Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Aug 22, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Spaltung in den eigenen Reihen

USD

EUR USD (1,1080)
Der Höhepunkt des gestrigen Tages, die Veröffentlichung der Protokolle des letzten US-Offenmarktausschusses, konnten sich nicht in der im Vorfeld erwarteten Volatilitätserhöhung in den Märkten widerspiegeln. Dabei bot die Offenlegung des Entscheidungsprozesses der Notenbanker eine wichtige Einsicht für die nächste Zinsentscheidung im September. Nämlich, dass kein wirklicher Konsensus über das richtige Zinsniveau besteht. Den Protokollen zufolge sahen einige Mitglieder keinen Grund für eine Lockerung der Zinsen im Wert von 25 Basispunkten, wobei zwei Offizielle sogar zu drastischeren Maßnahmen greifen wollten. Dies macht die Sache für den Präsidenten der US-amerikanischen Notenbank natürlich um kein Stück leichter, insbesondere da sich dieser in einem Meinungsdisput mit dem US-Präsidenten befindet, welcher eine Reduktion der Zinsen im Wert von 100 Basispunkten fordert. Geldmärkte scheinen dabei auf der Seite von Donald Trump zu stehen und signalisieren eine 100-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der FED im September (25 Basispunkte). Somit rückt das heute in Jackson Hole, Wyoming, angesetzte Zentralbanksymposium in den Fokus der Marktteilnehmer, wobei im Rahmen des Events, eine Rede des Präsidenten erwartet wird, welche weiteren Aufschluss über die Haltung der Zentralbank liefern könnte.

Aufseiten neuer Wirtschaftsveröffentlichungen für die Eurozone, nehmen die Einkaufsmanagerindizes, speziell für das deutsche verarbeitende Gewerbe, die Rolle des heutigen Wechselkurstreibers ein. Der Sentimentindikator befindet sich seit Anfang des Jahres im negativen Bereich und stellt einen der größten Hindernisse einer nachhaltigen Erholung der Gemeinschaftswährung dar, welche durch die negativen Zinsen in der Eurozone deutlich niedergeschlagen wurde. Dies wurde bei der gestrigen Auktion der deutschen 30-jährigen Staatsanleihe deutlich, welche zum ersten Mal mit einer negativen Rendite notiert wurde. Von dem angebotenen Gesamtvolumen im Wert von zwei Milliarden Euro wurden jedoch weniger als die Hälfe verkauft. Dies stellte die geringste Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen seit 2011 dar.

Der Euro bleibt somit weiterhin unter Druck und führt die Seitwärtsbewegung zwischen 1,1100 und 1,1365 weiter fort.
Ein längeres Verbleiben der Gemeinschaftswährung unterhalb des Niveaus 1,1220, könnte zu weiteren Verlusten unterhalb der derzeitigen Unterstützung bei 1,1060 führen.

GBP

EUR GBP (0,9140)
Die fehlende Bereitschaft der Europäischen Union, die irische Back-stop Klausel aus dem Austrittsabkommen zu nehmen, scheint sich weiter auf die Schwäche der britischen Währung auszuwirken. Dabei sahen sich Marktteilnehmer nicht allzu beeindruckt von den Ergebnissen des gestrigen Treffens zwischen dem neuen Premierminister Boris Johnson und der deutschen Kanzlerin. Inoffiziell setzte Angela Merkel dem frisch gebackenen Führer der konservativen britischen Partei eine Herausforderung. Dieser soll in den nächsten dreißig Tagen eine Lösung zum irischen Grenzproblem finden, um einen harten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu vermeiden. Nun fällt der Blick auf das in Paris angesetzte Treffen mit Emmanuel Macron, einen Tag nachdem die französische Regierung ein No-Deal Szenario für am wahrscheinlichsten erklärt hatte.

CHF

EUR CHF (1,0880)
Der Euro zeigt sich weiterhin relativ unbeeindruckt von den politischen Entwicklungen in Italien und wertet gegenüber dem Schweizer Franken wieder leicht auf. Marktteilnehmer scheinen der Möglichkeit einer allgemeinen Neuwahl im Herbst eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit beizulegen und reduzieren die Nachfrage nach der sicheren Schweizer Währung. Von einer rasanten Erholung der europäischen Gemeinschaftswährung gehen jedoch wenige Investoren aus, insbesondere da die heute veröffentlichten EZB-Protokolle der letzten Zinsentscheidung, neue Informationen über die erwartete Zinssenkung im September geben könnten. An der Oberseite könnte dabei erst ein Durchstoßen des Widerstandes bei 1,1050 als bullishes Signal gewertet werden, wobei ein Durchbruch unter 1,0840, Potenzial bis 1,0750 wecken könnte, sollte sich die schweizerische Zentralbank nicht ebenfalls zu einer Lockerungspolitik im September verleiten lassen.

PLN

EUR PLN (4,3500)
Die polnische Währung zeigte sich am gestrigen Handelstag als Ausreißer in der eher schwächebefallenen Region und konnte eine leichte Aufwertung gegenüber dem Euro verzeichnen. Der Anstieg des Zloty kam inmitten der gestrigen Kommentare eines Mitglieds der polnischen Zentralbank, welches das derzeitige Zinsniveau als optimal bezeichnete. Diese neutrale Haltung scheint in den Reihen der Währungshüter einen informellen Konsensus gebildet zu haben und könnte dem polnischen Zloty in Zeiten einer expansiven Europäischen Zentralbank deutlichen Rückenwind verschaffen. Insbesondere mit der zuletzt rasanten Aufwertung des EURPLN, welcher seit dem 01. Juli einen Anstieg von mehr als 2,25 Prozent verzeichnen konnte, bleiben mögliche Rücksetzer mehr als nur wahrscheinlich.

HUF

EUR HUF  (327,50)
Regionale Investoren schienen den gestrigen Marktgeschehnissen kaum Aufmerksamkeit geschenkt zu haben und lassen den Forint unverändert gegenüber dem Vortag zurück. Dabei werden die heute veröffentlichten Protokolle der letzten europäischen Zinsentscheidung und die morgige Rede des FED-Präsidenten Jerome Powell ausschlaggebend für den weiteren Wechselkursverlauf sein. Um die derzeitige korrektive Schwächephase des Forint zu beenden, müsste die Aufwärtstrendlinie (des EURHUF), derzeit bei 325,50 liegend, durchbrochen werden. Weitere Verluste der ungarischen Währung oberhalb 328,00 könnten dabei Potenzial bis 329,10 (Hoch 05. September) entfalten.

CZK

EUR CZK  (25,795)
Marktteilnehmer scheinen die neuesten Entwicklungen im US-Sino Handelsdisput und den Rücktritt des italienischen Premierministers weiterhin im Hinterkopf zu behalten und lassen kaum Platz für großartige Aufwertungen der Krone. Ohne signifikante heimische Impulse, könnte das allgemein negative Sentiment gegenüber der Region bestehen bleiben und zu neuen Abwertungen der tschechischen Währung in Richtung 25,860 führen. Unerwartete Rücksetzer der EURCZK könnten bei 25,710 (200-1D Moving Average) aufgrund einer erhöhten Nachfrage bei diesem Niveau zum Erliegen kommen.


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.