Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Jun 24, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro-Stärke hält weiter an

USD

EUR USD (1,1380)
Der taubenhafte Richtungswechsel der beiden Zentralbanken in den USA und der Eurozone scheint den Dollar immer mehr zu belasten und so steigt der EURUSD auf ein dreimonatiges Hoch an. Dabei scheinen Märkte die Effektivität der Europäischen Zentralbank (EZB) zu hinterfragen, welche einem negativen Zinssatz entgegensteht und limitiert in ihrer Entscheidungsmacht bleibt. Die US-amerikanischen Währungshüter nutzten die letzten Jahre des starken Wirtschaftswachstums, um das Zinsniveau zu erhöhen und sich einen Puffer für Zeiten der Krise aufzubauen, welcher nun eingesetzt werden könnte, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Erhöht wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung nicht nur durch die neuerlich enttäuschenden Wirtschaftsdaten für die US-amerikanische Wirtschaft, sondern auch durch die Re-eskalation des durch die USA getriebenen Handelskriegs mit China. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung (25bp) im Juli befindet sich laut Geldmärkten nun bei 68 Prozent, wobei bis zu dem Treffen im September von zwei Zinssenkungen (58 Prozent) ausgegangen wird. Aufseiten der EZB versicherte Mario Draghi die Bereitschaft sich expansiv zu zeigen und entweder das Zinsniveau weiter in den negativen Bereich zu treiben oder das quantitative Lockerungsprogramm wieder ins Leben zu rufen. Ob Draghis Nachfolger die gleiche  geldpolitische Meinung an den Tag legen wird, bleibt weiterhin offen. Am Wochenende konnten sich Staatschefs der EU-Mitglieder nach einem zweitägigen Kongress auf keinen neuen Präsidenten der europäischen Kommission einigen, wobei die Entscheidung auf den 30. Juni verschoben wurde. Dabei scheinen die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich immer größer zu werden, was einige politische Analysten das System des Spitzenkandidaten hinterfragen lässt. Übernimmt der deutsche Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) Manfred Weber die Kommission, würden sich die Chancen des deutschen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann verringern und so die beiden Franzosen Benoît Cœuré und François Villeroy de Galhauu ins Rampenlicht für die Präsidentschaft der Europäischen Zentralbank stellen. Marktteilnehmer richten am Anfang der Woche Ihre Blicke jedoch auf die anstehenden Wirtschaftsdaten, welche eine stärkere Aufwertung des Euro limitieren könnten. Erster Anhaltspunkt wird dabei die Ifo Umfrage zur deutschen Konjunktur sein (Montag), welche von dem Gfk Konsumentenvertrauen am Mittwoch gefolgt wird. Ebenfalls von Interesse bleibt die Veröffentlichung der Inflation am Freitag, wobei von keiner Veränderung des Preisniveaus ausgegangen wird. Aufseiten der US Wirtschaftsveröffentlichungen für diese Woche bildet die Kerninflation (PCE) den ersten signifikanten Indikator welcher die US Zinssenkungswahrscheinlichkeit erhöhen könnte und vom US Bruttoinlandsprodukt am selben Tag (Donnerstag) gefolgt wird.

Die neuerliche Euro-Stärke, hervorgerufen durch die nun fast schon bestätigte Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank, treibt das Währungspaar auf ein dreimonatiges Hoch. Dabei scheint der signifikante Widerstand bei 1,1350 (200-1D Moving Average) durchbrochen worden zu sein und lässt auf weitere Aufwärtsbewegungen hoffen. Ein längerfristiger Trend wird jedoch nicht nur von den beiden Zentralbanken abhängen, sondern müsste von einer verbesserten Wirtschaftslage in der Eurozone gestützt werden, welche derzeit ausgefallen ist.

GBP

EUR GBP (0,8920)
Boris Johnson bleibt auch letzte Woche mit dem souveränen Sieg in der zweiten Wahlrunde Favorit für die Position des Premierministers und lässt Sorgen um einen No-Deal Brexit (Austritt ohne Abkommen) aufkommen. Marktteilnehmer versuchen diese Sorgen immer stärker in dem Wechselkurs abzubilden und treiben das Pfund zuletzt auf ein neues fünfmonatiges Tief gegenüber dem Euro. Die Abwärtsbewegung fand mit der Zinsentscheidung der Bank of England letzte Woche eine kurze Pause, nachdem die Zentralbank das Zinsniveau konstant belässt und keine Änderung der Forward Guidance andeutet. Da die Wahl des neuen Premierministers und die Frage bezüglich der Art des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union derzeit jegliches Marktgeschehen dominiert, scheint die Bank of England in ihrer Handlungsmöglichkeit limitiert und lässt auf wenig Überraschungen bei den nächsten geldpolitischen Entscheidungen hoffen. Sterling-Investoren blicken nun auf die Veröffentlichung des britischen Bruttoinlandsprodukts am Freitag, um potenzielle Schwächen in der britischen Wirtschaft zu erkennen. Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen Trump und Xi bei dem G20 Gipfel könnten sich dabei positiv auf das Pfund auswirken und Bewegungen unter die momentane Unterstützung 0,8870 entfalten.

CHF

EUR CHF (1,1120)
Allzu optimistisch scheinen Investoren die globale Wirtschaftslage nicht zu sehen. Signale einer wirtschaftlichen Verlangsamung werden immer deutlicher, wobei der neuerliche Richtungswechsel der Zentralbank hin zu einer expansiven Geldpolitik, Marktteilnehmer in ihren Ängsten eines „Slowdowns“ bestätigte. Anleger flüchten somit weiter in sichere Häfen wie Gold, den japanischen Yen und den Schweizer Franken, welcher am Donnerstag letzte Woche ein neues 21-monatiges Hoch findet. Dass die SNB den Franken als „überbewertet“ sieht und die Bereitschaft äußerte, eine potenzielle Aufwärtsbewegung der Währung zu limitieren, scheint Marktteilnehmer kaum zu stören. Bislang bleiben die Interventionsversprechungen der SNB weitgehend aus. Die am Freitag veröffentlichte Zahlungsbilanz lässt auf geringe Interventionen der Zentralbank im ersten Quartal 2019 schließen, was die neuerliche Stärke des Franken erklären lässt.

Welches Niveau der Franken tatsächlich erreichen müsste, um die SNB aktiv werden zu lassen, bleibt weiterhin fraglich und öffnet die Möglichkeit einer Weiterführung des Aufwärtstrends. Die Barriere 1,1100, welche als Unterstützung für den Euro diente, wurde letzte Woche durchbrochen und so richten sich die Blicke auf das Niveau 1,1050, welches derzeit weitere Abwärtsbewegungen limitiert.

PLN

EUR PLN (4,2530)
Auch die letzte Woche war in Zentral- und Osteuropa von der Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank geprägt. Die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer US Zinssenkung in diesem Jahr bot den regionalen Währungen einen Antrieb in den neuerlichen Aufwärtsbewegungen und führte zu einem Anstieg des Zloty auf ein Neues zehnmonatiges Hoch. Die weiterhin anhaltende Schwäche im EURPLN konnte durch die leichte Verbesserung der deutschen Industrie im Juni und die Veröffentlichung der Protokolle des letzten polnischen Zentralbanktreffens gemindert werden und lässt Hoffnungen bezüglich potenzieller Erholungsversuche aufkommen. Den Protokollen zufolge müsste es zu einer drastischen Veränderung der externen Gegebenheiten kommen, um eine Zinsveränderung auszulösen. Somit bleiben Veröffentlichungen zu Inflationskennzahlen und der Lage am Arbeitsmarkt relevant. Mit dieser Woche rücken nun wieder Daten für die polnische Wirtschaft in den Vordergrund, welche Aufschluss über die momentane Lage der zentraleuropäischen Ökonomien geben könnten. Im näheren Fokus bleiben dabei die Einzelhandelsumsätze (Montag), die Arbeitslosenquote (Mittwoch) und die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindizes (Freitag).

Somit bleibt die Stärke des Zloty trotz einer Abwertung am Freitag weiterhin aufrechterhalten und abhängig von den kommenden Daten für die polnische Wirtschaft und dem allgemeinen Risikosentiment, welches unter anderem auch von den beiden Zinsentscheidung in den USA und der Eurozone getrieben wird. Aufseiten der Union fängt die Woche mit dem IFO Geschäftsklima an, welches die zuletzt gefundene Unterstützung bei 4,2500 bestätigen könnte.

HUF

EUR HUF  (324,19)
Nachdem die US-amerikanische Notenbank letzte Woche das allgemeine Zinsniveau konstant gehalten hat, rücken nun die Währungshüter in Zentral- und Osteuropa in den Fokus der Marktteilnehmer. Dabei könnte es im Vorfeld der ungarischen Zinsentscheidung am Dienstag zu einem leichten Anstieg der Volatilität kommen, wobei die allgemeinen Erwartungen der Marktteilnehmer von keiner Zinsveränderung ausgehen. Isoliert betrachtet wäre eine Zinserhöhung in Ungarn gerechtfertigt, der neuerliche Richtungswechsel der Europäischen Zentralbank und die externen Unsicherheiten, welche sich in einer schwächeren deutschen Industrie und den Handelskriegen manifestieren, verhindern jedoch jegliche Zinsstraffungen. Ökonomen von Reuters befragt, sehen somit eine geringe Möglichkeit einer Zinserhöhung. Abgesehen von der geldpolitischen Entscheidung am Dienstag könnten Veröffentlichungen zur Arbeitslosigkeit (Donnerstag), Einkaufsmanagerindex und Löhne (Freitag) neue Impulse liefern.

Der EURHUF befindet sich seit zwei Wochen in einem leichten Aufwärtstrend, nachdem das Paar zuvor in zwölf Tagen um mehr als zwei Prozent gefallen war. Weitere Aufwärtsbewegungen sehen sich bei 325,80 einem Widerstand entgegen, wobei ein potenzieller Fall des Paares bei 321,40 Unterstützung finden könnte.

CZK

EUR CZK  (25,600)
Spekulationen über eine mögliche Zinsveränderung und Unstimmigkeiten in den eigenen Reihen der tschechischen Zentralbank trieben die Krone auf ein fünfmonatiges Hoch. Dabei scheint sich 25,550 als langfristige Unterstützung bewährt zu haben und könnte erst bei einer deutlichen Veränderung der Lage gebrochen werden. Potenzielle Auslöser einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung im EURCZK wären eine unerwartete Zinserhöhung am Mittwoch oder ein weiterer Anstieg der Inflation, gekoppelt mit einer Abnahme der politischen Unsicherheiten. Bislang scheinen die leichten Erholungsversuche der Gemeinschaftswährung in Richtung 25,700 bestehen zu bleiben. Erstes Potenzial einer richtungsweisenden Bewegung könnten die Ergebnisse der IFO Umfrage für die deutsche Wirtschaft liefern, wobei das allgemeine Risikosentiment der größte Wechselkurstreiber bleiben könnte.


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.