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Jun 14, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Daten im Fokus

USD

EUR USD (1,1270)
Seit die ersten Schwächen in den US Inflations- und Arbeitsmarktdaten letzte Woche ersichtlich wurden, scheint die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank das Marktsentiment und die Währungsvolatilität zu steuern. War das Szenario einer Zinsveränderung Anfang des Jahres aufgrund der Forward-Guidance der FED noch kaum vorstellbar, sehen Geldmärkte (Future Verträge auf den US Zinssatz) eine 21-prozentige und im Juli eine 85-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Senkung des Zinsniveaus. Einige Marktteilnehmer wie die Deutsche Bank gehen sogar soweit, eine dreifache Zinssenkung (von 75 Basispunkten) für das Jahr einzupreisen. Andere Finanzakteure wie UBS oder Goldman Sachs scheinen dies als Überreaktion zu bewerten und gehen weiterhin von einer langsamen Senkung der Zinsen in den kommenden Jahren aus. Aufgrund der offenen Frage, wie und wann die US Notenbank aktiv wird, genießen Inflations- und Arbeitsmarktdaten derzeit einen hohen Stellenwert und werden genauestens beobachtet. Im Mittelpunkt des gestrigen Tages standen dabei die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützungen, welche ein wenig höher ausfielen als erwartet (222 Tausend, erwartet waren 216 Tausend) und das abschwächende Bild des Arbeitsmarktberichts des letzten Freitags bestätigen. Dies scheint sich kaum in einer negativen Bewegung des US Dollars bemerkbar gemacht zu haben, da die enttäuschenden Wirtschaftsveröffentlichungen für die Eurozone die Funktion des Wechselkurstreibers übernommen hatten. Die Industrieproduktion sinkt im April auf Monatsbasis um 0,5 Prozent und vermerkt somit den dritten Fall in Folge. Die wirtschaftliche Abschwächung macht sich spürbar und mit Ihr die Sorgen der Europäischen Zentralbank, welche seit letzter Woche in eine taubenhafte Haltung wechselt und die Bereitschaft zeigt, geldpolitisch expansiv zu handeln. Dies zeigt sich ebenfalls in der Veröffentlichung der gestrigen deutschen Verbraucherpreisindizes. Die Inflation steigt (ggü. Vorjahr) nur um 1,4 Prozent und bleibt nach einem Anstieg auf 2,0 Prozent im April unter den Markterwartungen. Neue Wechselkursimpulse könnten die heutigen US Wirtschaftsdaten liefern, welche eine Woche vor dem Treffen der FED nochmals die Zinsentscheidung beeinflussen könnten. Im Fokus liegen dabei die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion für die USA. Inmitten der Wirtschaftsveröffentlichungen bleibt die geopolitische Unsicherheit weiterhin ein relevanter Faktor der zu berücksichtigen ist. Neue Entwicklungen in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, womöglich erst bei dem G20 Gipfel in Osaka in zwei Wochen, könnten den EURUSD deutlich in seiner Bewegung beeinflussen.

Somit scheint der EURUSD diese Woche in seiner Konsolidierung zwischen 1,1210 und 1,1345 zu verweilen und könnte nach einer starken Aufwärtsbewegung wieder leicht abwerten. Die politischen Anspannungen und die fehlenden Signale einer Wirtschaftsverbesserung scheinen den Euro trotz erhöhter US Zinssenkungswahrscheinlichkeit in seiner Aufwärtsbewegung zu limitieren.

GBP

EUR GBP (0,8890)
Die erhöhte politische Unsicherheit bezüglich des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union scheint sich in einem fehlenden Kommittent der Marktteilnehmer Ausdruck zu verschaffen und so verharrt das Währungspaar den dritten Tag in Folge kaum unverändert auf dem Niveau 0,8990. Wie erwartet gewann der ex-Außenminister die ersten internen Wahlen zum Premierminister souverän mit 114 Stimmen, wobei die 43 Stimmen, welche Jeremy Hunt erhalten hatte auf einen leichteren Sieg Boris Johnsons vermuten lassen als vorerst gedacht. Die nächsten Runden der Wahlen werden zwischen dem 18. Und 20. Juni stattfinden, bis nur noch zwei von den derzeit zehn Kandidaten überbleiben. Zwischenparteiliche Versuche ein No-Deal Szenario zu verhindern scheiterten diese Woche ebenfalls und brachten die Unstimmigkeit des britischen Parlaments zum Vorschein und mit Ihr die Schwäche des Pfunds.

Das allgemeine Marktsentiment scheint sich gegen das britische Pfund gewendet zu haben und könnte zu der Sechsten wöchentlichen Aufwertung des EURGBP in Folge führen. Somit bleibt das Bewegungsband des Paares zwischen 0,8780 und 0,8920 erhalten und könnte aufgrund fehlender britischer Datenveröffentlichungen von dem allgemeinen globalen Sentiment getrieben werden.

CHF

EUR CHF (1,1210)
In einer allgemein erwarteten Zinsentscheidung der Schweizer Zentralbank (SNB) behält das dreiköpfige Direktorium das Zielband des Schweizer Referenzzinses bei minus 1,25 bis minus 0,25. Im Rahmen der vierteljährlichen Lagebeurteilung der Wirtschaft hebt die SNB Ihre Wirtschafts- und Inflationsprognosen leicht an, warnt jedoch vor den globalen Unsicherheiten und nennt diese als Problem für die heimische Wirtschaft. Diese negative Einflussnahme auf die Wirtschaftslage scheint der Notenbank gekoppelt mit einem laut eigenen Aussagen weiterhin überbewerteten Schweizer Franken Rechtfertigung für eine potenzielle Lockerung der Zinsen zu bieten. Dabei bleibt laut SNB-Präsident Thomas Jordan trotz eines negativen Zinsniveaus weiterhin deutlich Luft nach unten und deutet wiederholt eine potenzielle Zinssenkung an, falls sich die Konjunktursorgen vergrößern oder der Franken zu stark aufwertet.
Die größten externen Sorgen bilden laut dem Lagebericht derzeit die Handelsanspannungen zwischen den USA und China, der komplizierte Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und der Disput zwischen Rom und Brüssel. Somit schließt sich die SNB den beiden Währungshütern in der Eurozone und den USA in einer einheitlichen expansiven Haltung an.

Mit der gestrigen Aufwertung des Schweizer Franken werden die Erholungsversuche der europäischen Gemeinschaftswährung infrage gestellt. Der EURCHF scheint sich am unteren Niveau des Bewegungsbandes zwischen 1,1160 (Jahrestief) und 1,1350 zu befinden und lässt das Szenario einer weiteren Abwärtsbewegung aufgrund der anhaltenden globalen Anspannung weiterhin offen.

PLN

EUR PLN (4,2550)
Fehlende impulsgebende Ereignisse für die polnische Wirtschaft lassen die weiterhin steigenden Erwartungen einer US Zinssenkung den alleinigen Treiber des Währungspaares darstellen. Die im Juni angefangene Aufwärtsbewegung des polnischen Zloty wurde zuletzt von positiven Entwicklungen der heimischen Wirtschaft unterstützt, wobei der Verbraucherpreisindex im Mai mit einem Jahreswachstum von 2,4 Prozent über den Markterwartungen lag. Kursbewegungen der nächsten Woche bleiben von relevanten Datenveröffentlichungen für die polnische Wirtschaft abhängig, wobei die Netto-Inflation (Montag), die Unternehmensentlohnung (Mittwoch) und die Industrieproduktion (Freitag) im Fokus der Marktteilnehmer stehen werden. Auf makroökonomischer Ebene könnten Entwicklungen in den Handelsgesprächen und die Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank für neue Bewegungen im EURPLN sorgen.

Vorerst bleibt die Tendenz zur Stärke beim Zloty jedoch aufrecht und findet am gestrigen Tag ein neues neunmonatiges Hoch. Trotz der neuerlich positiven polnischen Wirtschaftsdaten bildet der zuletzt negative Einkaufsmanagerindex (weiterhin im negativen Bereich) die einzige Sorge in einer sonst stabilen Wirtschaftslage. Eine Verschlechterung des globalen Risikosentiments könnte die Verluste der europäischen Gemeinschaftswährung jedoch rückgängig machen und Bewegungen in Richtung 4,2700 auslösen.

HUF

EUR HUF  (322,00)
Die Erholungsversuche der Gemeinschaftswährung scheinen sich gestern inmitten der besser als erwarteten ungarischen Industrieerträge (Jahresanstieg von 6,2 Prozent) und der enttäuschenden Industrieproduktion der Eurozone verlangsamt zu haben.  Aufgrund fehlender ungarischer Wirtschaftsdaten für die kommende Woche bleiben potenzielle Bewegungen der volatilsten Währung im zentraleuropäischen Bereich vom globalen Sentiment und der US Zinsentscheidung abhängig.

Somit bleibt die Gemeinschaftswährung weiterhin unter Druck, solange 323,10 nicht überwunden wurde. Für ein Weiterführen des Abwärtstrends mit anfänglichem Potenzial bis 319,80 muss zurzeit allerdings nach wie vor die (leicht modifizierte) Unterstützung von 321,40 (50-4H/ 200-1D Moving Average) unterlaufen werden.

CZK

EUR CZK  (25,550)
Unsicherheiten bezüglicher der nächsten Zinsentscheidung der tschechischen Zentralbank (CNB) treiben die Krone nach einer dreitägigen Aufwärtsbewegung auf ein neues 19-monatiges Hoch. Die von der CNB bei dem letzten geldpolitischen Treffen aufgestellte Annahme einer Inflations- und Wachstumsnormalisierung (Abschwächung der Wirtschaft) scheint mit dieser Woche von Marktteilnehmer immer stärker infrage gestellt zu werden. Diese Verwirrung über die tatsächliche Forward-Guidance der Notenbank kam anfangs aufgrund der Aussagen des CNB-Gouverneurs Jiri Rusnok am Mittwoch und führte zu einem leichten Aufwärtstrend der Krone. Die Markterwartungen bezüglich einer weiteren Zinsstraffung wurden gestern nochmals vom Zentralbankmitglied Vojtech Benda bestätigt, welcher den zuletzt erhöhten Lohn- und Inflationsdruck (nach leichter Erholung steigt die Inflation wieder auf 2,9 Prozent ggü. dem Vorjahr an) als problematisch sieht und Raum für eine Erhöhung des Zinsniveaus sieht. Dieses Szenario bleibt laut eigenen Aussagen des CNB-Mitglieds von der Entwicklung der Krone und den Erwartungen über eine US Zinssenkung abhängig.


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