Globale Themen

Auf der Suche nach dem Ausweg

USD

EUR USD (1,1345)             

Einige Händler scheint es sehr zu verwundern, dass sich der Euro nicht so recht bewegen will. Natürlich geht heute die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu Ende, und zwar aufgrund der in den USA bereits begonnenen Sommerzeit schon um 19:00 Uhr MEZ. Obwohl sich die Akteure relativ einig darüber sind, dass es zwar keine richtungsweisenden Beschlüsse der Notenbank geben wird, gehen viele Beobachter dennoch davon aus, dass die Zinsprognosen, die sogenannten Dot-Plots der FOMC-Mitglieder, im Mittel nur noch eine oder zwei Zinserhöhungen von jeweils 25 Basispunkten bis ins Jahr 2021 vorsehen werden. Mancherorts rechnet man sogar damit, dass dieser Zentralwert der Prognosen so niedrig liegt, dass überhaupt keine Zinserhöhung mehr in diesem Zeitraum angezeigt wäre.   

Darüber hinaus erwarten Fed-Beobachter einen detaillierteren Zeitplan zur Beendigung des Abschmelzungsprozesses der Bilanzsumme der US-Notenbank. Alles in allem handelt es sich also um ein Szenario, das einen schwächeren Dollar begünstigen würde. Tatsächlich hat sich der Greenback auch gegenüber dem Euro im Vorfeld der heutigen Sitzung bereits abgeschwächt. Für den Euro bedeutet dies immerhin einen Kursanstieg von rund 1,5 Prozent innerhalb von acht Handelstagen – sieben davon endeten mit einem täglichen Kursplus. Aber die Entwicklung ist überschaubar, und etwaige mittelfristige Engagements bewegen sich derzeit um einen wahrgenommenen Einstandspreis von 1,1330 herum. Dies vermittelt zumindest ein Berechnungsmodell der Behavioral Finance. Mit anderen Worten: Im Euro gibt es derzeit keine riesigen Schieflagen und daher auch keine nachhaltigen Trends.

Ein Blick auf die jüngsten CFTC-Daten zu den spekulativen Positionierungen an der Chicagoer Terminbörse ist insofern nicht ganz zu vernachlässigen, als die aufgrund des Government Shutdown im Januar erst peu à peu eingetrudelten Positionsergebnisse am vergangenen Freitag endlich auf einen aktuellen Stand gebracht wurden. Zwar sind diese Positionsdaten mittlerweile auch schon wieder eine Woche alt und auch nicht immer repräsentativ für den Gesamtmarkt. Aber sie zeigen einen Trend zu Euro-Shortpositionen – in allerdings überschaubarem Ausmaß. Und so befindet sich der Euro nach wie vor zwischen 1,1215 und 1,1375/80 in einer neutralen Zone. Nach wie vor stellt die Oberseite des Feldes einen moderat bullishen Auslöser (1,1570?) dar.

GBP

EUR GBP (0,8560)             

Obwohl vielen Händlern das Brexit-Thema zum Halse heraushängen mag, hat die Ablehnung einer dritten Abstimmung über das Brexit-Abkommen durch Parlamentssprecher John Bercow für eine gewisse Spannung gesorgt. Bercow begründete das damit, dass dieselbe Gesetzesvorlage nicht beliebig oft zur Abstimmung gestellt werden darf. Die britische Premierministerin Theresa May dürfte diese Ausbremsung durch den Parlamentssprecher nicht auf sich beruhen lassen. Das Veto Bercows traf die Regierung nicht nur aus heiterem Himmel, sondern sorgte für erheblichen Unmut. Und so dauerte es auch nicht lange, bis erste Strategien bekannt wurden, wie man Bercows Einwand aushebeln könne. Mittlerweile gibt es mehrere Optionen, die allerdings überhaupt nur Sinn machen, wenn es Theresa May gelingt, die Brexiteers in der eigenen Partei und die für eine Mehrheit erforderlichen Stimmen der nordirischen DUP auf ihre Seite zu bringen. Bislang ist jedoch kein Durchbruch erkennbar gewesen, denn die DUP möchte dem Vernehmen nach Theresa Mays Vertrag überhaupt nur unterstützen, wenn sichergestellt ist, dass genügend konservative Abgeordnete für den Deal stimmen werden. Die bislang abtrünnigen Mitglieder der konservativen Partei bestehen aber ihrerseits auf einem Commitment der DUP, bevor sie sich möglicherweise umstimmen lassen.

Sterling-Händler haben sich aber auch gestern nicht aus der Ruhe bringen lassen, weswegen die Handelsspanne gegenüber dem Euro mit rund 40 Stellen ausgesprochen eng ausfiel. Die Gemeinschaftswährung bleibt allerdings weiterhin vor 0,8395 schlecht unterstützt und würde sich erst nach Überwinden von 0,8720/25 in stabilerem Terrain befinden.

CHF

EUR CHF (1,1345)             

Der Schweizer Handelsbilanzüberschuss des Monats Februar von 3,13 Mrd. CHF hat die Franken-Händler nicht beeindruckt. Immerhin sind die Exporte im Monatsvergleich um 1,3 Prozent gestiegen und auch die Vormonatszahlen wurden diesbezüglich nach oben revidiert. Der Euro bewegte sich unterdessen wie bereits am Vortag in einem engen Band, das noch nicht einmal 25 Stellen erreichte und somit die Gemeinschaftswährung etwa in der Mitte ihrer Konsolidierungszone zwischen 1,1255 und 1,1425/30 beließ

 

CZK

EUR CZK (25,63)

Die Zinserhöhungsfantasien in Tschechien scheinen immer mehr zu schwinden. So äußerte sich gestern der stellvertretende Zentralbankchef Marek Mora dahingehend, dass er bestenfalls noch eine Zinserhöhung in diesem Jahr sehe. Einen Zinsschritt, den er für die noch in diesem Monat stattfindende Zentralbanksitzung übrigens ausschließt. Die Krone geriet aufgrund dieses Statements nur ganz geringfügig unter Druck, so dass sich der Euro innerhalb seines derzeit gültigen Bandes mit Abwärtstendenz zwischen 25,69 und 25,57 minimal erholen konnte.

PLN

EUR PLN (4,2880)             

Die Löhne im polnischen Unternehmenssektor sind im Februar mit einem Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr stärker als erwartet gestiegen, während das Beschäftigungswachstum in der gleichen Periode mit +2,9 Prozent (ggü. Vj.) der Konsenserwartung der Ökonomen entsprach. Deswegen blieb der Euro in seinem kleinen Abwärtsimpuls, dessen Potenzial derzeit bis 4,2700 reicht. Der Stabilitätspunkt liegt nun abermals etwas niedriger bei 4,3090.

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