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Mai 20, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Börsen legen Pause ein

INTRO

Ohne jegliche positiven Nachrichten an der politischen oder wirtschaftlichen Front gelingt es den globalen Börsen nicht, an die Gewinne zu Beginn der Woche anknüpfen. Der europäische (Stoxx 600) und die US-amerikanischen (SP500,DJI) Aktienleitindizes notieren somit schwächer zum Vortag, wobei sich der deutsche DAX und der Schweizer SMI leicht in den positiven Bereich retten. Am Montag sorgten Nachrichten über positiven Fortschritte in der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs für eine verbesserte Risikobereitschaft unter den Investoren. Diese optimistische Gemütslage bliebt gestern aus, zumal Berichten zufolge neue Unklarheiten bezüglich der Impfstoffentwicklung aufgekommen waren.

Wie nicht anders zu erwarten war bestätigten der Präsident der US-amerikanischen Notenbank und der US-Finanzminister die gemeinsame Bereitschaft, der Wirtschaft so gut wie möglich unter die Arme zu greifen. An jedem anderen Tag hätte sich die explizite Bestätigung der staatlichen Expansion positiv in den Preisen widergespiegelt. Derzeit werden Informationen und Datenveröffentlichungen jedoch der Entwicklung des Impfstoffs untergestellt. Schlagzeilen diesbezüglich dominieren – soweit welche vorhanden sind – das Marktgeschehen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 4.900.253

Weltweit bestätigte Todesfälle: 323.341

Weltweit bestätigte Genesungen: 1.689.334

EUR

ZEW Indikator spiegelt Divergenzen wider

Investoren scheinen sich immer sicherer über die Annahme zu sein, dass die Eurozone das Schlimmste hinter sich gelassen hat. Die langsame aber sichere Lockerung der Sperrmaßnahmen und der marginale Optimismus zeigen sich zum ersten Mal auch in der Datenlage.

Der von dem Mannheimer Zentrum für Wirtschaftsforschung veröffentlichte Stimmungsindikator für den derzeitigen Stand der deutschen Wirtschaft fällt zwar auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2003. Die Sub-Komponente des Indikators, welche die zukünftigen Konjunkturerwartungen widerspiegelt, steigt um 51 Zähler auf ein fünfjähriges Hoch.

Die drastische Abweichung zwischen der momentanen und der erwarteten Wirtschaftslage passt sich in das derzeitig divergierende Bild steigender Aktienmärkte (welche zukunftsorientiert sind) und fallender Wirtschaftsdaten (welche vergangenheitsorientiert sind). Umso wichtiger erscheinen nun die kommenden Veröffentlichungen für den Monat Mai. In diesem Sinne blicken Marktteilnehmer gespannt auf das heutige Verbrauchervertrauen in der Eurozone.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Inflation (11:00)
  • EZ: Verbrauchervertrauen (16:00)

USD

Powell und Mnuchin im Duett

Der Präsident der US-amerikanischen Notenbank bestätigte dem Parlament bei der gestrigen Anhörung seine volle Unterstützung bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. In der virtuellen Konferenz trat Jerome Powell an der Seite des US-Finanzministers auf, welcher ebenfalls die Bereitschaft zur Expansion untermauerte. Sollte das langfristige Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten in Gefahr kommen, besteht laut Steve Mnuchin weiterhin die Möglichkeit einer Ausweitung der Kredite.

Die Zusammenarbeit der beiden Institutionen stellt in Krisenzeiten eine wichtige Komponente zur Bekämpfung der Abkühlungserscheinungen dar. Da die US-Notenbank keine Verluste auf vergebene Kredite schreiben darf, müssen diese in vielen Fällen durch das Finanzministerium –  im Szenario eines Kreditausfalls – gedeckt sein. Im Kampf gegen die Krise wird die Regierung laut ersten Schätzungen ein Budgetdefizit (2020) im Wert von vier Billionen US-Dollar überschreiten. Die US-amerikanische Notenbank hat im Laufe der erhöhten Anspannungen an den Geldmärkten neun neue Fazilitäten geöffnet, um ihren Beitrag bei der Unterstützung der Wirtschaft zu leisten. Dabei hat sich die Bilanz der Notenbank auf ein Rekordhoch von knapp unter sieben Billionen US-Dollar aufgebläht. Trotz der Hilfsmaßnahmen scheint die Aversion gegen eine Implementierung der Negativzinspolitik weiterhin bestehen zu bleiben.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Protokolle der vergangenen Zinsentscheidung (20:00)

CHF

Bildet EUR/CHF einen Boden?

Die Staatsanleihenrenditen der risikoreicheren Länder der Eurozone fallen den zweiten Tag infolge, nachdem die deutsch-französische Einigung über ein potenzielles zweites Hilfspaket für positive Stimmung gesorgt hatte. Renditen auf zehnjährige griechische (1,87%), spanische (0,65%) und italienische (1,65%) Staatsanleihen haben sich seit dem Höhepunkt der Coronakrise Ende Mai halbiert.

Im Takt mit dem Fall der Renditen konnte sich auch die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Schweizer Franken ein wenig Luft verschaffen. Nach einer knapp vierwöchigen Bewegung um das Niveau EUR/CHF 1,05 steigt der Euro in den vergangenen Tagen über die Barriere 1,06. An der Oberseite könnte sich die Aufmerksamkeit auf die Niveaus 1,0770 und 1,0850 verlagern. Erst ein positiver Ausbruch jenseits der Widerstände könnte Potenzial bis 1,10 schaffen. Unsicherheitsfaktoren innerhalb der Eurozone und auf der globalen politischen Bühne könnten diesen Aufwertungstendenzen in die Wege kommen. Ohne eine nachhaltige Verbesserung des Risikosentiments könnte der Euro kurzfristig an seine Grenzen kommen.

Das Überraschungspotenzial bleibt diesbezüglich jedoch groß, zumal die Indikatoren der wirtschaftspolitischen und makroökonomischen Unsicherheit  im April auf ein Allzeithoch angestiegen sind.


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