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Mai 25, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Chinas Gesetzesvorschlag ein Marktrisiko? 

Intro

Aufgrund des Bankenfeiertags bleiben die Finanzmärkte in den Vereinigten Staaten und Großbritannien für heute geschlossen. Dies wird die Aufmerksamkeit auf den europäischen Kontinent verlagern, zumal an der wirtschaftlichen und politischen Front mit neuen Erkenntnissen zu rechnen ist. Die vergangene Woche schien mit der deutsch-französischen Einigung und der Schlagzeilen rund um die Entwicklung des Corona-Impfstoffs positive Tendenzen zu entwickeln. Die jüngsten Anspannungen zwischen China und den USA versetzten der Gemütslage jedoch einen erneuten Rücksetzer und drückten risikoreichere Währungen nach unten.

Da die derzeitige Erholung der internationalen Börsen größtenteils auf wackeligen Beinen steht, bleiben die Märkte gegenüber jeglichen negativen Nachrichten sensibel. Angesichts der anhaltenden Schwäche der globalen Ökonomie hat sich die chinesische Regierung bei dem letztwöchigen Volkskongress zum ersten Mal seit 30 Jahren kein Wachstumsziel gesetzt. Laut China dürfte der Stillstand der Wirtschaft im März und April die Bedingungen des amerikanisch-chinesischen Handelsabkommens jedoch nicht in Gefahr bringen.

Eine Neuverhandlung der Konditionen soll laut dem US-Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates ausbleiben. Politische Beobachter sehen das Abkommen jedoch zunehmend in Gefahr. Ein Blick auf die chinesischen Importe US-amerikanischer Waren in den ersten drei Monaten des Jahres zeigt, dass China es nicht geschafft hat, die vereinbarte Menge an Gütern zu erwerben.

An der politischen Front bleibt die Eurozone mit der heutigen Videokonferenz der Finanzminister und der morgigen Veröffentlichung des Finanzstabilitätsberichts im Fokus. Geldpolitisch richten sich die Blicke erneut auf den Präsidenten der US-amerikanischen Zentralbank, welcher sich am Freitag zu Wort meldet. 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 5.408.301

Weltweit bestätigte Todesfälle: 345.104

Weltweit bestätigte Genesungen: 2.169.005

EUR

Starke Woche, schwacher Abschluss

Die am Freitag veröffentlichten Protokolle der vergangenen Zinsentscheidung der europäischen Notenbank konnten neues Licht auf die Lagebeurteilung der Währungshüter werfen. Die Ökonomen der EZB bestätigen die Annahme, dass die Binnenwirtschaft dieses Jahr um 5-12 Prozent sinken könnte und untermauern die Bereitschaft für ein weiteres Aktivwerden. Hoffnung auf eine V-förmige Erholung hat die europäische Notenbank über Bord geworfen. Nun scheint nur die Bereitstellung von Liquidität im Vordergrund zu stehen.

Den datenseitigen Anfang machen das deutsche Ifo Geschäftsklima und die Schweizer Industrieproduktion, welche heute veröffentlicht werden. Nach der deutsch-französischen Einigung bezüglich eines weiteren Hilfspakets könnte die heutige Videokonferenz der Finanzminister der Eurozone neue Erkenntnisse liefern. Trotz der positiven Entscheidung der beiden Länder muss der Stimulusvorschlag von den verbleibenden Mitgliedern bestätigt werden.

Die Gemeinschaftswährung konnte in der vergangenen Woche einige positive Impulse setzen, beendet die Woche aufgrund neu aufgekommener Handelsanspannungen schwach. Die Aufwärtstendenz war somit nicht genug, um die Barriere bei EUR/USD 1,10 zu durchbrechen. Als erster Referenzpunkt an der Unterseite dient nun das Niveau um 1,0880. Ein Bruch der Unterstützung könnte 1,0840 in den Fokus bringen.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Videokonferenz der Eurogruppe (10:00)
  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)

USD

Disput untermauert Nachfrage

Der US-amerikanische Präsident hatte jüngst mit seinen negativen Kommentaren über die problematische Zusammenarbeit mit China Unruhe in die Märkte gebracht. Politische Beobachter sehen den neuerlichen Gesetztesvorschlag in Bezug auf Hongkong als möglichen Streitpunkt an. Das von dem chinesischen Volkskongress vorgeschlagene „Sicherheitsgesetzt“ soll subversive Aktivitäten und ausländische Einmischung verhindern. Dies wäre laut der US-Regierung ein Todesstoß gegen die Demokratie. Die britische Regierung ruft zur Wahrung der Autonomie Hongkongs auf.

Der US-Dollar profitiert vor dem Wochenende noch von dem neuen Unsicherheitsfaktor und wertet gegenüber den meisten Währungen auf. Der japanische Yen, Schweizer Franken und Gold festigen sich angesichts ihrer Safe-Haven-Funktion ebenfalls am Freitag.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

CEE

Zentralbanken im Fokus

Die jüngsten Kommentare einiger tschechischer Zentralbanker, welche sich gegen eine Einführung der Negativzinspolitik ausgesprochen haben, konnten der Krone deutlichen Rückenwind bieten. Angesichts dessen verzeichnete die Krone, wie auch die anderen zentraleuropäischen Währungen, am Donnerstag die vierte tägliche Aufwertung infolge. Dass der Wochenausklang negativ ausfällt, lag dabei an den neu entfachten Ängsten einer amerikanisch-chinesischen Handelseskalation. 

Neben externen Risikofaktoren werden die beiden Zinsentscheidungen der ungarischen (Dienstag) und polnischen (Donnerstag) Notenbanken den Höhepunkt der Woche darstellen. Marktteilnehmer erwarten sich keine weiteren Lockerungen von den Währungshütern, wobei Überraschungen aufgrund der prekären Lage der Weltwirtschaft nicht komplett ausgeschlossen werden können.

Risikoereignisse des Tages

CEE: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


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