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Sep 22, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schlechte Nachrichten überrollen die Märkte

INTRO

Die Handelswoche beginnt mit Unruhen und einem klassischen risk-off Sentiment an den Finanzmärkten. Eine Reihe negativer Schlagzeilen nehmen den Börsen den Wind aus den Segeln und drücken Anlagenbewertungen weltweit nach unten.

In den Vereinigten Staaten sorgt die Abstimmung über die Nachfolge der verstorbenen Richtering Ruth Bader Ginsburg am Obersten Gerichtshof für politische Anspannungen. Demokraten scheinen wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl wenig über die Vorhaben von Donald Trump erfreut, eine Nominierung vor der Wahl abzugeben. Dies wirkt sich indirekt negativ auf die größte Hoffnung der Märkte aus: Die zwischenparteiliche Einigung über das vierte US-Fiskalpaket und beeinflusst somit doppelt das Geschehen.

In der Zwischenzeit sorgten neue Schlagzeilen um einen möglichen Bankenskandal für Aufsehen. Laut Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks wurden erhebliche Fehler im Kampf gegen die Geldwäsche von Institutionen wie der Deutschen Bank, HSBC Holdings, Standard Chartered und JPMorgan entdeckt. Der Bankensektor verzeichnet einen schwachen Wochenauftakt, angeführt von dem zeitweisen Fall der Aktien des Geldhauses HSBC auf ein 25-Jahres-Tief.

An der gesundheitlichen Front hilft es den Bullen natürlich nicht, dass sich die zweite Infektionswelle in Europa immer stärker abzeichnet. In diversen europäischen Nationen befinden sich die täglichen Infektionszahlen nun auf neuen Höchstständen. Einige politische Analysten gehen nun davon aus, dass der britische Premierminister Boris Johnson dem Parlament am Dienstag neue Sperrmaßnahmen vorschlagen wird.

Die Börsen der wichtigen Industriestaaten – Handel in Japan feiertagsbedingt geschlossen – gehen ohne Ausnahme negativ aus dem Handel. Der prozentuell zweistellige Volatilitätsanstieg an den US-Börsen wurde von einem Abverkauf risikoreicher Währungen begleitet. Die tschechische Krone, norwegische Krone und der mexikanische Pesos führen die Verluste mit Abwertungen von jeweils mehr als einem Prozent an. Sichere Häfen wie der japanische Yen, der US-Dollar und der Schweizer Franken wurden gestern erneut stärker nachgefragt.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • Zinsentscheidung in Schweden (09:30)
  • Zinsentscheidung in Ungarn (14:00)
  • UN-Generalversammlung

EUR

Lagarde meldet sich zu Wort

Ohne größere Wirtschaftsveröffentlichungen in der Eurozone wurde die Gemeinschaftswährung mehrheitlich von globalen Faktoren getrieben. Diese waren am gestrigen Handelstag fast ausschließlich negativ, was die Schwäche des Euro erklärt. EUR/USD unterläuft die seit Mai anhaltende Aufwärtstrendlinie und notiert nun marginal über dem Niveau $1,17.

In der Zwischenzeit untermauerte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank die Bereitschaft, die Stimulusmaßnahmen im Falle einer erneuten Wirtschaftsabkühlung zu erhöhen. Vor dem Hintergrund der den Märkten zugrundeliegenden Risiken ist es laut Christine Lagarde relevant sich sowohl den Wechselkurses, als auch den Einfluss des Wechselkurs auf das Inflationsniveau anzusehen.

In Italien führten die ersten regionalen Wahlen nach dem Ausbruch der Coronakrise keine größeren Implikationen mit sich. Die Kontinuität der amtierenden Regierung wird somit fürs Erste fortgeführt.

Risikoereignisse

  • EZ: Verbrauchervertrauen (16:00)

USD

Safe-Haven-Status schützt den Dollar

Investoren starten skeptisch in die Woche. Die gesunkene Wahrscheinlichkeit einer Bestätigung des US-Fiskalpakets, steigende Coronafälle und der angefangene Einpreisungsprozess der Volatilität vor den US-Wahlen machen sich bemerkbar. Der US-Dollar kann von den Anspannungen profitieren und steigt auf handelsgewichteter Basis über den 50-tägigen gleitenden Durchschnitt. Nachdem sich der Präsident der regionalen US-Notenbank aus Dallas, Robert Kaplan, gestern zu Wort meldete, steht nun die Rede von Jerome Powell an der Tagesordnung.

Risikoereignisse

  • US: Rede von Fed-Präsident Jerome Powell (16:30)

CEE

Größter Abverkauf seit März

Die gestrige Kapitalverlagerung aus risikobehafteten Währungen in sichere Anlagen belastete die zentraleuropäischen Valuten. Vor der heutigen Zinsentscheidung der ungarischen Währungshüter wertet der Forint nochmals über die psychologische Schwelle von EUR/HUF 360,00 ab, eine Tatsache, welche von der Notenbank angesprochen werden könnte. Nach sechs täglichen Abwertungen infolge befindet sich das Währungspaar auf dem höchsten Niveau seit April. Trotz der Erwartungen auf ein konstantes Zinsniveau könnten die veröffentlichten Wirtschafts- und Währungsprognosen neue Einblicke in die Denkweisen der Notenbank geben.

Risikoereignisse

  • HU: NBH Zinsentscheidung (14:00)


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