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Sep 23, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Börsenerholung, Sperrmaßnahmen und Zinsentscheidungen

INTRO

Nach einem schwachen Wochenauftakt wurden einige der Montags-Verluste am gestrigen Handelstag wieder wettgemacht. Eine 180-Grad-Drehung waren die gestrigen Bewegungen und Kapitalströme jedoch nicht. Insbesondere da es an positiven Katalysatoren fehlte, um eine stärkere Dynamik zu entfachen. Nichtsdestotrotz konnten sich die meisten Aktienleitindizes in Europa festigen und auch an den Rohstoffmärkten profitiert man von der Korrektur nach dem Abverkauf. Der US-Dollar bleibt weiterhin nachgefragt und verzeichnet die vierte Aufwertung infolge.

An der Corona-Front scheint in der Zwischenzeit ein Umdenken stattzufinden. Wurde die Krise anfangs noch als kurzfristiger Schock wahrgenommen, wird mit dem jüngsten Infektionsanstieg und den angekündigten Gegenmaßnahmen immer deutlicher, dass es sich hierbei um eine längerfristige Thematik handelt. Von großen US-Konzernen, die das Arbeiten von Zuhause schon bis ins nächste Jahr verlängert haben, bis hin zu der Wiederaufnahme einiger Sperrmaßnahmen in Großbritannien, zeigt sich der Kampf mit der neuen Normalität. Dass das World Economic Forum (WEF) im nächsten Jahr in Davos nicht stattfinden wird und der G20 Gipfel wahrscheinlich verschoben wird, sind dabei nur Randgeschehnisse. Auch die gestern begonnene UN-Versammlung bleibt trotz des 75. Gründungsjubiläums aufgrund der Coronakrise schwach besucht.

Schweden bleibt der unkonventionellen Geldpolitik treu und versucht der Wirtschaft mit Anleihenkäufen unter die Arme zu greifen. Die Notenbank ist nach der Federal Reserve nun die zweite Institution, welche in ihren Prognosen von keinen größeren Zinsveränderungen in den nächsten drei Jahren ausgeht. Unterstützen und abwarten lautet die Devise. Dies gilt auch für die ungarischen Währungshüter, welche den Leitzins am gestrigen Nachmittag unverändert bei 0,6 Prozent ließen. Die einzige Leitzinsveränderung gab es gestern in Nigeria. Trotz des jüngsten Inflationsanstiegs scheinen die Rezessionsängste zu groß, um ein inaktives geldpolitisches Verhalten zu tolerieren.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • Global: Einkaufsmanagerindizes diverser Länder (09:30 – 15:45)
  • Tschechien: Zinsentscheidung (14:30)
  • USA: Fed-Präsident spricht vor dem Parlament (16:00)

USD

Kein Konsens bei der Fed?

Eine der vielen Herausforderungen, welchen sich der Präsident der US-amerikanischen Notenbank stellen muss, ist die Politik der Fed einheitlich an die Öffentlichkeit zu tragen. In Zeiten der internen Meinungsdifferenzen gestaltet sich diese Aufgabe natürlich umso schwieriger. An der Philosophie der lockeren Geldpolitik scheinen sich die Währungshüter alle einig zu sein. Nicht jedoch bei der Frage, ob ein weiteres Fiskalpolitik notwendig sei, um die US-Wirtschaft auf den Beinen zu halten. Laut dem St. Loius Fed-Präsidenten James Bullard sollte das Momentum  der Erholung auch ohne dem Stimuluspaket ausreichen, um langfristiges Wachstum zu gewährleisten.

CNH

Yuan zu stark für die PBoC?

Marktteilnehmer an den Währungsmärkten scheinen immer mehr von einer Intervention der chinesischen Zentralbank auszugehen. Insbesondere die Stärke des Yuan gegenüber dem US-Dollar – Das bei weitem wichtigste Paar für die Währungshüter – strotz seit Monaten vor Stärke. Der chinesische Yuan befindet sich laut Quellen von Bloomberg auf gutem Weg, das beste Quartal seit Beginn der Datenaufzeichnung im Jahr 1981 zu verzeichnen. Dies passt zu dem gewachsenen China-USA Zinsdifferenzial, welches sich auf einem 10-Jahres-Hoch befindet.

CEE

Keine Zinsveränderung in Ungarn

Die Tagung der ungarischen Währungshüter endet wie erwartet ohne eine Veränderung der Leitzinsen. Die Option, die Zinsen im Falle eines weiteren Inflationsanstiegs anzuheben, lässt sich die Notenbank jedoch offen. Die allgemeine Tendenz der lockeren Geldpolitik wird den Märkten jedoch eine Weile erhalten bleiben, angesichts des unsicheren heimischen und internationalen Wirtschaftsklimas. In der Zwischenzeit scheinen Marktteilnehmer keine Zinsveränderung bei dem heutigen Treffen der tschechischen Notenbank zu erwarten. Von Reuters befragte Ökonomen gehen im Durchschnitt sogar davon aus, dass die Notenbank erst im Jahr 2022 an der Zinsschraube drehen wird. Fünf Ökonomen scheinen entgegen der Konsens-Prognose Zinsstraffungen im nächsten Jahr für möglich zu halten. Die Differenz zwischen der tschechischen Wirtschaft und dem allgemeinen Stand der Weltwirtschaft scheint unterschiedliche Geldpolitische Maßnahmen zu rechtfertigen. Die Prognoseunsicherheit bleibt somit hoch und wird mehrheitlich von der Inflationsentwicklung abhängen.


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