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Tägliche Marktberichte

Aug 21, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Italiens vorzeitiges Ende

USD

EUR USD (1,1090)
Obwohl am gestrigen Tag wiederholt keine relevanten Wirtschaftsveröffentlichungen an der Tagesordnung standen, schienen die derzeitigen politischen Anspannungen den Treiber der Volatilität auszumachen. Dabei ließ die abgeschwächte Dollar-Dynamik die erste Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung zu, nachdem diese fünf Handelstage infolge gesunken war. Der gestrige Anstieg des Euro kam inmitten der erhöhten Anspannungen bezüglich der heute veröffentlichten Protokolle des letzten Offenmarktausschusses der US-amerikanischen Notenbank und dem am Donnerstag beginnenden dreitägigen Zentralbanksymposiums in Jackson Hole.

Anscheinend unbeeindruckt sahen sich Euro-Investoren dabei von der gestrigen Rede und dem anschließenden Rücktritt des italienischen Premierministers Guiseppe Conte. Dabei nutzte der Premierminister die Gelegenheit, den Führer der rechtspopulistischen Lega, Matteo Salvini, nochmals zu kritisieren und ihm die Schuld für das Versagen der derzeitigen Regierung zu geben. Dass sich die damit geschaffene Verwirrung in keiner größeren Schwäche der Gemeinschaftswährung manifestieren konnte, lag auch an der noch unsicheren weiteren Vorgehensweise der italienischen Regierung. Marktteilnehmer sehen die Möglichkeit von Neuwahlen im Oktober als Lösung des politischen Lock-downs weiterhin für unwahrscheinlich, da die Fünf-Sterne-Bewegung die Option hätte, ein Bündnis mit der demokratischen Partei einzugehen und die Regierung fortzuführen. Ein fehlender Kompromiss zwischen den beiden politischen Vertretern würde die Wahrscheinlichkeit neuer Wahlen im Herbst erhöhen und den Druck gegenüber dem Euro noch mal deutlich erhöhen.

Somit rückt der Fokus mit dem heutigen Tag auf das Erste von einigen relevanten Zentralbankereignissen in den kommenden Tagen. Bei der heutigen Veröffentlichung der FED Minutes werden Marktteilnehmer besonders auf mögliche Rechtfertigungen einer weiteren Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank im September achten. Allzu große Überraschungen sind jedoch nicht zu erwarten und so könnte die Rede des FED-Präsidenten Jerome Powell am Freitag den ausschlaggebenden Faktor für das Währungspaar darstellen.

Aufgrund der vorsichtigen Haltung vor dem Zentralbankensymposium und dem G7 Treffen in Frankreich am Wochenende, scheinen Marktteilnehmer keine zu großen Positionen einzunehmen. Somit bleibt der EURUSD trotz der gestrigen Aufwertung weiterhin unter dem wichtigen Niveau 1,1100 und hätte das Potenzial, Verluste bis 1,1060 zu akkumulieren.

GBP

EUR GBP (0,9120)
Nach einer leichten Erholungs-rally des britischen Pfunds, welches sich von dem davor gesetzten mehrjährigen Tief hochkämpfe, scheint die Verunsicherung der Marktteilnehmer nun zu einem Erliegen des kurzfristigen Aufwärtstrends gekommen zu sein. Auch die flexible Haltung Angela Merkels hinsichtlich einer „Praktischen Lösung“ bezüglich der nordirischen Grenze scheint dem Pfund keinen Rückenwind gegeben zu haben, insbesondere nachdem Donald Tusk eine Neuverhandlung der Klausel (Irish-Backstop) ausgeschlossen hatte. Nun fällt der Fokus auf das Treffen des britischen Premierministers Boris Johnson mit den beiden Staatschefs Emmanuel Macron und Angela Merkel. Positive Gesprächsentwicklungen in Sachen Brexit könnten der britischen Währung einen leichten Nachfrageschub verschaffen, wobei die allgemeine Unsicherheit in den Märkten eine längerfristige Erholung limitieren könnte. Dabei bildet das Niveau 0,9000 die erste kurzfristige Barriere einer Neubildung eines Aufwärtstrends.

CHF

EUR CHF (1,0860)
Der Rücktritt des italienischen Premierministers und die dadurch wieder belebte Risikoaversion der Anleger zieht der Erholung der europäischen Währung einen Strich durch die Rechnung. Die derzeit anhaltenden Probleme rund um Europas drittgrößte Volkswirtschaft setzten den Euro weiterhin unter Druck, was die schweizerische Zentralbank in den Fokus des Geschehens gedrängt hat. Mit Erwartungen einer Zinssenkung der EZB im September und der fehlenden Effektivität der momentanen Währungsintervention seitens der schweizerischen Notenbank, sieht es wohl so aus, als würde sich die SNB zu einer Zinssenkung verleiten lassen. Von diesem Szenario gehen zumindest Geldmärkte aus, welche die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Wert von 25 Basispunkten mit 80% notieren.

PLN

EUR PLN (4,3600)
Die voraussichtliche Abkühlung des polnischen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal lässt auf erste Anzeichen eines Spill-over Effekts aus der deutschen Industrie deuten und treibt den Zloty auf ein dreizehnmonatiges Tief. Aufgrund dieser kurzfristigen Überhitzung der europäischen Gemeinschaftswährung bleibt das Rückschlagspotenzial bis 4,3380 weiterhin aufrechterhalten und könnte durch mögliche Stimulusansagen aus den größten Volkswirtschaften der Welt eingeleitet werden. Insbesondere die am Montag veröffentlichten europäischen Inflationsdaten, welche einen monatlichen Rückgang der Teuerungsrate aufwiesen, könnten die geldpolitische- als auch fiskalische Lockerung in der Eurozone antreiben. Beides wäre für den Zloty positiv zu deuten und könnte der polnischen Währung Rückenwind verschaffen.

HUF

EUR HUF  (327,50)
Der ungarische Forint bleibt von der regionalen Schwäche nicht verschont und verweilt nach einer weiteren Abwertung gefährlich nahe am 11-monatigen Tief bei 328,00. Der seit März 2019 bestehen Aufwärtstrend des EURHUF bleibt somit weiterhin bestehen und besitzt das Potenzial, Bewegungen in Richtung 331,00 zu entfalten. Eine mögliche Erholung der ungarischen Währung wird weiterhin von einer Verbesserung des globalen Risikosentiments abhängen, welches Bewegungen in Richtung 324,00 und 321,70 auslösen könnte.

CZK

EUR CZK  (25,780)
Marktteilnehmer scheinen Ihre Investitionslust aufgrund der anhaltenden Risikoaversion deutlich nach unten geschraubt zu haben und lassen die tschechische Krone zum Vortag unverändert. Insbesondere mit den gestern aufgekommenen Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung der politischen Lage in Italien scheinen Investoren zu hohe Positionen in der Krone zu meiden, wobei am Freitag mit stärkeren Volatilitätssprüngen zu rechnen ist, angesichts der geplanten Rede des Präsidenten des US-amerikanischen Präsidenten Jerome Powell. Aufgrund der angespannten Lage an den Devisenmärkten kann eine Kurssteigerung jenseits 25,880 (sechsmonatiges Hoch) nicht ausgeschlossen werden, wobei Informationen bezüglich neuer Stimuluspakete aus den USA und Deutschland zu weiteren Erholungsversuchen der Krone in Richtung 25,620 führen könnten.


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