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Mai 22, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

May stellt neuen Deal vor

USD

EUR USD (1,1160) 
Marktteilnehmer stehen der europäischen Gemeinschaftswährung weiterhin skeptisch gegenüber und so bleiben Abwärtsbewegung zum Jahrestief 1,1110 möglich, solange die Aussichten einer Eskalation des Handelskriegs weiter aufrechterhalten werden. Daran änderte auch des gestern veröffentlichte Verbrauchervertrauen für die Eurozone nichts, welches unerwartet auf ein siebenmonatiges Hoch springt. Grund zur übertriebenen Freude bot der Anstieg jedoch keinen, insbesondere da sich der Index der europäischen Kommission weiterhin im negativen Bereich befindet. Auch die Aussagen des Atlanta FED Präsidenten Raphael Bostic über die schwache Inflation und die fehlende Notwendigkeit einer Zinserhöhung konnten die Nachfrage nach dem US-Dollar nicht verringern. Laut dem Präsidenten kann der fehlende Lohndruck als Zeichen dafür gesehen werden, dass die natürliche Arbeitslosenquote niedriger liegt als bisher angenommen, was Marktteilnehmer als eine taubenhafte Aussage aufgenommen hatten. Gesprächsthema des gestrigen Tages war ebenfalls der von der OECD veröffentlichte Konjunkturausblick für die Weltwirtschaft, in welchem die Wachstumsprognose für 2019 leicht nach oben revidiert wurde und nun bei einem Wirtschaftswachstum von 3,3% steht. Aufseiten der Zentralbanken könnten die heute veröffentlichten Protokolle des letzten Offenmarktausschusses der US-Amerikanischen Notenbank und die Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi in Frankfurt, Aufschluss über die derzeitigen Ansichten der Währungshüter bieten. Auch ohne besondere Schlagzeilen am gestrigen Tag wird die Kursbewegung von den Handelsproblemen bestimmt. Verstärkt wurden die momentanen Sorgen der Marktteilnehmer durch die US Sanktion gegen den Iran, welche die globalen geopolitischen Probleme verstärkt und zu einer Kapitalverlagerung in sichere Hafen führt. Sollte im Falle weiterer Kursrückgänge auch noch die Unterstützung bei 1,1110 fallen, würde der Euro erneut in einen mindestens kurzfristigen Abwärtstrend überführt, dessen anfängliches Potenzial bis 1,0990 reicht.

CHF

EUR CHF (1,1285)
Die gestrige Präsentation des revidierten Austrittsplans Theresa Mays und Ihre Bereitschaft sich im schlimmsten Fall für eine Zollunion oder sogar ein zweites Referendum einzusetzen, überschattet für kurze Zeit die derzeitigen geopolitischen Sorgen und dämmt gestern die Nachfrage nach dem Schweizer Franken. Die morgige Veröffentlichung der Schweizer Industrieproduktion, welche im ersten Quartal laut Prognosen um 0,3% gesunken ist, könnte den Verkaufsdruck gegenüber dem Franken nochmals leicht verstärken. Somit konnte sich der EURCHF im Rahmen des seit Ende April anhaltenden Abwärtstrends leicht festigen, wobei weitere Bewegungen nach oben von 1,1320 (50-1D Moving Average) verhindert werden. Derzeit verhindert die Unterstützung bei 1,1260, dass sich Abwärtspotenzial in Richtung 1,1230 (Tief 25. Januar) entfalten kann.

GBP

EUR GBP (0,8770)
Die Premierministerin Theresa May will es noch einmal wissen und legt alle Optionen auf den Tisch. In einem letzten Versuch sich auf ein Austrittsabkommen zu einigen und ein No-Deal Szenario zu vermeiden, könnte die Premierministerin den Parlamentsabgeordneten die Option eines zweiten Referendums bieten. Nach den Äußerungen übernahmen optimistische Sterling-Investoren das Ruder und so vermerkte der EURGBP einen kurzfristigen Abwärtsdruck, welcher sich jedoch schnell wieder in Luft auflöste. Mit dem kompletten Richtungswechsel Theresa Mays scheint Sie endgültig die Stimmen der Euroskeptischen Torys verloren zu haben, wobei Oppositionsführer Jeremy Corbyn weiterhin angedeutet hatte, das Abkommen nicht unterstützen zu wollen. Es scheint, als hätten die einzelnen Parteien komplett unterschiedliche Vorstellungen über den tatsächlichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und somit könnte keine der vorgeschlagenen Alternativen eine absolute Mehrheit erlangen. Diese Aussichtslosigkeit und der Rücktritt Mays nach der Abstimmung (unabhängig von dem Ergebnis der Abstimmung) stellen nun die Frage der potenziellen NachfolgerInnen in den Raum, wobei allein die Verkündung der Kandidatur von Boris Johnsons die Wahrscheinlichkeit eines Hard Brexits erhöhte.

Die bloße Aussicht, den Brexit ganz zu vermeiden, hat das britische Pfund kurzfristig wiederbelebt, konnte den Aufwärtstrend jedoch nicht erheblich beeinflussen und somit vermerkt das EURGBP die Elfte tägliche Aufwertung in Folge. Somit notiert das Paar knapp unter 0,8790 (200-1D Moving Average) und könnte bei einem fehlgeschlagenem durchstoßen dieses Niveaus Abwärtsbewegungen in Richtung 0,8720 und 0,8680 entfalten.

PLN

EUR PLN (4,3060)
Die polnische Entlohnung im Unternehmensbereich steigt im April um 7,1% (ggü. Vorjahr) und übertrifft jegliche Prognosen, welche von einem Anstieg von 6,6% ausgegangen sind. Hinzukam ein leichter Beschäftigungsanstieg um 2,9% im gleichen Zeitraum. Die gestrigen Veröffentlichungen fügen sich in die zuletzt veröffentlichten Prognosen des internationalen Währungsfonds, welcher für Polen ein Lohnwachstum von durchschnittlich 8% (2019-2020) und eine Reduktion der Arbeitslosenquote auf 3,5% vorsieht. Gestern veröffentlichte Prognosen der OECD weisen auf ein Wirtschaftswachstum von 4,2% (2019) und 3,5% (2020), was eine leichte Verbesserung zu den vorherigen Prognosen darstellt. Die längerfristigen Aussichten scheinen jedoch pessimistischer und gehen von einem Wachstumsrückgang aus, welcher durch fehlende Investitionen und einem Mangel an Arbeitskräften ausgelöst werden könnte. Die straffe Lage am Arbeitsmarkt und der anhaltende Lohnanstieg könnten den Konsum weiter antreiben und den Inflationsdruck erhöhen. Die Veröffentlichungen des Industrieertrages (heute) und der Einzelhandelsumsätze (morgen) könnten Auskunft darüber geben, ob sich die gute Lage am Arbeitsmarkt in einer höheren Nachfrage widerspiegelt und wie notwendig eine Zinserhöhung derzeit wirklich ist.

Bislang konnte sich der Inflationsdruck in keiner Zinsentscheidung bei dem letzten Zentralbanktreffen manifestieren und lässt die Sorgen der Marktteilnehmer aufrechterhalten. Der Zloty wertet gegenüber dem Euro nach starkem Auftakt in die Woche ab und sieht sich bei 4,3100 dem Widerstand beim dreimonatigen Hoch entgegen.

HUF

EUR HUF  (326,25)
Die Aufwärtsbewegung des EURHUF gewann mit der erhöhten Unsicherheit bezüglich der Europawahlen verstärkt an Fahrt und erreicht bei 327,50 ein neunmonatiges Hoch. Die längerfristige Schwäche der ungarischen Währung wird von den Sorgen um eine taubenhafte ungarische Zentralbank getrieben, welche sich derzeit trotz erhöhten Inflationsdruck nicht in der Lage sieht, den Leitzins anzuheben. Ohne die Veröffentlichung eines neuen Inflationsberichts gehen Marktteilnehmer von keiner Zinserhöhung bei der kommenden Zinsentscheidung am 28. Mai aus und so könnte erst das Treffen im Juni zu neuen Impulsen führen.

Weitere Aufwärtsbewegungen mit Potenzial 331,50 (Hoch 28. Juni 2018) könnten bei 330,00 Widerstand finden, wobei Verluste auf der Unterseite von 325,80 und 324,80 limitiert werden könnten.

CZK

EUR CZK  (25,770)
Die gestrige Aufwertung der tschechischen Krone gegenüber der Gemeinschaftswährung stellt den Ausbruch aus der seit Juli 2018 anhaltenden Dreiecksformation des Paares infrage. Nach wie vor verhindert allerdings an der Unterseite eine Unterstützung bei 25,740 (200-Moving Average), dass sich weiterer Abgabedruck in Richtung 25,680 (Tief 16. Mai) entfalten kann. Im Rahmen der leichten Schwäche der Krone darf 25,760 nun nicht mehr überwunden werden, um einen Ausbruch aus der Formation und somit weitere Aufwärtsbewegungen zu signalisieren.


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