Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Jul 06, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Politisch geladene Woche

EUR

Stabilisierung über $1,12

Die Sensibilität der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber politischen Schlagzeilen ist in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Diese Tatsache zeigt sich neben den geringeren impliziten Volatilitäten auch in der tatsächlichen Schwankung des Euro. In den vergangenen sechs Tagen lag die Differenz zwischen dem Eröffnungs- und Schlusskurs stets unter 0,25 Prozent. EUR/USD hat sich nach der achttägigen Aufwärtsbewegung Ende Mai im Bereich zwischen 1,1170 und 1,1370 stabilisiert. Ein Unterlaufen der unteren Unterstützung könnte Bewegungen bis 1,1050 auslösen. EUR/CHF hat das Niveau um 1,06 durchbrochen. Nachhaltige Bewegungen unterhalb der Barriere könnten Potenzial für Abwertungen schaffen.

INTRO

Im weltweiten Börsengeschehen und an den Devisenmärkten bleibt die Coronakrise insbesondere vor dem Hintergrund potenzieller neuer Sperrmaßnahmen das leitende Thema. Die globale Tendenz der stufenweisen Lockerungen der staatlichen Restriktionen war in der vergangenen Woche zwar weiterhin zu sehen. Nichtsdestotrotz gab es im Rahmen der Versuche, die Normalität des Alltags und den reibungslosen Betrieb der Volkswirtschaft herzustellen, einige Rücksetzer. Die Zahl täglicher Neuinfektionen ist in den USA mit durchschnittlich 40.000 weiterhin hoch. Auf globaler Ebene wurden am Samstag laut der Hopkins Universität 192.000 neue Fälle gemeldet. In Europa scheint die Pandemie zum größten Teil unter Kontrolle gebracht worden zu sein, auch wenn über das Wochenende in einer zweite Region in Spanien eine erneute Quarantäne verhängt wurde.

Auf der globalen politischen Bühne gibt es in dieser Woche drei zentrale Ereignisse.

  • Zum einen markieren der US-amerikanische und mexikanische Präsident die erfolgreiche Implementierung des USMCA-Freihandelsabkommens.
  • Am Donnerstag wechselt der Fokus erneut auf den europäischen Kontinent. Die Finanzminister der Eurozone wählen am Donnerstag im Rahmen der monatlichen Tagung ein neues Oberhaupt. Einen Tag davor findet das hochkarätige Treffen zwischen der europäischen Kommissionspräsidentin (Ursula von der Leyen), dem Parlamentspräsidenten (David Sassoli), dem Ratspräsidenten (Charles Michel) und der deutschen Kanzlerin statt. Im Zentrum der Gespräche stehen neben den EU-UK Handelsgesprächen auch das neue Budget für die kommenden Jahre. Marktteilnehmer erwarten sich Neuigkeiten bezüglich des vor einigen Wochen angekündigten Hilfspakets.
  • Weiters reist der höchste europäische Beauftragte für Außenpolitische Beziehungen, Josep Borell, am Montag in die Türkei. Die afrikanische Entwicklungsbank veröffentlicht am Dienstag ihre neuen Wirtschaftsprognosen und in Singapur finden am Freitag Neuwahlen statt.

An der makroökonomischen Front wird es neben den US-Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor und den europäischen Einzelhandelsumsätzen wenige Risikofaktoren geben.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 11.317.637

Weltweit bestätigte Todesfälle: 531.729

Weltweit bestätigte Genesungen: 6.111.910

USD

Keine Auffällige Nachfrage nach sicheren Häfen

Die globale Leitwährung setzt die Konsolidierungsbewegungen auch in der vergangenen Woche fort. Noch scheinen sich Investoren keine allzu großen Sorgen um die jüngsten Debatten möglicher Einführungen neuer Sperrmaßnahmen zu machen. Dies zeigt sich in der limitierten Nachfrage nach sicheren Anlagen. Die Verbesserungen der Datenlage überschatten die steigenden globalen Infektionszahlen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob diese Annahme eine gerechtfertigte war. In der Zwischenzeit könnte sich die politische Ebene als größer Risikofaktor etablieren, zumal diese Woche nicht mit Veröffentlichungen wichtiger Konjunkturdaten herausstechen wird.

Risikoereignisse des Tages

  • US: ISM Einkaufsmanagerindex (16:00)

PLN

Vorzeitige Stabilität

Währungsveränderungen hielten sich in der vergangenen Woche in Grenzen. Die zentraleuropäischen Währungen bleiben jedoch weiterhin von einer stufenweisen Lockerung der Sperrmaßnahmen und stetigen Verbesserung der globalen Aussichten abhängig. Ein Rücksetzer von einem der beiden Faktoren könnte risikoscheues Verhalten schaffen und zu Abverkäufen führen. Der polnische Zloty und die tschechische Krone konnten sich in den vergangenen Wochen deutlich festigen. Beide Währungen notieren jedoch deutlich unten den Vorkrisenniveaus. Kurzfristig könnten sich neue Aufwertungsversuche in Grenzen halten, zumal Währungen in Zentraleuropa mit unter die niedrigsten Realzinsen weltweit aufweisen.

Risikoereignisse des Tages

  • HU: Einzelhandelsumsätze (09:00)


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.