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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 02, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Der Außenhandelsüberschuss Australiens ist im Januar von 3,3 Mrd. auf 1,3 Mrd. zurückgegangen, da die Exporte um 3% gesunken sind. EUR/AUD konnte daher etwas zulegen und notiert oberhalb von 1,3750 AUD.
  • EUR/JPY ist wieder über die Marke von 120 JPY gestiegen, da die Risikoaversion der Anleger deutlich nachgelassen hat.
  • EUR/USD notiert heute Morgen recht stabil. Der Kurs kann sich oberhalb des Stützungspunkts von 1,0520 USD halten, nachdem der US-Konjunkturbericht der Fed (Beige Book) gestern gezeigt hat, dass der Optimismus der US-Unternehmen in den letzten Wochen etwas gesunken ist. 
  • Heute Morgen stehen die Inflationsdaten der Eurozone an.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Australien (01:30 Uhr) – Handelsbilanz (Januar) – Konsensprognose von 3,8 Mrd. AUD gegenüber 3,5 Mrd. AUD im Vormonat

Schweiz (07:45 Uhr) – Wachstum des BIP Q/Q und J/J (4. Quartal) – Konsensprognose 0,5%/-- gegenüber 0,0%/1,3% im vorherigen Quartal

Vereinigtes Königreich (10:30 Uhr) – EMI des Baugewerbes (Februar) – Konsensprognose 52,2 gegenüber 52,2 im Vormonat

Eurozone (11:00 Uhr) – Gesamtinflation/Kerninflation J/J, 1. Schätzung (Februar) – Konsensprognose 2,0%/0,9% gegenüber 1,8%/0,9% im Vormonat

Eurozone (11:00 Uhr) – Arbeitslosenrate (Januar) – Konsensprognose 9,6% gegenüber 9,6% im Vormonat

Kanada (14:30 Uhr) – Wachstum des BIP Q/Q und J/J (4. Quartal) – Konsensprognose --/2,0% gegenüber 0,9%/3,5% im vorherigen Quartal 

Schwerpunkte am Vortag

Marktteilnehmer kalkulieren langsam US-Leitzinserhöhung im März ein; Inflationsanstieg in Deutschland, Kandidat der französischen Rechten Fillon behält Kandidatur trotz Untersuchungsverfahren aufrecht

Fed-Sitzung im März: Im Laufe des gestrigen Handelstages haben die Anleger deutlich ihre Position geändert, was die nächste Fed-Sitzung am 14./15. März angeht. Betrachtet man die Preise für Terminkontrakte basierend auf den Zinssätzen der Fed, liegt die Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinserhöhung im März jetzt bei 66%, wie die Daten des FedWatch Tools der CME Group zeigen (die Wahrscheinlichkeit stieg gestern sogar auf 71%). Die Tatsache, dass der PCE-Preisindex im Januar (kalkuliert auf zwölf Monate) das höchste Niveau seit Oktober 2012 erreicht hat (bevorzugter Indikator der Fed zur Einschätzung der Inflation) und der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes auf das höchste Niveau seit August 2014 gestiegen ist (5. Anstieg des Indikators in Folge), hat den Mitgliedern des US-Offenmarktausschusses (FOMC), die für eine Leitzinserhöhung im März sind, neue Argumente geliefert. Der US-Dollar-Index stieg gestern auf ein 7-Wochenhoch.

Inflation in Deutschland: Die Gesamtinflation ist in Deutschland auf 2,2% gestiegen und übertraf daher geringfügig die Konsensprognose von 2,1%. Sie liegt somit auf dem höchsten Niveau seit August 2012. Natürlich wird dieser erneute Anstieg der Preise in Deutschland Argumente liefern, um bei der nächsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), die am 8./9. März ansteht, die Debatte über die Notwendigkeit einer Beibehaltung der noch immer hohen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen wieder anzuheizen.

Frankreich: François Fillon, der Kandidat der Rechten, hat seine Teilnahme an der Landwirtschaftsmesse abgesagt, um eine Sonderpressekonferenz in seinem Hauptquartier abzuhalten. Bei dieser Gelegenheit erklärte er, seine Kandidatur aufrechterhalten zu wollen, obwohl die französische Staatsanwaltschaft untersucht, ob er sich der Veruntreuung öffentlicher Gelder schuldig gemacht hat. Diese Ankündigung könnte man als Widerspruch zu seiner Stellungnahme vor wenigen Wochen werten, als er sagte, er werde als Präsidentschaftskandidat zurücktreten, falls ein Untersuchungsverfahren gegen ihn eingeleitet würde. Während man noch abwartet, welche Auswirkungen das auf seine Umfrageergebnisse haben wird, sprang gestern bereits François Fillons Berater für europäische und internationale Angelegenheiten Bruno Le Maire ab. Dieser erklärte seinen Rücktritt damit, dass Fillon nicht sein Wort gehalten habe. Der Börsenhandel blieb von dieser Ankündigung mehr oder weniger unberührt, denn sollte François Fillon Stimmen verlieren, so macht dies ein Duell zwischen Macron und Le Pen im zweiten Wahlgang umso wahrscheinlicher, zumindest wenn man den jüngsten Umfrageergebnissen glauben darf.

Themen Heute

Erneuter Anstieg der Inflation in der Eurozone? BIP-Wachstum im 4. Quartal in der Schweiz und Kanada

Inflation der Eurozone: Die gestern erschienenen deutschen Inflationsdaten bildeten die Vorlage: Möglicherweise werden die heutigen Inflationsdaten der Eurozone ebenfalls stärker ausfallen als erwartet. Die Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise in den vergangenen 12 Monaten um 2,0% gestiegen sind (gegenüber 1,8% im Januar). Damit würde die Inflationsrate erstmals in den letzten vier Jahren (Januar 2013) die psychologische Schwelle von 2% erreichen, die die EZB als Zielvorgabe festgelegt hat. Allerdings gehen die Experten davon aus, dass die Kerninflation nach wie vor unverändert bei 0,9% liegt. Diese Tatsache wird Mario Draghi eventuell wieder als Argument ins Feld führen, um im Rahmen der in der nächsten Woche stattfindenden EZB-Sitzung die äußerst lockere Geldpolitik der Eurozone zu rechtfertigen. 

Schweiz: Während man in der Schweiz im 4. Quartal 2016 mit einem Wachstum gerechnet hatte (Konsensprognose 0,9% Q/Q gegenüber 0,1% im 3. Quartal), stellten sich die gestern erschienenen Daten als enttäuschend heraus. Mit einem Wachstum von lediglich 0,1% im 4. Quartal entspricht die Performance der des 3. Quartals 2016, sodass eine gewisse Sorge in Bezug auf die schweizerische Wirtschaft herrscht. Die Gründe für diese sehr schwache Performance liegen in einem Rückgang der Investitionen und einem geringen Anstieg der Exporte (niedrigstes Wachstum der letzten zwölf Monate). Die schweizerischen Zentralbanker dürften somit vor der nächsten SNB-Sitzung am 16. März wieder zu hören bekommen, wie groß die negative Wirkung des starken Schweizer Franken auf die Wirtschaft ist.

Kanada: Zweifellos wird es der kanadischen Wirtschaft schwerfallen, die Performance des 3. Quartals – Wachstum von 0,9% nach der Schrumpfung der Wirtschaft im 2. Quartal – zu wiederholen, doch könnte das Wachstum in Kanada im 4. Quartal dennoch recht positiv ausfallen, da die Rohölpreise gestiegen sind und die US-Wirtschaft in diesem Zeitraum einen Anstieg verzeichnet hat. Das BIP Kanadas wird heute am frühen Nachmittag um 14:30 Uhr veröffentlicht.

CHF:

Nachdem EUR/CHF am Vortag erneut erfolglos versucht hat, den Stützungspunkt von 1,0630 CHF zu testen, konnte das Währungspaar heute Morgen von den enttäuschenden schweizerischen BIP-Zahlen im 4. Quartal 2016 profitieren. Der Kurs erholte sich ein wenig und nähert sich der Marke von 1,0650 CHF. Dennoch ist das Potenzial für Kursanstiege bei diesem Währungspaar eher gering. Auch wenn der Kurs sich am Montag deutlich erholen konnte, liegt die Marke von 1,07 CHF nach wie vor in weiter Ferne.

EUR:

Der Euro scheint nach wie vor kaum auf die Fundamentaldaten zu reagieren, da das politische Geschehen in den Medien nach wie vor im Vordergrund steht. Die Tatsache, dass Fillon seine Kandidatur trotz des gegen ihn laufenden Untersuchungsverfahrens aufrechterhält, wurde von den Anlegern nicht als unvorteilhaft gewertet. Sollte ein Teil seiner Wählerschaft enttäuscht sein, werden sich die verlorenen Stimmen sicherlich auf die Kandidaten Le Pen und Macron umverteilen, die laut den Umfrageergebnissen im ersten Wahlgang bereits die Favoriten sind. Alle bisher erschienenen Umfragen ergaben, dass Macron im zweiten Wahlgang einen deutlichen Sieg gegenüber der rechtspopulistischen Kandidatin erzielen würde, falls es zu diesem Duell kommt. EUR/USD notiert zwar nach wie vor im Bereich eines 1,5-Monatstiefs, kann sich bisher jedoch über dem Stützungskurs von 1,0520 USD halten. Der Wechselkurs steht durch den erneuten Anstieg des US-Dollar nach wie vor unter Druck, da es immer wahrscheinlicher wird, dass die Fed den Leitzins im März doch erhöhen könnte. Die aktuellen Inflationsdaten der Eurozone sind heute der wichtigste Indikator, da ein Anstieg der Verbraucherpreise neue intensive Debatten der Zentralenbanker im Rahmen der geldpolitischen Sitzung der EZB in der nächsten Woche auslösen könnte.

USD:

Der gestern erschienene US-Konjunkturbericht der Fed (Beige Book) zeigte, dass der Optimismus der US-Unternehmen im Bezug auf die kurzfristigen wirtschaftlichen Perspektiven des Landes ein wenig nachgelassen hat. Die Unsicherheit, die auf die jüngsten Stellungnahmen Donald Trumps zurückzuführen ist, da dieser protektionistische Äußerungen tätigt und kaum Einzelheiten über seine geplanten expansionistischen Wirtschaftsreformen verlauten lässt, die er während des Wahlkampfs versprochen hat, beeinträchtigen das Vertrauen der US-Unternehmen in die künftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes und damit möglicherweise auch ihre Investitionsbereitschaft. Auch wenn sich die Beschäftigungszahlen in den USA verbessert haben, sind die Löhne und Gehälter insgesamt doch nur moderat gestiegen. Dieser Faktor könnte die Fed ermuntern, doch noch zu wartet, bevor sie den Leitzins erneut anhebt. Nachdem die Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinserhöhung im März laut dem FedWatch Tool der CME Group bereits die Marke von 70% überschritten hatte, ist sie im Laufe des US-Handelstages wieder auf 66% gefallen.

Der US-Handelstag könnte heute recht ruhig verlaufen, da keine wichtigen US-Konjunkturdaten anstehen. Allerdings könnte es zu Gewinnmitnahmen oder Positionierungen zum Kauf von US-Dollar kommen, bevor Janet Yellen am Freitag um 19:00 Uhr eine Stellungnahme abgibt. Spekulationen im Zusammenhang mit der Fed-Sitzung im März sind derzeit der Hauptauslöser von Kursschwankungen beim US-Dollar.


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