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Apr 25, 2019 | Devisenmarktanalyse

globale Themen

Fehlende Unterstützung für den Euro

USD

EUR USD (1,1155)
Investoren verkauften gestern verstärkt den Euro und trugen zum erhöhten Druck nach unten bei. Nachdem die Daten vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (IFO) zum Geschäftsklima, der aktuellen Lage der Wirtschaft und der zukünftigen Erwartungen schlechter als erwartet ausfielen, durchbricht der EURUSD die wichtige Unterstützung des Jahrestiefs 1,1174. Die Datenlage der letzten Wochen verstärkt die Befürchtungen einer Rezession, wobei der industrielle Sektor jegliche Wachstumserwartungen ausbleiben lässt. Die zuletzt enttäuschende europäische Industrie kann auf eine erhöhte globale Unsicherheit, hervorgerufen durch den Brexit, die US-China Handelsgespräche und einen Rückgang der chinesischen Wirtschaft zurückgeführt werden. Diese Tatsache lässt Hoffnung auf eine Erholung bestehen, da sich der zuletzt positive Nachrichtenfluss aus China auf die europäische Wirtschaft auswirken könnte. Nach einem schlechten vierten Quartal 2018 ist eine allgemeine Erholung im ersten Quartal 2019 zu erkennen. Getrieben wird das ganze durch eine anhaltend starke heimische Wirtschaft, was auch durch den Handelsverbund Deutschlands bestätigt wurde, welcher einen zweiprozentigen Anstieg des Absatzes im Jahr 2019 prognostiziert. Aufgrund eines relativ leeren Wirtschaftskalenders bleiben die US-amerikanischen Veröffentlichungen der Auftragseingänge (heute) und des Bruttoinlandsproduktes (morgen) die einzigen potenziellen Impulsgeber.

Mit dem gestrigen Rücksetzer befindet sich das Paar auf dem niedrigsten Wert seit dem 22. Juni 2017 und bestätigt das derzeitige Momentum des Dollars und die Schwäche der Gemeinschaftswährung. Mögliche Aufwärtsimpulse werden nun durch die Widerstände 1,1174 und 1,1210 verhindert, wobei ein weiterer Fall Unterstützung bei 1,1135 und 1,0970 finden könnte.

GBP

EUR GBP (0,8642)
Trotz fehlendem Fortschritt in den zwischenparteilichen Gesprächen und dem allgemein anhaltendem bärischen Sentiment des Pfundes verzeichnet der EURGBP aufgrund enttäuschender Industriedaten die stärkste Abwertung seit dem 01. April dieses Jahres. Die Brexit-Gespräche bleiben weiterhin die treibende Kraft hinter der Volatilität und Kursbewegung des Sterlings. Theresa May versucht die (derzeit) gescheiterten Gespräche durch einen Strategiewechsel zu umgehen und ihren Austrittsplan nochmals vor das Parlament zu legen. Die Situation habe sich aufgrund der anstehenden europäischen Parlamentswahlen und dem erhöhten Druck, vor dem 23. Mai auszutreten, erhöht. Damit ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Genehmigung des Plans gestiegen. Gespräche zwischen Theresa May und der Opposition wurden zwar am Dienstag fortgesetzt, May weicht laut Oppositionsführer Jeremy Corbyn jedoch nicht von ihrem Standpunkt ab und sieht sich unwillig Kompromisse einzugehen.

Der seit April anhaltende kurzfristige Aufwärtstrend sieht sich mit dem gestrigen Tag in Gefahr, sollte jedoch anhalten, solange Kursbewegungen über 0,8612 (50-1d Moving Average) bleiben. Die Gemeinschaftswährung befindet sich allerdings weiter unter Druck, solange 0,8700 nicht überwunden wird.

CHF

EUR CHF (1,1380)
Der kurzfristige Aufwärtstrend des EURCHF findet sein Ende und markiert gestern die größte Abwertung seit dem 20. November 2018. Das Aufwärtspotenzial, welches seit diesem Monat anhält, wurde durch einen positiven Nachrichtenfluss aus China und einem „Risk-on“ Sentiment getrieben, welches dem Euro Rückenwind verschaffen konnte und so die Nachfrage für sichere Häfen wie den Schweizer Franken minderte. Die gestern veröffentlichten IFO-Daten schrecken Marktteilnehmer jedoch deutlich ab und lassen die Frage offen, wie es wirklich um Deutschlands Industriesektor steht.

Ein Einleiten eines echten Abwärtstrends könnte erst unter 1,1320/1,1355 signalisiert werden.
Für eine weitergehende Stabilisierung der Gemeinschaftswährung müsste immer noch 1,1470 überschritten werden.

PLN

EUR PLN (4,2970)
Eine starke polnische Wirtschaft reicht derzeit nicht aus, um die Ängste über eine abgeschwächte deutsche Industrie zu kompensieren, und so verzeichnet der EURPLN gestern die höchste Aufwertung seit dem 11. Februar 2019. Ein positiver Nachrichtenfluss aus Polen, mit der Veröffentlichung der Arbeitslosenquote (auf 5,9% gesunken) und einer erhöhten Prognose des Wirtschaftswachstums (auf 4% im Jahr 2019), scheint sich nicht in positiven Kursbewegungen im Zloty bemerkbar zu machen. Das Paar wird die letzten Wochen fast ausschließlich durch Industriezahlen aus Europa und China getrieben. Hoffnungen auf Verbesserungen der globalen Wirtschaftslage, herbeigerufen durch ein besser als erwartetes chinesisches Bruttoinlandsprodukt oder die zuletzt starken chinesischen Exporte, ließen den Zloty gegenüber dem Euro aufwerten. Diese positiven Impulse für die polnische Wirtschaft wurden gestern jedoch annulliert, und somit verzeichnet der EURPLN voraussichtlich die zweite Woche hintereinander mit einer Aufwertung. Dabei bleibt 4,3000 für weitere Aufwärtsbewegungen kritisch und könnte beim Überwinden Potenzial Richtung 4,3200 Auslösen.

CZK

EUR CZK (25,750)
Das Vertrauen der Konsumenten als auch der Unternehmen in die tschechische Wirtschaft ist laut dem gestern veröffentlichten Vertrauensindex leicht gegenüber dem Vormonat angestiegen. Trotz fallender Automobilproduktion (-3,8% im ersten Quartal) hoffen Marktteilnehmer auf eine Verbesserung der allgemeinen Situation. Diese und kommende Daten werden die Grundlage für die Entscheidung bieten, beim nächsten Treffen der tschechischen Zentralbank am 02. Mai das Zinsniveau zu erhöhen oder beizubehalten. Aufgrund eines straffen Arbeitsmarktes und steigender Löhne bleibt die Aussicht auf ein- bis zwei Zinserhöhungen erhalten, solange eine Verbesserung des europäischen Industriesektors zu sehen ist.
Das Paar verzeichnet die achte Aufwertung in zehn Tagen und befindet sich in Richtung 25,790. Ein potenzieller Fall würde bei 25,670 Unterstützung finden.


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