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Tägliche Marktberichte

Jän 15, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Tag der Entscheidungen

USD

Inflationsanstieg ohne geldpolitische Folgen

Nach einem relativ gemischten Ergebnis bei dem jüngsten Arbeitsmarktbericht richteten Marktteilnehmer ihr Augenmerk nun auf die Veröffentlichung des US-amerikanischen Inflationsniveaus. Der Verbraucherpreisindex steigt auf Jahresbasis um 2,3 Prozent an, lässt mit einem monatlichen Wachstum von 0,1 Prozent jedoch auf keine großartige Aufwärtsdynamik deuten. Historisch betrachtet bleiben die heimischen Preise, als auch die zukünftigen Inflationserwartungen erdrückt, was die Federal Reserve noch eine Weile von Überlegungen bezüglich einer Zinsstraffung fernhalten wird. Positive Ergebnisse bei den dieswöchigen Veröffentlichungen der Einzelhandelsumsätze am Donnerstag und der Industrieproduktion am Freitag würden zumindest die derzeitige geldpolitische Neutralität der Fed bestätigen.

EUR

Euro von der Franken-Stärke überwältigt

Zwei für die Gemeinschaftswährung relativ uninteressante Handelstage finden ihr Ende. Die Veröffentlichung des deutschen Bruttoinlandsprodukts und der europäischen Industrieproduktion verspricht nun jedoch einen volatilen Handelstag. Des Weiteren könnte die Erstreaktion auf das handelspolitische Ereignis der Unterzeichnung des US-China Teilabkommens ebenfalls zu Neupositionierungen an den Märkten führen.

• Im Rahmen des halbjährigen Berichts des US-Finanzministeriums wurde die Schweiz nun wieder auf die Liste der Währungsmanipulatoren gesetzt. Da dies handelspolitische Konsequenzen mit sich ziehen könnte, spekulieren Marktteilnehmer nun auf eine geringere Bereitschaft der Schweizerischen Notenbank (SNB) in den Währungsmarkt einzugreifen. Somit wertet der EUR/CHF trotz der geopolitischen Entspannung weiter ab und findet nach Unterlaufen der Unterstützung 1,08 ein mehr als zweieinhalbjähriges Tief. Nun wechselt der Fokus auf die Reaktion der SNB.

CZK

Wie stark kann die Krone noch werden?

Die sonst so trendwechselscheue Krone ist aufgrund des jüngsten Inflationsanstiegs in Tschechien ins Visier von internationalen Investoren gefallen. Das jährliche Wachstum der Teuerungsrate befindet sich mit 3,1 Prozent nun offiziell außerhalb des Toleranzbandes der Währungshüter und gibt der neuerlichen Debatte über eine Zinsstraffung weitere Nahrung. Dementsprechend konnte die tschechische Krone deutlich von dem externen Interesse profitieren und wertet gegenüber dem Euro auf ein mehr als 22-monatiges Hoch auf. Eine Bewegung bis hin zur mehrjährigen Unterstützung bei EUR/CZK 25,12 kann aufgrund der Euphorie bezüglich des amerikanisch-chinesischen Teilabkommens nicht ausgeschlossen werden. Das Währungspaar bleibt aufgrund der überverkauften Position nichtsdestotrotz anfällig für kurzfristige Erholungsversuche.

• Auch der Zloty kann von der Zuversicht an den Märkten profitieren und schließt sich der Krone bei dem Weg nach oben an. Nach Erreichen eines neuen 20-monatigen Hochs bei 4,1980 scheint die polnische Währung jedoch leicht an Fahrt verloren zu haben. Im Falle eines schwächer als erwarteten US-China Abkommens bleibt auch der Zloty für Rücksetzer anfällig.

RMB

Vorwürfe vorerst fallengelassen

In der diplomatischen Beziehung zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt stehen die Zeichen weiter auf Deeskalation. Neben der gestrigen Ankunft der chinesischen Delegation in Washington sorgt auch der halbjährliche Bericht des US-Finanzministeriums für Freude unter den Marktteilnehmern. Im Rahmen des Berichts wurden die Vorwürfe bezüglich der Währungsmanipulation gegen China fallen gelassen, was zumindest symbolisch als eine deutliche Entspannung der beidseitigen Beziehung gesehen werden kann. Auch das heute zu unterzeichnende Abkommen soll durchsetzbare Verpflichtungen zum Verzicht der Abwertung enthalten, was die Währungspolitik Chinas transparenter machen könnte. Die guten Gesten scheinen den globalen Aktienmärkten wieder deutlichen Rückenwind verschafft zu haben. Die Euphorie könnte laut einigen Analysten nun in den Wechselkursen eingepreist sein. Ein schwächer als erwartetes Abkommen könnte die Investoren wieder auf den Boden der Tatsachen bringen und zu Neupositionierungen an den Märkten führen.


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