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Tägliche Marktberichte

Mai 17, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Salvini und die EU

USD

EUR USD (1,1170)
Die momentan anhaltende Schwäche der Gemeinschaftswährung kommt Gestern wiederholt zum Vorschein, nachdem fehlende Daten für die Eurozone und eine ansteigende Unsicherheit bezüglich der europäischen Parlamentswahlen den EURUSD nach unten treiben. Die vorgestern Abend proklamierte Verschiebung der US-amerikanischen Importzölle auf europäische Kraftfahrzeuge sorgte für leichte Aufwärtsbewegungen im Euro. Dieser Optimismus hielt jedoch nicht lange an, da wachsende Sorgen um eine politische Spaltung bei den europäischen Parlamentswahlen nächste Woche jeglichen Antrieb des Paares verhinderten. Seit einigen Wochen steht der italienische Premierminister Matteo Salvini im Fokus der Diskussionen, der sich mit seiner populistischen Partei Lega Nord seit einiger Zeit mit Brüssel anlegt. Markteilnehmer sehen Italien weiterhin als eine potenzielle Schwäche der Gemeinschaftswährung an. Verstärkt wurde der Disput nachdem Salvini seine Bereitschaft verkündete, die Schuldenobergrenze der EU von 3% des Bruttoinlandsprodukts durchbrechen zu wollen. Der gestrige Tag bot einige Veröffentlichungen für die US-amerikanische Wirtschaft, wobei der Anstieg des Business Outlook- Indikators der Philadelphia FED auf 16,6 (Vormonat 8,5) die größte Überraschung lieferte, zumal ein leichter Anstieg auf 9,0 von Ökonomen prognostiziert wurde. Der heutige Wirtschaftskalender bietet für die Eurozone nur die finalen Verbraucherpreisindizes, welche einen Anstieg der Inflation von 1,7% (ggü. Vorjahr) bestätigen sollten. Aufseiten der USA wird der hochrelevante Sentimentindex der Universität Michigan veröffentlicht, welcher mit einem Wert von 97.5 einen leichten Anstieg gegenüber dem Vormonat verzeichnen könnte.

Der Verkaufsdruck gegenüber der Gemeinschaftswährung scheint gestern nochmal Fahrt aufgenommen zu haben und so verzeichnet das Paar die größte tägliche Abwertung seit dem 24. April. Der Handelsstreit lässt den mittel- als auch langfristigen Abwärtstrend des EURUSD somit weiter bestehen. Die Unterseite ist derzeit schwach unterstützt und könnte einen Test des Jahrestiefs 1,1110 zur Folge haben. Aufwärtsbewegungen werden derzeit durch 1,1200 (21-1D Moving Average) verhindert.

CHF

EUR CHF (1,1305)
Die Nachfrage nach sicheren Anlagehäfen, aufgrund einer erhöhten Risikoaversion treibt den EURCHF diese Woche auf ein fünfwöchiges Tief. Verstärkt wurde die Abwärtsbewegung aufgrund des Durchbruchs unter die beiden gleitenden Durchschnitte bei 1,1330 (200-1D Moving Average) und 1,1320 (50-1D Moving Average), wobei 1,1260 derzeit eine starke Unterstützung darstellt und weitere Abwärtsbewegungen verhindert. Die geringe Risikobereitschaft könnte sich in die nächsten Wochen ziehen, es bleibt jedoch offen ob Marktteilnehmer die taubenhafte Zentralbank weiterhin ignorieren werden. Zentralbankpräsident Thomas Jordan äußerte sich zuletzt über die Bereitschaft in den Währungsmarkt zu intervenieren, falls der Schweizer Franken zu sehr aufwerten würde. Aufseiten der wirtschaftlichen Veröffentlichungen standen für diese Woche nur die Erzeuger- und Importpreise am Kalender, welche gegenüber dem Vorjahr konstant bleiben.

GBP

EUR GBP (0,8740)
Eine marktübergreifende Risikoaversion der Marktteilnehmer und die anhaltende Verwirrung über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bauen die Verluste des britischen Pfunds weiter aus und so verzeichnet der EURGBP die neunte tägliche Aufwertung in Folge. Der Technische Momentumindikator befindet sich auf dem höchsten Niveau seit  Mai 2017, was nochmal deutlich widerspiegelt wie signifikant die derzeitige Aufwärtsbewegung vom Jahrestief 0,8500 wirklich ist. Eine unerwartete Bestätigung und Ratifizierung eines Austrittsabkommens könnte das Pfund erheblich stärken und Bewegungen zum Jahrestief entfalten, bleibt aber aufgrund der weiterhin fehlenden Fortschritte mit jedem Tag unwahrscheinlicher. Diese Woche verkündete die Premierministerin einen weiteren Versuch Ihren Austrittsplan vor das Parlament zu legen. Optimismus diesbezüglich hielt sich bei den Marktteilnehmern jedoch in Grenzen. Ein Plan, welcher eine Zollunion vorschlägt, würde von den Konservativen niedergeschlagen werden, wobei ein Austritt ohne eine enge ökonomische Zusammenarbeit mit der EU nicht von der Opposition geduldet werden würde. Somit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal Brexits, insbesondere seitdem sich Boris Johnson als potenzieller Nachfolger Theresa Mays proklamiert hat.

Die Aufwärtsbewegung mit Potenzial 0,8790 (200-1D Moving Average) bleibt aufrechterhalten. Potenzielle Verluste des Paares könnten durch Unterstützung bei 0,8700 und 0,8630 in Grenzen gehalten werden.

PLN

EUR PLN (4,3020)
Die am Mittwoch eingesetzte Stärke des Zloty, welche den EURPLN auf ein einwöchiges Tief bei 4,2910 versetzt, konnte gestern nicht aufrechterhalten werden. Die Verschiebung der US-amerikanischen Importzölle auf Kraftfahrzeuge aus der Eurozone ließ ein leichtes „Risk-on“ Sentiment einsetzten und verhalf den zentraleuropäischen Währungen sich etwas zu festigen. Die Automobilbranche stellt einen signifikanten Treiber des polnischen Wirtschaftswachstums dar und spiegelt die Nähe zu der Eurozone wider. Neben dem Handelsstreit blickten Marktteilnehmer auf die geldpolitische Entscheidung der Zentralbank am Mittwoch, welche den Leitzins bei 1,5% beibehält und die kürzlich gestiegene Inflation (2,2% im April, 1,7% im März) als kurzfristiges Phänomen abstempelt.
Laut dem Präsidenten der polnischen Zentralbank Adam Glapinski könnte eine Erhöhung der Zinsen im Extremfall erst mit Ende der Amtszeit des geldpolitischen Rates 2022 notwendig erscheinen.

Die Aussagen des Zentralbänkers, gekoppelt mit den gestrigen politischen Sorgen um die Europawahlen bauten den Druck gegenüber dem Zloty  leicht auf, sodass sich der Euro innerhalb seiner weiterhin anhaltenden Aufwärtstendenz nach einer starken Abwertung am Mittwoch wieder leicht erholen konnte.

HUF

EUR HUF  (324,75)
Der Forint konnte sich gestern leicht gegenüber dem Euro stärken, nachdem am Mittwoch ein fünfmonatiges Hoch bei 325,80 gefunden wurde. Die ungarische Wirtschaft vermerkt laut den gestrigen Bruttoinlandsproduktdaten mit einem Wachstum von 5,3% den stärksten Anstieg der Region. Dieses stetige Wirtschaftswachstum konnte die Zentralbank jedoch nicht zu signifikanten Zinserhöhungen drängen und so bleibt das Niveau des Leitzins mit 0,9% eines der geringsten in der Region. Ängste über höhere Ölpreise könnten die momentane Inflation, welche ein Jahreswachstum von 3,0% aufweist, über die Obergrenze der Zentralbank führen und so eine Zinserhöhung forcieren.

Der Euro bewegte sich gestern kaum gegenüber dem Forint und hält sich in seinem einmonatigen Aufwärtstrend mir der derzeitigen Obergrenze bei 325,80. Unterstützung bei 323,00 (21-1D Moving Average) verhindert derzeit, dass sich Verlust in Richtung 321,80 (200-1D Moving Average) entfalten können.

CZK

EUR CZK  (25,73)
Anhaltende Sorgen um eine Eskalation des Handelsstreits und fehlende Zeichen einer Erholung in der Eurozone können sich in keiner Schwäche der Krone widerspiegeln und so wertet die EURCZK zum dritten Tag in Folge ab.
Die gestrige Stärke der Krone kann auf die am Mittwochabend veröffentlichte Nachrichten von Donald Trump zurückgeführt werden, welcher die Entscheidung über potenzielle Importzölle auf Kraftfahrzeuge aus der EU und Japan um sechs Monate nach hinten verschiebt.

Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren oder eine Neueinschätzung der tschechischen Leitzinssituation blieb die Krone weiterhin in der Dreiecksformation, welche seit Juni 2018 anhält. Zwar konnte sich die Krone geringfügig festigen, bleibt jedoch weiterhin in dem engen Bewegungsbereich zwischen 25,680 und 25,740 gefangen.


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