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Jul 07, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Positives Sentiment aus China treibt die Börsen an

INTRO

Wie wichtig ist die Gemütslage in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt für das globale Börsengeschehen? Dieser Frage wurde gestern erneut stärkere Aufmerksamkeit geschenkt, nachdem ein positiver Bericht der chinesischen Finanzzeitschrift „Securities Times“ neben den heimischen auch den globalen Börsen Rückenwind verschaffen konnte. In der Berichterstattung war die derzeitige Rally der Börsen als gesund bezeichnet worden.

Die Marktteilnehmer sahen dies als Zeichen der staatlichen Zustimmung für einen Eintritt in die Finanzmärkte. In Verbindung mit den jüngsten Verbesserungen in der Liquidität und der Datenlage scheinen sich Investoren bestätigt zu fühlen. Die drei größten Aktienleitindizes Chinas bleiben nach der neuerlichen Rally jedoch so überbewertet (Relative Strength Index) wie im März 2019 nicht mehr.

Der Shanghai Composite verzeichnete den besten Tag seit 2015. Auch die Börsen in Europa und den USA notieren deutlich höher gegenüber Vortag. China hat sich im Laufe der positiven Bewältigung der Coronakrise als eine Art „sicherer Hafen“ in Asien etabliert. Meinungsdifferenzen mit den Vereinigten Staaten, der Eurozone und Indien, die jüngsten militärischen Darstellungen im südchinesischen Meer und die offene Frage der Unabhängigkeit Hongkongs bleiben Wolken über der Ausblick Chinas.

An den Devisenmärkten übernehmen erneut die Optimisten das Ruder. Die europäische Gemeinschaftswährung festigt sich gegenüber dem US-Dollar und dem Schweizer Franken. Die tschechische Krone untermauert die jüngst gefundene Bewegungsspanne, während EUR/RUB die Barriere bei 80,00 durchbrechen konnte.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 11.516.782

Weltweit bestätigte Todesfälle: 535.453

Weltweit bestätigte Genesungen: 6.223.819

EUR

$1,1330 rückt ins Visier

Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone festigen sich um 17,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und erholen sich somit teilweise von den rekordbrechenden Rücksetzern in den beiden Vormonaten. In der Zwischenzeit festigen sich die Neuaufträge des deutschen verarbeitenden Gewerbes um 10,4 Prozent zum Vormonat im Mai. Im März und April sind diese noch um insgesamt 37 Prozent gesunken. Auch wenn die derzeitige Erholung an Fahrt verlieren könnte fühlen sich Investoren zumindest bis jetzt in ihrer breit angelegten bullischen Positionierung bestätigt. Nichtsdestotrotz scheinen die ersten Leitindikatoren darauf zu deuten, dass die Rückkehr zur Normalität keine Selbstverständlichkeit ist.

EUR/USD verzeichnet die zweite tägliche Aufwertung infolge und nimmt nun die Barriere bei 1,1330 ins Visier. Ein nachhaltiger Ausbruch könnte das Währungspaar zum ersten Mal seit Juni 2018 über den 200-wöchentlichen gleitenden Durchschnitt positionieren.

  • DE: Industrieproduktion (08:00)

USD

Schwacher Wochenauftakt

Der US-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor springt überraschenderweise von 45,4 auf einen Wert von 57,1. Die Erholung des Konsumenten deckt sich mit der jüngsten Erholung der Einzelhandelsumsätze, welche im Mai mit mehr als 17 Prozent den größten Anstieg aller Zeiten verzeichnet hatten. In Verbindung mit der positiven Nachrichtenwelle aus China sinkt die Nachfrage nach sicheren Währungen und dem US-Dollar. Kurzfristig dominiert die Risikobereitschaft.

Das Umfeld bleibt angesichts der makroökonomischen Unsicherheiten trendwechselfreudig und sollte dementsprechend berücksichtig werden. Die Daten vom Juli werden eine zentrale Rolle einnehmen, um die Frage zu klären, ob sich die v-förmige Erholung nur auf den Juni bezogen hat oder langfristiger Natur ist.

Risikoereignisse des Tages

  • US: ISM Einkaufsmanagerindex (16:00)

RUB

Ausbruch aus der Bewegungsspanne?

Die zentraleuropäischen Währungen profitieren nicht von den Geschehnissen in China und bleiben der jüngst gefundenen Stabilität treu. Die tschechische Krone festigt somit ihren engen Bewegungsbereich zwischen 26,47 und 26,78, während der polnische Zloty weiterhin eine negative Tendenz aufweist. Der russische Rubel bleibt für weitere Rücksetzer anfällig, solange sich EUR/RUB über dem Niveau um 80,00 befindet.

 

Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Handelsbilanz (09:00)
  • CZ: Industrieproduktion (09:00)
  • CZ: Arbeitslosenquote (09:00)


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