Globale Themen

Fortschreibung der Eskalation

USD

EUR USD (1,1680)

Sieht man einmal von dem Handelskrieg zwischen den USA und China ab, war der gestrige Handelstag eigentlich recht ereignislos. Und auch die Eskalation in diesem Konflikt verlief im Grunde in vorgezeichneten Bahnen. Die USA verhängt per 24. September neue Strafzölle auf chinesische Importe in Höhe von 200 Milliarden USD, und China erwidert, wie bereits im Vorfeld angekündigt, mit Vergeltungsmaßnahmen, die am gleichen Tag wirksam werden sollen. Die Rede ist von Strafzöllen zwischen 5 und 10 Prozent auf US-Importe in einem Volumen von 60 Mrd. USD. Hier zeichnet sich bereits eine deutliche Asymmetrie ab. Denn zusammen mit bereits verhängten Strafzöllen auf US-Importe in Höhe von 50 Mrd. USD ist bereits ein Gesamtvolumen von 85 Prozent aller Exporte aus den USA nach China des Jahres 2017 erreicht. Aufgrund des chinesischen Handelsüberschusses mit den USA können diese nun – und auch dies wurde bereits angekündigt – noch einmal chinesische Importe in Höhe von 267 Milliarden USD mit Extrazöllen belegen. Was bliebe China im Gegenzug übrig? Da ist etwa die Rede davon, dass China kartellrechtliche Genehmigungen bei Übernahmen und Fusionen, an denen US-Unternehmen beteiligt sind, verweigern oder in China tätige US-Unternehmen regulatorisch schikanieren könnte. Ganz zu schweigen davon (wenn auch derzeit unwahrscheinlich), dass China einen Teil seiner Währungsreserven weg vom Dollar in andere Valuten umschichten könnte. Immerhin kann man es als Vermeidung des „Worst Case“ betrachten, dass die für den 27. und 28. September geplanten Handelsgespräche in Washington entgegen aller Befürchtungen nun doch noch stattfinden können. Weil diese Verhandlungen jedoch nicht auf höchster Ebene stattfinden werden, ist vor den Zwischenwahlen nach Ansicht von Marktbeobachtern ohnehin nicht mehr mit einer Lösung im Handelskonflikt zu rechnen. Denn auf chinesischer Seite hofft man möglicherweise darauf, dass es zu beträchtlichen Verlusten der Republikaner bei den Midterm-Wahlen am 6. November in Senat und Repräsentantenhaus kommen könnte. Allerdings ist davon auszugehen, dass auch die Demokraten gegenüber China generell eine harte Handelspolitik verfolgen werden.
Am Ende des gestrigen Handelstages bleibt jedoch festzuhalten, dass die Flucht aus dem Euro in den Dollar erneut ausgeblieben ist, wie dies bei früheren Verschärfungen des Handelskonflikt zwischen den USA und China der Fall gewesen war. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass man die Fortschreibung der Eskalation von Händlerseite schon längst eingepreist hat. Dies zeigt auch die jüngste Fondsmanagerumfrage von BofA Merrill Lynch, die zwar das größte Extrem-Risiko immer noch in einer Eskalation des Handelskrieges sieht. Aber von allen Engagements wird von den Fondsmanagern bereits an dritter Stelle eine „Long-Position in US-Dollar“ genannt. Und so wundert es nicht, dass der Euro zwar gestern keinen weiteren Durchbruch an der Oberseite erreichen konnte, aber dennoch 1,1770/75 oder gar 1,1850 (beide Niveaus sind modifiziert) als nächste Stationen im Visier hat. Allerdings liegt die Trenduntergrenze mit 1,1590, die in diesem Zusammenhang nicht unterschritten werden darf, zurzeit nicht allzu weit entfernt vom Kursgeschehen.

USD

USD CHF (0,9635)

Der Dollar hat gestern zwar sein Potenzial an der Unterseite bis 0,9585 im Rahmen seines wenig dynamischen Abwärtstrends fast ausgereizt, sich aber dann doch am Ende wieder erholt. Somit bleibt vorgenannter Potenzialpunkt das beste Nachfrageniveau an der Unterseite und würde auch einem zweiten Angriff wahrscheinlich noch standhalten. Eine Stabilisierung des Dollar ist nunmehr oberhalb von 0,9735 möglich.

GBP

EUR GBP (0,8880)

Während der europäischen Handelssitzung hatte der Euro gestern tatsächlich wieder in seine Konsolidierungszone zwischen 0,8875/80 0,9100 zurückgefunden. Indes: Ginge es nach Dominic Raab, könnte das heutige Treffen zwischen der Premierministerin Theresa May und den Staats- und Regierungschefs der EU in Salzburg ein wichtiger Meilenstein sein. Dies ist zumindest dem gestrigen Interview des Brexit-Ministers mit „Spiegel online“ zu entnehmen, dem ansonsten allerdings nicht allzu viel Neues zu entnehmen ist. Die wichtigste Erkenntnis daraus dürfte sein, dass, wie es Raab äußerte, "diese Regierung" kein zweites Brexit-Referendum abhalten werde. Und da Großbritannien bereits große Kompromisse eingegangen sei, würde sich nun der Ball im Feld der EU befinden. Auch hält Raab die irische Grenzfrage nicht für unlösbar. Wie allerdings bereits gestern erwähnt, wird es seitens der EU, so ein EU-Offizieller gegenüber Bloomberg, in Salzburg kein abschließendes Communiqué zu den Brexit-Verhandlungen geben. Unterdessen zeigte sich einem Medienbericht von gestern Nacht zufolge Premierministerin Theresa May ausgesprochen optimistisch, indem sie äußerte, dass über die Brexit-Vereinbarung praktisch Einigkeit erzielt worden sei. Und so schienen die Akteure nach dem europäischen Handelsschluss weiter auf steigende Pfundkurse zu setzen, so dass der Euro seine Seitwärtsbewegung verlassen und nunmehr einen leichten Abwärtstrend eingeschlagen hat. Dieser reicht zunächst bis 0,8835, während sich der Euro nunmehr erst nach Überwinden von 0,8965 wieder nachhaltig stabilisieren kann.

EUR

EUR CHF (1,1255)

Gestern hatte es für einen kurzen Moment den Anschein, als ob der Franken doch noch stärker gesucht sein könnte. Denn Italiens stellvertretender Premierminister Luigi Di Maio (Fünf-Sterne-Partei) war mit dem Verlauf der Haushaltsgespräche ausgesprochen unzufrieden. Dabei gab es dann wieder das altbekannte Gerücht, dass man sich vom parteilosen Finanzminister Tria möglicherweise trennen müsse, weil dieser darauf beharrt, das Budget-Defizit zwischen 1,5 und 1,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts halten zu wollen. Als dann allerdings klar wurde, dass einige Minister Di Maios Forderung nach einem Mindesteinkommen für die Bürger – dieses Vorhaben würde mit einem Volumen von etwa 15 Mrd. EUR bereits alleine die vorgesehene Neuverschuldungsgrenze von Tria sprengen – nicht nachkommen wollten, entspannte sich die Situation für den Euro wieder. Solange die Untergrenze der breiten Seitwärtszone zwischen 1,1180 und 1,1410 nicht verletzt wird, halten wir es nach wie vor für gut möglich, dass sich der Euro in Richtung seines Stabilisierungspunktes bei 1,1335 entwickeln kann.

PLN

EUR PLN (4,2850)

Die polnischen Löhne sind im August mit einem Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr etwas hinter den Erwartungen der Ökonomen zurückgeblieben, genauso wie die Zahl der Beschäftigten bei den Unternehmen – sie blieb gegenüber dem Vormonat unverändert. Unabhängig davon war der Zloty gestern gut gefragt, so dass sich der Euro nach Tagen der Stagnation im Rahmen seiner Konsolidierungszone zwischen 4,26 00 und 4,3420 etwas abgeschwächt hat.

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