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US-Job-Daten stellen nicht jeden zufrieden

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EUR USD (1,1425)

Die Zinserhöhungen der Fed bezeichnete US-Präsident Donald Trump schon mehrfach als potenzielle Konjunkturkiller. Dass die Maßnahmen der Notenbank aber eine Folge der von ihm persönlich angestoßenen Steuerreform sind, da Trump mit ihr mitten in einem laufenden Wirtschaftsboom einen Brandbeschleuniger zündete und somit eine Überhitzung der Konjunktur provozierte, lässt er einfach unter den Tisch fallen. Da der US-Handelsstreit mit China ebenfalls auf sein Konto geht, hat die Fed nun die heikle Aufgabe, die rasante konjunkturelle Fahrt behutsam zu drosseln. Dabei gilt es den Motor am Laufen zu halten, ohne ihn abzuwürgen. Ein wichtiger Indikator, um die Betriebstemperatur der Wirtschaft zu ermitteln, stellt der US-Arbeitsmarktbericht dar. Am Freitag wurde die Datenveröffentlichung daher von allen Akteuren aufmerksam verfolgt. Mit lediglich 155.000 Neueinstellungen außerhalb der Landwirtschaft wurden etwas weniger Stellen geschaffen als im Vorfeld erwartet; Ökonomen erhofften sich knapp 200.000. Hinter den Erwartungen zurück blieb auch die Entwicklung der Löhne, die sich im Monatsvergleich um lediglich 0,2 Prozent erhöhten; also um 0,1 Prozent weniger als in den durchschnittlichen Konsensprognosen. Die Arbeitslosenquote blieb mit 3,7 Prozent allerdings unverändert. Sie liegt damit bereits zum dritten Monat in Folge auf dem niedrigsten Niveau seit 1969.
Zu den Personen, die diese Zahlen am Freitag im Sender CNBC grundsätzlich optimistisch interpretierten, gehörten Notenbanker John Williams und Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow. Für Letzteren haben die Job-Daten immer noch Spielraum nach oben. Zudem sieht Kudlow den Zenit des US-Job-Booms noch nicht überschritten. Williams Befund zielt indes auf den Handelsstreit, der sich seiner Meinung nach nur in "relativ geringem" Maß auf die Wirtschaft auswirkt. Problematischer sei jedoch, wenn sich Unsicherheiten auf Unternehmen durchschlügen und diese in Folge auf Investitionen verzichten würden. Entstünden deswegen weniger Jobs, wäre dies „ein Faktor, der die Wirtschaft im Verhältnis zu dem, was sie sein könnte, verlangsamt", gibt Willams zu bedenken. Die Arbeitsmarktdaten wurden jedoch nicht von allen Akteuren so wohlwollend bewertet, wie sich beim Blick auf die Aktienmärkte erahnen lässt. Die Reaktion des Devisenhandels impliziert hingegen eine neutrale Interpretation. Der Euro spähte am Freitag kurzzeitig über die 1,14er Marke, fiel zum Handelsschluss aber wieder auf sein Eröffnungsniveau (1,1370) zurück. Der Abwärtstrend zwischen 1,1440 und 1,1150/55 und somit auch das Potenzial bis 1,1230 bzw. bis zur Trenduntergrenze ist daher gerade noch gegeben.

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EUR GBP (0,8970)

Premierministerin Theresa May – und mit ihr zahlreiche andere Parlamentarier – möchte eines um jeden Preis vermeiden: einen Brexit ohne Vereinbarung. Auch Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat am Freitag, während des Kongresses der europäischen Sozialdemokraten in Lissabon, eindringlich vor einem Ausstieg ohne Abkommen gewarnt. Dort sprach er sich abermals gegen den von der britischen Regierung ausgehandelten EU-Austrittsvertrag aus. Corbyn favorisiert einen alternativen Plan, der die Briten wesentlich engmaschiger an die EU bindet. Über das Brexit-Abkommen herrscht unterdessen weitverbreitete Unsicherheit. Beispielsweise fürchten Fluggesellschaften, dass mit dem Verlassen der EU auch das Open-Skies-Abkommen hinfällig würde und kein geregelter Flugverkehr zwischen dem Vereinigtem Königreich und der EU stattfinden könne. Chaotische Verkehrszustände befürchtet man, einer britischen Studie zufolge, auch an der wichtigen Ärmelkanal-Verbindung. Angeblich soll die französische Regierung bereits Vorsorge getroffen und einen 47 Kilometer langen Straßenabschnitt nach Calais so eingerichtet haben, dass Lastwagen dort im Bedarfsfall Schlange stehen können. Finanzmarktakteure hoffen zwar auf ein gütliches Ende, dennoch schwächelt das britische Pfund seit drei Wochen merklich. Der Euro erreichte am Freitag gegenüber Sterling das höchste Niveau seit Ende November. Er notiert nun am oberen Rand seiner Konsolidierung zwischen 0,8730 und 0,9025.

CHF

EUR CHF (1,1295)

Die Hoffnungen der EU, die Schweizer Regierung würde sich bis Freitag zum vorgeschlagenen Abkommen bekennen, haben sich nicht erfüllt. Die Schweiz nahm vom Institutionellen Abkommen lediglich Kenntnis und schickt es in eine Konsultation. Offensichtlich will man Zeit gewinnen, um das zu erreichen, was Außenminister Ignazio Cassis am vergangenen Freitag nochmals betonte: Ihm sei ein „bestmöglicher Marktzugang bei größtmöglicher Souveränität“ wichtig. Mit anderen Worten: Die Zustimmung, so sie denn kommen sollte, wird sich verzögern. Die Regierung möchte in weiteren Prüfungsschritten abwägen, ob das Abkommen im Parlament oder gar im Rahmen eines Volksentscheids gute Chancen habe. Möglicherweise könnte sich diese Bewertungsphase bis ins Frühjahr ziehen. Der Devisenhandel zeigte sich vom Zeitspiel der Schweizer Regierung unbeeindruckt. Der Euro bleibt gegenüber dem Franken angeschlagen und steuert weiter gemächlich ohne große Schwankungsfreude auf seine 1,1230er Unterstützung zu. Damit sich die Gemeinschaftswährung wieder stabilisiert, bedarf es eines Überschreitens der 1,1360er Hürde.

PLN

EUR PLN (4,2880)

Polens Finanzministerin Teresa Czerwińska sah sich am Freitag veranlasst, etwas klarzustellen: Die Stabilität des Finanzsektors habe „absolute Priorität“ und Polens Bankeinlagen seien „sicher“, zitierten sie die Agenturen. Dem Zloty haben diese Statements jedoch keinerlei Vorteil verschafft. Der Euro schob sich in Richtung Mitte seiner großen Konsolidierung, die weiterhin zwischen 4,2735/50 und 4,3460 verläuft.

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