Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Feb 22, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Der Euro ist heute Morgen aufgrund der politischen Spannungen, die derzeit die Region belasten (Wahlen in den Niederlanden im März und in Frankreich im April/Mai, neue Sorgen um Griechenland sowie der bevorstehende Brexit), unter Druck geraten. 
  • Die implizite 3-Monats-Volatilität des Währungspaares EUR/USD hat heute Morgen ein Niveau erreicht, wie zuletzt im Juni 2016, als der Brexit-Entscheid bekanntgegeben wurde (>11%).
  • Der Kurs des Währungspaars EUR/USD testet den Stützungspunkt von 1,5 USD, während EUR/GBP im Bereich des bisherigen Jahrestiefs notiert, d.h. unterhalb der Marke von 0,84 GBP.
  • Der Stützungspunkt von 1,0630 CHF hält im Moment beim Währungspaar EUR/CHF noch. EUR/JPY befindet sich derzeit auf einem 2-Monatstief und testet die Schwelle von 119 JPY.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Deutschland (10:00 Uhr) – ifo-Geschäftsklimaindex (Februar) – Konsensprognose 109,6 gegenüber 109,8 im Vormonat

Schweiz (10:00 Uhr) – ZEW-Konjunkturbarometer (Februar) – keine Konsensprognose gegenüber 18,5 im Vormonat

UK (10:30 Uhr) – Wachstum des BIP des 4. Quartals 2016 Q/Q, 2. Schätzung – Konsensprognose 0,6% gegenüber 0,6% im Vormonat 

Eurozone (11:00 Uhr) – endgültige Gesamtinflation (Januar) – Konsensprognose 1,8 gegenüber 1,8 im Vormonat

Kanada (14:30 Uhr) – Einzelhandelsumsätze M/M (Dezember) – Prognose 0,0% gegenüber 0,2% im Vormonat

USA (16:00 Uhr) – Umsätze im Bereich bereits bestehender Wohnimmobilien M/M (Januar) – Konsensprognose 1,1% gegenüber -2,8% im Vormonat

USA (20:00 Uhr) – Protokoll der geldpolitischen Sitzung der Fed (Februar)

Schwerpunkte am Vortag

EUR/USD gibt deutlich nach; überraschender Anstieg der europäischen EMI; Mark Carney in der Defensive; mexikanische Zentralbank bemüht, die Volatilität des Peso einzudämmen

EUR/USD: Die Sorgen der Marktakteure im Vorfeld der Wahlen in den Niederlanden (Mitte März) und vor allem in Bezug auf Frankreich (April/Mai) sind gestern gestiegen und haben den Euro stark belastet. Nach dem Brexit und dem Wahlsieg Donald Trumps im vergangenen Jahr, scheint ein möglicher Wahlsieg der euroskeptischen Marine Le Pen in den Augen der Anleger nicht mehr ausgeschlossen. In diesem Zusammenhang zeichnet sich im Optionshandel ein Anstieg von Käufen zum Schutz vor einem Absinken des Eurokurses bzw. einigen europäischen Vermögenswerten ab (beispielsweise beim französische CAC 40  Index). EUR/USD gab gestern um 0,7% nach und verzeichnete einen Schlusskurs von 1,5035 USD, was dem niedrigsten Stand seit dem 6. Januar entspricht.

EMI der Eurozone: Die vorläufigen, gestern veröffentlichten EMI ergaben, dass die Wirtschaftsaktivität in Europa unerwartet den stärksten Anstieg der vergangenen sechs Jahre verzeichnet hat. Den positiven Wachstumszuwachs verdankt die Eurozone vor allem im Dienstleistungsgewerbe, das derzeit noch nicht unter den politischen Unsicherheitsfaktoren leidet, die der Region bevorstehen (Wahlen in den Niederlanden, in Frankreich und in Deutschland sowie der Brexit).

Bank of England (BoE): Auf Fragen von Mitgliedern des Finanzkomitees zur Aufwärtskorrektur der Wachstumsprognosen während der letzten geldpolitischen Sitzung und zur möglichen Positionsänderung der BoE (derzeit neutral) verteidigte Mark Carney diese Wahl und erklärte, er sehe derzeit noch kein Anzeichen für eine bevorstehende Leitzinserhöhung im Lande. Die Abgeordneten waren von der Antwort des Zentralbankgouverneurs wenig überzeugt und sind aufgrund der zunehmenden Inflation im Land beunruhigt.

Mexikanische Zentralbank: Die mexikanischen Zentralbanker gaben gestern bekannt, dass sie 20 Mrd. USD einsetzen werden, um Risiken an den Devisenbörsen einzuschränken und ihre Währung zu stabilisieren, da deren Volatilität seit der Wahl Donald Trumps in den USA deutlich angestiegen ist.

Themen Heute

Protokoll der Fed; Aufwärtskorrektur des britischen Wachstums; Korrektur der Inflationszahlen in der Eurozone

Fed (20:00 Uhr): Heute Abend wird das Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der Fed vom 31. Januar/1. Februar veröffentlicht. Die Anleger werden das Dokument mit großem Interesse lesen, um mögliche Hinweise auf die von der Fed geplanten nächsten Leitzinserhöhungen zu finden. Ohne Zweifel könnte das Dokument sie enttäuschen. Janet Yellen hatte in der vergangenen Woche die Möglichkeit, ein genaues Datum zu nennen oder auch weitere Einzelheiten über die Pläne der Fed bekanntzugeben, was sie jedoch nicht tat. Wie die Fed-Chefin gestern in Cleveland erklärte, hat die Fed kein Interesse daran, die Marktakteure zu überraschen. Und wie wir bereits in den Berichten der letzten Tage ausgeführt haben, scheint die nächste Leitzinserhöhung eng an die Umsetzung der Wirtschaftsreformen Donald Trumps geknüpft.

Vereinigtes Königreich (10:30 Uhr): Heute Morgen erscheint die 2. Schätzung des britischen BIP des 4. Quartals 2016. Die 1. Schätzung deutete auf ein solides Wachstum von 0,6% hin, was den Ergebnissen der vorherigen Quartale entspräche. Die Wirtschaftsexperten rechnen nicht mit einer Korrektur dieser Zahlen. Jegliche Überraschung (sei es nach oben oder unten) könnte Kursschwankungen für das Britische Pfund bedeuten – vor allem, wenn es sich um eine Abwärtskorrektur handeln sollte.

Eurozone (11:00 Uhr): Die endgültigen Inflationszahlen der Eurozone für Januar werden heute gegen Ende des Vormittags veröffentlicht. Möglicherweise bestätigen Sie einen Anstieg der Gesamtinflation der sich auf dem höchste Niveau seit Februar 2013 befinet – ganz im Gegensatz zur Kernstation, die im Bereich von einem Prozent stagniert (0,9 % bei der 1. Schätzung).

CHF:

Trotz der aktuellen Schwäche des Euro hält der Stützungspunkt von 1,0630 CHF nach wie vor. Doch wie lange noch? Es könnte sein, dass die SNB an den Devisenbörsen intervenieren wird, um den Aufwärtsdruck auf den Franken zu reduzieren, da die Anleger diesen gerne als Fluchtwährung nutzen, um sich vor den Turbulenzen an den europäischen Finanzbörsen zu schützen. Falls es plötzlich zu für den Euro negativen Kursschwankungen kommt, ist allerdings nicht sicher, ob die schweizerischen Zentralbanker dieses Niveau wirklich dauerhaft verteidigen werden können, auch wenn sie dies sicherlich gerne täten. Sobald dieses Niveau einmal durchbrochen ist, wird EUR/CHF sicherlich auch schon sehr bald den Stützungspunkt von 1,06 CHF testen…

EUR:

Der Euro scheint sich derzeit im Abwärtstrend zu befinden, da die politischen Unsicherheitsfaktoren wohl tatsächlich die Oberhand über das gute wirtschaftliche Klima in der Region gewonnen haben. Die Anleger scheinen von den neuerlichen Signalen, die für ein stärkeres Wirtschaftswachstums in der Eurozone sprechen, die sich in den jüngsten EMI niedergeschlagen haben, keine Notiz zu nehmen. Sie scheinen vielmehr davon ausgehen, dass die katastrophale politische Situation im Frühling und Sommer – Wahlsieg Marine Le Pens in Frankreich und neue Spannungen in Bezug auf Griechenland – die in den letzten Monaten gemachten Anstrengungen auf wirtschaftlicher Ebene zunichte machen und die Region erneut in ein gewisses wirtschaftspolitisches Chaos stürzen könnten. Die jüngsten Äußerungen der EZB zeigen ebenfalls, dass die Zentralbank sich nicht auf die guten wirtschaftlichen Ergebnisse verlässt und es vorzieht, ihre geldpolitischen Lockerungen (Negativzinsen und Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (APP)) beizubehalten, solange noch politische Unsicherheitsfaktoren über der Region schweben. Somit dürfte das Anstiegspotenzial des Euro recht beschränkt sein, zumindest bis Anfang Mai (2. Wahldurchgang der französischen Präsidentschaftswahlen am 7. Mai). Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass der Euro in den nächsten Wochen zunehmend Baisse-Druck bekommt, sobald die Umfragen und die Debatten zwischen den unterschiedlichen Kandidaten in Frankreich zu nehmen (die Debatte zwischen den fünf wichtigsten Präsidentschaftskandidaten wurde tentativ für den 20. März festgesetzt). Heute Morgen befand sich die implizite 3-Monats-Volatilität bei EUR/USD – einschließlich der Wahlen in den Niederlanden, den französischen Wahlen und der offiziellen Einleitung des Brexit-Prozesses – oberhalb on 11% und damit auf einem der Höchststände der letzten 12 Monate.

EUR/USD schloss gestern mit 1,0535 USD auf dem niedrigsten Stand seit dem 6. Januar und durchbrach heute Morgen den Stützungspunkt von 1,0520 USD. Sollte dieses Tempo anhalten, könnte sich der Kurs auf den bisherigen Jahrestiefststand von 1,0340 USD zubewegen (zuletzt am 3. Januar 2016 verzeichnet), falls nicht ein enttäuschendes Fed-Protokoll heute Abend diesen freien Fall aufhalten sollte.

USD:

Loretta Mester, die Präsidentin der Fed in Cleveland, hat in wenigen Worten das zusammengefasst, was viele Beobachter denken „Die Fed möchte die Marktteilnehmer nicht überraschen“ und erklärte auch, dass eine Leitzinserhöhung wohl eher nicht zu erwarten sei, da die Aussagen der Federal Reserve (Fed) bisher bezüglich ihrer geldpolitischen Agenda sehr uneindeutig waren und die nächste Sitzung bereits in einem Monat stattfindet. Neel Kashkaride, der Präsident der Fed in Minneapolis, blieb seinem Status als „Taube“ treu und erklärte, er sei „moderat optimistisch“. Auf US-Seite gibt es wenig Neues. Man wartet nach wie vor darauf, dass Donald Trump Einzelheiten über seine steuerpolitischen Reformpläne bekanntgibt. Das wichtigste Ereignis des Tages (bzw. gemäß MEZ des Abends) ist die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Fed-Sitzung, das möglicherweise auch keine Überraschungen zutage führt, sodass nach wie vor unklar sein dürfte, wann die nächste Leitzinserhöhung stattfindet. Sollte das der Fall sein, wären damit definitiv die Spekulationen um eine mögliche baldige Zinserhöhung beendet, was zu einem Kursrückgang des US-Dollar und einer Änderung der Positionierung der Anleger führen könnte, da sich damit die nächste Leitzinserhöhung verzögern würde.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.