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Sep 21, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Auf 12 Zinsentscheidungen folgen 16 weitere

Intro

Die vergangenen Wochen waren ohne jegliche Zweifel den globalen Notenbanken gewidmet. Insbesondere der Fall der jährlichen Teuerungsraten in der Eurozone und Japan in den negativen Bereich und die bestätigte Bereitschaft der Federal Reserve, den Leitzins in den nächsten drei Jahren nicht anzuheben, standen im Zentrum der Gespräche. Nach 12 Zinsentscheidungen in der vergangenen Woche bleibt die Aufmerksamkeit weiterhin auf der globalen Geldpolitik und der Frage, wie die Notenbanken auf die jüngste Entscheidung der US-amerikanischen Währungshüter reagieren werden. In den Schwellenländern gab es bei den Zinsentscheidungen in Polen, Russland, Indonesien, Brasilien und Südafrika keine geldpolitischen Neuausrichtungen. In dieser Woche melden sich nun die Notenbanken unter anderem aus der Schweiz, Norwegen, Schweden, Tschechien, Ungarn, Türkei, Ägypten und Nigeria zu Wort. 

Die Schweiz wird somit sehr wahrscheinlich an dem niedrigsten Leitzinssatzes der Welt (-0,75%) festhalten. Somit könnte der Fokus auf die Beurteilung der Stärke des Schweizer Franken fallen. Allein in den vergangenen fünf Monaten sind die Sichteinlagen der Notenbank um 80 Milliarden Franken gestiegen. Die Währungsinterventionen mit dem Ziel der Schwächung der Währungen haben auch aufgrund der Abwärtsbewegung des US-Dollars nicht allzu viel gebracht. Insbesondere vor der mit Anspannung erwarteten US-Präsidentschaftswahl im November könnte die Flucht in den Franken an Fahrt gewinnen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 30.867.731

Weltweit bestätigte Todesfälle: 958.356

Weltweit bestätigte Genesungen: 21.102.078

EUR

Politische Entscheidungen

An der politischen Front geht es aufgrund des vollen Wirtschaftskalenders jedoch nicht weniger spannend zur Sache. Die vergangene Woche endete gestern Abend mit den ersten regionalen Wahlen in Italien seit Beginn der Coronakrise. Das Wahlverhalten wurde von der Pandemie wie vermutet beeinflusst und so hielt sich die Beteiligung in Grenzen. Der Stimmungstest für Rom geht heute in die zweite Runde und wird am Abend zeigen, wie die Krise die politische Aufteilung des Landes beeinflusst hat. In der Zwischenzeit finden sich die europäischen Handelsminister in Berlin ein, während die Europäische Zentralbank ihre Beurteilung des eigenen Krisenpakets beginnt. EUR/USD konnte sich nach einigen Rücksetzern wieder über die seit Mai anhaltende Aufwärtstrendlinie kämpfen und notiert nun knapp über 1,1850.

Risikoereignisse

  • EZ: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

CNH

Ein-Jahres-Hoch gegenüber US-Dollar

Der chinesische Yuan konnte sich in der vergangenen Woche gegenüber dem US-Dollar auf das höchste Niveau seit einem Jahr kämpfen. Die Outperformance der chinesischen Wirtschaft gibt der Währung Rückendwind. Auch die Aussichten auf eine ruhigere Beziehung mit Washington konnten die Nachfrage nach dem Yuan ankurbeln, auch wenn der Streit um die in den USA tätigen chinesischen Technologiefirmen weiterhin am Brodeln ist. In der letzten Woche bekräftigten hochrangige US-amerikanische und chinesische Beamte ihre Bereitschaft, das Teilabkommen zu würdigen.

Risikoereignisse

  • CN: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

CEE

Notenbanken im Fokus

Der jüngste Inflationsanstieg bringt den Lockerungszyklus der russischen Zentralbank fürs Erste zum Stillstand. Wie erwartet belässt die CBR den Leitzins unverändert bei 4,25 Prozent. Höhere geopolitische Risiken scheinen dem russischen Rubel laut der Notenbank zugesetzt zu haben, was in weiterer Folge einen leichten Aufwärtsdruck auf die Inflation zur Folge hatte. Der Rubel notiert gegenüber dem Euro auch weiterhin in dem Bereich zwischen 87,70 und 90,00. Die russische Währung weist hohes Potenzial für mögliche Aufwertungen auf, sollte die geopolitische Risikoprämie abziehen. Noch dominieren die Unsicherheiten in Weißrussland und die vermeidliche Giftattacke auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny das Geschehen und somit auch die Schwäche des Rubels. In dieser Woche verlagert sich die Aufmerksamkeit mit den Zinsentscheidungen in Ungarn und Tschechien Richtung Zentraleuropa. Geldpolitische Züge werden von keiner der Notenbank erwartet, wobei der Spielraum für Überraschungen in Ungarn deutlich höher erscheint. EUR/CZK befindet sich nun schon seit mehreren Tagen knapp unter der Barriere 26,78, während EUR/HUF an der psychologischen Grenze bei 360,00 verharrt. Geldpolitische Neuigkeiten könnten in diesem Zusammenhang neue Währungsimpulse mit sich bringen.

Risikoereignisse

  • CZ: Ausländische Schulden (10:00)
  • PL: Einzelhandelsumsätze (10:00)


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