Globale Themen

EUR USD (1,1360)

Keine allzu großen Überraschungen ergaben sich bei der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank. Zumindest die Beschlusslage war eindeutig. So wurden die Leitzinsen auf ihrem Rekordtief belassen, der Hauptrefinanzierungssatz bei 0 Prozent und der Einlagenzinssatz für Banken bei -0,4 Prozent. Und zwar mit Geltung wie gehabt bis „über den Sommer 2019 hinweg“. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Anleihekäufe zum Jahresende (wie erwartet) ganz einzustellen. Immerhin gab es so etwas wie eine sogenannte „forward guidance“ hinsichtlich der Erlöse aus fällig werdenden Anleihen im EZB-Bestand. Diese sollen nach einstimmigem Beschluss des EZB-Rates nicht nur für längere Zeit, sondern mindestens über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung hinaus wieder in neue Anleihen investiert werden. Damit wurde der Begriff „für längere Zeit“ hinsichtlich der Mindestdauer etwas klargestellt.
A

USD

EUR USD (1,1360)

Keine allzu großen Überraschungen ergaben sich bei der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank. Zumindest die Beschlusslage war eindeutig. So wurden die Leitzinsen auf ihrem Rekordtief belassen, der Hauptrefinanzierungssatz bei 0 Prozent und der Einlagenzinssatz für Banken bei -0,4 Prozent. Und zwar mit Geltung wie gehabt bis „über den Sommer 2019 hinweg“. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Anleihekäufe zum Jahresende (wie erwartet) ganz einzustellen. Immerhin gab es so etwas wie eine sogenannte „forward guidance“ hinsichtlich der Erlöse aus fällig werdenden Anleihen im EZB-Bestand. Diese sollen nach einstimmigem Beschluss des EZB-Rates nicht nur für längere Zeit, sondern mindestens über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung hinaus wieder in neue Anleihen investiert werden. Damit wurde der Begriff „für längere Zeit“ hinsichtlich der Mindestdauer etwas klargestellt.
Auch gab es neue Wachstumsprognosen für die Eurozone, die für das laufende Jahr geringfügig auf 1,9 Prozent, für das Jahr 2019 auf 1,7 und für 2020 ebenfalls mit 1,7 Prozent ausgegeben wurden. Diese Prognosen stellten ebenfalls für die Akteure keine wesentliche Überraschung dar, waren doch die Wirtschaftsdaten für die Eurozone zuletzt häufig hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Allerdings zeigte sich EZB-Präsident Mario Draghi in der Pressekonferenz gestern weniger optimistisch: Die Risiken für das Wirtschaftswachstum seien zwar weitgehend ausgeglichen, aber aufgrund zahlreicher Unsicherheiten (geopolitische Faktoren, Protektionismus-Gefahren, Finanzmarktvolatilität) nach unten gerichtet. Was die Zinsprognosen angeht, blieben diese im Großen und Ganzen für die Jahre 2018 bis 2020 mit jeweils 1,8, 1,6 und 1,7 Prozent im Durchschnitt unverändert. Unter dem Strich vermittelte die gestrige Sitzung den Eindruck, dass Mario Draghi etwas vorsichtiger geworden ist. Und diese neue Zurückhaltung, begleitet von der Wahrnehmung mancher Akteure, dass sich die EZB alle Optionen offenlässt – auch, falls notwendig, eine noch spätere erste Zinserhöhung als nach dem Herbst 2019 – drückte den Euro im Tagesverlauf ein wenig nach unten.
Allerdings war manchen Marktteilnehmern die Sehnsucht nach Ruhe nach den hektischen Vortagen deutlich anzumerken. Und diese Ruhe scheint es nun auch im italienischen Haushaltsstreit mit der EU zu geben. So zeigte sich EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici über die gestrigen Gespräche mit dem italienischen Finanzminister Giovanni Tria recht zufrieden. Dieser wartete immerhin mit einem revidierten Budgetdefizit von 2,04 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf, als wollte er mit zwei Nachkommastellen den Eindruck erwecken, den letzten Cent aus seinem Haushaltsentwurf herausgeschüttelt zu haben. Dem Vernehmen nach soll nun auch kein Defizitverfahren eingeleitet werden, da man, so Moscovici, schnell zu einem Kompromiss gelangen werde. Offenbar scheint niemand mehr die Frage stellen zu wollen, auf welchen Wachstumsannahmen der jüngste Vorschlag Italiens beruht. Den Euro-Händlern war dies ohnehin einerlei, und wir können festhalten, dass es dem Euro gestern weder gelang, seinem Abwärtstrend frisches Momentum durch Unterlaufen von 1,1305 zu verleihen, noch diesen zu beenden. Dies wäre nun jenseits von 1,1415 an der Oberseite gegeben.

GBP

EUR GBP (0,8995)

Obgleich sich in der Brexit-Frage gestern nichts grundlegend Neues ergeben hat, war die Grundstimmung der Händler doch einigermaßen optimistisch. Aber eigentlich kann man die Vertrauensabstimmung von Mittwochnacht innerhalb der britischen Konservativen Partei kurz zusammenfassen: Theresa May hat am Ende gewonnen, sie bleibt Chefin der Torys und auch Premierministerin. Und nun kann zumindest ein Jahr lang kein Misstrauensvotum mehr gegen die Premierministerin aus der eigenen Partei beantragt werden. Es war ein glanzloser Sieg, zumal die Zahl derjenigen Abgeordneten, die gegen Theresa May gestimmt hatten, mit 117 weitaus höher als zuvor geschätzt war. So hatte man mit etwa 60 bis 80 Brexiteers gerechnet. Inzwischen ist Theresa May schon längst wieder nach Brüssel geeilt, um dort eine juristisch wasserdichte Version zum sogenannten Backstop, der Lösung der nordirischen Grenzfrage, auszuhandeln, die die Chance hätte, in ihrer eigenen Partei und auch von der nordirischen DUP im Unterhaus akzeptiert zu werden. Offenbar haben den Pfund-Händlern gestern allein schon gut gemeinte, aber im wesentlichen unverbindliche Absichtserklärungen aus der EU gereicht, um Sterling etwas Auftrieb zu geben. Auf der anderen Seite konnte sich der Euro von seiner anfänglichen Schwäche wieder erholen und blieb letztlich auch gestern in seinem Aufwärtstrend, der nun zwischen 0,8930 und 0,9140 verläuft.

CHF

EUR CHF (1,1290)

Auch bei der Schweizerischen Nationalbank gab es gestern eine Sitzung. Dabei blieb der Leitzins (Sichtguthaben) bei -0,75 Prozent. Während die Zentralbank ihr Wording hinsichtlich des Schweizer Franken („immer noch hoch bewertet“) unverändert beließ, wurden die Inflationsvorhersagen für die kommenden beiden Jahre von 0,8 auf 0,5 Prozent (2019) bzw. von 1,2 auf 1,0 Prozent (2020) bemerkenswerterweise reduziert. Genauso wie Draghi sieht SNB-Chef Thomas Jordan die Risiken für den Wachstumsausblick eher an der Unterseite. Letztlich konnte der Euro gestern nicht viel Boden gewinnen, kommt aber seinem Stabilitätspunkt bei 1,1320 Stück für Stück näher.

PLN

EUR PLN (4,3000)

Auch in Polen scheint man sich langsam, aber sicher auf die bevorstehende Feiertagssaison einzurichten. Zumindest gab es gestern wenig aufschlussreiche Bewegungen im Zloty, zumal auch der Euro im Verhältnis zu einigen anderen Valuten derzeit nicht gerade von starken Trends gekennzeichnet ist. Deswegen bleibt auch heute der Widerstand bei 4,3050 das Maß der Dinge an der Oberseite, wobei die Konsolidierungszone zwischen 4,2735/50 und 4,3460 nach wie vor Bestand hat.

Erhalten Sie aktuelle Nachrichten und Informationen über die weltweiten Devisenmärkte

Der Newsletter erscheint 5 mal pro Woche und berichtet von aktuellen Trends und Neuigkeiten in den Märkten.