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Apr 09, 2020 | Internationale Strategien

Wirtschaftsbericht - Afrika

Pessimistischer Wirtschaftsausblick für Südafrika

Die globale Ökonomie auf wackeligen Beinen

Mit der Ausbreitung des Coronavirus außerhalb Chinas wurde bestätigt, was viele Experten im Gesundheitssektor befürchtet hatten. Dass die anfangs regionale Krise nun einen globalen Charakter erhalten hat. Die dadurch induzierte Unsicherheit an den Märkten, gekoppelt mit dem Kapitalabfluss aus Schwellenländern scheint die ohnehin angeschlagene südafrikanische Volkswirtschaft stark zu belasten. Auf der globalen ökonomischen Bühne führte der jüngste Volatilitätsanstieg an den europäischen und US-amerikanischen Börsen zu Liquiditätsproblemen, einer Flucht in sichere Anlagen und einem Abverkauf risikobehafteter Währungen und Staatsanleihen.

An den globalen Devisenmärkten erreichen diverse Schwankungsindikatoren, unter anderem der J.P. Morgan Volatilitätsindex für die G10-Währungen, nach einem Allzeittief im Januar 2020 eine Wiedergeburt, was sich in erhöhten Absicherungskosten am Währungsmarkt widergespiegelt hatte. Vor diesem Hintergrund scheinen die wirtschaftlichen Unsicherheiten in Südafrika durch die mit dem Coronavirus entstandenen globalen Turbulenzen verstärkt worden zu sein. Eine Tatsache, welche sich neben der Abwertung der südafrikanischen Währung auch in der von der Ratingagentur Moody's ausgeführten Kreditherabstufung Südafrikas widerspiegeln lässt. In weiterer Folge soll ein Überblick über die kürzlich stattgefundenen globalen und regionalen Ereignisse präsentiert werden.

Globale Turbulenzen verstärken die regionalen Sorgen

Strukturelle Schwächen waren in Südafrika noch vor dem Ausbruch des Coronavirus ersichtlich. Laut den jüngsten Veröffentlichungen ist die südafrikanische Volkswirtschaft im vierten Quartal 2019 um 1,4 Prozent gesunken. In Verbindung mit der Kontraktion im dritten Quartal um 0,8 Prozent ist Südafrika somit zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen zwei Jahre in eine Rezession gefallen. Gemessen am südafrikanischen Geschäftsklimaindex befindet sich die Volkswirtschaft in dem längsten Abwärtszyklus seit mindestens dem Zweiten Weltkrieg. Das Vertrauen der Unternehmen ist im ersten Quartal des Jahres auf ein zwanzigjähriges Tief gefallen, ein Rücksetzer, welcher neben der eingeschränkten heimischen Stromversorgung auch die hohe Arbeitslosigkeit im Land widerspiegelt.

Der staatliche Stromversorger Eskom beliefert rund 95 Prozent Südafrikas und knapp 40 Prozent des gesamten Kontinents mit Strom. Das Unternehmen musste insbesondere in den vergangenen Monaten aufgrund von Ausfällen einiger Kraftwerke kontrolliert Stromausfälle durchführen, was einen ersichtlich negativen Effekt auf die Wirtschaftsaktivität des Landes hatte. Eine konstruktive Lösung dieser regionalen Problemfelder wird sich insbesondere in den Zeiten der schwachen Auslandsnachfrage und einer Risikoaversion gegenüber Schwellenländern schwierig gestalten.

Ebenfalls dürften die im März proklamierte Ausgangssperre und die Eindämmungsmaßnahmen den heimischen Konsum und die Investitionsaktivitäten deutlich nach unten drücken. Mit der am 27. März In Kraft getretenen Sperrung soll die Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden. Vor diesem Hintergrund dürfte die südafrikanische Volkswirtschaft neben den Kontraktionen im dritten und viertel Quartal 2019 die erste jährliche Kontraktion seit der Finanzkrise 2009 verzeichnen. Wie stark der negative Wirtschaftsabschwung wird, bleibt letzten Endes von dem weiteren Verlauf des Coronavirus und den Maßnahmen der südafrikanischen Regierung abhängig.

Quelle: Thomson Reuters, Western Union Business Solutions – März 2020

Kapitalabflüsse gefährden Schwellenländer

Im Kampf gegen die wirtschaftliche Verlangsamung und die finanziellen Turbulenzen sahen sich die Notenbanken im Rahmen der globalen Finanzkrise 2009 weltweit zu massiven Zinssenkungen gezwungen. Diese Lockerung der Geldpolitik in der entwickelten Welt brachte insbesondere für Devisenhändler und Investoren eine relevante Implikation mit sich. Aufgrund der nun negativen Realzinsen in Ländern wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland und Japan legten Investoren ihr Kapital in der Periode nach 2009 vermehrt in Schwellenländern an.

Diese Kapitalverlagerung wurde insbesondere durch den Beliebtheitsanstieg von börsennotierten Indexfonds, kurz ETFs, verstärkt. Die vereinfachte Art in Schuldscheine und Währungen von Schwellenländern gebündelt investieren zu können, kam jedoch auch mit einigen Schattenseiten. Insbesondere in turbulenten Zeiten setzen die erhöhten Kapitalabflüsse – abgebildet durch den Preisverfall der börsennotierten Indexfonds für Schwellenländer – die Anlagenklasse unter Druck. In den letzten vier Wochen bis zum 27. März 2020 wurden insgesamt 47,7 Mrd. US-Dollar aus Schwellenländer-ETFs abgezogen. Laut Berichten der Bank of America wurde ein Drittel der Nettozuflüsse in den vergangenen vier Jahren durch den Exodus annulliert.

Quelle: Thomson Reuters, Western Union Business Solutions – März 2020

Südafrika verliert endgültig seine Bonität

Nach ganzen 25 Jahren und einer drastischen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit verliert Südafrika auch das letzte Investmentgrade-Rating. Die Ratingagentur Moody's1 schloss sich im März den beiden Agenturen S&P Global Rating und Fitch Rating an und entzog der größten Volkswirtschaft Afrikas die Kreditwürdigkeit. Neben den bestehenden Problemfeldern wie der unzuverlässigen Stromversorgung und der strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt verhindert nun auch die Eindämmungspolitik gegen das Coronavirus den nachhaltigen Wirtschaftsausblick Südafrikas. Insbesondere die landesweite Sperrung, mit Ausnahme des Dienstleistungssektors, könnte den Haushalt Südafrikas unter Druck setzen.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre haben sich die Schulden des Landes verdoppelt und auch die erhöhte Wahrscheinlichkeit ausfallender staatlicher Unternehmen bleibt ein negativer Faktor für die südafrikanische Kreditwürdigkeit. In der Erklärung der Herabstufung geht die Ratingagentur Moody's von einem staatlichen Budgetdefizit von 8,5 Prozent im Jahr 2020 aus. Diese Ausweitung der Staatsausgaben könnte die Schuldenquote in den nächsten zwei Jahren auf mehr als 90 Prozent ansteigen lassen.

Quelle: Thomson Reuters, Western Union Business Solutions – März 2020

Zinssenkungen und der südafrikanische Rand

Die globalen Zentralbanken befinden sich angesichts der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in dem größten Lockerungszyklus seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2009. In dem Versuch, die Konsequenzen des Ausbruchs der Lungenkrankheit unter Kontrolle zu bringen und der Wirtschaft unter die Arme zu greifen hat sich auch die südafrikanische Zentralbank zu drastischen Maßnahmen beschlossen. Die Zinssenkung zu Beginn des Jahres (25 Basispunkte) wurde vor dem Hintergrund der jüngsten Anspannungen an den Märkten mit einer weiteren Lockerung im Wert von 100 Basispunkten am 19. März gefolgt.

Neben den globalen Turbulenzen sehen die Währungshüter den inländischen Wirtschaftsausblick als fragil an. Die Störung der weltweiten Lieferkette und der Verfall der Ölpreise fügen sich dabei in das pessimistische Bild, welches die südafrikanische Notenbank laut eigenen Aussagen zum Kauf von Staatsanleihen bewegt hat. Die sogenannte Quantitative Lockerung, seit einiger Zeit in den USA, der Eurozone, Japan und seit diesem Jahr auch in Australien, Neuseeland und Polen praktiziert, findet ihren Weg nun auch nach Südafrika. Mit dem Ankauf von Staatsanleihen will die südafrikanische Notenbank dem heimischen Anleihenmarkt – welcher in den vergangenen Wochen durch einen Mangel an Bargeld getrieben worden war – ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen und die Volatilität unter Kontrolle bringen. Die Rendite zehnjähriger südafrikanischer Staatsanleihen festigte sich nach der Ankündigung marginal auf 11,50 Prozent, nachdem in der vergangenen Woche ein dreizehnjähriges Hoch bei 12,90 Prozent gefunden worden war.

Die ersichtlichen Unsicherheiten scheinen auch die südafrikanische Währung nicht kalt gelassen zu haben. Das Währungspaar EUR/ZAR befindet sich auf gutem Weg, die siebte wöchentliche Aufwertung infolge zu verzeichnen. Mit den jüngsten Anspannungen am globalen und heimischen Kapitalmarkt bricht das Währungspaar aus der seit 2015 anhaltenden Dreiecksformation aus überquert zum ersten Mal die Marke von 20,00. Der südafrikanische Rand befindet sich gegenüber dem Euro nun auf dem geringsten Niveau aller Zeiten.

Quelle: Thomson Reuters, Western Union Business Solutions – März 2020

Zahlungen in USD und EUR um dem Währungsrisiko zu entgehen

Um derartigen Entwicklungen entgegenzuwirken versuchen viele Firmen und NGOs ihre Projekte in EUR oder USD zu bezahlen, speziell wenn es um exotischere Währungen geht. Dies ist unterschiedlichen Faktoren geschuldet. Einerseits der Verfügbarkeit der Währung mit ihrer Hausbank andererseits werden viele Projekte und Rechnungen auch historisch in EUR bzw. USD budgetiert. Fakt ist jedoch, das in den meisten Fällen die tatsächlichen Kosten im Land dann doch in lokaler Währung abgerechnet werden.

Positive Auswirkungen von Zahlungen in lokaler Währung

Ein wesentlicher Punkt ist Kontrolle. Durch Zahlungen in lokaler Währungen hat das Unternehmen die Kontrolle und Transparenz über den Wechselkurs2. Dann die Geschwindigkeit. In vielen Fällen ist es möglich die Zahlungen über das lokale Zahlungsnetzwerk auszführen. Dadurch sind faktisch alle lokalen Konten erreichbar und die Zahlung ist für den Empfänger schneller und kostengünstiger verfügbar3. Bei hohen Transaktionskosten ist zu beobachten, dass Unternehmen weniger aber dafür höhere Zahlungen leisten. Dies birgt aber zusätzliche Risiken, neben möglichen Bewegungen in der Währung auch das Risiko einen hohen Geldbetrag bei einem Fremdinstitut im Ausland liegen zu haben. Eine Möglichkeit, alternativ oder zusätzlich zu einer möglichen Versicherung, ist es die Zahlungen stärker zu splitten. Mit einem guten Partner ist das kostengünstig und einfach umzusetzen und hilft diese Form von Risiken zu reduzieren4. Unsere Erfahrung zeigt auch eine positive Auswirkung auf die Preisgestaltung. Wenn Partner in EUR oder USD verrechnen werden oft Aufschläge berücksichtigt um das Währungsrisiko abzudecken. Durch Zahlung in lokaler Währung fallen diese weg, der Einkauf wird dadurch faktisch günstiger.

Der Zahlungspartner ist entscheidend

Gerade bei Währungen wird oftmals der Fokus primär auf den Umrechnungskurs gelegt, dabei geht es bei exotischen Währungen ganz besonders darum sicherzustellen das diese Zahlungen auch ankommen. Ein vertrauenswürdiger Zahlungsabwickler stellt dem Kunden alle Informationen zur Verfügung die notwendig sind um in der jeweilgen Währung zu bezahlen. Bei Western Union Business Solutions umfasst das Anleitungen für über 130 verschiedene Währungen. Nur wenn sowohl die Kurs 5 also auch die Zahlungstransparenz 6gegeben sind, kann ein Unternehmen in vollem Umfang von den Vorteilen eines lokalen Transfers in lokaler Währung profitieren7 .

Autoren

Über Western Union Business Solutions

Western Union Business Solutions ist der Firmenkundenbereich des über 168 jährigen Traditionsunternehmens Western Union und ist ein weltweit führender Anbieter von internationalen Geschäftszahlungen und maßgeschneiderten Risikomanagement-lösungen im Devisenbereich. Wir betreuen Kunden aller Größen, von KMUs bis hin zu Großkonzernen und bieten umfangreiche Erfahrung bei der Entwicklung von Fremdwährungsstrategien zur Risikominimierung. Unser Team in Hamburg steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung, um Sie bei Ihren globalen Finanztransaktionen zu unterstützen. Dies ermöglichen wir durch einen Zugang zu über 130 Währungen, Echtzeitkursen sowie einem, sich über mehr als 200 Ländern erstreckenden, globalen Finanznetzwerk.


[1] https://www.moodys.com/research/Moodys-downgrades-South-Africas-ratings-to-Ba1-maintains-negative-outlook--PR_420630

[2] Der Wechselkurs wird dem Kunden vor Abschluss angezeigt

[3] Dies kann von Währung zu Währung varrieren. Bitte beachten Sie hierfür unsere offizielle Payments guidleline.

[4] Western Union übernimmt keinerlei Haftung für Gelder die an Fremdkonten überwiesen wurden
 

[5] Der Kunde bekommt den Umrechnungskurs vor Abschluss angezeigt

[6] Die von WUBS verrechnete Überweisungsgebühr wird vor Abschluss angezeigt

[7] WUBSist nicht in der Lage Empfängerkonten zu legitimieren, jede Zahlung erfolgt auf eigenes Risiko
 
 

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