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Sep 25, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Turbulenzen an den Märkten – US-Stimulus im Fokus

INTRO

Ein katastrophaler Handelstag nimmt doch noch ein positives Ende. Der europäische Handel begann aufgrund der allgemein negativen Woche und der angeschlagenen Stimmung in Asien eher schleppend. Der Pessimismus an den Märkten zog sich auch in die US-amerikanische Session am Nachmittag und führte den Aktienleitindex S&P500 sogar kurzzeitig in den korrektiven Bereich (10-prozentiger Preisrückgang seit dem letzten Hoch). Einen einzelnen Katalysator für den jüngsten Pessimismus an den Aktien- und Währungsmärkten gab es nicht. Vielmehr war es eine Mischung zwischen den deutlich überzogenen Positionen (Tech-Aktien, US-Dollar) an den Märkten, der fehlenden Zuversicht einer Bestätigung des US-Fiskalpakets und der zweiten Infektionswelle in Europa, welche die Gemütslage nach unten drückte.

Im späten Handel übernehmen dann doch noch die Bullen das Ruder, angefeuert von positiven US-Konjunkturdaten und den Aussagen vom Finanzminister Steven Mnuchin, welcher die Notwendigkeit weiterer fiskalischer Impulse vor dem Senate Banking Committee betonte. Die gestrigen Bewegungen und der Wandel nach den Kommentaren des Finanzministers machen wiederholt deutlich, wie sehr die Märkte von zusätzlichen Hilfspaketen abhängen. Eine (bereits diskutierte) Verzögerung des vierten US-Stimuluspakets ins nächste Jahr könnte verheerenden Folgen haben.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EU: Sondersitzung des Europäischen Rates (10:00)
  • US: Langlebige Güter (14:30)

EUR

Rettet sich in den positiven Bereich

Die europäischen Futures (Stoxx 600) klettern heute Morgen im  vorbörslichen Handel leicht nach oben. Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Märkte nach einigen turbulenten Tagen doch noch positiv aus der Woche gehen. EUR/USD bleibt angeschlagen, zumal der seit Juni anhaltende Aufwärtstrend unterlaufen wurde. Nichtsdestotrotz scheinen die gestern Abend aufgekommenen Hoffnungen auf ein US-Fiskalpaket ausgereicht zu haben, um die Währungen auf den Tag über gesehen in den positiven Bereich zu ziehen. EUR/USD notiert knapp über 1,1660.

CHF

Drei Zinsentscheidungen, zwei Überraschungen

An der Geldpolitischen Front gab es gestern drei Zinsentscheidungen. Wie erwartet belässt die schweizerische Notenbank den Leitzins bei minus 0,75 Prozent. Fundamentale Änderungen gab es bei der Haltung der Währungshüter nicht. Die einzige Neuigkeit liegt in den Währungsinterventionen der Notenbank, welche nun vierteljährlich, anstatt einmal pro Jahr veröffentlicht werden. Überraschungen gab es jedoch in der Türkei. Gegen alle Erwartungen hebt die türkische Notenbank den Leitzins um ganze 200 Basispunkte auf 10,25 Prozent an. Die Lira konnte sich leicht festigen, bleibt jedoch in dem Abwärtstrend gefangen. In der Zwischenzeit setzt die mexikanische Notenbank die längste geldpolitische Lockerung seit der eigenen Aufnahme des Inflationsziels im Jahr 2008 weiter fort. Die nun elfte Zinssenkung seit August 2019 hat den Leitzins auf 8,25 Prozent geführt. Der mexikanische Pesos konnte sich nach der Entscheidung festigen, angeführt von Erwartungen, dass die Lockerungen fürs Erste pausiert werden wird.

CEE

Die Risikobereitschaft musste in dieser Woche erhebliche Rücksetzer einstecken. Am besten lässt sich diese Tatsache an den jüngsten Bewegungen in Zentraleuropa erkennen. Der ungarische Forint, polnische Zloty und die tschechische Krone notieren nach den vergangenen Abwertungen nun auf jeweils sechs- fünf und viermonatigen Tiefständen. Alle drei Währungen hätten das Potenzial, von dem möglichen Stimuluspaket in den USA, dessen Bestätigung noch aussteht, zu profitieren und einige der Verluste rückgängig zu machen. Die Risiken bleiben jedoch bestehen, zumal die Volatilität vor den US-Wahlen so langsam anfängt Fahrt zugewinnen.


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