Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Mär 30, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

 Gemischter Wochenauftakt

EUR

Aufwertungspotenzial limitiert?


Der Kampf gegen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen des Corona-Ausbruchs in Europa geht in dieser Woche in die nächste Runde. Konkrete Aussichten auf eine gemeinschaftliche Strategie zur Minimierung des wirtschaftlichen Ausfalls scheinen auf europäischer Basis derzeit zu fehlen. Dabei kam die derzeitige Meinungsverschiedenheit bezüglich der kollektiven Schuldenemission im Rahmen der „Coronabonds“ zum Vorschein, nachdem sich Deutschland, Österreich und die Niederlande gegen die Vorhaben einer gemeinsamen Schuldenaufnahme gesträubt haben.
Eine fehlende Koordination in der Krankheitsbekämpfung, steigende Budgetdefizite und immer größer werdende Konjunkturpakete könnten erneut Ängste um eine Staatsschuldenkrise ans Tageslicht bringen. Dies zeigte sich in den vergangenen Wochen in den Preisanstiegen der Credit Default Swaps – Instrumente zur Absicherung eines Zahlungsausfalls – für diverse europäische Staaten, insbesondere Griechenland, Portugal, Italien und Spanien.
Somit könnte die Gemeinschaftswährung in der nächsten Zeit nur eine limitierte Aufwärtstendenz verspüren, auch wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am vergangenen Freitag die beste Woche seit der Finanzkrise 2009 beendet hatte. Kapitalströme zum Quartalsende könnten zu einer leichten Reduktion der Marktliquidität führen und risikobehaftete Währungen unter Druck setzen. Ein Ausbruch jenseits der 1,1180 könnte zu Bewegungen bis EUR/USD 1,1220 führen, ein Niveau, bei welchem es erneut zu einer reduzierten Nachfrage nach dem Euro kommen könnte.

USD

Nachfrage vorerst gesättigt


Die geldpolitischen Interventionen der US-amerikanischen Notenbank scheinen, wenn auch mit einer deutlichen Verzögerung, doch noch einen ersichtlich negativen Effekt auf den US-Dollar ausgeübt zu haben. Neben den ersten Abkühlungserscheinungen der heimischen Ökonomie, ersichtlich an dem größten wöchentlichen Anstieg der Arbeitslosenquote aller Zeiten in den USA, musste die Federal Reserve auch die globale Nachfrage nach dem US-Dollar stillen.
Die Notenbank sah sich vor diesem Hintergrund gezwungen, den heimischen als auch globalen Kapitalmärkten genügend Dollar-Liquidität zur Verfügung zu stellen, um einen weiteren Anstieg der Zinsprämien des US-Dollars zu verhindern. Insgesamt injizierten die US-amerikanische Notenbank seit Anfang des Jahres mehr als 1,5 Billionen US-Dollar in das heimische Finanzsystem. Alleine in der vergangenen Woche waren es 600 Milliarden US-Dollar, der größte wöchentliche Anstieg der Notenbank-Bilanz aller Zeiten.
Dies führte in Verbindung mit der beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus in den USA zu einer deutlich gesunkenen Nachfrage nach der Leitwährung, welche die schwächste Woche seit mehr als einer Dekade verzeichnen musste. Da die Liquiditätssorgen fürs Erste behoben worden sind, rücken nun gesundheitliche und wirtschaftliche Faktoren bei der Devisenanalyse in den Vordergrund. Neben der Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens (Dienstag) stehen auch der Einkaufsmanagerindex (Mittwoch) und der Arbeitsmarktbericht (Freitag) am Wirtschaftskalender.

PLN

Globale Themen im Fokus


Die von den Regierungen erzwungenen Eindämmungsmaßnahmen machen den zentraleuropäischen Volkwirtschaften in Verbindung mit der schwachen Auslandsnachfrage zu schaffen. Insbesondere in der vergangenen Woche konnten sich diese Unsicherheiten in der Datenlage Ausdruck verschaffen. Der tschechische Konsumklimaindex verzeichnet einen deutlichen Rücksetzer und auch die ungarische Arbeitslosenquote steigt den zweiten Monat infolge auf 3,5 Prozent. Um diesen ersten Abkühlungserscheinungen entgegenzuwirken, sahen sich die Zentralbanken zu drastischen Maßnahmen gezwungen. Sowohl die polnischen, als auch die tschechischen Währungshüter reduzierten im März ihre Leitzinsen beide auf genau einen Prozent. In Ungarn blieben Zinslockerungen aus. Die Notenbank stellt wie gehabt Liquidität in Form der FX Swaps zur Verfügung.
An der Devisenfront waren es jedoch erneut globale Geschehnisse, welche die regionalen Währungen die Woche über dominiert hatten. Insbesondere die deutlich reduzierte Nachfrage nach dem US-Dollar in der vergangenen Woche schien den zentraleuropäischen Währungen eine Verschnaufpause zu gönnen. Zwar werten die drei Währungen auf die gesamte Woche gesehen ab. Nichtsdestotrotz konnten sich insbesondere der polnische Zloty und die tschechische Krone deutlich von den jüngsten Tiefständen erholen. Der Fokus wird somit weiterhin auf dem globalen Risikosentiment bleiben, insbesondere da die regionale Geldpolitik fürs Erste in den Hintergrund rücken wird.


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.