Globale Themen

Der Markt will (Zins)tauben hören

USD

Der Markt will (Zins)tauben hören

GBP

EUR GBP (0,9040)

Gleich zwei Abstimmungsniederlagen musste Theresa May innerhalb von 24 Stunden seit Dienstagabend einstecken. Zuerst setzten die Abgeordneten des britischen Unterhauses mit einer geringen Mehrheit von sieben Stimmen durch, dass die Regierung für einen Austritt aus der EU ohne entsprechende Vereinbarung, also für einen sogenannten No-deal-Brexit, ausdrücklich die Zustimmung des Parlaments benötigen würde. Auch wenn die Abstimmung von Regierungsmitgliedern als „technische“ Angelegenheit heruntergespielt wurde, zeigt sie doch, dass es über die Parteigrenzen hinweg – wenn auch aus völlig unterschiedlichen Motiven – eine Mehrheit gibt, die auf jeden Fall einen Brexit ohne Abkommen verhindern möchte.
Bei der zweiten Abstimmungsniederlage – die Abstimmung per se war für May eigentlich überraschend zustande gekommen – fiel die Mehrheit mit 308 zu 297 Stimmen schon deutlicher aus. Dabei ging es darum, dass die Premierministerin im Falle einer Abstimmungsniederlage am 15. Januar über das Austrittsabkommen mit der EU innerhalb von drei Tagen einen Alternativplan vorlegen muss. Ursprünglich hätte die Regierung für die Ausarbeitung eines Plan B nach einer Niederlage eigentlich drei Wochen Zeit gehabt.
Obwohl die beiden Abstimmungen unter dem Strich nicht nur negativ für den Brexit-Prozess gewertet werden müssten, erteilten die Händler Sterling jedoch auch gestern eine Absage, so dass der Euro in seiner Konsolidierungszone zwischen 0,8830 und 0,9090 noch einmal ein Stück nach oben getrieben wurde.

CHF

EUR CHF (1,1240)

Ob der Schweizer Konsumentenpreisindex, der mit einem Plus von 0,3 Prozent in der Kernrate im Dezember gegenüber dem Vorjahr etwas stärker als erwartet ausgefallen war, zu einem temporären Aufschwung des Franken geführt hatte, bleibt offen. Zumindest testete der Euro die Untergrenze seiner Konsolidierungszone bei 1,1210/15, ohne diese allerdings markant unterlaufen zu können. Am Ende des Tages holte die Gemeinschaftswährung schließlich diesen temporären Verlust wieder komplett auf. An der Oberseite bleibt daher 1,1280 das wichtigste Niveau, nach dessen Überwinden mindestens ein Test der Obergrenze besagter Konsolidierungszone bei 1,1355, möglicherweise aber auch eine etwas stärkere Aufwärtsbewegung angezeigt wäre.

PLN

EUR PLN (4,3000)

Nichts wirklich Überraschendes brachte die gestrige Sitzung der Polnischen Nationalbank zu Tage. Wie erwartet wurde der Leitzins bei 1,5 Prozent belassen. In ihrem Statement betonte die Zentralbank, dass sich die Wachstumsdynamik in den kommenden Quartalen schrittweise verringern, während die Inflation etwa bei ihrem Ziel von 2,5 Prozent verweilen würde. Kurzfristig würde sich deren Geschwindigkeit allerdings nicht so stark wie ursprünglich erwartet erhöhen. Letztlich, so Zentralbankchef Adam Glapinski, könnten die Leitzinsen sowohl in diesem Jahr als auch in 2020 auf ihrem derzeitigen Niveau verbleiben. Per Saldo konnte sich der Euro innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 4,2770 und 4,3080 gestern minimal befestigen.

Erhalten Sie aktuelle Nachrichten und Informationen über die weltweiten Devisenmärkte

Der Newsletter erscheint 5 mal pro Woche und berichtet von aktuellen Trends und Neuigkeiten in den Märkten.