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Tägliche Marktberichte

Mai 22, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Stabilisierung am niedrigen Niveau

INTRO

Der tägliche Kampf zwischen den Bullen und Bären macht deutlich, wie gering die derzeitige Überzeugung in die eigene Positionierung ist.Dabei scheint die kleinste Nachricht über die amerikanisch-chinesischen Handelsanspannungen oder die Entwicklung des Corona-Impfstoffs die Märkte in eine oder die andere Richtung zu kippen.

Investoren haben die Bodenbildung der Weltwirtschaft mit offenen Armen willkommen geheißen. Die anfangs erwartete rasche V-förmige Erholung wird laut den ersten Leitindikatoren jedoch aus bleiben. Der Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe bleiben am europäischen Kontinent und in den Vereinigten Staaten angeschlagen. Die Stabilisierung der globalen Volkswirtschaft findet somit auf einem niedrigeren Niveau statt, als anfangs angenommen, was implizit eine längere Erholungsphase bedeuten könnte.

Diese Annahme wurde zum Teil durch die gestrige Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes bestätigt. Diese festigen sich auf breiter Front, bleiben jedoch weiterhin unter dem Expansionsniveau (Wert von 50). Das deutsche Stimmungsbarometer steigt auf einen Wert von 31,4, das europäische auf 30,5 und das britische auf 28,9. „Better, but still bad“ heißt somit der Leitspruch der vergangenen paar Tage. Währungen in Zentraleuropa konnten nichtsdestotrotz von der jüngst optimistischen Frische profitieren, insbesondere die tschechische Krone und der ungarische Forint.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 5.103.278

Weltweit bestätigte Todesfälle: 332.925

Weltweit bestätigte Genesungen: 1.949.300

EUR

Versuch der wirtschaftlichen Bodenbildung

Die vergangenen zwei Tage wurden von ersten europäischen Wirtschaftsveröffentlichungen für den Monat Mai begleitet. Unter dem Strich lässt sich folgendes Fazit für die jüngste Datenlage ziehen: Die europäische Wirtschaft scheint sich stabilisiert zu haben, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau, als anfangs gedacht. Das am Mittwoch veröffentlichte Verbrauchervertrauensteigt um 3,2 Zähler auf einen Wert von minus 18,8. Der erhoffte Rebound bleibt somit aus, zumal die Arbeitslosenquoten innerhalb in der Eurozone weiterhin am Steigen sind.

Mit der Inbetriebnahme wichtiger Fabriken und der Normalisierung des Dienstleistungssektors könnte im Juni eine deutliche Verbesserung des Konsumentenvertrauens folgen. Dass sich die Lockerungsmaßnahmen in der Datenlage positiven Ausdruck verschaffen, zeigten die gestrigen Einkaufsmanagerindizes (EMI). Der europäische und deutsche Stimmungsindikator für den Dienstleistungssektor konnten sich deutlich von den jüngsten Tiefen erholen. Der deutsche EMI steigt von 17,4 auf einen Wert von 31,4.

Nach einer viertägigen Aufwärtsbewegung legt die Gemeinschaftswährung eine Verschnaufpause ein. EUR/USD findet ein 50-tägiges Hoch, scheitert jedoch an der Barriere 1,1010 (200-tägiger gleitender Durchschnitt). EUR/CHF könnte die doppelte Bodenbildung bei 1,05 bestätigen, sollte sich das Währungspaar nachhaltig über der Unterstützung 1,06 halten können.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (13:30)

USD

Profitiert von US-China Anspannung

Anmeldungen für die Arbeitslosenunterstützung fallen die siebte Woche infolge. Nichtsdestotrotz bleibt die Zahl mit 2,44 Millionen schmerzhaft hoch. Für die vergangenen sieben Wochen ergeben sich 38,09 Millionen Anträge auf Arbeitslosenbeihilfen. Trotz der ersten Lockerungen der Sperrmaßnahmen erwarten sich die wenigsten Ökonomen eine rasche Rückkehr zur Normalität.

Der Dienstleistungssektor bleibt in vielen Bereichen durch Sicherheitsmaßnahmen limitiert und auch die Unsicherheit der Konsumenten könnte Verzögerungen von Großausgaben mit sich bringen. Am Anfang der Woche hatte Fed-Präsident Jerome Powell die Annahmen geäußert, dass die Arbeitslosenquote bis zum Ende des Jahres auf erhöhten Niveaus verweilen könnte. Dies hätte für diverse Bereiche der Wirtschaft erhebliche Implikationen. Wie ein gestern veröffentlichter Bericht gezeigt hat, verzeichneten Verkäufe von bestehenden Häusern in den Vereinigten Staaten im April den größten Fall seit dem Jahr 2010.

Der US-Dollar verzeichnet ungeachtet dessen die erste Aufwertung seit vier Tagen. Getrieben wurde die gestern ersichtliche Verlagerung in sichere Anlagen durch neue Anspannungen zwischen den USA und China. Die wichtigste Währung der Welt bleibt mit einer Bewegungsspanne von knapp zwei Prozent innerhalb der vergangenen 50 Tage jedoch weiterhin relativ bereichsgebunden.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

PLN

Aufwertung trotz Anspannung

Zinssenkungen im Wert von 200 Basispunkten scheinen den tschechischen Währungshütern fürs Erste genug Stimulus zu sein. Laut dem Zentralbanker Vojtech Benda scheinen weitere Zinslockerungen – insbesondere der Weg hin zur Negativzinspolitik – unbeliebt bei der Notenbank zu sein. Die derzeitigen Maßnahmen seien genug, um das Inflationsmandat zu erfüllen. Die jüngsten Zeichen der Stabilisierung gaben der tschechischen Krone und zum Teil auch dem ungarischen Forint Rückenwind. Beide Währungen verzeichnen die jeweils vierte tägliche Aufwertung infolge.

Die Krone durchbricht den seit Februar anhaltenden Widerstand, weist jedoch weiterhin eine negative Tendenz auf, solange sich EUR/CZK oberhalb der Unterstützung 27,00 befindet. Der Forint findet mit der gestrigen Aufwertung sogar das höchste Niveau gegenüber dem Euro seit Mitte März. Beide Währungen bleiben jedoch von dem globalen Sentiment abhängig, welches eine leicht negative Tendenz und einen fragilen Charakter aufweist. Insbesondere die Anspannungen zwischen China und den USA könnten sich in diesem Sinne problematisch gestalten.

In der Zwischenzeit verzeichnet Polen einen 24,6-prozentigen Fall der Industrieproduktion im April. Insbesondere die Produktion von Kraftfahrzeugen scheint mit einem Rückgang von 79 Prozent an den Folgen der Sparmaßnahmen gelitten zu haben. Dies scheint den Zloty nicht gestört zu haben, welcher ebenfalls den vierten Tag infolge aufwertet. Nun kommt das Niveau um EUR/PLN 4,51 in den Fokus, welches die zweimonatige Unterstützungslinie definiert.


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