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Tägliche Marktberichte

Jun 26, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Alles beim Alten

USD

EUR USD (1,1355)
Die gestrige Rede des Präsidenten der US-amerikanischen Notenbank (FED) bot wenige neue Signale über die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juli und so bleiben signifikante Wechselkursschwankungen gestern aus. Der Zentralbanker fokussierte sich dabei vielmehr auf die zuletzt kritisierte Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank, welche zuletzt von Donald Trump angegriffen wurde. Trump fordert seit einiger Zeit eine raschere Lockerung der Geldpolitik, um Banken die Kreditvergabe zu erleichtern und somit die Wirtschaftsnachfrage anzukurbeln. Die gestrige Betonung der vollen Souveränität der Notenbank scheinen Marktteilnehmer als positives Zeichen interpretiert zu haben und so sinkt zumindest die implizite Wahrscheinlichkeit einer zu starken Zinssenkung (50 Basispunkte) auf 33 Prozent. Weiterhin bleibt jedoch das Szenario einer Reduktion des Zinsniveaus, im Wert von 25 Basispunkten, ein von Terminmärkten fast schon als sicher eingepreistes Ereignis. Infolgedessen sah sich der Dollar somit leicht gestärkt, obwohl das US-amerikanische Verbrauchervertrauen auf den niedrigsten Wert seit September 2017 fällt und die Sorgen um eine Rezession nicht stillen kann. Jegliche Zeichen einer anhaltenden Schwäche der US-Wirtschaft würden Marktteilnehmer in Ihren Erwartungen mehrerer Zinssenkungen für dieses Jahr stärken. Dementsprechend bleiben Wirtschaftsveröffentlichungen weiterhin potenzielle Treiber des Wechselkurses, wobei am Wochenende der G20- Gipfel neue Überraschungen bringen könnte. Augenmerk für heute gilt dem deutschen Gfk Konsumentenvertrauen und der Veröffentlichung der US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Güter. Die größte Aufmerksamkeit werden jedoch weiterhin die Inflationsdaten für die Eurozone und die USA am Freitag genießen, obwohl von keiner Veränderung des Preisniveaus ausgegangen wird.

Trotz einer zweitägigen Aufwertung des US-Dollars, bleibt die Tendenz zur Schwäche erhalten, solange sich EURUSD über dem Niveau 1,1340 (200-1D Moving Average) befindet. Eine Verschärfung der Handelsbeziehungen oder neue Impulse, hervorgerufen durch unerwartete Veränderungen der Inflation, könnten Bewegungen in Richtung 1,1220 (50-1D Moving Average) entfalten, wobei an der Oberseite erst ein täglicher Schlusskurs über 1,1390 (200-1W Moving Average) weitere Aufwärtsbewegungen in Richtung 1,1450 signalisieren würde.

GBP

EUR GBP (0,8955)
In den ersten Tagen der Wahlkampfkampagne Boris Johnsons schien es noch so, als hätte dieser seine Ansichten bezüglich eines No-Deal Brexits aus pragmatischen Gründen ein wenig zurückgeschraubt. Mit den gestrigen Aussagen BBC gegenüber, scheint Johnson wieder auf vollen Kurs, Großbritannien ohne ein Abkommen aus der Europäischen Union fliegen zu lassen.  Diese erhöhte No-Deal Wahrscheinlichkeit scheint sich in einer tagelangen schleichenden Aufwärtsbewegung des EURGBP manifestiert zu haben. Der Euro wertet dabei den fünften Tag in Folge auf, signifikante Volatilitätssprünge bleiben dabei aufgrund einer erhöhten Vorsicht jedoch aus. Dieser Pessimismus bezüglich der britischen Währung könnte bis Ende Juli aufrechterhalten werden, da der neue Premierminister erst zu diesem Zeitpunkt offiziell bekannt gegeben wird. Inmitten der politischen Unsicherheiten scheinen Wirtschaftsdaten dem Pfund ebenfalls keinen Rückenwind verschaffen zu können. Britische Einzelhandelsumsätze sahen sich im Juni dem größten monatlichen Verfall seit knapp zehn Jahren entgegen.

Somit bleibt die Schwäche des britischen Pfunds weiter erhalten, wobei nun die Reden einiger Mitglieder der Bank of England in den Fokus der Marktteilnehmer rücken, nachdem die Zentralbank bei dem letzten Treffen das Zinsniveau konstant gehalten hat. Ebenfalls von Interesse könnten die Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens und des Lloyds Business Barometers am Donnerstag sein, wobei ein Volatilitätsanstieg vielmehr von globalen Makroökonomischen Themen, als der heimischen Wirtschaft abhängen wird.

CHF

EUR CHF (1,1085)
Inmitten der globalen Unsicherheiten und dem anstehenden G20 Treffen in Osaka scheint die Nachfrage nach sicheren Anlagen in die Höhe zu schießen. Dabei scheinen die negativen Zinssätze in der Schweiz und die Bereitschaft der Notenbank, den Franken gering zu halten, wenig Pessimismus bei Franken-Anlegern erweckt zu haben. Das Niveau bei 1,1080 scheint derzeit einen Widerstand für weitere Aufwertungsversuche der Schweizer Währung darzustellen, könnte durch eine taubenhafte Aussage der EZB-Mitglieder oder einer Verschlechterung der Handelsbeziehungen jedoch sofort durchbrochen werden. Ohne eine langfristige Erholung der europäischen Wirtschaft und geringer Hoffnungen eines raschen Beilegens des Handelsdisputs zwischen den USA und China bleibt die Schwäche des Euro weiter aufrecht.

PLN

EUR PLN (4,2555)
Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren oder eine Neueinschätzung der polnischen Leitzinssituation, blieb der Zloty gestern ohne Impuls. Zwar konnte sich der Euro geringfügig befestigen, vermochte es allerdings nicht, seinen Abwärtstrend zu beenden. Somit gelang es dem Zloty auch beim vierten Antritt in Folge nicht, die Marke von 4,2510 signifikant zu durchstoßen. Offensichtlich besteht auf diesem Niveau fortgesetzte starke Nachfrage. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung leicht unter Druck, solange sie sich unterhalb von 4,2600 bewegt. An der Unterseite würde allerdings auch ein Versagen von 4,2510 lediglich zu Kursrückgängen in Richtung 4,2470 führen. Aufseiten neuer Veröffentlichungen bleibt der Verbraucherpreisindex am Freitag im Zentrum des Marktgeschehens, wobei von keiner Veränderung der Inflation (derzeit bei 2,30 Prozent) ausgegangen wird.

HUF

EUR HUF  (323,40)
Marktteilnehmer scheinen der gestrigen Zinsentscheidung der ungarischen Zentralbank trotz dem Beibehalten eines konstanten Zinsniveaus etwas Positives entnommen zu haben. Die Notenbank festigt wiederholt Ihre „achtsame“ Haltung bezüglich der momentanen Geldpolitik und wird weiterhin flexibel auf die externen Unsicherheiten reagieren. Dass der Forint gestern trotzdem eine erhöhte Kaufnachfrage genoss, lag an den neuen Inflationsprognosen für die kommenden drei Jahre. Laut dem gestern veröffentlichten Inflationsbericht, sehen die Ökonomen der Zentralbank eine Erhöhung des Preisniveaus vor, welches die Spekulationen einer potenziellen Zinsstraffung in den kommenden Monaten nochmals in den Raum stellt. Dieses Szenario bleibt allerdings von der Europäischen Zentralbank abhängig, da eine geldpolitische Lockerung der Währungshüter in der Eurozone, eine gleichzeitige Straffung der Zinsen in Ungarn deutlich erschweren würde. Die letzte Veränderung der ungarischen Leitzinsen folgte dem Treffen im März, nachdem die Inflation knapp unter das Inflationsziel (2-4 Prozent) der Zentralbank kam.

CZK

EUR CZK  (25,440)
Nach der gestrigen Zinsentscheidung der ungarischen Zentralbank bleibt die Geldpolitik in der Region weiterhin im Fokus und findet mit dem Treffen der tschechischen Währungshüter den wöchentlichen Höhepunkt. Zuletzt aufgekommene Unstimmigkeiten in den eigenen Reihen der CNB könnten endlich eine Aufklärung finden und der Krone einen richtungsweisenden Impuls gewähren. Vor der heutigen Zinsentscheidung konnte die tschechische Währung nochmals zulegen und wertet gegenüber dem Euro auf das höchste Niveau seit September 2018 auf. Zuletzt äußerte der geldpolitische Falke und Zentralbankmitglied Vojtěch Benda seine Wünsche bezüglich einer Erhöhung des Zinsniveaus. Die Mehrheit der im geldpolitischen Rat vertretenen Ökonomen scheinen dabei andere Ansichten zu teilen und so wird die Zinsentscheidung hohe Aufmerksamkeit genießen. Eine Bestätigung des im Mai eingesetzten Richtungswechsels hin zu einer Stabilisierung des Zinsniveaus könnte die neuerliche Aufwärtsbewegung der Krone deutlich bremsen und Erholungsversuche des Euro ermöglichen. Eine unerwartete Zinsstraffung würde die Glaubwürdigkeit der tschechischen Notenbank schwächen, der Krone jedoch einen beträchtlichen Schub in Richtung des neunmonatigen Tiefs bei 25,420 geben.


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