Globale Themen

Keine Salzburger Festspiele

USD

EUR USD (1,1690)

Nicht wenige Akteure dürften sich gestern über den robusten Euro gewundert haben. Zwar gab es aus Deutschland einen Bundesbankbericht, in dem festgestellt wurde, dass der wirtschaftliche Aufschwung grundsätzlich robust sei und sich das Expansionstempo sogar wieder verstärken könne, sobald die Umstellungsprobleme in der Kfz- Branche überwunden seien. Aber es ist doch zu bezweifeln, dass, trotz allem Optimismus, dieser Bericht Euro-Nachfrage ausgelöst haben soll. Ganz nebenbei bemerkt: Der größte Teil der gestrigen Erholung, die übrigens zeitweise bis zu 75 Prozent der Kursverluste vom vergangenen Freitag wieder wettmachte, hatte sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits vollzogen. Auch die endgültigen Inflationsdaten zur Eurozone waren kaum geeignet, dem Euro Flügel zu verleihen. Denn die Inflationsrate fiel mit einem Plus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Kernrate +1,0 Prozent) im August genauso aus wie von den Ökonomen erwartet.
Aber auch die Eskalation im Handelsstreit der USA mit China wäre nach gängiger Lesart eher dazu geeignet gewesen, aus Gründen sich verstärkender Risikoaversion zu gesteigerter Nachfrage nach US-Dollar zu führen. Auch galt bislang vielerorts die Logik, dass zwar alle Beteiligten unter einem Handelsstreit leiden würden, aber die USA den größten Vorteil davon hätten. Doch gestern schien eine entgegengesetzte Logik zu gelten. Wo doch nach Medienberichten eine drohende Eskalation unmittelbar bevorstand. Hatten sich die Händler womöglich bereits daran gewöhnt, dass US-Präsident Donald Trump nun ernst machen und tatsächlich Importe aus China in einem Volumen von weiteren 200 Milliarden USD mit Strafzöllen belegen würde? Die Finanzmarktpsychologie spricht gerne von abnehmender Sensitivität (oder zunehmender Gleichgültigkeit), wenn einem immer wieder die gleichen Informationen präsentiert werden. Aber es ist gut möglich, dass ein Bericht im Wall Street Journal vom vergangenen Wochenende, wonach die Höhe der neuen Strafzölle entgegen der Ankündigung von Anfang August nicht wie ursprünglich geplant 25, sondern nur noch 10 Prozent auf die China-Importe betragen sollte, die Gemüter ohnehin etwas beruhigt hatte.
Nun kann man allerdings die geplanten Handelsgespräche zwischen US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem chinesischen Vizepremier Liu Hu wahrscheinlich abschreiben. Denn gestern verkündete die Trump- Administration, dass per 24. September ein Strafzoll auf chinesische Importe von zunächst 10 Prozent bis zum Jahresende und danach ein erhöhter Satz von 25 Prozent gelten solle. Die einzige überzeugende Erklärung für die gestrige Kursentwicklung dürfte deshalb sein: Der Euro befindet sich ohnehin im Aufwärtstrend, der zwar in recht engen Bahnen verläuft, aber immerhin zunächst auf 1,1760/65 oder später gar auf 1,1865 führen kann. Allerdings darf dazu nunmehr 1,1580 nicht mehr unterlaufen werden.

USD

USD CHF (0,9620)

Der New York Empire State Produktionsindex ist zwar schlechter als erwartet ausgefallen, hat aber bestenfalls ein wenig zur ohnehin schlechten Dollar-Stimmung beigetragen. Dabei ist gestern die Erholung im laufenden Abwärtstrend abrupt abgebrochen und die Konsolidierungsphase beendet worden. Allerdings reicht die Trendgeschwindigkeit derzeit nur für Kursrückgänge des Greenback bis 0,9585, unterhalb davon ist allerdings mit steigender Abwärtsdynamik in Richtung 0,9490 zu rechnen. Der Stabilisierungspunkt liegt nun bei 0,9740.

GBP

EUR GBP (0,8890)

Nein, es sind keine Salzburger Festspiele, die Premierministerin Theresa May am kommenden Mittwoch zusammen mit führenden Köpfen der EU veranstalten wird. Denn das Treffen hat lediglich informellen Charakter, so dass es also weder eine feste Agenda noch ein formales Abschluss-Communiqué geben wird. Dennoch sind die Erwartungen hochgesteckt. Natürlich wäre es für Theresa May vorteilhaft, wenn in Salzburg der Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen gelänge. Aber nach Ansicht von Beobachtern dürfte es wohl eher bei Absichtserklärungen bleiben. Immerhin: Gestern kursierte die Meldung, dass der EU-Rat einigen Teilen des Brexit-Entwurfs prinzipiell seine Zustimmung erteilt haben soll. Allerdings ist das Ganze mit einem Haken versehen. Denn eine Zustimmung werde es nur geben, wenn für alle Teile der Vereinbarung Einigkeit erzielt werde, war zu vernehmen. Mit anderen Worten: Es müsste auch eine Lösung für den vermutlich dicksten Brocken, die irische Grenzproblematik, gefunden werden. Die hohe Erwartungshaltung der Akteure spiegelte sich gestern auch in der robusten Verfassung von Sterling wider. Und so konnte sich der Euro während des ganzen Tages kaum von der Untergrenze seiner Konsolidierung zwischen 0,8875/80 und 0,9100 lösen. Der kurzzeitige Ausbruch des Euro an der Unterseite des Feldes heute früh in Fernost ist indes wahrscheinlich nur als Ausrutscher bzw. Fehlsignal zu werten. Solange die Konsolidierungsunterseite nicht ein zweites Mal gebrochen wird, könnte sich der Euro sogar im weiteren Verlauf in Richtung Mitte der Zone bei 0,8975 befestigen.

CHF

EUR CHF (1,1245)

Immer wenn der Euro gegenüber dem Franken zur Zeit unter Druck gerät, scheinen einige Akteure dafür zu beten, dass die Schweizerische Nationalbank doch zugunsten der Gemeinschaftswährung intervenieren möge. Zumindest kommen derartige Diskussionen in der Nähe der Jahrestiefs des Euro auf. Aber es spricht nichts dafür, dass es derartige Schritte der Notenbank – wie mancherorts in der vergangenen Woche kolportiert wurde – gegeben hat. Zumal sich die Summe aller bei der SNB unterhaltenen Sichteinlagen in der Woche zum 14. September praktisch nicht verändert hat. Auch wenn gestern das kritische Niveau von 1,1240 kurzfristig unterlaufen wurde, bleibt das größere Bild einer breiten Seitwärtszone zwischen 1,1180 und 1,1410 erhalten. Im Gegenteil: Wir halten es sogar für gut möglich, dass sich der Euro – solange die Untergrenze der breiten Zone nicht verletzt wird – zurzeit sogar recht zügig in Richtung seines Stabilisierungspunktes von 1,1345 entwickeln kann, um so der Gemeinschaftswährung den größten Druck zu nehmen.

PLN

EUR PLN (4,2950)

Dass der geldpolitische Rat der Polnischen Nationalbank sein Inflationsziel von 2,5 Prozent für das Jahr 2019 aufrechterhalten wird, hat den Zloty gestern nicht sichtbar beeinflusst. Tatsächlich bewegt sich der Euro gegenüber der polnischen Währung derzeit fast überhaupt nicht und bleibt damit in seiner Konsolidierung, die zwischen 4,2600 und 4,3420 verläuft.

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