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Brexit-Verhandlungen: Eine Wende?

USD

EUR USD (1,1530)

Im Handelskonflikt zwischen China und den USA scheinen viele Marktteilnehmer derzeit eine gewisse Pattsituation wahrzunehmen. Was die bislang eingeführten Strafzölle auf importierte Waren betrifft, mag dies auch richtig sein. Beide Seiten belegen derzeit Importvolumina in Höhe von 34 Milliarden USD mit einem Steuersatz von 25 Prozent. Und am 23. August kommen noch einmal 16 Milliarden USD auf beiden Seiten hinzu. Das sind die greifbaren Zahlen in der nahen Zukunft. Beim jeweiligen Drohpotenzial gibt es hingegen deutliche Unterschiede, weil die USA von China – orientiert man sich an den Vorjahreswerten – Güter in einem Gesamtwert von ca. 506 Milliarden USD mit Importzöllen belegen kann, China aber nur Waren im Volumen von zuletzt 130 Milliarden USD aus den USA importiert hat. Dabei hat die US-Administration bereits angekündigt, dass sie China-Importe in Höhe von weiteren 200 Milliarden USD mit einem Steuersatz von 25 Prozent belegen möchte – die Vorbereitungen dafür sind bereits in vollem Gange – und zwar ab dem 5. September.
Nun haben sich die Akteure gerade während der vergangenen Tage darüber Gedanken gemacht, welche weiteren Waffen China im Handelskrieg mit den USA noch einsetzen könnte. Wie bereits in den vergangenen Wochen angedeutet, könnten die Importzölle auf chinesische Waren durch Abwertung der eigenen Währung abgemildert werden. Einen kleinen Vorgeschmack dazu haben wir bereits bekommen, aber die chinesische Zentralbank hat den jüngsten Abwärtstrend des Yuan zum US-Dollar durch Interventionen zunächst gestoppt. Das hat jedoch Ökonomen nicht davon abgehalten, sich mit einem Gegenszenario zu beschäftigen. So wurde etwa in einem Beitrag von Bloomberg unlängst der Chefökonom von JPMorgan Chase zitiert, der sich durchaus vorstellen kann – obwohl dies nicht sein bevorzugtes Szenario ist –, dass die Trump-Administration nicht unglücklich darüber wäre, wenn auch der Greenback sich abschwächt. Und dies könnte so weit gehen, dass Donald Trump auf die Idee kommen könnte, Dollar-Verkäufe als Waffe im Handelskrieg einzusetzen. Ob die US-Notenbank dabei mitspielen würde? Zumindest hat Donald Trump vor nicht allzu langer Zeit klargemacht, dass ihm die Zinspolitik der US-Notenbank überhaupt nicht gefällt. Da jedoch Währungspolitik primär Sache des Finanzministeriums ist, wäre es denkbar, dass sich die Fed möglichen Interventionen nicht entgegenstellen wird. Auch ist nicht zu erwarten, dass Donald Trump, der erst im vergangenen Monat zum Ausdruck gebracht hat, dass China seine Währung manipuliert habe, wegen derartiger Interventionen ein schlechtes Gewissen bekäme.
Dennoch hat sich der Dollar gestern gegenüber dem Euro durchgesetzt. Daran hat auch der etwas niedriger als erwartet ausgefallene US-Produzentenpreisindex des Monats Juni nichts geändert. Tatsächlich befindet sich der Euro zwar noch in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1855 und ist innerhalb dieses Feldes – wie von uns gestern bereits angedeutet – relativ schlecht abgesichert: Ein Versagen der unteren Begrenzung würde dabei Abwärtsbewegungen in Richtung 1,1370 ermöglichen.

USD

USD CHF (0,9925)

Dass der Franken gestern offenbar im Rahmen einer Kapitalbewegung außergewöhnlich stark gesucht war zeigt sich auch im Verhältnis zum US-Dollar. Während dieser nämlich gegenüber einem Korb an Währungen, gemessen am Dollar Index, um 0,4 Prozent an Wert gewann, blieb er gegenüber dem Franken nur auf Vortagesniveau. Unterdessen bleibt die Konsolidierung zwischen 0,9855 und 0,9995 bestehen.

GBP

EUR GBP (0,8990)

Ganz plötzlich scheint es bei den Brexit-Verhandlungen auf der europäischen Seite Bewegung zu geben. Denn Presseberichten zufolge ziehen nämlich einige EU-Mitgliedsstaaten in Betracht, dass Großbritannien im gemeinsamen Markt für Waren verbleiben könnte – eine große Konzession an Theresa May. Aber nur unter der Bedingung, dass das Vereinigte Königreich alle Umwelt- und Sozialgesetze sowie Zollvorschriften von der EU eins zu eins übernimmt – das ist mehr als die im Chequers-Vorschlag genannte EU-Jurisdiktion. Dennoch würde das britische Parlament eine solche Vereinbarung wahrscheinlich ablehnen, weil es Großbritannien zu sehr an die EU binden und somit die Handlungsfreiheit zum Abschluss separater Freihandelsvereinbarungen einschränken würde. Aber auch auf europäischer Seite gäbe es Probleme, denn Michel Barnier, Chefunterhändler der EU-Kommission, hat bis zuletzt genau einen solchen „Deal“ abgelehnt, weil er etwa die Dienstleistungen Großbritanniens nicht miteinschließen würde. Dennoch landete Sterling gestern einen kleinen Befreiungsschlag gegenüber dem Euro, so dass dieser in seinem kurzfristigen Aufwärtstrend eine Korrektur hinnehmen musste. Der Trend verläuft übrigens zwischen den Marken 0,8885 und 0,9065.

EUR

EUR CHF (1,1480)

Zwar ist die Schweizer Arbeitslosenquote gestern wie erwartet ausgefallen, aber sie dürfte nicht ursächlich für die Befestigung des Franken gewesen sein. Vielmehr wird wohl eine neuerliche Fluchtbewegung dafür verantwortlich gewesen sein, dass der Euro die Untergrenze seiner Konsolidierung, die wir gestern ohnehin als etwas weicher eingeschätzt hatten, eindrucksvoll durchbrochen hat. Damit hat nun ein kleiner, kurzfristiger Abwärtstrend des Euro eingesetzt, der zunächst zu einem Test von 1,1370, dem bisherigen Jahrestief, führen dürfte. Die Situation des Euro bleibt dabei angeschlagen, solange 1,1535 an der Oberseite nicht überwunden wird.

PLN

EUR PLN (4,2770)

Der Euro hat gestern im Rahmen seines Aufwärtstrends gegenüber dem Zloty eine weitere Korrektur erfahren, ohne dass dafür ökonomische Gründe ausschlaggebend gewesen wären. Gleichwohl bleibt das Aufwärtspotenzial des Euro bis 4,2230 erhalten, wobei die derzeitige Erholung jedoch nicht über 4,2880 an der Oberseite tragen darf.

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