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Sep 28, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Europa-Favorisierung zu Ende? – US-wahlen im Fokus

INTRO

Bis vor zwei Wochen war die Annahme, dass die Eurozone deutlich besser aus der Coronakrise gekommen ist als der Rest der Welt, eine unbestrittene Tatsache an den Märkten. Dies, und die Ankündigung des 750 Milliarden Euro schweren Hilfspakets der europäischen Regierungen konnten der Gemeinschaftswährung über eine Reduktion der Risikoprämie den Weg auf ein 2-Jahres-Hoch gegenüber dem US-Dollar ebnen.  Mit dem jüngsten Anstieg der Infektionszahlen und den erneuten Sperrmaßnahmen in Frankreich und Großbritannien wird die kurz gelebte Favorisierung europäischer Anlagen zunehmend hinterfragt. In Verbindung mit der langsam in die Märkte fließenden Anspannung vor den US-Präsidentschaftswahlen und der jüngsten Festigung des US-Dollars stellt sich in der neuen Woche die Frage, ob die Kapitalrotation in risikoreiche Währungen fürs Erste gestoppt wird.

Vor diesem Hintergrund erhält die erste Debatte zwischen dem amtierenden Präsidenten und dem Herausforderer Joe Biden am Mittwoch die beinahe alleinige Aufmerksamkeit in dieser Woche. Das Sentiment an den Märkten, das offenstehende US-Fiskalpaket und die Nominierung der Nachfolge von Richterin Ruth Bader Ginsburg hängen von dem Ergebnis der US-Wahl ab. An den Währungsmärkten wird der US-Dollar, um genauer zu sein, die Reaktion der Leitwährung auf die TV-Debatte, genau beobachtet werden. Derzeit herrscht der Konsensus, dass die Währung von einer zweiten Amtszeit von Donald Trump profitieren könnte, angesichts der engen Korrelation zwischen dem DXY und dem Approval-Rating des Präsidenten. In Stein gemeißelt scheint diese Beziehung jedoch nicht zu sein. Den Abschluss der Woche definiert die Veröffentlichung des US-amerikanischen Arbeitsmarktberichts am Freitag um 14:30.

Währungsüberblick

  • EU: Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde (15:45)

USD

Fokus auf $1,15

Die jüngsten Risk-off Bewegungen machen der Gemeinschaftswährung zu schaffen. Anspannungen an der politischen Bühne in den Vereinigten Staaten und die zweite Infektionswelle in Europa, kombiniert mit der überzogenen technischen Position, scheinen die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD erklären zu können. Die Brexit-Gespräche, welche in dieser Woche in die letzte Runde gehen, sind zwar in den Hintergrund gerückt, bleiben jedoch potenzielle Stolpersteine für die Gemeinschaftswährung und das britische Pfund. Der Fokus liegt in den nächsten Tagen am Unterstützungsniveau $1,15 (Hoch 09. März).

USD

FX-Volatilitäten bleiben bestehen

Der US-amerikanische S&P500 und der deutsche Dax sind auf gutem Wege, den schwächsten Monat seit dem Ausbruch des Coronavirus im März hinter sich zu bringen. Historisch betrachtet gilt das dritte Quartal, und insbesondere der September, für die Aktienmärkte als schwäche Periode des Jahres. Vor der Wahl bleiben die FX-Volatilitäten weiterhin auf erhöhen Niveaus, was durch den leichten Anstieg des US-Dollar-Indizes insbesondere für Schwellenländerwährungen problematisch werden könnte.

PLN

Abhängig vom globalen Geschehen

Die Währungen Zentraleuropas versuchen sich nach einigen schwachen Wochen wieder zu stabilisieren. Der polnische Zloty und die tschechische Krone notieren auf viermonatigen Tiefständen, während der ungarische Forint auf dem niedrigsten Niveau seit April verweilt. Mit den geldpolitischen Treffen in der Region hinter uns werden sich die Währungen größtenteils von globalen Themen und Schlagzeilen leiten lassen. Neben den Entwicklungen bezüglich der US-Präsidentschaftswahl wird die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am Freitag von Bedeutung sein. Sonnten die globalen Börsen einen positiven Wochenauftakt verzeichnen, könnten CEE-Währungen leicht gestärkt in die neue Handelswoche gehen.


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