Wöchentliche Marktberichte

Feb 28, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Der asiatische Handelstag verlief recht ruhig, da die Anleger sich nach wie vor abwartend verhalten, da Donald Trump heute Abend vor dem US-Kongress eine Stellungnahme abgibt.
  • Das Britische Pfund hat heute Morgen ein wenig nachgegeben und EUR/GBP konnte sich oberhalb der Marke von 0,85 USD einpendeln, nachdem die schottische Premierministerin ihre britische Amtskollegin darauf hingewiesen hat, dass die Zeit drängt, wenn es um eine Anpassung der EU-Austrittstrategie geht. Die Zeitung The Times deutete in ihrer Sonntagsausgabe an, dass ein neues Referendum über die schottische Unabhängigkeit vorbereitet wird.
  • EUR/JPY fiel heute Morgen wieder unter die Schwelle von 119 JPY, obwohl Japan im Januar den stärksten monatlichen Rückgang der Industrieproduktion seit Mai 2016 erlitten hat (-0,8% M/M). Der Yen profitiert von der vorsichtigen Haltung der Anleger, die davon ausgehen, dass die Stellungnahme Donald Trumps, von der man sich wichtige Informationen erwartet, möglicherweise auch enttäuschen könnte.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Japan (00:50 Uhr) – Einzelhandelsumsätze (Januar) – Konsensprognose von 0,9% gegenüber 0,6% im Vormonat

UK (01:05 Uhr) – Gfk-Verbrauchervertrauensindex (Februar) – Konsensprognose -6,0 gegenüber -5,0 im Vormonat

Frankreich (08:45 Uhr) – BIP-Wachstum Q/Q und J/J (4. Quartal 2016), 2. Schätzung – Konsensprognose 0,4%/1,1% gegenüber 0,4%/1,1% laut 1. Schätzung 

Schweden (09:30 Uhr) – BIP-Wachstum Q/Q (4. Quartal 2016) – Konsensprognose 0,9%/2,4% gegenüber 0,5%/2,8% bei der letzten Veröffentlichung 

USA (14:30 Uhr) – BIP-Wachstum J/J (4. Quartal 2016), 2. Schätzung – Konsensprognose 2,1% gegenüber 1,9% laut 1. Schätzung 

USA (14:30 Uhr) – vorläufige Handelsbilanz (Januar) – keine Konsensprognose gegenüber -64,4 Mrd. USD im Vormonat

USA (16:00 Uhr) – CBI-Verbrauchervertrauensindex (Februar) – Konsensprognose 111,0 gegenüber 111,8 im Vormonat

USA (03:00 Uhr) – Stellungnahme Donald Trumps vor dem US-Kongress

Schwerpunkte am Vortag

Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinserhöhung im März steigt; E. Macron nähert sich M. Le Pen in den Umfrageergebnissen; europäischer Optimismus durch politische Unsicherheitsfaktoren beeinträchtigt

USA: Robert Kaplan, der Präsident der Fed in Dallas, der 2017 stimmberechtigtes Mitglied des US-Offenmarktausschusses (FOMC) ist, erklärte gestern, es sei vorzuziehen, dass die Fed möglichst bald die nächste Leitzinserhöhung vornimmt, um nicht die Kontrolle über die Inflationsrate zu verlieren. Damit stieg die Wahrscheinlichkeit einer neuerlichen Anhebung des US-Leitzinses deutlich an: Laut FedWatch Tool liegt CME Group die Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinserhöhung am 15. März derzeit bei 1:3.

Frankreich: Die gestern veröffentlichten Ergebnisse einer neuen Umfrage von Ifop/Fiducial ergaben eine Verringerung der Kluft zwischen den beiden Kandidaten E. Macron (24,5%) und M. Le Pen (26,0%). E. Macron konnte innerhalb von fünf Tagen ganze  5,5% zulegen und damit die wahrscheinlichen Wahlstimmen auf sich vereinigen, die ansonsten auf den Kandidaten der Mitte F. Bayrou entfallen wären, nachdem dieser am vergangenen Mittwoch erklärt hatte, seine Kandidatur aufzugeben und ins Lager des ehemaligen Wirtschaftsministers zu wechseln. Der Kandidat der Rechten F. Fillon scheint abgeschlagen und kann derzeit nur etwa 20% der Stimmen auf sich vereinen, da die französische Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel gegen ihn eingeleitet hat.

Eurozone: Zur allgemeinen Überraschung ist der Geschäftsklimaindex der Eurozone deutlich gestiegen und hat das höchste Niveau seit 2011 erreicht, obwohl der Handel in der letzten Zeit von starker Unsicherheit an der politischen Front geprägt war. Die Tatsache, dass die Unternehmen nicht sensible auf das aktuelle Klima der Unsicherheit reagieren ist sicherlich nicht zuletzt auch auf das gute Wachstum zurückzuführen, das die letzten Einkaufsmanagerindizes der Eurozone zeigten. Der einzige Wermutstropfen: Der Verbrauchervertrauensindex ist leicht gesunken und auf ein 3-Monatstief gefallen.

Themen Heute

Donald Trumps Stellungnahme vor dem US-Kongress und die Korrektur des US-BIP sind die wichtigsten Ereignisse für die Anleger; schwedisches BIP des 4. Quartals

Donald Trump: Heute Nacht um 03:00 Uhr wird der US-Präsident vor dem Kongress seine erste Stellungnahme abhalten. Finanzminister Steven Mnuchin, der am Wochenende zum Inhalt der Stellungnahme befragt wurde, erklärte, er werde wohl einige Einzelheiten zu den geplanten Steuerreformen bekanntgeben, die den Unternehmen und Privathaushalten zugute kommen sollen. Die Anleger warten zudem auf eine Stellungnahme Donald Trumps bezüglich einiger Schlüsselthemen, die er während seiner Wahlkampagne angesprochen hat, darunter die öffentlichen Investitionsprojekte in die Infrastruktur und die Restrukturierung der sogenannten Obama Care. Das könnte zu einem neuerlichen deutlichen Anstieg des US-Dollar führen, oder auch – im Fall einer Enttäuschung – zu einem Rückgang.

US-BIP: Da noch immer die Frage im Raum steht, ob die US-Leitzinsen bereits im März erhöht werden, ist die Korrektur des BIPs des 4. Quartals 2016 von besonderer Bedeutung.  Halten die US-Zentralbanker die Fundamentaldaten für ausreichend solide, könnten sie auf einen restriktiveren Kurs umschwenken, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu verhindern. Laut Medianprognose der von Reuters befragten Wirtschaftsexperten ist um 14:30 Uhr mit einer Aufwärtskorrektur des US-BIPs des 4. Quartals von 1,9% auf 2,1% zu rechnen.

Schweden: Heute Morgen werden um 09:30 Uhr die schwedischen BIP-Daten des 4. Quartals 2016 veröffentlicht. Man geht von einem Wachstum von 0,9% Q/Q au, was dem stärksten Wachstum der schwedischen Wirtschaft im gesamten Jahr 2016 entspräche.

CHF:

Muss man davon ausgehen, dass der starke Anstieg der Sichteinlagen der SNB in der vergangenen Woche von +4,7 Mrd. auf 548,2 Mrd. CHF ein Zeichen starker Interventionen der SNB auf dem Devisenmarkt ist, die durchgeführt wurden, um den Aufwärtstrend des CHF zu dämpfen? Mit großer Sicherheit, denn ein solcher Anstieg ist außergewöhnlich. Das würde bestätigen, dass die Schmerzgrenze der SNB in puncto EUR/CHF bei 1,0630 CHF liegt. Gestern verzeichnete EUR/CHF einen deutlichen Anstieg, da die Gefahr eines möglichen Wahlsiegs der euroskeptischen Marine Le Pen in den französischen Präsidentschaftswahlen im Frühling zumindest zeitweise etwas nachgelassen hat. Somit stieg der Kurs auf ein 3-Wochenhoch und verzeichnete einen Höchstkurs von 1,0687 CHF.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist heute unerwartet deutlich gestiegen und erreichte das höchste Niveau seit November 2013. Betrachtet man dieses Ergebnis und die Handelsbilanz, die im Januar auf Rekordhöhe stieg, sollte sich die SNB darin bestätigt sehen, dass sie ihre aktuelle Geldpolitik im Hinblick auf die Kursentwicklung von EUR/CHF anlässlich der Sitzung am 16. März nicht verändern muss. Dank der positiven Daten stieg der CHF heute Morgen leicht gegenüber dem EUR. EUR/CHF notiert wieder unterhalb der Marke von 1,0670 CHF.

EUR:

Der Euro konnte sich gegenüber allen Währungen der anderen G-10-Staaten wieder ein wenig erholen, da die politische Unsicherheit in Frankreich etwas nachgelassen hat, nachdem mehrere Umfragen ergaben, dass der Kandidat der Partei En Marche, Emmanuel Macron, seit dem Schulterschluss mit dem Kandidaten der Mitte François Bayrou in der letzten Woche, deutlich an Stimmen zulegen konnte. Die 3-Monats-Volatilität ist heute Morgen bei EUR/USD mit 10,5% auf den niedrigsten Stand innerhalb einer Woche gefallen. EUR/USD stieg während des europäischen Handelstages zeitweise wieder über 1,06 USD (Höchstkurs 1,0630 USD) und erreichte ein 1-Wochenhoch, da die Chancen auf eine Leitzinserhöhung im Verlauf des US-Handelstages wieder gestiegen sind.

Da heute nur wenige Konjunkturdaten und politische Nachrichten in Europa anstehen, wird der Kurs des Währungspaars EUR/USD wohl seine Impulse wieder aus den USA erhalten (mit Spannung erwartete Korrektur des US-BIP). Der Handelstag könnte in Erwartung der 1. Stellungnahme Trumps vor dem US-Kongress heute Nacht eher ruhig verlaufen. Bei geringem Handelsvolumen und/oder einem enttäuschenden US-BIP könnte EUR/USD wieder die Marke von 1,06 USD überschreiten.

USD:

Da die Anleger auf die heute Nacht stattfindende Stellungnahme Donald Trumps vor dem US-Kongress warten, kam es am Montag kaum zu Kursschwankungen des USD. Möglicherweise wird der Präsident Einzelheiten über die expansionistischen Wirtschaftsprojekte bekanntgeben, die mit großer Spannung erwartet werden, zu denen aber bisher keine konkreten Informationen vorliegen. Die Anleger verhalten sich recht vorsichtig, da man nicht weiß, wie stark sich diese wirklich auf die Wirtschaft auswirken werden, denn Finanzminister Steven Mnuchin hat bereits versucht, den Enthusiasmus über die Steuerreformpläne Trumps etwas zu dämpfen, die Letzterer als „spektakulär“ bezeichnet hat. Die Steuererleichterungen werden wohl nicht vor August in Kraft treten und werden sich wohl nur moderat auf die Wirtschaft auswirken, wenn man  Mnuchin glauben darf.

Während man auf präzisere Angaben über die politische und wirtschaftliche Agenda Washingtons wartet (oder auch nicht), richten die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf die BIP-Zahlen der USA im 4. Quartal 2016. Sollte das BIP deutlich nach oben korrigiert werden (1. Schätzung 1,9%, Konsensprognose 2,1%) könnte das die Hoffnungen auf eine US-Leitzinserhöhung in den USA im März erhöhen. Die „interventionistischen Aussagen“ einiger FOMC-Mitglieder, zuletzt die R. Kaplans von der Fed in Dallas, hat die geldpolitische Sitzung am 14./15. März 2016 wieder ins Rampenlicht gerückt. Bei dieser Gelegenheit wird die Fed auch ihre aktuellen Wirtschaftsprognosen veröffentlichen und Janet Yellen wird ihre Pressekonferenz abhalten.


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