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Apr 02, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schlechter Start ins neue Quartal

EUR

Industriebranche in einer Rezession


Die Hoffnungen auf eine V-förmige globale Erholung lassen rapide nach. Der wirtschaftliche Stillstand stellt in ganz Europa ein erhebliches Hindernis für den Industriesektor dar. Die negative Tendenz kam mit der gestrigen Veröffentlichung des europäischen Einkaufsmanagerindizes erneut ans Tageslicht, nachdem die Sub-Indizes für die Produktion und Auftragseingänge starke Verluste einstecken mussten.
Der Indikator, welcher das Beschäftigungsniveau in der Eurozone widerspiegelt, verzeichnet den größten monatlichen Fall seit der Rezession im Jahr 2009. Der Gesamtindikator für das verarbeitende Gewerbe fällt mit einem Wert von 44,5 auf ein siebenjähriges Tief. EUR/USD unterläuft erneut die Unterstützung bei 1,10 und nimmt nun das Niveau 1,09 ins Visier.

USD

Fokus auf der Datenlage


Der gestern veröffentlichte US-amerikanische Einkaufsmanagerindex fällt um nur einen Punkt auf einen Wert von 49,1. Die oberflächlich im Vergleich zu den Rückgängen in anderen Ländern positive Entwicklung trübt jedoch auf den ersten Blick. Die Sub-Indizes für die „Beschäftigung“ und die „Werkaufträge“ fallen mit Werten von 43,8 und 42,2 beide auf ein 10-Jahres-Tief. Dass der Gesamtindikator davon relativ unberührt bleibt, liegt an dem rasanten Sprung der Lieferzeiten, welche im Indikator selber als ein positives Zeichen gewertet werden. Unter normalen Umständen würde eine überhitzende Volkswirtschaft Lieferengpässe aufweisen, was im Einkaufsmanagerindex als Zeichen einer wachsenden Wirtschaft gewertet werden würde. Dies war im März jedoch nicht der Fall. Vielmehr sind die Lieferzeiten aufgrund der Unsicherheiten in der globalen Lieferkette entstanden.
Das fälschliche Bild des Indikators lässt nun die heutige Veröffentlichung der US-amerikanischen Werkaufträge und der Arbeitslosenunterstützung in den Fokus rücken. Nachdem in der Woche bis zum 20. März ganze 3,28 Millionen neue Arbeitslose gemeldet worden sind, könnte es in der vergangenen Woche, laut Prognosen der US-Großbanken, weitere 3,5 bis 5,5 Millionen Neuanmeldungen für die Arbeitslosenunterstützung gegeben haben.

PLN

Rezession bahn sich an


Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen gestern ganz klar die zentraleuropäischen Einkaufsmanagerindizes (EMI). Die Stimmungsbarometer stellen nicht nur einen der wichtigsten Leitindikatoren für die Industrieproduktion und das breitere Wirtschaftswachstum eines Landes dar. Sie boten Marktteilnehmern ebenfalls einen ersten Einblick in die ökonomischen Schäden des Coronavirus in Zentraleuropa.
Der polnische Leitindikator für das verarbeitende Gewerbe fällt mit einem Wert von 42,4 deutlich unter die Expansionsgrenze (50) und befindet sich nun am geringsten Niveau seit mindestens 2011. Sollte die polnische Wirtschaft wie erwartet in diesem Jahr eine Kontraktion verzeichnen, wäre dies das erste negativen Wirtschaftswachstum seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991. Zwar ist die Abhängigkeit von der Industrie in Polen deutlich geringer als in den Nachbarstaaten. Nichtsdestotrotz wird das Land massiv unter dem Einbruch der Konsum- und Investitionsausgaben leiden.


Obwohl der Einkaufsmanagerindex für Tschechien nicht das ganze Ausmaß der Wirtschaftsabkühlung widerspiegelt, zeigt sich ein massiver Einbruch der heimischen Industrie. Der Produktionsstopp des größten tschechischen Automobilherstellers, Skoda, gilt dabei als exemplarisch für die derzeitige Situation. Der gestern für den März veröffentlichte Index (EMI) fällt auf das geringste Niveau der letzten zehn Jahre (41,3).
Ungarn steht am Ende des Tages als ganz klarer regionaler Verlierer dar. Der Leitindikator für das ungarische verarbeitende Gewerbe fällt innerhalb eines Monats von der Expansion (50,1) in die größte Kontraktion aller Zeiten (29,1). Dies bedeutet, dass nur 29,1 Prozent aller ungarischen Unternehmen im März eine Expansion der Wirtschaftsaktivität verzeichnet haben. Ganze 70,9 Prozent der Firmen stehen gegenüber dem Vormonat schlechter dar. Der drastische Fall spiegelt die Abhängigkeit Ungarn von der Europäischen Union wider, welche knapp 82 Prozent aller Exporte des Landes empfängt.


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