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Apr 03, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

 US-Arbeitsmarkt im Fokus

USD

Ölpreis steigt kurzzeitig um 40%


Aufgrund fehlender neuer Wirtschaftsveröffentlichungen sah sich die Gemeinschaftswährung am gestrigen Handelstag durch das globale Risikosentiment und die Dynamik des US-Dollars bestimmt. Dabei galt die Aufmerksamkeit der Märkte in den vergangenen Tagen, insbesondere den Ölpreisen. Seit Beginn des Jahres ist der Ölmarkt aufgrund des Preiskriegs zwischen Russland und Saudi-Arabien und der eingebrochenen globalen Nachfrage kollabiert. Mit einem Wertverlust von knapp 65 Prozent war es das schwächste Quartal für Ölproduzenten aller Zeiten.
Eine Meldung des US-amerikanischen Präsidenten per Twitter über die möglichen Vermittlungsversuche zwischen dem saudi-arabischen Prinzen und dem russischen Präsidenten waren jedoch genug, um den Ölpreis in der Spitze um mehr als 35 Prozent in die Höhe schießen zu lassen. Der Höhenflug wurde durch ein erneutes Einsetzen der Skepsis gefolgt, was den Preis wieder ganze 12 Prozent vom Tageshoch fallen ließ.
Die europäische Gemeinschaftswährung verzeichnet an jedem der vier Tage der Woche eine Abwertung und könnte die Woche mit dieser negativen Tendenz ausklingen lassen, sollte ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht die Nachfrage nach sicheren Währungen antreiben. Ein Unterlaufen der Unterstützung 1,0820 könnte zu Bewegungen bis 1,0780 führen.

USD

Arbeitsmarkt im freien Fall


Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sind in den USA angesichts des Wirtschaftsstillstandes in die Höhe geschossen. In den vergangenen zwei Wochen wurden knapp 10 Millionen Neuanmeldungen verzeichnen, was gemessen an den US-amerikanischen Arbeitskräften eine Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent ausmachen würde. Die Quote notierte im Januar mit 3,5 Prozent noch auf einem 50-jährigen Tief.
Neben den realwirtschaftlichen Implikationen will Washington mit dem bestätigten Konjunkturpaket im Wert von 2,2 Billionen US-Dollar auch den amerikanischen Unternehmen bei der Bewältigung der Krise unter die Arme greifen. Ob das fiskalische Manöver und die geldpolitischen Maßnahmen der Federal Reserve weitere Anspannungen am US-amerikanischen Anleihenmarkt und potenzielle Kreditausfälle verhindern können, bleibt zu diesem Zeitpunkt ungewiss.
Der US-Arbeitsmarkt bleibt auch heute im Fokus des Geschehens und wird mit der Veröffentlichung der Nonfarm Payrolls (Arbeitsmarktbericht) den Wochenausklang bestimmen.

HUF

Neue Fazilität

Die ungarische Notenbank scheint der Schwäche der eigenen Währung nun marginal entgegenzuwirken, nachdem der Forint am Mittwoch auf ein Allzeittief gegenüber dem Euro gefallen war. Obwohl die Währungshüter angesichts der Verlangsamung der globalen Wirtschaftsaktivität keine Zinsstraffungen riskieren wollen, kündigt die Notenbank eine neue einwöchige Spitzenrefinanzierungsfazilität mit einem Zinssatz von 0,9 Prozent an. Der Zinssatz spiegelt zwar den derzeitigen Leitzins wider, könnte laut Ökonomen jedoch das Liquiditätsmanagement der Notenbank verbessern und somit die Geldmenge in der Ökonomie reduzieren. Aufgrund der erwarteten geldpolitischen Implikationen am Geldmarkt wird diese Maßnahme auch als eine „implizite Zinsstraffung“ angesehen.

Der ungarische Interbankenzins festigte sich nach der Ankündigung um 40 Basispunkte, bot dem Forint jedoch nur eine marginale Stütze. Solange die Coronakrise und die damit induzierte Abkühlung der globalen Ökonomie im Fokus des Geschehens bleiben, könnte sich an der expansiven Haltung der ungarischen Notenbank und somit an der Abwärtsbewegung des Forints wenig ändern.


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