Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Aug 23, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Geldpolitischer Stimulus

USD

EUR USD (1,1070)
Zum dritten Mal in diesem Monat steigt die Rendite der zweijährigen Treasury Bills über die der 10-jährigen Staatsanleihen und lässt wiederholt Sorgen um die Gesundheit der größten Volkswirtschaft der Welt aufkommen. Eingeleitet wurde die Inversion der beiden Renditen durch die Veröffentlichung der Protokolle des letzten US-Offenmarktausschusses, welche auf eine deutliche Unstimmigkeit in den eigenen Reihen der Zentralbank deuteten. Diese Annahme festigte sich mit den gestrigen Kommentaren einiger US-Notenbanker bei dem Symposium in Wyoming, welche sich gegen eine weitere Zinssenkung ausgesprochen hatten. Marktteilnehmer interpretierten den fehlenden Konsensus bezüglich einer geldpolitischen Expansion als potenzielle Hürde einer schnellen wirtschaftlichen Erholung und ließen einen pessimistischen Nachgeschmack in den Märkten zurück. Dass der US-amerikanische Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe gestern zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder in den negativen Bereich gefallen war, half dem schon angeschlagenen Sentiment der Anleger natürlich nicht weiter.

Obwohl sich die Gemeinschaftswährung kürzlich keineswegs von den politischen Problemen in Italien beeinflussen ließ, bleiben potenzielle Neuwahlen ein limitierender Faktor für den Euro. In der Zwischenzeit scheinen Investoren jedoch nicht genug von italienischen Staatsanleihen zu bekommen und lassen den Preis der Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf ein dreijähriges Hoch steigen. Anleger scheinen die Wahrscheinlichkeiten einer neuen Koalition deutlich höher einzuschätzen als das Szenario einer Neuwahl. Die erhöhte Nachfrage nach italienischen Schuldscheinen scheint ebenfalls durch das im September erwartete Staatsanleihenprogramm der Europäischen Zentralbank getrieben zu werden, was die Nachfrage dieser Anleihepapiere deutlich erhöhen würde.

Diese Annahme scheint mit der gestrigen Veröffentlichung der Protokolle der letzten europäischen Zinsentscheidung einigermaßen bestätigt. Dabei wird das Weiterführen des Ankaufs von Staatsanleihen voraussichtlich durch die erste Zinssenkung seit 2016 unterstützt werden, wobei Marktteilnehmer langsam anfangen, Zweifel über die Effektivität der Geldpolitik zu äußern.

Der Euro geht leicht geschwächt in den heutigen Tag und könnte Abwärtspotenzial bis 1,1020 entwickeln, sollte die Unterstützung bei 1,1060 nicht halten. Ausschlaggebend dafür wird die Tonation des FED-Präsidenten Jerome Powell sein, welcher eine Rede bei dem Zentralbankensymposium halten wird.

GBP

EUR GBP (0,9050)
Mit einer eintägigen Verzögerung scheinen sich die ermutigenden Worte der deutschen Kanzlerin doch noch in einer deutlichen Festigung der britischen Währung manifestiert zu haben. Dabei verzeichnete das Pfund die größte tägliche Aufwertung gegenüber dem Euro seit März 2019, nachdem die Kanzlerin Ihre am Mittwoch getätigten Aussagen wieder revidierte.  Angela Merkel scheint Großbritannien nun Zeit bis zu dem 31. Oktober einzuräumen, um eine Lösung bezüglich der irischen Grenze zu finden. Marktteilnehmer schienen den pessimistischen Worten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, welcher die fehlenden Fortschritte in den Gesprächen betont hatte. Der EURGBP befindet sich aufgrund der gestrigen Pfund-Stärke nur noch knapp oberhalb seiner ersten Unterstützungslinie bei 0,9000 und könnte bei einem Durchbruch, Potenzial bis 0,8800 entfalten.

CHF

EUR CHF (1,0900)
Die Fluchtbewegung in den Franken scheint in dieser Woche trotz erhöhter Rezessionssignale für die USA wieder deutlich zurückgegangen zu sein. Die kurzfristige Erholung der Gemeinschaftswährung geht mit der gestrigen Aufwertung nun in den dritten Tag hinein und scheint trotz durchwachsener europäischer Einkaufsmanagerindizes nicht an Kraft zu verlieren. Ein kurzfristiger Aufwärtstrend könnte jedoch erst oberhalb 1,0960 signalisiert werden, wobei eine nachhaltige Erholung das Niveau 1,1150 überschreiten müssten.

PLN

EUR PLN (4,3580)
Die leichten Erholungsversuche des Zloty gegenüber dem Euro bleiben marginal und so verweilt der EURPLN in Nähe seines neulich gesetzten 13-monatigen Hochs. Die derzeit schwachen Daten zur Eurozone limitieren jedoch weitere Bewegungen in Richtung des Potenzialpunkts bei 4,4000 und so könnte sich die polnische Währung, unter der Annahme eines Rückgangs der Risikoaversion, wieder leicht bis 4,3200 festigen.

HUF

EUR HUF  (328,15)
Die Veröffentlichung der gestrigen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in den USA und Deutschland konnte Investoren die Rezessionsängste nicht nehmen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die regionale Schwäche die ungarische Währung weiterhin belastet und den Forint auf ein neues 23-monatiges Tief fallen lässt. Sollte sich die globale Risikoaversion im Laufe der heutigen Rede des FED-Präsidenten Jerome Powell nochmals festigen, bleiben Bewegungen mit Potenzial bis 330,00 – 331,00 nicht auszuschließen. Für die nächste Woche scheint jedoch eine Tendenz zur Aufwertung für den Forint zu bestehen, insbesondere da von keiner Zinsveränderung bei dem Treffen der ungarischen Zentralbank am Dienstag ausgegangen wird.

CZK

EUR CZK  (25,780)
Das Zentraleuropäische Währungspaar scheint die letzten drei Tage kaum eine Veränderung aufgewiesen zu haben und bleibt weiterhin vom globalen Risikosentiment abhängig. An der Oberseite bleibt das Niveau um 25,880 die kurzfristige Barriere weiterer Euro-Aufwertungen, wobei an der Unterseite 25,740 verhindert, dass sich Potenzial in Richtung 25,620 entfaltet.


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.