Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Mär 31, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wochenauftakt ohne Komplikationen

EUR

Erste Rezession seit 2012?

Mit jeder neuen Datenveröffentlichung scheint das Ausmaß der jüngsten Wirtschaftsabkühlung deutlicher zu werden. Das gestern von der europäischen Kommission veröffentlichte Stimmungsbarometer für die Eurozone verzeichnet wie auch das Verbrauchervertrauen in der vergangenen Woche den größten monatlichen Fall aller Zeiten. Der Gesamtindex befindet sich nun auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte 2013, wobei sich der Geschäftsklimaindex industrieübergreifend verschlechtert hat.

In der Zwischenzeit bestätigt die Veröffentlichung des deutschen Verbraucherpreisindexes die aufgrund des Ölpreisverfalls im Vorhinein erwartete Abkühlung der Inflation auf eine jährliche Wachstumsrate von 1,3 Prozent. Dass es in der Eurozone, insbesondere Deutschland, zu einer Rezession im ersten Halbjahr kommen wird, steht seit den jüngsten Veröffentlichungen der Leitindikatoren außer Frage. Über das tatsächliche Ausmaß scheinen sich die wichtigen Think-Tank des europäischen Kontinents noch uneinig zu sein.

Die europäische Zentralbank hat in den vergangenen Wochen durch Ankündigungen neuer Stimulusmaßnahmen das Ruder in die Hand zu nehmen. Im Rahmen der Expansion hat die Notenbank eine Ausweitung ihres Anleihenkaufprogramms und eine Entlastung des Bankenwesens angekündigt, Maßnahmen welche die Währungshüter mehr als eine Billion Euro kosten werden. Die fehlende Bereitschaft der zentraleuropäischen Staaten scheint eine derzeit besprochene gemeinsame Schuldenemission auszuschließen.

USD

Ruhiger Wochenauftakt

Mit dem heutigen Tag endet einer der volatilsten Monate an den Börsen und Devisenmärkten seit der globalen Finanzkrise 2009. Und obwohl risikoreiche Anlagen, insbesondere die weltweiten Aktien- und Rohstoffmärkte deutlich unter der erhöhten Volatilität gelitten haben, scheint zumindest der gestrige Wochenauftakt einigermaßen positiv verlaufen zu sein. Die vergangenen vier Montage ist der US-Aktienleitindex SP500 allesamt nach Handelsbeginn sofort mehr als sieben Prozent nach unten gekracht, was in allen vier Fällen zu einer kurzzeitigen Aussetzung des Handels geführt hatte. Dies bleibt am gestrigen Handelstag aus. Die Börsen können vor dem Hintergrund der angekündigten Stimuluspakete der Regierungen sogar leichte Gewinne mitnehmen, auch wenn die allgemeine Skepsis weiterhin das Marktgeschehen dominiert.

Der US-Dollar löst sich von dem sechstägigen Abwärtstrend gegenüber dem Euro, nachdem EUR/USD bei 1,1140 ein einwöchiges Hoch finden konnte.

CEE

Orban übernimmt die Führung

Das ungarische Parlament wirft angesichts der momentanen Coronakrise das Handtuch und erweitert im Rahmen des nationalen Notstandes die Macht der Regierung. Die von der oppositionellen Partei aufgeworfenen Anklagen der Demokratieverletzung wurden von der regierenden Partie bei Seite geschoben, da die Maßnahmen laut der Fidesz keine Beschränkung der Legislative darstellen. Damit befindet sich die ungarische Regierung erneut auf Kollisionskurs mit Brüssel. Und obwohl die Europäischen Union noch keine wirkliche Bereitschaft gezeigt hat, gegen Orban und seine Partei vorzugehen, prüft die europäische Kommission das vor wenigen Tagen beschlossene Notstandsgesetz.

In der Zwischenzeit belastet der negative Wirtschaftsausblick der Eurozone die zentraleuropäischen Volkswirtschaften, welche aufgrund der geografischen und wirtschaftlichen Nähe zu Deutschland unter den Abkühlungserscheinungen leiden könnten. In Polen hatte sich der Zentralbanker Eryk Lon über die Möglichkeit einer weiteren Zinssenkung geäußert. Außerbörslich gehandelte Zinstermingeschäfte scheinen eine starke Tendenz weiterer Lockerungen aufzuweisen. Sowohl im Falle der polnischen, als auch der tschechischen Notenbank.

Der polnische Zloty und die tschechische Krone verzeichnen zwar einen marginal negativen Wochenauftakt. Die Wechselkursbewegungen notieren jedoch weiterhin in den verankerten Spannen zwischen  EUR/PLN 4,48 bis 4,63 und EUR/CZK 27,00 bis 28,00. Der ungarische Forint verzeichnet dabei eine größere Abwertung und befindet sich erneut in Nähe des Allzeittiefs bei 360,00.


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.