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Sep 18, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Notenbanken bleiben der lockeren Geldpolitik treu

Intro

Das Versprechen der globalen Währungshüter, die Zinsen länger an niedrigeren Niveaus zu fixieren, scheint Börsianern nicht mehr zu genügen. Nach der US-amerikanischen Zinsentscheidung bestätigten gestern auch die Notenbanken in Großbritannien und Japan, an dem Kurs der lockeren Geldpolitik festzuhalten. Die Erwartungen bezüglich einer Aufstockung der Staatsanleihenkaufprogramme wurden jedoch nicht erfüllt und so fielen die Vorgaben von der Wall Street relativ mager aus. Die europäischen und asiatischen Aktienleitindizes gehen ebenfalls schwächer aus dem Handel.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 29.902.196

Weltweit bestätigte Todesfälle: 941.381

Weltweit bestätigte Genesungen: 20.339.873

EUR

Breit angelegte Aufwertung

An den Währungsmärkten wurde die Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung am Mittwoch von einer breit angelegten Aufwertung des Euro ausgetauscht. Von den bekannten G10 Währungen verzeichnet nur der japanische Yen einen besseren Tag. Die größten Bewegungen gab es prinzipiell bei risikoreicheren und von der globalen Liquidität abhängigen Währungen wie der norwegischen Krone, dem russischen Rubel und der türkischen Lira. Nach sechszehn Abwertungen in den letzten siebzehn Tagen findet die türkische Lira ein neues Allzeittief bei einem Wechselkurs von knapp unter EUR/TRY 9,00. Die lockere Geldpolitik scheint der Lira angesichts der politischen Unsicherheiten und der steigenden Inflation keine Unterstützung mehr zu geben. 

Risikoereignisse

  • EZ: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

GBP

Negativzinsen werden in Erwägung gezogen

Die Turbulenzen bei den Handelsgesprächen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien scheinen nicht genug gewesen zu sein, um die britische Notenbank von einer weiteren Zinssenkung zu überzeugen. Gegen die Erwartungen einiger Marktteilnehmer erkennen die Währungshüter sogar die jüngsten Datenverbesserungen an und kündigten vor diesem Hintergrund keine neuen Stimulusmaßnahmen an. Die jüngsten Diskussionen über die Implementierung eines negativen Leitzinssatzes bleiben trotzdem bestehen. Die Notenbank will sich angesichts der mittelfristigen Risiken alle Optionen offen halten und hat eine Untersuchung der möglichen Implikationen und der Implementierung eines Negativzinssatzes beauftragt. Investoren nehmen die Nachrichten nicht allzu positiv auf und verpassen dem Pfund die erste Abwertung dieser Woche.

Risikoereignisse

  • GB: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

JPY

Neuer Präsident – gleiche Politik?

In Japan kam die Zinsentscheidung einen Tag nach der Wahl des neuen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga. An der Geldpolitik, welche in der Amtszeit seines Vorgängers einen ultralockeren Charakter erhalten hatte, wird sich so schnell jedoch nichts ändern. Japan weist die größte Schuldenquote aller Industriestaaten auf und auch das Inflationsmandat, die Teuerungsrate in der Nähe der 2-Prozent-Marke zu halten, wurde in den letzten fünf Jahren kein einziges Mal erfüllt. Angesichts der in dieser Woche ausgebliebenen geldpolitischen Stimulusmaßnahmen, der politischen Aufregung in Japan und dem Näherrücken der US-Präsidentschaftswahl scheint die Nachfrage nach dem japanischen Yen wieder an Fahrt zu gewinnen. Gegenüber dem Euro löst sich die japanische Währung aus dem seit Mai anhaltenden Abwärtstrend, nachdem EUR/JPY im August ein 18-Monats-Hoch verzeichnen konnte. Nachhaltige Bewegungen unter dem Wechselkurs von 127,00 machen das Währungspaar für weitere Rücksetzer anfällig.

Risikoereignisse

  • JP: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


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