kurs auch im Rahmen der nächsten geldpolitischen Sitzung der BoJ am 15./16. März beizubehalten.

EMI des Dienstleistungsgewerbes: Heute erscheint der EMI des Dienstleistungsgewerbes (Februar) in der Eurozone (10:00 Uhr), im Vereinigten Königreich (10:30 Uhr) und schließlich auch in den USA (16:00 Uhr). Da dieser in den drei Wirtschaftsräumen zwischen 60 bis 80% des BIP ausmacht, ist die Gesundheit dieses Segments ein wichtiger Hinweis auf das derzeitige Wachstum dieser Volkswirtschaften. Man wird diese Ziffern im Vereinigten Königreich mit großem Interesse verfolgen, da die Anleger Ausschau nach möglichen Anzeichen einer Schwächung der britischen Wirtschaft im Vorfeld des Brexit halten. Auch in den USA wird das Interesse groß sein, da die Zentralbank hier eine Anhebung der Leitzinsen in Betracht zieht.

CHF:

Auch wenn die Wachstumsdaten mit +0,1% im 4. Quartal (d.h. +0,6% aufs Jahr gerechnet) gegenüber +1,4% im 3. Quartal eher enttäuschten, blieb der Aufwärtsdruck bei EUR/CHF recht moderat  (Höchststand 1,0655 CHF), da sich EUR/USD mit -0,38% am gestrigen Handelstag im Abwärtstrend befand, was sich während des US-Handelstages noch verstärkte. Der Baisse-Druck könnte bei EUR/USD hoch bleiben, bis Janet Yellen heute Abend ihre Stellungnahme abgibt, und somit EUR/CHF in der aktuellen, niedrigen Schwankungsspanne zwischen 1,0630 und 1,0660 CHF halten.

EUR:

Wie bereits seit Wochen bzw. sogar Monaten zu erkennen ist, haben die wirtschaftlichen Fundamentaldaten nur einen begrenzten Einfluss auf den Eurokurs, vor allem was sein Verhältnis zum US-Dollar angeht. Die Gesamtinflation stieg gestern auf die symbolträchtige Marke von 2%, wobei die Stagnation der Kerninflation zeigt, dass die Verbraucherpreise in der Region derzeit keinen Anstieg verzeichnen. Unter diesen Voraussetzungen wird die EZB – in der Person ihres Präsidenten Mario Draghi – höchstwahrscheinlich keine Kursänderung vornehmen und ihren Beitrag zu Spekulationen an den Börsen leisten, wenn es darum geht, möglicherweise frühzeitig die quantitativen Lockerungsmaßnahmen zu drosseln, solange in der Region noch viele politische Unsicherheitsfaktoren im Raum stehen. Die Stellungnahme der EZB wird dennoch sehr interessant sein, vor allem da die EZB höchstwahrscheinlich die Wirtschaftsprognosen für die Region nach oben korrigieren wird.

EUR/USD hat gestern erneut während des US-Handelstages die Marke von 1,05 USD unterschritten, bevor sie sich wieder ein wenig erholte und den Handelstag oberhalb dieser Schwelle beschloss. Der Wechselkurs steht nach wie vor durch eine Welle der Dollarkäufe vor der nächsten Fed-Sitzung unter Druck. Bemerkenswert ist allerdings, dass diese Baisse-Tendenz in den letzten Tagen sehr moderat ausgefallen ist, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinserhöhung deutlich gestiegen ist. Hat sich EUR/USD im Bereich der Marke von 1,05 USD eingependelt? Analysten und Anleger scheinen zumindest kurzfristig davon auszugehen. Nur 4 der 58 von Reuters befragten Analysten gehen davon aus, dass EUR/USD bis Ende März unter die Marke von 1,05 USD rutschen wird, auch wenn im Optionshandel ein Interesse für deutlich niedrigere Kurse erkennbar ist (unterhalb von 1,02 USD). Während der Stützungspunkt von 1,0520 USD nach wie vor zu halten scheint, wäre der nächste charttechnische Stützungspunkt im Fall eines Kurseinbruchs die Marke von 1,0452 USD (Tiefststand vom 11. Januar).

USD:

Der US-Dollar-Index hat innerhalb von nur zwei Handelstagen 1,1% zugelegt, da sich die Anleger für eine mögliche US-Leitzinserhöhung positionierten, die u.U. am 15. März vorgenommen werden könnte. Der Beitrag Janet Yellens am heutigen Abend und die kurz vorher geplante Stellungnahme des stellvertretenden Fed-Chefs Stanley Fischer, könnten diese Möglichkeit noch wahrscheinlicher machen. Auch wenn die Fed für eine Intervention bereit zu sein scheint, wird die Entscheidung darüber, ob dies im März oder später geschieht, eng mit der Performance der US-Wirtschaft verbunden bleiben. Somit fällt dem ISM-Index des Dienstleistungsgewerbes (Februar), der heute Nachmittag um 16:00 Uhr veröffentlicht wird, eine besondere Bedeutung zu. Der Dollar ist noch ein Stückchen von den im Dezember erreichten Höchstständen entfernt, was auf ein gewisses Hausse-Potenzial der US-Währung hindeutet.


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