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Jul 18, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gedämpfte Bewegungen

USD

EUR USD (1,1240)
Die gestrige Marktdynamik zeichnete sich wie auch in den Tagen zuvor durch einen bestimmenden Dollar ab. Aufgrund einer seit Wochen anhaltenden Spekulation über eine potenzielle Zinssenkung der US-amerikanischen Zentralbank, welche nun von Geldmärkten zu 100 Prozent eingepreist wird, genießen die Datenveröffentlichungen für die größte Volkswirtschaft der Welt, besondere Aufmerksamkeit. Diese Datenrelevanz stellt den Grund für die Aufwärtsbewegung des Dollars im Juni dar, nachdem sowohl die Arbeitsmarkt- als auch die Inflationsdaten für die USA deutlich über den Erwartungen lagen. Verstärkt wurde diese Aufwärtsbewegung durch eine deutliche Verbesserung der Einzelhandelsumsätze (ggü. Vormonat), welche auf eine weiterhin solide heimische Nachfrage deuten lassen. Dass sich die europäische Gemeinschaftswährung trotz dieser positiven US-amerikanischen Datenlage in den letzten zwei Monaten festigen konnte, liegt dabei an der Erwartung einer sicheren Zinssenkung der FED gegen Ende des Monats. Dieses Szenario, gekoppelt mit der allgemeinen Markterwartung einer „noch“ neutralen Europäischen Zentralbank, welche voraussichtlich den September-Termin abwarten wird, um den Zinssatz zu senken, limitiert den Dollar deutlich in seiner Aufwärtsbewegung. Richtet man die Blicke wieder auf den gestrigen Tag, scheinen die enttäuschenden US-Immobiliendaten den Euro vor einem weiteren Verlusttag gerettet zu haben und lassen die Gemeinschafswährung aufwerten. Leichten Rückenwind bekam der EURUSD ebenfalls von dem Anstieg der europäischen Inflation, welche im Juni auf Jahresbasis 1,3 Prozent steigt. Obwohl der Wert knapp oberhalb der von Reuters angegebenen Prognosen lag, bleibt die Inflation unter der angestrebten 2-Prozent Marke und wird die Entscheidung der Währungshüter kaum beeinflussen.

Abgesehen von der Veröffentlichung des US-amerikanischen Michigan Sentiment-Indizes am Freitag, bleibt die Datenlage für die beiden Volkswirtschaften spärlich. Somit könnten signifikante Wechselkursbewegungen bis zu den zwei Zinsentscheidungen gegen Ende des Monats auf sich warten lassen. In den makropolitischen Fokus rückt dabei der Handelsdisput zwischen China und den USA. Insbesondere, nachdem Trump nach den ersten Zeichen einer chinesischen Verlangsamung (Bruttoinlandsprodukt verzeichnet geringsten Anstieg seit 27 Jahren), auf den Geschmack seiner eigenen Zolldrohungen gekommen war. Der US-amerikanische Präsident schlägt die Woche wieder rauere Töne an und deutet weitere Zölle an. Dass die Welthandelsorganisation die US-Zölle gegen chinesische Waren als illegal abgestempelt hatte, lässt Donald Trump dabei kalt.

Noch bleibt der EURUSD in einem minimalen kurzfristigen Aufwärtstrend, über Wasser gehalten durch die Erwartungen einer Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank im Juli. Dies bleibt der Fall, solange sich der Wechselkurs oberhalb 1,1200 befindet, wobei an der Oberseite 1,1250 und 1,1280 die ersten Barrieren weiterer Aufwärtsbewegungen darstellen. Verluste mit Potenzial bis zum Jahrestief (1,1100) könnten bei den Unterstützungen 1,1190 und 1,1150 gestoppt werden.

GBP

EUR GBP (0,9030)
Das Pfund sieht sich weiterhin als größter Kollateralschaden der erneut aufgekommenen Brexit-Anspannungen. Eine am Montag stattgefundene Debatte zwischen den beiden Kandidaten für die Position des Premierministers, Boris Johnson und Jeremy Hunt, löste Sorgen um einen No-Deal Brexit aus. Dabei sprachen sich beide gegen eines der Kernprinzipien des von Theresa May ausgehandelten Abkommens aus, den „Irish-Backstop“. Dieser sollte eine Grenze zwischen Irland und dem Nordirischen Teil Großbritanniens verhindern. Nun scheinen sowohl Johnson als auch Hunt die Klausel aus dem Vertrag nehmen zu wollen, was bei Repräsentanten der Europäischen Union auf taube Ohren stößt. Obwohl sich die vorgestern vom Europäischen Parlament bestätigte Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen kompromissbereit zeigte, wird sich an der Backstop-Klausel voraussichtlich nichts ändern und deutet somit auf weitere Konfrontationen. Laut Steve Barclay, dem britischen Minister für den Austritt aus der EU, scheinen Marktteilnehmer ein No-Deal Szenario deutlich unterschätzt zu haben, was sich mit dem neuesten Nachrichtenfluss langsam ändert und das Pfund abwerten lässt. Diese erhöhte Anspannung und das Näherrücken des Austrittstermins am 31. Oktober, spiegelt sich ebenfalls in den Optionspreisen wieder, deren implizite Volatilität wieder deutlich am Steigen ist.

CHF

EUR CHF (1,1070)
Obwohl sich die USA und China bei dem G20 Gipfel im Juni auf einen vorzeitigen Waffenstillstand geeinigt hatten, bleiben Anspannungen bezüglich potenzieller Zolleinführungen weiterhin erhalten. Diese Sorge wurde mit der Entscheidung des Internationalen Währungsfonds verstärkt, welcher die im Jahr 2018 vermeintlichen chinesischen „Währungsmanipulationen“, wie sie von Donald Trump benannt wurden, als angemessen und gerechtfertigt betrachtete. Die darauffolgenden US-Zollerhöhungen auf chinesische Waren, stempelte der IMF als nicht mit den internationalen Regeln vereinbare Maßnahme ab. Dabei fügt die Organisation ebenfalls hinzu, dass die chinesische Regierung nun in der Lage wäre, Strafzölle auf US-Importe zu verhängen.

Somit bleibt die Risikoaversion weiterhin in den Märkten zu spüren und lässt Investoren vorsichtig agieren. Der EURCHF befindet sich knapp über seinem 22-monatigen Tief bei 1,1050 und wird von Marktteilnehmern auf richtungsweisende Bewegungen beobachtet. Ein Durchbruch der Unterstützung könnte Potenzial in Richtung 1,1000 entfalten. Dies könnte die Schweizer Zentralbank Aktivwerden lassen und den Franken deutlich in seiner Aufwärtsbewegung limitieren. An der Oberseite verhindern 1,1100 und 1,1160 neue Erholungsversuche des Euro.

PLN

EUR PLN (4,2650)
Der Zloty wurde von der gestrigen Schwäche in der Region nicht verschont und wertet nach einer zweitägigen Aufwertung wieder ab. Insbesondere scheinen Investoren die gestern veröffentlichten Unternehmensentlohnungen, welche auf Jahresbasis 5,3 Prozent ansteigen, als negative Nachricht interpretiert zu haben. Von Reuters befragte Ökonomen prognostizierten einen siebenprozentigen Anstieg, welcher jedoch ausblieb. Somit rückt die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze am Freitag in den Fokus, von welchen ebenfalls eine Abkühlung erwartet wird. Eine Bestätigung dieser Annahmen könnte die Verluste des Zloty in dieser Woche erhöhen. Allzu große Sprünge sind jedoch nicht zu erwarten, insbesondere da die Anspannung auf die beiden Zinsentscheidungen der EZB und FED gegen Ende des Monats, eine vorsichtige Haltung bei Investoren aufkommen lässt.

HUF

EUR HUF (326,40)
Eine fehlende Datenlage für die beiden Volkswirtschaften lässt das zentraleuropäische Währungspaar von der allgemeinen Marktdynamik abhängig. Obwohl die Dollar-Stärke im Laufe des Tages deutlich abgenommen hatte, wurde der dadurch ausgelöste Abverkauf regionaler Währungen dem Forint zum Verhängnis. Dieser verzeichnete am gestrigen Tag die zweite Abwertung infolge und erreicht das niedrigste Niveau seit Ende Mai.

Der Forint bleibt somit angeschlagen, solange sich das Paar oberhalb 322,40 (200-1D Moving Average) befindet. Stärkerer Aufwärtsdruck in Richtung 327,50 (Jahreshoch), könnte sich bei einer Verschlechterung der allgemeinen Risikohaltung der Investoren ausbreiten.

CZK

EUR CZK (25,610)
Nachdem die Krone im Juni die größte monatliche Aufwertung seit Juli 2018 verzeichnen konnte, bleibt diesen Monat von dieser Stärke nichts zu sehen. Dabei scheint die Abkühlung des Inflationsdrucks und die damit deutlich reduzierte Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren Zinsstraffung der tschechischen Zentralbank, als eine der Ursachen dieser Schwäche zu sehen. Die letzte Woche veröffentlichten Verbraucherpreisindizes, welche sich von einem sechsjährigen Hoch entfernen konnten, wurden durch die gestrigen Produzentenpreise bestätigt. Diese verzeichnen einen jährlichen Anstieg von 2,5 Prozent und schwächen deutlich gegenüber dem Vormonat (3,8 Prozent) ab.


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