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Aug 20, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Marktteilnehmer erhoffen sich Stimulus

USD

EUR USD (1,1085)
Eine fehlende Datenlage aufseiten neuer Wirtschaftsveröffentlichungen lässt die Woche einen ruhigen Anfang nehmen. Das marktübergreifende Thema der nächsten Tage bleibt dabei weiterhin die Anspannung bezüglich der Zentralbankkonferenz anlässlich des jährlichen Jackson Hole Symposiums, bei dem sich die US-amerikanische Notenbankelite einfinden wird, um die neuerlichen Hürden und Probleme der Geldpolitik ins Visier zu nehmen. Ebenfalls scheinen die neu aufgekommenen Erwartungen eines fiskalischen Eingreifens seitens der US-amerikanischen und deutschen Regierungen zu einem leichten Optimismus in den Märkten geführt zu haben.

Spätestens mit der Veröffentlichung des deutschen- und britischen Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal wurde auch den letzten Marktteilnehmer deutlich, das sich die europäische Wirtschaft in einer schwachen Lage befindet. Der sonst so stabilen exportorientierten deutschen Ökonomie scheint die Verlangsamung des globalen Handelsvolumens und die Unsicherheit bezüglich der weiteren Wirtschaftsentwicklung Chinas zum Verhängnis zu werden. Dass diese Problemerscheinungen keiner vorübergehenden Natur sein könnten, scheinen dabei auch die deutschen Währungshüter zu betonen, welche in Ihrem monatlichen Update vor einer möglichen Rezession im dritten Quartal des Jahres warnen. Marktteilnehmer sahen sich durch diesen Denkzettel über Ihre düsteren Erwartungen bezüglich der europäischen Volkswirtschaft bestätigt und führten zur fünften täglichen Abwertung der Gemeinschaftswährung infolge. Auch die Aussichten neuer Zinssenkungen der EZB bei dem Treffen im September konnten den anhaltenden Pessimismus der Anleger nicht dämpfen, da seit einiger Zeit Ungewissheit über die Effektivität der europäischen Geldpolitik besteht. Inmitten der monetären Debatte fügen sich nun erste Anzeichen eines Aktivwerdens der deutschen Regierung, welche Berichten zufolge ein Stimuluspaket plant, welches neue Investitionen ankurbeln sollte. Neuigkeiten bezüglich der tatsächlichen Umsetzung dieser Pläne könnten den Wechselkurs erheblich beeinflussen und den Euro in seiner Erholung unterstützen.

Gelegentliche bullische Versuche des Währungspaares scheinen an den pessimistischen Aussichten der Anleger zu scheitern, welche weiterhin von einer Lockerung der EZB bei der Sitzung im September ausgehen. Auch die Neuigkeiten einer möglichen fiskalischen Intervention seitens der deutschen Regierung lassen die Gemeinschaftswährung vorerst kalt, insbesondere, nachdem die gestern veröffentlichte Inflation (Eurozone) mit einem monatlichen Rückgang von 0,5 Prozent auf ganzer Front enttäuschte. Ausschlaggebend für den weiteren Kursverlauf bleiben dabei die möglichen geldpolitischen- als auch fiskalische Maßnahmen in den Regionen der Eurozone und den USA. Dabei sieht sich die US-amerikanische Zentralbank einem deutlich größeren Interventionsspielraum entgegen als die Währungshüter in Europa, was nachhaltig zu einer Erholung der Gemeinschaftswährung führen könnte. Kurzfristig scheint der Euro jedoch durch die Unruhen bezüglich der italienischen Neuwahlen und dem Brexit deutlich an der Oberseite limitiert.

GBP

EUR GBP (0,9130)
Die fünftägige Talfahrt des Euro gegenüber dem Pfund scheint mit dem gestrigen Tag ein Ende gefunden zu haben. Obwohl sich das Sentiment bezüglich der britischen Währung, aufgrund neuer Hoffnungen auf Fortschritte in den Brexit-Gesprächen, verbessern konnte, bleibt die allgemein anhaltende Rezessionssorge weiterhin bestehen. Als einziger Optimist im Raum sieht sich dabei der Premierminister Boris Johnson, welcher mit dem Brexit „massive ökonomische Möglichkeiten“ verbindet. Mit dieser Interpretation steht die Führungsposition der konservativen Partei jedoch ziemlich alleine dar, insbesondere nachdem die Prognosen der britischen Zentralbank auf ein düsteres Bild bei einem No-Deal Brexit verweisen. Neuigkeiten bezüglich des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union werden jegliche Wirtschaftsdaten überschatten, wobei Marktteilnehmer nun auf den G7 Gipfel blicken, an dem Boris Johnson den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel treffen wird.

Somit bleibt die Erholung des Pfund Sterling vorerst auf Eis gelegt und von neuen Entwicklungen abhängig. Die im August gefestigte Handelsspanne zwischen 0,9100 und 0,9300 bleibt aufrechterhalten, könnte durch eine erhöhte Volatilität vor der Zentralbankkonferenz in Jackson Hole und dem G7 Treffen durchbrochen werden.

CHF

EUR CHF (1,0870)
Anhaltende Anspannungen bezüglich der globalen Wirtschaftslage und die daraus resultierende Inversion der zehn- und zweijährigen US-Staatsanleihenrenditen lassen Marktteilnehmer vergeblich nach sicheren Häfen suchen. Am stärksten spiegelt sich diese Vorsorge in der neuerlichen Nachfrage des Schweizer Franken wider, welcher gegenüber dem Euro ein 24-monatiges Hoch findet. Mit der Flucht in sichere Anlagewerte schienen Marktteilnehmer weder die expansive Bereitschaft der schweizerischen Zentralbank, noch  die tatsächliche Intervention in den Währungsmarkt für Grund genug zu halten, die Schweizer Währung zu verkaufen. Der gegen Ende der letzten Woche leicht aufgekommene Optimismus bezüglich staatlicher Maßnahmen einer Rezessionsbekämpfung, in Form eines fiskalischen Stimusluspakets in den USA, scheint dem Euro dabei vorerst leicht geholfen zu haben. Ausdruck dessen findet sich in der dreitägigen Aufwertung der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Franken, wobei erst ein Durchstoßen des Niveaus 1,1050 zu seriösen Aufwärtsbewegungen führen könnte.

PLN

EUR PLN (4,3650)
Die am Freitag erlangten Gewinne des polnischen Zloty konnten am gestrigen Handelstag nicht verteidigt werden und lassen das zentraleuropäische Währungspaar (EURPLN) wieder aufwerten. Die am stärksten gehandelte Währung in der Region scheint deutlich von den globalen Turbulenzen betroffen zu sein und erreicht im August den geringsten Wert seit mehr als zwölf Monaten. Impulsgeber für den heutigen Tag sind die Veröffentlichungen bezüglich der Entlohnung im Unternehmensbereich, welche von den Industrie-erträgen (Mittwoch) und den Einzelhandelsumsätzen (Donnerstag) gefolgt werden.

HUF

EUR HUF  (326,54)
Gespräche über ein fiskalisches Stimuluspaket in den USA und Deutschland lassen den Euro positiv in die Woche starten. Der Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Forint bleibt nach einer kurzen Abwärtsbewegung am Anfang des Monats ungebrochen und besitzt das Potenzial, sich bis 331,00 hochzukämpfen. Potenzielle Verluste könnten durch die erhöhte Nachfrage bei 324,50 erliegen, wobei ein Unterschreiten dieses Niveaus zu weiteren Abwärtskorrekturen führen könnte.

CZK

EUR CZK  (25,800)
Angesichts der fehlenden wirtschaftlichen Datenlage für die tschechische Wirtschaft blieben allzu große Kursveränderungen gestern aus. Dabei konnte sich der Euro marginal festigen und besitzt weiterhin Potenzial bis 25,890, solange an der Unterseite 25,780 nicht verletzt wird. Ein Unterlaufen dieses Niveaus könnte zu einem Rücksetzer bis 25,630 führen, wobei die Trendlinie bei 25,550 verläuft.


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