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Tägliche Marktberichte

Okt 14, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Teilabkommen beflügelt die Märkte

USD

EUR USD (1,1030)
In der dreizehnten Gesprächsrunde zwischen China und den USA ist es nun endlich zu einem „Mini-Deal“ gekommen. Und auch wenn diese Teileinigung als kein vollkommener politischer Triumph gefeiert werden kann, scheint es den Marktteilnehmern gereicht zu haben, um in eine frühzeitige Risk-on Haltung zu wechseln. Trotz positiver Entwicklungen an der Handelsfront bleiben Meinungsverschiedenheiten bestehen. Diese werden in der angekündigten zweiten Phase besprochen werden, in welcher dann die wichtigen Themen wie der chinesische Handelsüberschuss und das von China vermeidlich ignorierte Patentrecht in den Fokus rücken.  Fürs Erste hat sich die Volksrepublik zum erneuten Kauf US-amerikanischen Agrarprodukte entschieden. Die jedoch viel größere Implikation des Teilabkommens ist die Verkündung, dass die am 12. Oktober angesetzte Zollerhöhung nun endgültig vom Tisch sein.

Obwohl es in dieser Woche wieder einige relevante Datenveröffentlichungen für die beiden Volkswirtschaften geben wird, bleibt die Politik wie in den letzten paar Tagen im Rampenlicht. Neben den anhaltenden Brexit-Verhandlungen bleiben Neuigkeiten bezüglich des US-China Abkommens und die neuen Wirtschaftsprognosen des Internationalen Währungsfonds von Bedeutung. Datenseitig stehen die europäische Industrieproduktion (heute), die ZEW Konjunkturumfrage (Dienstag) und die europäische Inflation (Mittwoch) im Vordergrund.

Die Gemeinschaftswährung konnte deutlich von der in der letzten Woche eingesetzten Risikofreude profitieren und durchbricht souverän die Barriere 1,10. Auch wenn die Nachfrage nach dem Euro am Freitagabend leicht an Auftrieb verloren hatte, verweilt das Währungspaar weiterhin an einem dreiwöchigen Hoch. Sollten die Marktgeschehnisse die Aufwärtsbewegung des Paares bestätigen, bleibt Potenzial bis 1,1100/20 bestehen. Ein durchstoßen dieses Niveaus würde den derzeit intakten 17-monatigen Abwärtstrend zunichtemachen und das bis dato größte bullische Signal weiterer Aufwärtsbewegungen bestätigen. Sollten sich das Abkommen zwischen China und den USA und die positiven Entwicklungen an der Brexit-Front als nüchterner herausstellen, als zuerst gedacht, könnte ein Risk-off Sentiment entfacht werden, welchen den Euro erneut unter 1,10 bringen würde.

GBP

EUR GBP (0,8750)
Unerwartete Fortschritte in den Austrittsgesprächen katapultieren das Pfund nach einer zweitägigen Aufwertung (+3 Prozent) auf ein 20-wöchiges Hoch. Nach der ersten Welle des Optimismus scheint jedoch die Realität des Ganzen eingetreten zu sein, welche deutlich nüchterner ausfällt. Laut dem europäischen Verhandlungsführer Michel Barriere hat dieser grünes Licht bekommen, die Austrittsgespräche mit Großbritannien aufzunehmen. Er selbst glaubt jedoch weiterhin an eine geringe Möglichkeit eines wirklichen Zustandekommens des Abkommens. Somit bleiben die Tage bis zum EU-Gipfel am Donnerstag ebenfalls von signifikanter Bedeutung, da diese aufzeigen werden, mit welcher Stimmung die beiden Parteien in die Verhandlungsgespräche gehen. Der EURGBP notiert derzeit knapp oberhalb der seit Mai anhaltenden Aufwärtstrendlinie und hätte das Potenzial leicht in Richtung 0,8850 aufzuwerten. Ein Durchbruch in den Gesprächen und ein konsequentes Unterlaufen der Unterstützung könnte Bewegungen in Richtung 0,8500 entfalten.

CHF

EUR CHF (1,0985)
Mit den Verbesserungen an der Handelsfront verzeichnet die Nachfrage nach dem sicheren Franken einen ersten Rücksetzer und lässt den EURCHF auf ein zehnwöchiges Hoch steigen. Neben den Veröffentlichungen des ZEW ökonomischen Sentiments und der europäischen Inflation wird die globale Politik den größten Wechselkurstreiber für das Währungspaar darstellen. Im Zentrum stehen dabei der am Donnerstag angesetzte EU-Gipfel und die neuen Prognosen des Internationalen Währungsfonds bezüglich der Weltwirtschaft. Es bleibt weiterhin offen, ob die Details der Brexit- und US-China Entwicklungen der letzten Woche die versprochenen Fortschritte bestätigen werden, oder ob sich Investoren zu früh gefreut haben. Derzeit verhindert 1,1050 weiteren Aufwärtsdruck, wobei an der Unterseite 1,0960 mögliche Verluste des Euro dämpfen könnte.

PLN

EUR PLN (4,3020)
Erste Hochrechnungen scheinen den im Vorfeld erwarteten Sieg der polnischen „Recht und Gerechtigkeit“-Partei (PiS) in den Parlamentswahlen bestätigt zu haben. Mit geschätzten 43,6 Prozent werden der Partei voraussichtlich 239 der 460 Sitze zustehen, was eine absolute Mehrheit darstellen würde. Der Zloty bleibt zu Handelsbeginn relativ unbeeindruckt von den politischen Geschehnissen und verweilt in Nähe des Niveaus 4,30. Ein durchstoßen dieser Unterstützung könnte Bewegungen bis 4,2750 entfalten, wobei 4,35 an der Oberseite den ersten Widerstand darstellt.

HUF

EUR HUF  (332,50)
Bei den ungarischen Kommunalwahlen scheint das Ergebnis für deutlich mehr Überraschung gesorgt zu haben als in Polen. Dabei verpasst die breit angelegte Koalition der Opposition der regierenden Fidesz einen Denkzettel und erobert die Hauptstadt Budapest. Gergely Karacsony setzt sich mit knappen 50,6 Prozent gegen Istvan Tarlos durch, wobei 13 der 23 Bezirke an die Opposition gehen. Der Forint befindet sich trotz der Aufwertungen der letzten zwei Wochen in einem Abwärtskanal, welcher durch die Untergrenze 330,00 definiert ist. Sollte dieses Niveau im Verlauf der nächsten Tage brechen, bleiben Bewegungen bis 327,90 möglich. 

CZK

EUR CZK  (25,810)
Auch wenn die positiven Entwicklungen an der globalen politischen Bühne die Krone vor der sechsten täglichen Abwertung infolge verschonen konnten, hält sich die Nachfrage nach der tschechischen Währung in Grenzen. Der dreizehnwöchige Abwärtstrend bleibt somit intakt und wird durch die Untergrenze 25,700 definiert. Ein Unterlaufen dieses Niveaus bleibt aufgrund des anhaltenden Optimismus an den Märkten bestehen und könnte zu Bewegungen bis 25,600 führen.


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